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NEAR steigt 15,9 Prozent, der vertrauliche SOL-Tresor nennt 5,12 Prozent Rendite: Worauf du jetzt achten solltest

NEAR kostet 5,27 US-Dollar und liegt 15,87 Prozent über dem Stand von gestern. Ausgerechnet am Tag davor hat NEAR einen Einzahlungsdienst für Solana gestartet, der die Wallet-Adresse verbirgt und eine Beispielrendite von 5,12 Prozent nennt. Was davon belegt ist und welche EU-Regeln für Anleger in Deutschland greifen.

Versiegelter schwarzer Frachtcontainer im Scheinwerferlicht eines nächtlichen Terminals, auf der Stirnseite leuchtet das NEAR-Zeichen als eingelassene Intarsie
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Kategorien: Solana

NEAR kostet am Donnerstagmittag 5,27 US-Dollar und liegt damit 15,87 Prozent über dem Stand von vor 24 Stunden (CoinGecko). Den Anlass dafür liefert ein Produkt, das NEAR am 15. Oktober 2026 über seinen eigenen Kanal auf X vorgestellt hat: Wer Solana (SOL) über die App near.com anlegt, soll dabei seine Wallet-Adresse nicht mehr offenlegen müssen. Das Geld arbeitet anschließend in einem Tresor bei Kamino Finance. Eine Verbindung zwischen Produktstart und Kurssprung behauptet NEAR selbst nicht, und belegen lässt sie sich nicht.

Für Anleger in Deutschland sind daran zwei Dinge interessant, die in den meisten Meldungen untergehen: Die genannte Rendite stammt aus dem Verleihen von Coins, nicht aus dem Betrieb der Blockchain. Und die Vertraulichkeit endet an der Grenze der NEAR-Blockchain. Beides ändert, wie dieser Tresor steuerlich und aufsichtsrechtlich zu lesen ist.

NEAR bei 5,27 Dollar: 15,87 Prozent in 24 Stunden, 4,54 Dollar im Tief

Der NEAR-Kurs hat in den vergangenen 24 Stunden eine Spanne von 4,54 bis 5,43 US-Dollar durchlaufen. Auf Wochensicht steht ein Plus von 9,02 Prozent, die Marktkapitalisierung liegt bei 6,91 Milliarden US-Dollar und damit auf Rang 19. Gehandelt wurden in 24 Stunden Coins im Wert von 1,32 Milliarden US-Dollar.

Die Einordnung nach oben fällt nüchtern aus. Sein Allzeithoch erreichte NEAR am 16. Januar 2022 bei 20,44 US-Dollar. Vom heutigen Kurs aus fehlen dorthin rund 74 Prozent. Im Umlauf sind 1,309 Milliarden NEAR, praktisch die gesamte ausgegebene Menge, sodass von dieser Seite kein Angebotsdruck aus einer Freigabe zu erwarten ist.

Im Vergleich zum Gesamtmarkt sticht die Bewegung heraus. Bitcoin legte im selben Zeitraum 1,61 Prozent zu, Ether 4,30 Prozent. NEAR bewegt sich also deutlich stärker als die beiden großen Werte, was auf einen eigenen Auslöser hindeutet statt auf eine allgemeine Erholung.

Vertraulicher SOL-Tresor auf near.com: Kamino verwaltet, Gauntlet kuratiert

Das neue Angebot heißt bei NEAR „confidential SOL yield“ und läuft in der App near.com. Der Ablauf: Du zahlst Solana aus einem vertraulichen Konto ein, das Guthaben wandert in einen Tresor bei Kamino Finance, einer Kreditplattform auf der Solana-Blockchain. Kuratiert wird dieser Tresor von Gauntlet, einem Dienstleister, der die Risikoparameter solcher Tresore festlegt. Gauntlet betreibt kuratierte Kamino-Tresore seit dem 11. November 2025 und bezifferte deren Volumen beim Start auf mehr als zwei Milliarden US-Dollar; die Einzelheiten zum Aufbau hat Solana Compass zusammengetragen.

Ein kuratierter Tresor ist kein Bankkonto. Der Kurator entscheidet, welche Sicherheiten zugelassen sind, wie hoch beliehen werden darf und wann Positionen zwangsweise aufgelöst werden. Läuft diese Einschätzung in einem heftigen Marktabschwung der Realität hinterher, trägt den Ausfall der Einzahler, nicht der Kurator.

Eine Mindesthaltedauer gibt es laut der Produktseite nicht. Guthaben lassen sich tauschen oder ausgeben, während sie verzinst werden. Angemeldet wird sich mit einer Wallet oder einem Passkey. Die Produktseite von NEAR weist zugleich darauf hin, dass eingezahltes SOL Markt- und Protokollrisiken ausgesetzt ist und in Smart Contracts Dritter fließt. Diesen Satz sollte niemand überlesen: Er verschiebt die Haftung vom Anbieter auf den fremden Programmcode.

Was der vertrauliche Modus verbirgt und was öffentlich bleibt

Die Vertraulichkeit entsteht in einem abgeschirmten Bereich der NEAR-Blockchain, einem sogenannten Shard. Vorgänge innerhalb dieses Bereichs sind von außen nicht einsehbar. Verborgen bleiben damit die Herkunfts-Wallet und die Verbindung zwischen Einzahlungsquelle und Ziel.

Offen bleibt die Gegenseite. Auf der Zielblockchain sind Transaktion, Vermögenswert, Betrag und Empfänger weiterhin für jeden sichtbar. Wer also glaubt, mit einer Einzahlung verschwinde die gesamte Spur, liegt falsch. Verdeckt wird ein Glied der Spur, nämlich die Zuordnung zur ursprünglichen Adresse.

NEAR formulierte es im Ankündigungsbeitrag auf X am 15. Oktober 2026 so: „Your SOL can earn yield in a dozen places. All of them public, until now.“ Kamino schrieb im eigenen Beitrag, Nutzer erreichten den Tresor „directly on near.com, without exposing their wallet address to the vault“. Auf seiner Startseite beschreibt NEAR das Prinzip als Konto, dessen Guthaben und Vorgänge vertraulich bleiben, „when you want them to, with control over what you reveal“.

Welche Adresse der Tresor stattdessen sieht, wer die Position wirtschaftlich hält und welche Gebühren anfallen, haben beide Unternehmen bislang nicht veröffentlicht. NEAR nennt für seine vertrauliche Infrastruktur ein Volumen von 1,29 Milliarden US-Dollar in 30 Tagen. Diese Zahl stammt vom Unternehmen selbst, ist nicht von außen geprüft und umfasst sämtliche vertraulichen Vorgänge auf near.com, nicht allein diesen Tresor.

Roter Siegellack-Abdruck ohne Wappen auf einem Leinen-Aktendeckel, daneben ein schwerer Messingstempel und ein aufgeschlagenes Paragrafenwerk unter harter Schreibtischlampe
Vertrauliche Einzahlungen treffen in der EU auf einen Rechtsrahmen, der die Anbieter adressiert und nicht die privaten Halter.

5,12 Prozent sind Lending-Rendite, keine Staking-Belohnung

Die Produktseite nannte beim Start eine Beispielrate von 5,12 Prozent pro Jahr auf SOL und stellte zugleich klar, dass die Rendite schwankt und nicht garantiert ist. Entscheidend ist die Herkunft dieser Zahl. Diese Rendite entsteht aus der Kreditnachfrage: Wer SOL leihen will, zahlt Zinsen, und ein Teil davon landet bei den Einzahlern. Mit der Belohnung, die ein Validator für das Absichern der Solana-Blockchain erhält, hat das nichts zu tun.

Der Unterschied ist für die Rendite selbst relevant. Eine Staking-Belohnung folgt dem Emissionsplan der Blockchain und bewegt sich träge. Eine Kreditrendite fällt, sobald die Nachfrage nach geliehenem SOL nachlässt, und sie kann in ruhigen Wochen deutlich unter den beworbenen Wert rutschen. Wer die Angebote nebeneinanderlegen will, findet die gängigen Anbieter im Vergleich der Staking- und Rendite-Plattformen; dort steht auch, welche davon in der EU zugelassen sind.

MPC-Signiernetz auf 17 Betreiber, NEAR-Token jetzt auch auf Solana

Zwei weitere Meldungen fielen in dieselben Tage. Zum einen arbeitet das Signiernetz von NEAR, das auf dem Verfahren der mehrseitigen Berechnung (Multi-Party Computation, kurz MPC) beruht, inzwischen mit 17 Betreibern im Hauptnetz. Finanziert wird es aus den Emissionen des Protokolls, über die Verwendung entscheiden die NEAR-Halter. Dieses Netz trägt die sogenannten Chain Signatures, mit denen NEAR Intents Vorgänge auf fremden Blockchains auslöst.

Zum anderen wird der NEAR-Token seit dem 15. Oktober über Sunrise auch auf Solana gehandelt, einem Zugang des Teams hinter Wormhole. NEAR Intents dient dabei als Brücke. Die Zahlen des ersten Tages bleiben klein: Solana Compass zählte am Abend des 15. Oktober 18.918 Halter, rund 13,0 Millionen US-Dollar Umsatz in 24 Stunden und etwa 615.000 US-Dollar Liquidität auf der Blockchain. Für einen Wert aus den Top 20 ist das wenig, und es relativiert die Erwartung, dieser Handelsplatz allein trage den Kurssprung.

Was sich seit dem Perp-Bericht vom 15. Oktober geändert hat

Am Abend des 15. Oktober stand NEAR bei einem Plus von 9 Prozent, und in 74 von 86 untersuchten Perpetual-Märkten zahlten die Käufer die Finanzierungsrate an die Verkäufer, wie unsere Auswertung zu NEAR, Hebel und offenen Kontrakten zeigte. Seitdem ist der Kurs weiter gestiegen, auf 5,27 US-Dollar und in der Spitze 5,43 US-Dollar.

Die Lage am Terminmarkt bleibt damit das größte kurzfristige Risiko. Eine Schieflage, in der gehebelte Käufer dauerhaft zahlen, löst sich erfahrungsgemäß entweder durch weiter steigende Kurse oder durch eine Welle von Zwangsauflösungen. Das Tief bei 4,54 US-Dollar aus den vergangenen 24 Stunden markiert die Stelle, an der dieser Druck zuletzt sichtbar wurde.

MiCA und Geldtransfer-Verordnung: der Rechtsrahmen in Deutschland

Seit 2025 dürfen Krypto-Dienstleister in der EU nur mit einer Zulassung nach der Verordnung über Märkte für Kryptowerte (MiCA) arbeiten. Was diese Zulassung von einem Anbieter verlangt, steht in unserer Übersicht zu den MiCA-Lizenzpflichten für Krypto-Unternehmen. Ob hinter near.com ein in der EU zugelassener Dienstleister steht, geht aus der Ankündigung nicht hervor. Die BaFin führt ein Register der in Deutschland zugelassenen Anbieter, die ESMA eines für die gesamte EU. Ein Blick dorthin kostet zwei Minuten und beantwortet die Frage verbindlich.

Daneben steht die Geldtransfer-Verordnung der EU (Verordnung 2023/1113). Diese Verordnung verpflichtet zugelassene Krypto-Dienstleister, zu jedem Transfer Angaben zu Auftraggeber und Begünstigtem zu erheben und weiterzugeben. Ein Produkt, dessen Zweck darin besteht, die Herkunftsadresse zu verbergen, steht zu dieser Pflicht in einem offenkundigen Spannungsverhältnis, sobald ein zugelassener Anbieter beteiligt ist. Für eine Einzahlung aus einer selbst verwahrten Wallet gilt die Pflicht so nicht, für die Auszahlung auf ein Konto bei einer regulierten Börse sehr wohl.

Große Bahnhofsuhr ohne Ziffern und Zeiger an einer dunklen Hallenwand, ein schmaler Lichtstreifen aus dem Oberlicht trifft das milchige Zifferblatt über einem leeren Bahnsteig
Zwei Termine bestimmen die Rechnung: die einjährige Haltefrist und der Geltungsbeginn der EU-Geldwäscheverordnung.

Artikel 79 der EU-Geldwäscheverordnung: was ab dem 10. Juli 2027 gilt

Die EU-Geldwäscheverordnung (Verordnung 2024/1624) gilt ab dem 10. Juli 2027 unmittelbar in allen Mitgliedstaaten, ein deutsches Umsetzungsgesetz braucht es dafür nicht. Ihr Artikel 79 untersagt Kreditinstituten, Finanzinstituten und Krypto-Dienstleistern, anonyme Konten zu führen. Ausdrücklich genannt sind dabei auch Konten, die über anonymitätsfördernde Kryptowerte eine Zuordnung verhindern.

Zwei Missverständnisse halten sich hartnäckig. Erstens nennt die Verordnung keinen einzigen Coin beim Namen, eine amtliche Liste existiert nicht. Zweitens richtet sich die Vorschrift an Unternehmen, nicht an private Halter. Eine Wallet auf dem eigenen Gerät ist kein Unternehmenskonto und fällt nicht darunter.

Praktisch trifft die Regel trotzdem Anleger, und zwar über den Zugang. Wenn zugelassene Börsen und Verwahrer vertrauliche Vorgänge vorsorglich abweisen, wird aus einer rechtlich erlaubten Position eine, die sich schwer in Euro zurücktauschen lässt. Bis Juli 2027 bleiben rund 20 Monate, und erfahrungsgemäß handeln große Plattformen lange vor dem Stichtag.

Haltefrist, Steuer und Verwahrung für dein Depot

Steuerlich zerfällt die Sache in zwei Teile. Die eingezahlten SOL selbst unterliegen in Deutschland der Veräußerungsbesteuerung nach Paragraf 23 des Einkommensteuergesetzes: Wer länger als ein Jahr hält und dann verkauft, zahlt auf den Gewinn keine Steuer. Die Zinsen aus dem Tresor sind davon getrennt zu betrachten, denn sie sind laufende Einkünfte und im Jahr des Zuflusses anzugeben.

Daraus ergibt sich eine praktische Pflicht: Jeder Zufluss braucht Datum, Menge und Eurokurs zum Zeitpunkt der Gutschrift. Bei einer täglich anfallenden Verzinsung summiert sich das schnell auf Hunderte Einzelposten im Jahr, die von Hand kaum sauber zu führen sind. Die gängigen Werkzeuge dafür stehen im Vergleich der Krypto-Steuer-Tools und Portfolio-Tracker.

Ein zusätzliches Problem entsteht ausgerechnet aus der Vertraulichkeit. Wenn der Vorgang nach außen keine Verbindung zur Herkunftsadresse zeigt, musst du diese Verbindung gegenüber dem Finanzamt selbst belegen können. Sichere deshalb die Nachweise aus der App, solange du Zugriff hast, statt dich später auf einen öffentlichen Blockchain-Explorer zu verlassen, der genau diese Spur nicht führt.

Marken nach oben und unten: 4,54, 5,43 und 6,00 Dollar

Nach unten ist das Tagestief bei 4,54 US-Dollar die erste belastbare Marke, weil dort in den vergangenen 24 Stunden tatsächlich gekauft wurde. Darunter liegt die Fünf-Dollar-Linie, die NEAR am 13. Oktober nach unten durchbrochen und seither zurückerobert hat.

Nach oben begrenzt zunächst das Tageshoch bei 5,43 US-Dollar. Die nächste Station darüber ist der Bereich um 6,00 US-Dollar, den NEAR am 10. Oktober kurz erreichte, bevor der Kurs wieder abgab. Ein Tagesschluss über dieser Zone wäre das erste Signal, dass der Anstieg mehr trägt als eine Gegenbewegung.

Unsere Einschätzung: Der Produktstart erklärt den Kurssprung nicht allein. Dafür sind die messbaren Größen zu klein, 615.000 US-Dollar Liquidität auf Solana am ersten Tag und eine Beispielrendite, die unter dem liegt, was Kreditmärkte in guten Wochen zahlen. Was den Ausschlag stützt, ist die Finanzierungslage am Terminmarkt, in der gehebelte Käufer zahlen. Dagegen spricht, dass genau diese Lage sich auch schnell gegen den Kurs drehen kann. Eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung ist das ausdrücklich nicht, und der Totalverlust bleibt bei jedem Kryptowert möglich.

NEAR-Tresor: Ohne EU-Zulassung bleibt die Einzahlung dein Risiko

  1. Zulassung klären, bevor Geld fließt. Schlage den Anbieter im BaFin-Register und im ESMA-Register nach. Findest du ihn dort nicht, greifen die Schutzvorschriften der MiCA für dich nicht. Welche Handelsplätze eine EU-Zulassung vorweisen, steht im Vergleich der regulierten Kryptobörsen.
  2. Die Rendite richtig einordnen. 5,12 Prozent sind eine Beispielrate aus dem Kreditmarkt, keine Zusage. Hole dir vor jeder Einzahlung die aktuelle Rate und rechne in ruhigen Marktphasen mit einem deutlich niedrigeren Wert. Was zugelassene Anbieter derzeit auf SOL zahlen, zeigt der Vergleich der Staking- und Rendite-Plattformen.
  3. Nachweise sichern und Bestände trennen. Bei vertraulichen Vorgängen bist du der Einzige, der die Zuordnung später noch belegen kann. Lege Datum, Menge und Eurokurs jedes Zuflusses ab und halte langfristige Bestände getrennt davon in eigener Verwahrung; die Geräte dafür stehen im Vergleich der Hardware-Wallets.

(Stand: 16. Oktober 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)

Häufige Fragen zu NEAR

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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