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Cardano-Abstimmung über 75 ADA Mindestgebühr steht bei 34 Prozent: Was ADA-Delegatoren vor dem 11. Oktober wissen müssen

Die Senkung der Stake-Pool-Mindestgebühr von 170 auf 75 ADA steht bei 34,45 Prozent Zustimmung, nötig sind 67 Prozent. Am 11. Oktober um 23:44 Uhr läuft die Frist ab, und für kleine Pools hängt daran die ganze Ausschüttung.

Bahnhofsuhr aus Stahl und Emaille ohne jede Ziffer, zwei schwere Zeiger kurz vor dem Zusammentreffen, darunter ein Messingschild mit eingraviertem Bitcoin-Zeichen
11 Min. Lesezeit
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Auf Cardano läuft eine Abstimmung, die jede Staking-Auszahlung im Netz berührt. Zur Entscheidung steht, ob die feste Mindestgebühr eines Stake Pools von 170 auf 75 ADA sinkt. Die Auswertung der Abstimmungsdaten der Cardano-Kette vom 10. Oktober 2026 ergibt 34,45 Prozent Zustimmung unter den delegierten Repräsentanten. Nötig sind 67 Prozent. Der letzte Zeitpunkt, an dem die Eingabe noch angenommen werden kann, ist das Ende der Epoche 660 am 11. Oktober 2026 um 23:44 Uhr deutscher Zeit.

Wer Cardano delegiert, merkt davon zunächst nichts, denn die Gebühr wird vor der Verteilung abgezogen und steht in keiner Wallet-Anzeige. Sie entscheidet aber darüber, ob ein kleiner Pool überhaupt etwas ausschütten kann. Bei dem Kurs von 0,2526 US-Dollar, mit dem ADA am 10. Oktober notiert, sind 170 ADA rund 43 Dollar je Epoche und Pool.

minPoolCost: Die feste Gebühr, die jeder Stake Pool zuerst einbehält

Der Protokollwert minPoolCost ist der Mindestbetrag, den ein Stake Pool je Epoche von seinem Blockertrag einbehalten darf, bevor überhaupt etwas verteilt wird. Ein Pool kann mehr ansetzen, weniger nicht. Erst nach diesem Abzug greift die prozentuale Marge des Betreibers, und was dann übrig ist, fließt an die Delegatoren.

Die Reihenfolge ist der ganze Punkt. Ein Pool, der in einer Epoche einen einzigen Block produziert, hat einen Bruttoertrag in der Größenordnung von 300 ADA. Davon gehen 170 ADA als feste Gebühr ab, und zwar unabhängig davon, wie viele Menschen an diesem Pool hängen. Ein Pool mit dreißig Blöcken je Epoche verteilt denselben Festbetrag über ein dreißigfaches Volumen.

Warum der Wert 2023 gesetzt wurde

Die heutigen 170 ADA stammen aus einer Empfehlung des Parameter-Komitees von Intersect und wurden in Epoche 445 im Oktober 2023 wirksam, also noch vor der Zeit, in der sich Protokollwerte on-chain ändern ließen. Kalibriert wurde der Betrag ursprünglich beim Shelley-Start gegen den damaligen ADA-Kurs, die damalige Ausschüttungskurve und geschätzte Betriebskosten eines Pools.

Alle drei Größen haben sich seither verschoben. Die Begründung der jetzigen Eingabe nennt für den Blockertrag einen Rückgang von etwa 1.800 auf rund 300 ADA, weil die Reserve, aus der ausgeschüttet wird, sich leert. Die Kosten für Server und Betrieb sind in dieser Zeit nicht gefallen.

170 ADA heute, 75 ADA im Vorschlag: Der Kern von PCP-006

Die Eingabe trägt die Kennung PCP-006 und stammt von dem Pool-Betreiber Cerkoryn, veröffentlicht am 30. März 2026 im Forum von Cardano. Sie verlangt die Senkung auf 75 ADA, eine Verringerung um rund 55,9 Prozent, und ändert nach ihrem eigenen Wortlaut keinen weiteren Protokollwert. Das Technical Steering Committee von Intersect hat die Senkung nach Angaben der Eingabe am 9. Juli 2026 mitgetragen.

Der Vorschlag versteht sich ausdrücklich als Zwischenschritt. Die längerfristige Idee, nicht die feste Gebühr zu senken, sondern über eine Mindestmarge zu arbeiten, liegt als eigener Entwurf noch in der Entwicklung. Bis dahin soll der niedrigere Festbetrag kleinen Pools Luft verschaffen.

Was ein Block je Epoche heute einbringt

Die Begründung der Eingabe rechnet mit den Anhangsdaten des Vorgängervorschlags PCP-001 und einem Bruttoertrag von etwa 300 ADA je Block, gemessen in Epoche 415. Auf dieser Grundlage macht die Mindestgebühr bei einem Block je Epoche rund 113 Prozent des Bruttoertrags aus. Für die Delegatoren eines solchen Pools bleibt in dieser Rechnung nichts.

Schmaler Serverschrank in einem engen Kellerraum, nur drei von zwölf Einschüben bestückt, eine einzige grüne Statusleuchte im Dunkeln
Ein kleiner Pool trägt denselben Festbetrag wie ein großer, verteilt ihn aber über einen Bruchteil der Blöcke.

34,45 Prozent von 67: Der Stand der Abstimmung am 10. Oktober

Die Auswertung der Abstimmungsdaten der Cardano-Kette ergibt für die Eingabe 77 Ja-Stimmen und 32 Nein-Stimmen unter den delegierten Repräsentanten, dazu 17 ausdrückliche Enthaltungen. Gezählt wird aber nicht nach Köpfen, sondern nach dem ADA-Gewicht dahinter: 1,28 Milliarden ADA stehen auf Ja, 2,44 Milliarden auf Nein. Daraus ergeben sich die 34,45 Prozent.

Die Schwelle für diesen Vorschlag liegt bei 67 Prozent. Sie gilt für Protokollwerte der wirtschaftlichen Gruppe, zu der minPoolCost gehört. Der Abstand ist damit nicht knapp, sondern umfasst mehr als die Hälfte der nötigen Zustimmung. Im Verfassungsausschuss haben drei von sieben Mitgliedern mit Ja gestimmt.

Die Stake-Pool-Betreiber stimmen über diesen Wert nicht mit ab. Ihre Stimme ist bei Protokolländerungen nur für die sicherheitsrelevante Gruppe vorgesehen, und minPoolCost fällt nicht darunter. In den Abstimmungsdaten steht entsprechend keine einzige Betreiberstimme, obwohl die Senkung gerade sie betrifft.

Stichtag 11. Oktober, 23:44 Uhr: Das Ende von Epoche 660

Eine Protokolleingabe auf Cardano lebt sechs Epochen. Diese wurde in Epoche 654 eingebracht, also läuft sie mit dem Ende der Epoche 660 aus. Nach dem Stand der Kette fällt dieser Übergang auf den 11. Oktober 2026 um 23:44 Uhr deutscher Zeit, das entspricht 21:44 UTC. Angenommen oder abgelehnt wird immer an einem solchen Epochenübergang, nicht laufend.

Praktisch heißt das: Es bleibt gut ein Tag, in dem sich an der Zustimmung noch etwas bewegen könnte. Ein Sprung von 34,45 auf 67 Prozent müsste dabei aus sehr großen Delegationen kommen, nicht aus einzelnen weiteren Ja-Stimmen. Scheitert die Eingabe, bleibt der Wert bei 170 ADA, und der Vorschlag müsste neu eingebracht werden, samt der Hinterlegung von 100.000 ADA, die jede Protokolleingabe verlangt.

Zehn Milliarden ADA auf Dauer-Enthaltung: Die eigentliche Bremse

Der Blick auf die Gewichte erklärt, warum eine 67-Prozent-Schwelle auf Cardano so schwer zu erreichen ist. Über Ja oder Nein entscheiden in dieser Abstimmung 3,72 Milliarden ADA. Auf dauerhafter Enthaltung liegen dagegen 10,38 Milliarden ADA, weitere 1,48 Milliarden haben sich in diesem Fall ausdrücklich enthalten.

Enthaltungen fallen aus der Rechnung heraus, sie zählen weder als Ja noch als Nein. Das klingt harmlos, verschiebt aber die Machtverhältnisse: Wer seine ADA an die vorgegebene Enthaltungs-Option delegiert hat, überlässt die Entscheidung einem Bruchteil des Netzes. Von den gut 15,7 Milliarden ADA, die in dieser Abstimmung überhaupt vertreten sind, bestimmen weniger als ein Viertel das Ergebnis.

Wo deine eigene Stimme hängt

Wer ADA in einer eigenen Wallet hält und delegiert, hat zwei getrennte Delegationen: eine an einen Stake Pool für die Rendite und eine an einen delegierten Repräsentanten für die Abstimmungen. Viele Wallets setzen die zweite beim Einrichten stillschweigend auf Enthaltung. Liegt deine ADA bei einer Börse, stimmt sie in diesem Verfahren ohnehin nicht mit.

Ein Block je Epoche: Die Rechnung kleiner Stake Pools

Für die Auswahl eines Pools ergibt die Gebührenstruktur eine klare Rangfolge. Ein Pool mit vielen Blöcken je Epoche verteilt den Festbetrag auf viel Ertrag, bei ihm fällt die Mindestgebühr kaum ins Gewicht. Ein Pool mit einem oder zwei Blöcken verteilt denselben Betrag auf fast nichts, und genau dort schlägt eine Senkung von 170 auf 75 ADA durch.

Die zweite Größe ist die Sättigung. Cardano begrenzt den Ertrag je Pool über einen Zielwert von 500 Pools, der die Sättigungsgrenze bestimmt. Ein überfüllter Pool verteilt denselben Ertrag auf mehr Delegation, die Rendite je ADA sinkt. Ein stark unterfüllter Pool trägt die Festgebühr allein. Beide Enden kosten Rendite, aus verschiedenen Gründen.

Verplombte Wahlurne aus gebürstetem Aluminium auf einem Holztisch, ein gefalteter blanko Zettel steckt halb im Einwurfschlitz, dahinter leere Stuhlreihen
Die Entscheidung fällt am Epochenübergang, nicht laufend, und Enthaltungen zählen gar nicht mit.

Delegation und Sättigung: Was die Senkung für deine ADA-Rendite bedeutet

Rechnerisch ist die Senkung kein großer Hebel, wenn du in einem gut gefüllten Pool liegst. Dort verschiebt der niedrigere Festbetrag die Netto-Rendite nur um Bruchteile eines Prozentpunkts. Der Unterschied entsteht am anderen Ende: In einem kleinen Pool kann derselbe Schritt aus einer Null-Ausschüttung eine Ausschüttung machen.

Mittelbar wirkt die Senkung auf die Vielfalt im Netz. Kleine Betreiber, für die sich der Betrieb bei 170 ADA Mindestgebühr nicht rechnet, geben auf oder bündeln sich. Wer Wert darauf legt, nicht an einem der größten Anbieter zu delegieren, hat bei 75 ADA mehr Auswahl. Eine Übersicht der Anbieter und ihrer Konditionen steht im Vergleich der besten Staking-Plattformen.

Cardano-Staking im Oktober: 2,1 bis 2,7 Prozent gegen die neue Rechnung

Die Netto-Rendite, die beim Delegieren von ADA im Oktober 2026 tatsächlich ankommt, liegt nach unserer Auswertung vom 7. Oktober in einer Spanne von 2,1 bis 2,7 Prozent im Jahr. Diese Spanne beruht auf der heutigen Mindestgebühr von 170 ADA. Fällt der Wert auf 75 ADA, verschiebt sich vor allem das untere Ende, weil dort die kleinen Pools stehen.

Was seit dem 7. Oktober dazugekommen ist

Gegenüber jener Auswertung hat sich die Kurslage kaum verändert und die Governance-Lage deutlich. ADA steht über sieben Tage praktisch unverändert bei plus 0,03 Prozent, bewegte sich in den letzten 24 Stunden aber um 8,17 Prozent nach oben, auf 0,2526 US-Dollar. Neu ist, dass die Frist für die Gebührensenkung jetzt in Stunden zählt statt in Wochen.

Dazwischen liegt ein zweiter Governance-Vorgang: Am 8. Oktober ist mit CIP-0113 die Grundlage dafür wirksam geworden, dass Emittenten regulierte Token einfrieren können, was wir an dieser Stelle eingeordnet haben. Beide Vorgänge zeigen dasselbe Muster, nämlich dass auf Cardano inzwischen die Abstimmungen und nicht die Ankündigungen den Takt vorgeben.

Drei offene Abstimmungen, zwei davon ohne Aussicht

Für diesen Artikel haben wir alle zum 10. Oktober 2026 offenen Governance-Eingaben auf Cardano ausgezählt, drei an der Zahl, und ihren Stand einzeln erhoben. Diese Auswertung hat cryptoticker.io am 10. Oktober 2026 selbst erhoben; Grundlage sind die Abstimmungsdaten der Cardano-Kette.

EingabeArtJa-StimmenZustimmungSchwelle
minPoolCost auf 75 ADA senkenProtokollwert7734,45 %67 %
11.787.063 ADA für den OpenZeppelin-StackAuszahlung aus der Staatskasse153,90 %67 %
Zielwert von 500 auf 1.000 Pools, Betreiber-UmfrageMeinungsbild293,77 %ohne

Die Gebührensenkung ist damit die einzige der drei Eingaben, die überhaupt in Reichweite einer Mehrheit liegt. Die Auszahlung von 11,79 Millionen ADA aus der Staatskasse, nach dem Kurs vom 10. Oktober knapp 3 Millionen US-Dollar, steht bei 3,90 Prozent und läuft am selben Epochenübergang aus. Mitte September lag dieselbe Eingabe bei 2,14 Prozent.

Unsere Einschätzung: Die Schwelle ist das Problem, nicht der Betrag

Aus Sicht der Redaktion spricht die Faktenlage dafür, dass die Senkung an der Beteiligung scheitert und nicht an ihrem Inhalt. Die Belege: 77 Ja gegen 32 Nein ist unter den tatsächlich abgegebenen Stimmen eine klare Mehrheit, und das Technical Steering Committee hat die Senkung nach Angaben der Eingabe mitgetragen. Was fehlt, ist Gewicht, denn 10,38 Milliarden ADA liegen auf dauerhafter Enthaltung und damit außerhalb der Rechnung.

Dagegen spricht, dass 2,44 Milliarden ADA ausdrücklich mit Nein gestimmt haben, also mehr als doppelt so viel wie auf Ja. Eine inhaltliche Ablehnung in dieser Größe lässt sich nicht allein mit Enthaltung erklären. Als Delegator heißt das beides: Eine Senkung zum 11. Oktober ist nach dieser Lage unwahrscheinlich, und die Auswahl des Pools bleibt der Hebel, den du selbst in der Hand hast. Eine Anlageempfehlung ist das nicht, und ADA kann wie jede Kryptowährung bis zum Totalverlust fallen.

Cardano-Staking: Bis zum 11. Oktober bleibt die Gebühr bei 170 ADA

  1. Sieh in deiner Wallet nach, an welchen Stake Pool du delegierst, und vergleiche dessen feste Gebühr und Marge mit anderen Anbietern. Die Konditionen der gängigen Plattformen stehen im Vergleich der besten Staking-Plattformen.
  2. Sieh im Zweifel nach, ob dein Pool nahe an der Sättigungsgrenze liegt oder deutlich darunter. Beide Lagen kosten Rendite, und eine Senkung der Mindestgebühr ändert nur die zweite.
  3. Willst du ADA nachlegen oder erstmals delegieren, achte auf die Verwahrung: In eigener Wallet stimmst du mit und delegierst selbst, bei einer Börse nicht. Welche Anbieter in Deutschland unter MiCA zugelassen sind, steht im Vergleich der besten Krypto-Börsen, und den laufenden Stand der Abstimmung kannst du im offiziellen Abstimmungswerkzeug selbst nachsehen.

(Stand: 10. Oktober 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)

Häufige Fragen zu minPoolCost bei Cardano

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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