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Cardano heute: Der zweite Node Amaru darf seit 5. November Blöcke bauen, die Folgen für Delegatoren

Einordnung: Seit dem 5. November darf Amaru, der zweite Node für Cardano, Blöcke auch im Mainnet bauen. Was das für Delegatoren, Staking-Steuer und den ADA-Kurs bei 0,181 Dollar bedeutet.

Nächtliches Flugzeugcockpit mit zwei unterschiedlich gebauten Steuerhörnern in Pilotenhänden, dazwischen das blau leuchtende Cardano-Zeichen in der Mittelkonsole
Zwei getrennt gebaute Steuerungen für dasselbe Flugzeug: So arbeitet Cardano künftig mit zwei Node-Programmen.
11 Min. Lesezeit
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Belegt ist: Seit dem 5. November 2026 ist das Bauen von Blöcken mit Amaru, dem zweiten Node-Programm für Cardano, nicht mehr auf Testnetze beschränkt. So steht es in den Versionshinweisen der Ausgabe 10.11.20261105 auf der Release-Seite von Amaru auf GitHub. Unsere Einschätzung dazu folgt weiter unten: Für die Stabilität der Blockchain ist das ein echter Fortschritt, für den Kurs kurzfristig kaum.

Wer ADA an einen Stake Pool delegiert hat, muss heute nichts tun. Die Delegation bleibt, wie sie ist, die Coins bleiben in der eigenen Wallet, und es gibt keine Sperrfrist. ADA kostete am Samstagabend, dem 7. November, rund 0,181 Dollar oder 0,162 Euro, ein Minus von 2,4 Prozent in 24 Stunden laut CoinGecko. Dieser Artikel erklärt, was ein zweiter Node-Client ändert, wer dahintersteht, wie der Fahrplan zur Dijkstra-Hard-Fork aussieht und was Anleger in Deutschland bei Staking-Erträgen und Haltefrist beachten.

  • Neu: Amaru 10.11.20261105 hebt die Beschränkung der Blockproduktion auf Testnetze auf.
  • Vorher: Am 22. Oktober hieß es noch ausdrücklich, das Bauen von Blöcken im Mainnet bleibe abgeschaltet.
  • Offen: Ob ein Pool im Mainnet schon einen Block mit Amaru erzeugt hat, ist bis Samstagabend nicht öffentlich belegt.
  • Kurs: 0,181 Dollar, 30 Tage minus 23 Prozent, rund 94 Prozent unter dem Allzeithoch von 3,09 Dollar.

Amaru-Release vom 5. November: Blockproduktion nicht mehr nur im Testnetz

Die Ausgabe trägt die Versionsnummer 10.11.20261105 und erschien am Donnerstag. Der entscheidende Satz in den Versionshinweisen lautet sinngemäß, das Bauen von Blöcken sei nicht mehr auf Testnetze begrenzt. Dazu kommen zwei technische Neuerungen: Amaru nimmt jetzt Transaktionen aus dem Mempool in die selbst gebauten Blöcke auf, und jeder so erzeugte Block trägt eine Software-Kennung. Der Mempool ist der Wartebereich, in dem eingereichte Transaktionen liegen, bis ein Block sie aufnimmt.

Die Entwicklung lief in kurzen Schritten. Am 22. Oktober meldete das Team, Amaru könne in Testnetzen Blöcke bauen, sofern der Betreiber die nötigen Schlüssel hinterlegt; für das Mainnet blieb die Funktion gesperrt. Die Ausgabe vom 29. Oktober brachte Befehle für Pool-Betreiber, darunter das Erzeugen von KES-Schlüsseln und das Prüfen von Betriebszertifikaten. KES-Schlüssel sind kurzlebige Signaturschlüssel, mit denen ein Stake Pool seine Blöcke unterschreibt und die regelmäßig erneuert werden müssen. Eine Woche später fiel dann die Sperre.

Wichtig ist die Einordnung: Amaru erscheint weiter als Beta-Ausgabe im Wochentakt. Dass ein Pool mit Amaru Blöcke bauen darf, heißt noch nicht, dass viele es tun. Die Software-Kennung in jedem Block macht das aber messbar, sobald die ersten Pools umstellen.

Haskell-Node und Rust-Node: Zwei Programme für dasselbe Protokoll

Ein Node ist das Programm, das ein Rechner im Cardano-Netz ausführt. Er lädt die Blöcke, prüft jede Transaktion nach den Regeln des Protokolls und gibt gültige Daten an andere Nodes weiter. Stake Pools nutzen ihn zusätzlich, um selbst Blöcke zu bauen, wenn das Protokoll sie dafür auslost.

Bisher lief Cardano praktisch mit einem einzigen Programm, dem in der Sprache Haskell geschriebenen cardano-node, den heute Intersect betreut. Amaru ist eine eigenständige Neuentwicklung in der Programmiersprache Rust. Laut dem Glossar von cardano.org soll Amaru voll kompatibel mit dem Haskell-Node sein. Das Programm läuft bereits als Relay im Mainnet, also als Knoten, der Daten weiterreicht, ohne selbst Blöcke zu bauen. Es startet aus einem Mithril-Abbild, einer geprüften Momentaufnahme des Ledgers, statt die gesamte Historie seit 2017 neu einzulesen.

Zwei Programme für dasselbe Protokoll müssen jede Regel exakt gleich auslegen. Weicht eines nur in einem Randfall ab, würden beide denselben Block unterschiedlich bewerten. Genau deshalb dauert ein solcher Schritt Jahre und nicht Monate.

Rotglühendes, frisch geschmiedetes Zahnrad greift auf einem Amboss in ein altes graues Gusszahnrad gleicher Größe, Funken im Seitenlicht
Neu gebaut, aber passgenau: Amaru muss dieselben Regeln einhalten wie der Haskell-Node.

Client-Diversität: Warum ein zweiter Node Ausfälle unwahrscheinlicher macht

Der Fachbegriff lautet Client-Diversität: Mehrere unabhängig geschriebene Programme setzen dasselbe Protokoll um. Der Nutzen liegt bei Fehlern im Programmcode. Läuft das ganze Netz auf einem einzigen Programm, trifft ein Fehler darin alle Knoten zugleich. Im schlimmsten Fall bleiben dann alle stehen, oder alle übernehmen denselben falschen Zustand.

Mit zwei Programmen sieht das anders aus. Hat nur eines den Fehler, laufen die Knoten mit dem anderen weiter, und das Netz baut weiter Blöcke. Ethereum arbeitet seit Jahren mit mehreren Clients und gilt deshalb als Vorbild für diesen Ansatz. Die Kehrseite: Ein Fehler, der nur ein Programm betrifft, kann das Netz auch kurzzeitig in zwei Lager teilen, wenn beide Programme viele Nutzer haben.

Wie realistisch solche Szenarien sind, zeigte sich bei Cardano erst vor wenigen Tagen in anderer Form. Am 2. November berichteten wir, dass Intersect die Pool-Betreiber vor einer Linux-Lücke gewarnt hat. Damals ging es um das Betriebssystem unter dem Node, nicht um den Node selbst. Die Botschaft war dieselbe: Je einheitlicher die Technik aller Pools, desto größer die Wirkung eines einzelnen Fehlers.

Amaru wird von PRAGMA gepflegt, einem Zusammenschluss von Firmen aus dem Cardano-Umfeld. Zu den Mitgliedern zählen laut cardano.org die Cardano Foundation, Blink Labs, dcSpark, Sundae Labs und TxPipe. Input Output, das Unternehmen von Cardano-Gründer Charles Hoskinson, steht nicht auf dieser Liste. Damit entsteht der zweite Node außerhalb der Firma, die den ersten über Jahre geprägt hat.

Finanziert wird die Arbeit zum Teil aus dem Treasury, also aus der Gemeinschaftskasse des Netzes, über die seit der Einführung der On-Chain-Governance die Delegierten abstimmen. Wie schwer solche Abstimmungen fallen können, zeigte im Mai die gescheiterte Finanzierung des Cardano Summit 2026, dem 1,46 Prozentpunkte zur nötigen Zweidrittelmehrheit fehlten. Für Amaru gibt es kein vergleichbares Hindernis aus jüngerer Zeit; die Ausgaben erscheinen weiter wöchentlich.

Dijkstra-Hard-Fork: Node 11.2.0 seit 28. Oktober als Vorabversion

Parallel arbeitet Intersect am nächsten großen Protokoll-Upgrade, der Dijkstra-Hard-Fork. Eine Hard Fork ist eine Regeländerung, nach der alte Software neue Blöcke nicht mehr akzeptiert; alle Pools müssen vorher aktualisieren. Der Haskell-Node 11.2.0 liegt seit dem 28. Oktober als Vorabversion vor. Er enthält bereits Werkzeuge für verschachtelte Transaktionen, mit denen mehrere Teil-Transaktionen in einer gebündelt werden. Für das Mainnet empfiehlt Intersect ihn ausdrücklich noch nicht; dort gilt Version 11.1.3 vom 29. September.

Einen festen Termin für die Hard Fork gibt es nicht. Berichte aus dem Sommer nennen für die erste Stufe mit verschachtelten Transaktionen und Linear Leios das Ende des Jahres 2026, andere Darstellungen den Zeitraum bis März 2027. Linear Leios ist ein Umbau, der den Durchsatz des Netzes erhöhen soll. Laut cardano.org soll Amaru die Dijkstra-Ära erst nach der Blockproduktion unterstützen. Für die Hard Fork selbst bleibt der Haskell-Node also vorerst maßgeblich.

Eisenbahn-Stellwerk bei Nacht mit einer roten und einer blauen Hebelreihe, eine Hand legt einen blauen Hebel um, draußen Gleise mit roten Signallichtern
Die Pool-Betreiber entscheiden, welches Programm ihre Blöcke baut.

Cardano Kurs am Samstagabend: 0,181 Dollar, 94 Prozent unter dem Allzeithoch

Am Kurs geht die Nachricht bisher vorbei. ADA stand am Samstagabend bei rund 0,181 Dollar, das 24-Stunden-Band reichte laut CoinGecko von 0,1796 bis 0,1854 Dollar. Auf Sicht von sieben Tagen liegt das Minus bei 6,4 Prozent, auf Sicht von 30 Tagen bei 23,1 Prozent. Nach Börsenwert steht Cardano auf Rang 18.

Seit unserem Artikel vom Freitag hat sich wenig verändert. Damals stand ADA bei 0,185 Dollar, das Tagestief lag bei 0,178 Dollar, und als Marke nach unten nannten wir den Augustboden um 0,174 Dollar. Diese Marke hat gehalten: Der tiefste Wert der vergangenen 24 Stunden lag mit 0,1796 Dollar gut drei Prozent darüber. Die Unterstützung bei 0,1834 Dollar aus unserer Cardano Prognose vom 4. November ist dagegen inzwischen gerissen, der Kurs notiert knapp darunter. Nach oben bleibt die 200-Tage-Linie, die wir am Freitag bei 0,208 Dollar verorteten, rund 15 Prozent entfernt.

Der Tagesverlauf zeigt vor allem, dass der Druck vom Gesamtmarkt kommt. Bitcoin lag zur selben Zeit bei rund 75.700 Dollar und damit 0,3 Prozent im Minus, ADA verlor in derselben Zeit rund siebenmal so viel. Eine Nachricht zur Technik dreht diesen Zusammenhang in einem schwachen Markt selten um.

Stake Pools mit Amaru: Was Delegatoren jetzt sehen können

Für Delegatoren ändert sich zunächst nichts im Alltag. Delegieren heißt bei Cardano: Die ADA bleiben in der eigenen Wallet, nur das Stimmgewicht geht an einen Pool. Es gibt keine Sperrfrist, du kannst jederzeit wechseln oder verkaufen. Belohnungen werden pro Epoche verteilt, eine Epoche dauert fünf Tage.

Neu ist die Software-Kennung in jedem mit Amaru gebauten Block. Block-Explorer können damit anzeigen, welcher Pool welches Programm einsetzt. Wer bewusst Pools unterstützen will, die auf den zweiten Node setzen, hat damit bald einen nachprüfbaren Anhaltspunkt statt einer Werbeaussage auf der Pool-Webseite. Umgekehrt gilt: Ein Pool, der eine frische Beta-Software für die Blockproduktion nutzt, trägt auch ein höheres Risiko, eingeplante Blöcke zu verpassen. Verpasste Blöcke kosten die Delegatoren dieses Pools Belohnungen, nicht ihre ADA.

Unabhängig von Amaru lohnt der Blick auf die bekannten Kennzahlen eines Pools: Fixgebühr, Marge, Sättigung und die Zahl der zuletzt gebauten Blöcke. Wer Staking lieber über eine Plattform abwickelt, statt selbst zu delegieren, findet Anbieter und Konditionen in unserem Vergleich der Staking-Plattformen. Dort gilt allerdings: Die Plattform wählt den Pool, und die Coins liegen bei ihr.

Staking-Erträge und Haltefrist: Was das Finanzamt bei ADA verlangt

Staking-Belohnungen sind in Deutschland Einkünfte nach Paragraf 22 Nummer 3 des Einkommensteuergesetzes. Die Belohnungen zählen im Moment des Zuflusses mit ihrem Euro-Wert. Bis zu einer Freigrenze von 256 Euro im Jahr für alle Einkünfte dieser Art zusammen bleibt das steuerfrei; wer darüber liegt, versteuert den gesamten Betrag, nicht nur den Teil über der Grenze.

Für den späteren Verkauf gilt die übliche Haltefrist von einem Jahr. Das Bundesfinanzministerium hat in seinem Schreiben zu Kryptowerten klargestellt, dass sich die Frist durch Staking nicht auf zehn Jahre verlängert. Wer ADA länger als ein Jahr hält, verkauft steuerfrei; innerhalb der Frist zählt der Gewinn, wobei eine Freigrenze von 1.000 Euro im Jahr greift. Ob die Haltefrist so bleibt, ist politisch umstritten; den aktuellen Stand fasst unsere Übersicht zur Reform der Krypto-Haltefrist zusammen.

Praktisch heißt das: Jede Epoche bringt eine kleine Gutschrift, und jede braucht einen Euro-Wert zum Zuflusstag. Bei 73 Epochen im Jahr kommt da schnell eine lange Liste zusammen. Seit dem 1. Januar 2026 erfassen Anbieter in der EU nach der Richtlinie DAC8 zudem die Daten ihrer Kunden für die Meldung an die Finanzbehörden. Ein Krypto-Steuer-Tool liest die Belohnungen aus der Wallet-Adresse und bewertet sie automatisch.

Einschätzung der Redaktion: Amaru stärkt Cardano, bewegt den Kurs aber nicht

Aus Sicht der Redaktion ist die Freigabe der Blockproduktion der wichtigste technische Schritt für Cardano in diesem Herbst, wichtiger als jede einzelne Kursmarke. Dafür spricht der Beleg aus den Versionshinweisen: Die Sperre für das Mainnet ist weg, und jeder Amaru-Block wird erkennbar. Ein Netz mit zwei unabhängigen Programmen ist robuster als eines mit einem, das zeigt die Erfahrung bei Ethereum.

Dagegen spricht, dass der Nutzen erst mit der Verbreitung entsteht. Solange kaum ein Pool Amaru für die Blockproduktion nutzt, hängt Cardano faktisch weiter an einem Programm. Dazu kommt der Markt: ADA hat in 30 Tagen fast ein Viertel verloren, Bitcoin im selben Zeitraum 7,4 Prozent. Eine Infrastruktur-Nachricht dreht diesen Abwärtstrend erfahrungsgemäß nicht. Messbar wird der Fortschritt, sobald die Explorer den Anteil der Amaru-Blöcke ausweisen.

Kaufweg in Deutschland: ADA über einen Anbieter mit MiCA-Zulassung

Seit dem Ende der Übergangsfrist brauchen Krypto-Anbieter, die in Deutschland Kunden bedienen, eine Zulassung nach der europäischen MiCA-Verordnung. Prüfe vor dem Kauf, ob dein Anbieter im Register der europäischen Aufsicht ESMA oder bei der BaFin geführt wird. Wer ADA nicht nur kaufen, sondern auch selbst delegieren möchte, braucht einen Anbieter, der Auszahlungen ins Cardano-Netz zulässt, und eine eigene Wallet, die Delegation unterstützt.

Achte bei der Auszahlung auf das Netzwerk: ADA gehört auf eine Cardano-Adresse, die mit „addr1“ beginnt. Einige Börsen bieten ADA auch als Token auf anderen Blockchains an; auf diesem Weg landet der Betrag nicht in einer Cardano-Wallet. Gebühren und Spreads unterscheiden sich je nach Anbieter deutlich, unser Vergleich der Krypto-Börsen listet sie nebeneinander.

Cardano-Node Amaru: Erst der Anteil der Pools zeigt den Fortschritt

  1. Delegation prüfen: Schau im Explorer nach, wie viele Blöcke dein Pool zuletzt gebaut hat und ob er auf Amaru umstellt. Alternativen mit Konditionen findest du im Staking-Vergleich.
  2. Belohnungen dokumentieren: Halte für jede Epoche den Euro-Wert fest oder lass ein Steuer-Tool die Gutschriften auslesen, damit die Freigrenze von 256 Euro sauber nachweisbar bleibt.
  3. Kaufweg wählen: Kaufe ADA nur bei einem Anbieter mit MiCA-Zulassung und Auszahlung ins Cardano-Netz; die Konditionen stehen im Börsenvergleich.

(Stand: 7. November 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)

Häufige Fragen zu Cardano und Amaru

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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