Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit einem hohen Risiko verbunden. Führe immer deine eigene Recherche durch.

USDC schrumpft um 4,08 Milliarden Dollar: Worauf es jetzt ankommt

Das Angebot des zweitgrößten Dollar-Tokens ist in 30 Tagen um 4,08 Milliarden Dollar gesunken. Eine eigene Auswertung zeigt, dass kein anderer Stablecoin so viel Umlaufmenge verloren hat, und was das für deinen eigenen Bestand bedeutet.

Großer Metalltank bei Nacht mit tief eingesunkenem Schwimmdach, an der genieteten Stahlwand eine polierte Plakette mit dem USDC-Zeichen
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Der zweitgrößte Dollar-Token der Kryptowelt ist in den vergangenen 30 Tagen um 4,08 Milliarden Dollar kleiner geworden. So viel USDC haben Halter an den Herausgeber zurückgegeben, ohne dass neue Token in gleicher Höhe nachkamen. Kein anderer Stablecoin hat in diesem Zeitraum so viel Umlaufmenge verloren.

Das ist keine Kursbewegung. Ein Stablecoin, der an den Dollar gebunden ist, steht weiterhin bei einem Dollar; USDC notierte am 27. Oktober 2026 bei 0,9994 Dollar. Was sich verändert hat, ist die Menge der Token, die überhaupt existieren. Und diese Menge ist für den Kryptomarkt eine eigene Kennzahl, weil sie zeigt, wie viel Kapital in Dollar-Form bereitsteht, ohne das Ökosystem verlassen zu haben.

Stablecoin-Angebot: 290 Milliarden Dollar in den 14 größten Dollar-Token

Für diesen Artikel haben wir die Umlaufmengen aller bei DefiLlama erfassten Stablecoins ausgewertet, 425 Token insgesamt, und davon die 14 betrachtet, die mehr als eine Milliarde Dollar auf die Waage bringen. Diese 14 kommen zusammen auf 290,19 Milliarden Dollar. Über alle 425 Token hinweg sind es 305,10 Milliarden Dollar. Diese Auswertung hat cryptoticker.io am 27. Oktober 2026 selbst erhoben.

Umlaufmenge bezeichnet die Zahl der Token, die ein Herausgeber ausgegeben und noch nicht wieder eingezogen hat. Sie steigt, wenn jemand Dollar einzahlt und dafür neue Token bekommt, und sie sinkt, wenn jemand Token zurückgibt und dafür Dollar erhält. Wer die Entwicklung der einzelnen Token nebeneinander sehen will, findet die Übersicht der Anbieter im Stablecoin-Vergleich.

Innerhalb dieser 14 Token verlief der Monat gespalten. Sieben Token schrumpften, sieben wuchsen. Die Summe der Rückgänge belief sich auf 7,04 Milliarden Dollar.

USDC verliert 4,08 Milliarden Dollar: der größte Einzelrückgang

Von diesen 7,04 Milliarden Dollar entfielen 4,08 Milliarden auf USDC allein. Das sind 58 Prozent des gesamten Rückgangs, verursacht von einem einzigen Token. USDC steht damit heute bei 71,30 Milliarden Dollar Umlaufmenge. In der vergangenen Woche kamen weitere 917 Millionen Dollar an Rückgaben dazu, der Trend hat sich also zuletzt nicht gedreht.

Tether, der mit Abstand größte Stablecoin, gab im selben Zeitraum ebenfalls nach, allerdings deutlich schwächer: 1,79 Milliarden Dollar bei einer Umlaufmenge von 181,78 Milliarden Dollar. In Prozent gerechnet ist der Unterschied deutlich. USDT verlor rund ein Prozent seiner Größe, USDC gut fünf Prozent.

Weitere Rückgänge gab es bei USDe mit 383 Millionen Dollar, bei USD1 mit 493 Millionen Dollar und in kleinerem Umfang bei DAI, USDG und USDGO.

Was eine Rückgabe bei einem Stablecoin technisch bedeutet

Eine Rückgabe, im Fachjargon Redemption, ist der Umtausch eines Tokens in echtes Geld beim Herausgeber. Der Token wird dabei vernichtet, die Umlaufmenge sinkt, und der Herausgeber überweist den Gegenwert aus seinen Reserven. Das ist der entscheidende Unterschied zum Verkauf an einer Börse: Verkaufst du deine Token an einen anderen Käufer, bleibt die Umlaufmenge unverändert, weil die Token nur den Besitzer wechseln.

Ein sinkendes Angebot heißt deshalb nicht, dass viele Anleger verkauft haben. Es heißt, dass per Saldo Geld den Umweg über den Token verlassen hat und wieder auf Bankkonten liegt, in Staatsanleihen steckt oder in andere Anlagen geflossen ist.

Gepanzerter Geldtransporter bei Nacht mit weit offener Hecktür und leerem Laderaum vor einem Seiteneingang auf nassem Asphalt
Wer einen Stablecoin zurückgibt, holt echtes Geld aus dem Kreislauf des Kryptomarkts heraus.

Sieben Token schrumpfen, sieben wachsen: wohin das Geld wandert

Die andere Hälfte der Auswertung ist genauso aufschlussreich. Während die großen, etablierten Token Umlaufmenge abgaben, legten mehrere jüngere und kleinere Token zu. PYUSD wuchs um 191 Millionen Dollar, USDS um 183 Millionen Dollar, RLUSD um 108 Millionen Dollar und BUIDL um 71 Millionen Dollar.

Das sind gemessen an USDC kleine Beträge, aber die Richtung ist einheitlich: Die Bewegung geht von den beiden Platzhirschen zu Token, die entweder von Zahlungsdienstleistern, von Banken oder von Fondsgesellschaften kommen. BUIDL etwa bildet einen Geldmarktfonds ab und gehört damit nicht zu den klassischen Zahlungs-Stablecoins.

Das US-Zinsverbot für Stablecoins und der Termin 18. Januar 2027

Im selben Zeitraum hat sich die Rechtslage rund um die Verzinsung verändert. Das US-Gesetz für Zahlungs-Stablecoins, der GENIUS Act, verbietet es einem zugelassenen Herausgeber, dem Halter eines Tokens Zinsen oder eine Rendite dafür zu zahlen, dass er den Token hält. Die Federal Reserve Bank of Richmond beschreibt diese Regel in ihrer Übersicht zum GENIUS Act. Ob die Rückgaben der vergangenen 30 Tage damit zusammenhängen, lässt sich aus den Umlaufmengen allein nicht ablesen.

Für den Halter bedeutet das: Die Zinsen, die der Herausgeber auf seinen Reserven verdient, bleiben beim Herausgeber. Wer sein Geld in einem Zahlungs-Stablecoin parkt, bekommt dafür vom Herausgeber nichts. Wann diese Regel in den USA in der Aufsichtspraxis greift und welche Übergangsfristen gelten, haben wir in unserem Artikel zur US-Regel zu Stablecoin-Zinsen ab dem 18. Januar 2027 aufgeschlüsselt.

Wer eine Verzinsung sucht, muss sie deshalb außerhalb des Tokens selbst suchen, etwa über Staking- und Lending-Angebote mit ihren jeweils eigenen Risiken. Welche Plattformen dafür in Frage kommen und was sie kosten, steht im Vergleich der Staking-Plattformen. Eine Rendite ohne Gegenrisiko gibt es dort nicht: Wer Token verleiht, trägt das Ausfallrisiko der Gegenseite.

Umlaufmenge als Kaufkraft: was die Kennzahl über den Kryptomarkt sagt

Stablecoins sind das Zahlungsmittel des Kryptomarkts. Fast jedes Handelspaar an einer großen Börse lautet auf einen Dollar-Token, und wer von einem Coin in einen anderen wechselt, geht in aller Regel durch einen Stablecoin hindurch. Die Umlaufmenge aller Stablecoins zusammen beschreibt deshalb, wie viel sofort einsatzbereites Kapital im Markt liegt.

Der Mechanismus dahinter ist schlicht. Sinkt die Umlaufmenge, liegt weniger Geld in der Form bereit, in der es ohne Umweg über eine Bank gekauft werden kann. Jeder neue Kauf muss dann entweder aus bestehenden Beständen kommen oder frisches Geld von außen mitbringen, und frisches Geld braucht eine Einzahlung, die Tage dauern kann. Das ändert nichts an der Richtung eines Kurses, aber es ändert, wie schnell Käufe nachkommen können.

Bitcoin notierte am 27. Oktober 2026 bei rund 80.800 Dollar, Ether bei etwa 2.349 Dollar. Beide bewegten sich an diesem Tag wenig. Die 14 großen Stablecoins verloren in derselben Woche 1,95 Milliarden Dollar an Umlaufmenge.

Geschlossenes stählernes Absperrventil mit großem Handrad an einer dicken Rohrleitung in einer dunklen Pumpenhalle
Stockt der Zufluss, muss jeder Kauf aus den Beständen kommen, die schon im Markt liegen.

Der Fed-Entscheid am 28. Oktober trifft auf eine dünnere Dollar-Decke

Die US-Notenbank tagt am 27. und 28. Oktober 2026, der Termin steht im offiziellen Sitzungskalender der Federal Reserve. Die Entscheidung fällt also am Mittwoch, und sie trifft auf einen Markt, dessen Stablecoin-Decke in den vier Wochen davor dünner geworden ist.

Für dich als Anleger ist daran vor allem eines wichtig: Ein Zinsentscheid bewegt Kurse oft innerhalb von Minuten. Liegt weniger Kapital in Stablecoins bereit, können die Ausschläge in beide Richtungen schärfer ausfallen, weil weniger Gegenangebot sofort zur Verfügung steht. Das sagt nichts über die Richtung einer Bewegung, wohl aber etwas über ihre mögliche Breite.

USDC in der EU: Rückgabeanspruch und die MiCA-Einstufung

In der Europäischen Union fällt ein Dollar-Stablecoin wie USDC unter die Verordnung über Märkte für Kryptowerte, kurz MiCA. Ein Token dieser Art gilt dort als E-Geld-Token. Daran hängt ein Recht, das vielen Haltern nicht präsent ist: Du kannst deine Token beim Herausgeber jederzeit zum Nennwert zurückgeben, und der Herausgeber muss sie dir zum Nennwert auszahlen. Dieses Recht besteht unabhängig davon, was eine Börse gerade für den Token bezahlt.

Dass USDC in der EU als bedeutender E-Geld-Token eingestuft wurde und was das für die Aufsicht bedeutet, haben wir am 15. Oktober 2026 im Artikel zur Einstufung von USDC als signifikanter E-Geld-Token dargestellt. Praktisch heißt das für dich: Prüfe, ob der Anbieter, über den du deine Stablecoins hältst, im Euroraum überhaupt zugelassen ist und wie er die Rückgabe abwickelt.

Steuer in Deutschland: Der Tausch in einen Stablecoin ist ein Verkauf

In Deutschland gelten Kryptowerte als andere Wirtschaftsgüter. Tauschst du Bitcoin oder Ether in einen Stablecoin, ist das steuerlich ein Veräußerungsgeschäft, auch wenn du den Kryptomarkt dabei nicht verlässt. Entscheidend ist die Haltedauer der verkauften Coins: Nach einem Jahr Haltefrist bleibt ein Gewinn aus dem Verkauf eines privat gehaltenen Coins steuerfrei, innerhalb des Jahres fällt er unter die privaten Veräußerungsgeschäfte.

Wer in einer unruhigen Woche mehrfach in Stablecoins ausweicht und wieder zurückgeht, erzeugt damit eine Reihe steuerlich relevanter Vorgänge. Das ist kein Grund, es zu lassen, aber ein Grund, die Vorgänge mitzuschreiben, solange die Daten noch vollständig vorliegen.

Verwahrung: Wo deine Stablecoins liegen und wer darauf zugreifen kann

Ein Punkt, der mit der Umlaufmenge nichts zu tun hat und trotzdem gerade jetzt zählt: Stablecoins auf einem Börsenkonto gehören dir nur so lange zuverlässig, wie die Börse zahlungsfähig und erreichbar ist. Herausgeber von Stablecoins können einzelne Adressen zudem sperren, wenn Behörden das anordnen. Beides spricht dafür, größere Bestände nicht dauerhaft auf einem Handelskonto liegen zu lassen.

Dazu kommt eine schlichte Rechnung, die durch das Zinsverbot an Gewicht gewinnt: Ein Guthaben, das keine Zinsen trägt, verliert bei Inflation real an Wert. Wer sein Geld für längere Zeit parkt, vergleicht den Stablecoin deshalb sinnvollerweise mit einem verzinsten Konto in Euro statt mit anderen Token.

Stablecoin-Angebot: Erst neue Zuflüsse schaffen neue Kaufkraft

Die Zahl, auf die es in den kommenden Wochen ankommt, ist nicht der Kurs eines einzelnen Coins, sondern die Umlaufmenge der großen Stablecoins. Solange sie fällt, kommt kein frisches Kapital in den Markt nach. Drei Schritte, die du daraus ableiten kannst:

  1. Bestand prüfen. Sieh nach, in welchem Stablecoin dein Guthaben liegt und ob der Anbieter im Euroraum zugelassen ist. Die Anbieter und ihre Konditionen stehen im Stablecoin-Vergleich.
  2. Parkdauer klären. Für kurzes Parken zwischen zwei Trades ist ein Stablecoin gedacht. Wer länger parkt und eine Verzinsung sucht, sieht sich die Bedingungen und Risiken im Vergleich der Staking-Plattformen an.
  3. Vorgänge mitschreiben. Jeder Tausch in einen Stablecoin ist in Deutschland ein Veräußerungsgeschäft. Werkzeuge, die das laufend erfassen, findest du unter den Steuer-Tools und Portfolio-Trackern.

(Stand: 27. Oktober 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)

Häufige Fragen zu Stablecoins

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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