Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit einem hohen Risiko verbunden. Führe immer deine eigene Recherche durch.

100 Prozent der NEAR-Gasgebühren werden verbrannt: Worauf du jetzt achten solltest

NEAR streicht den Entwicklerrabatt von 30 Prozent, ab nearcore 2.14 verbrennt das Netzwerk jede Gasgebühr vollständig. Was das für Angebot, Staking und deine Haltefrist bedeutet.

Makroaufnahme eines Glasfaserbündels in dunkler Werkstatt, die meisten Fasern glühen an den Schnittflächen, ein abgetrennter Strang bleibt dunkel
11 Min. Lesezeit
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Ab dem kommenden Netzwerk-Upgrade verbrennt NEAR jede einzelne Gasgebühr. Bisher flossen 30 Prozent der Gebühren, die beim Aufruf eines Smart Contracts anfallen, an den Eigentümer dieses Contracts zurück; die übrigen 70 Prozent verschwanden aus dem Umlauf. Mit der Version 2.14 der Netzwerk-Software nearcore fällt dieser Rabatt auf null. Danach wird der volle Betrag verbrannt. Als Termin nennen die Berichte rund den 5. Oktober 2026, ein fest zugesagtes Datum ist das nicht.

Für dich als Halter heißt das zweierlei: Das Angebot an NEAR schrumpft künftig schneller, sobald im Netzwerk viel passiert, und ein Teil der Einnahmen, mit denen Anwendungen auf NEAR bisher rechnen konnten, fällt weg. Der Kurs hat die Entscheidung längst eingepreist, der technische Vollzug steht aber erst bevor.

100 Prozent statt 70 Prozent: Was nearcore 2.14 am Gasmodell dreht

Gas ist auf NEAR die Rechengebühr für jede Transaktion. Wer einen Smart Contract aufruft, zahlt dafür in NEAR. Dieser Betrag wurde bis jetzt geteilt: 70 Prozent verbrannte das Protokoll, 30 Prozent gingen als Belohnung an das Konto, dem der aufgerufene Contract gehört. Im Protokoll steckt dieser Anteil in einem einzigen Parameter mit dem Namen burnt_gas_reward, bisher auf drei Zehnteln. Das Upgrade setzt ihn auf null.

Technisch ist das ein kleiner Eingriff, wirtschaftlich ein großer. Ein Funktionsaufruf zahlt danach nichts mehr an das Vertragskonto zurück. Jede Gebühr, die ein Nutzer entrichtet, verlässt den Umlauf vollständig und endgültig. Verbrannte Token lassen sich nicht wiederherstellen, es gibt keine Stelle, die sie zurückbuchen könnte.

Die Umsetzung hängt am Rollout der Clientsoftware. Die Release-Notes zu nearcore 2.14 führen die Änderung als Teil des Pakets. Validatoren müssen die Version einspielen, und erst wenn genügend von ihnen umgestellt haben, greift die neue Regel im laufenden Betrieb. Wer eine Frist in den Kalender schreibt, schreibt deshalb besser eine Woche als einen Tag.

HSP-027: Wie der Beschluss im House of Stake zustande kam

Die Entscheidung ist nicht neu, nur ihr Vollzug. Das Governance-Gremium House of Stake nahm am 8. Juli 2026 den Antrag HSP-027 an. Das Ergebnis war eindeutig: 46 Stimmen, die 4,66 Millionen veNEAR auf sich vereinten, sprachen sich dafür aus, zwei Stimmen mit zusammen 1.819 veNEAR dagegen. veNEAR ist dabei das Stimmgewicht, das sich aus gebundenen NEAR ergibt; wer länger bindet, wiegt schwerer.

Die Begründung liefert NEAR-Mitgründer Illia Polosukhin. Der Rabatt sollte Entwickler einst dafür belohnen, wiederverwendbare Bausteine zu bauen. Nach seiner Darstellung spiegelt der Mechanismus nicht mehr, wie Anwendungen auf NEAR heute Geld verdienen: Projekte übernehmen die Gaskosten ihrer Nutzer meist selbst und holen ihre Einnahmen über Spreads, Abonnements oder Werbung herein. Die Abstimmung nannte Polosukhin einen guten Test für die Governance vor weiteren Anträgen, und er zeigte sich erfreut darüber, die Ökonomie von NEAR nun ausdrücklich über Governance zu steuern. Das Protokoll gewinnt damit an Schlichtheit, einige Vertragsbetreiber verlieren eine Einnahmequelle.

Dass ein Gremium über einen Protokollparameter abstimmt und das Ergebnis vier Wochen später in einer Clientversion landet, ist der eigentliche Vorgang hinter der Schlagzeile. Für dich ist daran wichtig, dass hinter der Regel eine Abstimmung gebundener Token steht und keine Firmenentscheidung. Auf demselben Weg lässt sie sich auch wieder ändern.

Makroaufnahme eines Prozessorchips auf dunkler Platine, glühende Leiterbahnen laufen in einen zentralen Brennpunkt, eine Bahn ist unterbrochen
Jede Transaktion auf NEAR erzeugt Gasgebühren, die künftig vollständig aus dem Umlauf verschwinden.

Deflation nach Nutzung: Der Burn hängt an der Netzwerklast

Ein höherer Burn-Anteil senkt das Angebot nicht automatisch. Er senkt es nur in dem Maß, in dem das Netzwerk benutzt wird. Verbrannt wird, was an Gebühren anfällt, und Gebühren fallen an, wenn Transaktionen laufen. Bleibt die Aktivität niedrig, bleibt auch der zusätzliche Effekt klein. Steigt sie, wirkt der Wegfall des Rabatts wie ein Verstärker: Aus jedem Euro Gebühren verschwinden künftig 100 statt 70 Prozent.

Im Umlauf sind derzeit rund 1,308 Milliarden NEAR, und eine feste Obergrenze gibt es nicht. Das macht den Unterschied zu Bitcoin: Bei NEAR entsteht Knappheit aus dem laufenden Verhältnis von Emission und Verbrennung, ohne feste Mauer im Code. Genau dieses Verhältnis verschiebt das Upgrade, ohne die Emission anzutasten.

Woran du den Effekt ablesen kannst

Die Zahl, auf die es ankommt, ist die Gebührensumme je Tag, nicht der Kurs. Ein Netzwerk mit vielen kleinen Transaktionen verbrennt mehr als eines mit wenigen großen. Als Treiber gilt bei NEAR vor allem das Intents-System für Tauschvorgänge über Ketten hinweg, dessen Volumen nach Branchenberichten binnen zwölf Monaten von unter einer Milliarde auf über 32 Milliarden Dollar gestiegen ist. Wie dieser Bereich funktioniert und wo seine Haken liegen, haben wir in unserem Beitrag zu NEAR Intents auseinandergenommen.

NEAR-Kurs bei 5,46 Dollar: 11 Prozent an einem Tag, 175 Prozent in 30 Tagen

Am Donnerstagmorgen notiert NEAR bei 5,46 Dollar, umgerechnet 4,83 Euro. Nach den Daten von CoinGecko sind das 11,3 Prozent mehr als 24 Stunden zuvor. Auf Wochensicht liegt das Plus je nach Messzeitpunkt zwischen 22 und 27 Prozent, über 30 Tage bei rund 175 Prozent. Die Marktkapitalisierung beträgt damit etwa 7,14 Milliarden Dollar, Rang 21 unter allen Kryptowerten, bei einem Handelsvolumen von rund 1,59 Milliarden Dollar in 24 Stunden.

Dieser Lauf ordnet die Nachricht ein. Vom Allzeithoch bei 20,44 Dollar aus dem Januar 2022 ist NEAR immer noch rund 73 Prozent entfernt. Ein Dreifaches binnen eines Monats bedeutet aber auch, dass ein großer Teil der jüngsten Käufer im Gewinn sitzt und jederzeit verkaufen kann. Wer jetzt einsteigt, kauft nicht in eine ruhige Lage hinein.

Ein Teil des Schubs kommt von außen. Seit dem 29. September 2026 handelt an der NYSE Arca ein Spot-ETF von Bitwise auf NEAR unter dem Kürzel NRR. Zum ersten Handelstag gehen die Angaben auseinander: Berichtet werden ein Zufluss von 35,5 Millionen Dollar und ein Handelsvolumen von 15,1 Millionen Dollar. In beiden Fällen ist es ein zweistelliger Millionenbetrag am Tag eins. Was dieses Papier für ein Depot in Deutschland bedeutet und warum du es hier nicht einfach kaufen kannst, steht in unserem Text zum NEAR-ETF NRR.

Kaufweg in Deutschland: MiCA-Zulassung vor Gebührenvergleich

Für den Zugang zu NEAR selbst gilt in Deutschland seit der MiCA-Verordnung eine klare Reihenfolge. Zuerst zählt, ob der Anbieter eine Zulassung als Krypto-Dienstleister in der EU hat und unter Aufsicht der BaFin oder einer anderen europäischen Behörde steht. Erst danach lohnt der Blick auf Spreads, Ordergebühren und Auszahlungskosten. Eine Plattform ohne europäische Zulassung kann morgen den Zugang für deutsche Nutzer schließen, und dann hilft dir ein günstiger Tarif nicht weiter. Welche Handelsplätze diese Hürde nehmen, zeigt unser Überblick zu den Krypto-Börsen im Vergleich.

Staking und Validatoren: Der Rabatt-Wegfall trifft nicht die Delegierenden

Hier entsteht die häufigste Verwechslung, deshalb der Reihe nach. Der Rabatt von 30 Prozent ging an die Eigentümer von Smart Contracts, also an die Betreiber von Anwendungen. Er ging nicht an Validatoren und nicht an Nutzer, die ihre NEAR an einen Validator delegieren. Die Belohnung für Staking stammt aus der Emission des Protokolls und ist ein anderer Topf. Das Upgrade rührt diesen Topf nicht an.

Praktisch bedeutet das: Deine Staking-Erträge sinken durch die Umstellung nicht. Wer dagegen eine Anwendung auf NEAR betreibt, die bisher einen Teil ihrer Kosten über den Gasrabatt gedeckt hat, muss neu rechnen. Für Halter ist die zweite Gruppe nur indirekt interessant, nämlich dann, wenn eine viel genutzte Anwendung deswegen ihre Preise ändert oder das Netzwerk verlässt.

Staking über eine Börse oder direkt an einen Validator

Beim Staking über eine Handelsplattform behält die Plattform die Schlüssel und oft einen Teil der Belohnung. Beim direkten Delegieren an einen Validator bleibt die Kontrolle bei dir, dafür trägst du das Risiko, einen Validator mit schlechter Verfügbarkeit zu erwischen. In beiden Fällen gilt eine Entbindungsfrist, in der die Token nicht verfügbar sind. Wie die Konditionen bei verschiedenen Anbietern aussehen, haben wir in der Übersicht zu den Staking-Plattformen gegenübergestellt.

Haltefrist: Ein Jahr entscheidet über die Steuerfreiheit deiner NEAR-Gewinne

In Deutschland zählen Gewinne aus dem Verkauf von Kryptowerten zu den privaten Veräußerungsgeschäften. Verkaufst du innerhalb eines Jahres nach dem Kauf, ist der Gewinn mit deinem persönlichen Einkommensteuersatz zu versteuern; unterhalb einer Freigrenze von 1.000 Euro im Jahr bleibt er steuerfrei. Nach mehr als einem Jahr Haltedauer ist der Gewinn unabhängig von der Höhe steuerfrei.

Das ist bei einem Coin, der sich binnen 30 Tagen fast verdreifacht hat, keine Nebenfrage. Ein Verkauf im Oktober 2026 fällt bei einem Kauf aus dem September 2026 vollständig in die Steuerpflicht. Wer die Frist nutzen will, braucht den Nachweis über Kaufdatum und Kaufpreis für jede einzelne Tranche. Staking-Belohnungen folgen dabei eigenen Regeln und gelten im Zuflussjahr als sonstige Einkünfte.

Das Gasmodell-Upgrade selbst löst keinen steuerpflichtigen Vorgang bei dir aus. Verbrannt werden Gebühren im Protokoll, nicht Token aus deiner Wallet. Es gibt also keinen Zufluss, den du erklären müsstest, und keine Anschaffung, die eine neue Frist startet.

Einzelner Hochspannungsmast bei Nacht von unten angestrahlt, die Leitungen verschwinden in der Dunkelheit, am Mastfuß ein geschlossener Schaltkasten
Wie viel NEAR verbrennt, hängt allein an der Last im Netzwerk.

Hebel und Liquidation: Perp-Positionen sind vor dem Upgrade besonders anfällig

Nach einem Anstieg dieser Größenordnung sind gehebelte Positionen die empfindlichste Stelle im Markt. Ein Perpetual-Future auf NEAR kostet laufend Funding, und bei einem Hebel von zehn genügt eine Gegenbewegung von zehn Prozent, um die Einlage aufzubrauchen. NEAR hat allein am Donnerstag mehr als 11 Prozent zugelegt; eine Bewegung dieser Stärke in die andere Richtung liegt ebenso im Bereich des Möglichen.

Rund um ein Upgrade kommt ein zweiter Punkt hinzu. Termine, die ungenau datiert sind, erzeugen Positionen, die auf ein Datum wetten. Verschiebt sich der Rollout um Tage, laufen diese Wetten ins Leere, und die Auflösung bewegt den Kurs stärker als die technische Änderung selbst.

Verwahrung: Hardware-Wallet, Börsenkonto und die Kontrolle über die Schlüssel

Wer NEAR über Monate halten will, um die Haltefrist zu erreichen, hat ein Verwahrungsproblem zu lösen. Auf einem Börsenkonto liegen die Token im Zugriff der Plattform. Das ist bequem für das Staking und für schnelle Verkäufe, es setzt dich aber dem Risiko aus, dass die Plattform ausfällt oder Auszahlungen anhält. Auf einer Hardware-Wallet liegen die Schlüssel bei dir, dafür musst du die Wiederherstellungswörter sicher und getrennt aufbewahren.

Eine Zwischenlösung, die sich bewährt hat, ist die Aufteilung: der Teil, mit dem du handelst oder stakest, auf der Plattform, der Bestand für die Haltefrist in Eigenverwahrung. Wichtig ist, dass jede Bewegung zwischen beiden Welten dokumentiert ist, weil das Finanzamt bei einem späteren Verkauf die Anschaffung sehen will.

Was der Burn nicht leistet

Ein vollständiger Gebühren-Burn ist kein Kursversprechen. Er verschiebt eine Größe im Angebot, und ob sich das im Preis niederschlägt, hängt an der Nachfrage und an der Netzwerklast. Projekte mit deflationären Mechanismen sind in der Vergangenheit sowohl gestiegen als auch gefallen. Wer die Umstellung als Kaufargument für sich nimmt, sollte sie an der Gebührensumme messen, nicht an der Schlagzeile.

Ebenso wenig löst der Beschluss die offene Frage nach der Emission. Solange neue NEAR entstehen und keine Obergrenze besteht, bleibt die Nettowirkung eine Rechnung mit zwei Posten. Das Upgrade verbessert nur den einen.

NEAR-Gasgebühren: Das Wichtigste für deine Entscheidung

  1. Zugang prüfen, bevor du über Gebühren nachdenkst. Nimm einen Handelsplatz mit europäischer Zulassung, damit dein Zugang nicht an einer Aufsichtsentscheidung hängt. Die Kandidaten stehen im Vergleich der Krypto-Börsen.
  2. Staking getrennt von der Umstellung bewerten. Deine Belohnungen kommen aus der Emission und bleiben vom Wegfall des Gasrabatts unberührt; vergleiche stattdessen Entbindungsfristen und Abzüge in der Übersicht der Staking-Plattformen.
  3. Kaufdatum und Kaufpreis je Tranche festhalten. Ohne diesen Nachweis lässt sich die Jahresfrist später nicht belegen; ein Tracker übernimmt das laufend, siehe Steuer-Tools und Portfolio-Tracker.

Den Termin selbst behandelst du am besten als Zeitfenster und nicht als Stichtag. Bestätigt ist der Beschluss, angesetzt ist die Auslieferung; erst der Rollout bei den Validatoren macht aus beidem die neue Regel. Wer vorher Positionen aufbaut, baut sie auf eine Erwartung, und wer die Umstellung abwartet, verpasst keinen Mechanismus, sondern höchstens eine Bewegung.

Wie der Antrag im Einzelnen begründet wurde und wie die Abstimmung ausging, ist bei The Cryptonomist dokumentiert.

(Stand: 1. Oktober 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)

Häufige Fragen zu den NEAR-Gasgebühren

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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