Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit einem hohen Risiko verbunden. Führe immer deine eigene Recherche durch.

Coinbase streicht USDT und DAI zum 30. Oktober: Was du jetzt tun kannst

Coinbase lässt Kunden im Europäischen Wirtschaftsraum nur noch bis zum 30. Oktober 2026 Zeit, USDT, PYUSD, DAI und weitere Stablecoins abzuziehen. Danach wandelt die Börse Restbestände selbst in USDC um, und später eingehende Token werden dem Konto nicht mehr gutgeschrieben.

Menschenleere Abflughalle bei Nacht mit einer großen, vollkommen leeren schwarzen Anzeigetafel hinter einer geschlossenen Stahlabsperrung
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Wenn du bei Coinbase USDT, PYUSD oder DAI liegen hast, bleibt dir noch bis zum 30. Oktober 2026 Zeit, diese Guthaben vom Konto zu holen. Danach wandelt die Börse übrig gebliebene Bestände selbst in USDC um. Token, die nach dem Stichtag auf deinem Coinbase-Konto eingehen, werden gar nicht mehr gutgeschrieben. Kaufen, Verkaufen und Tauschen dieser Stablecoins ist für Kunden im Europäischen Wirtschaftsraum bereits jetzt gesperrt, die Auszahlung ist der einzige Weg, der noch offen steht.

Das ist keine Entscheidung, die Coinbase allein getroffen hat. Dahinter steht die EU-Verordnung über Märkte für Kryptowerte, kurz MiCA, und eine Stellungnahme der europäischen Wertpapieraufsicht ESMA vom 8. Oktober 2026. Die Börse zieht ihre eigene Frist nur deutlich vor die europäische Außenfrist.

Coinbase streicht mehrere Stablecoins für Kunden im Europäischen Wirtschaftsraum

Auf der Liste der betroffenen Token stehen nach Angaben von Coinbase unter anderem Tether (USDT), PayPal USD (PYUSD), Dai (DAI), Pax Dollar (PAX), Gemini Dollar (GUSD) und GYEN. Die Hilfeseite der Börse führt darüber hinaus weitere Token auf. Gemeinsam ist allen: Für sie gibt es keine Zulassung nach MiCA, weder als wertreferenzierter Token noch als E-Geld-Token.

E-Geld-Token ist der MiCA-Begriff für einen Stablecoin, der den Wert einer einzigen amtlichen Währung nachbildet, etwa des Euro oder des US-Dollars. Wer so einen Token in der EU herausgibt, braucht eine Erlaubnis als E-Geld-Institut oder als Kreditinstitut und muss die Reserve jederzeit zum Nennwert auszahlen können. Ein wertreferenzierter Token bildet dagegen einen Korb aus mehreren Währungen, Rohstoffen oder Kryptowerten ab und braucht eine eigene Zulassung.

Der Unterschied zwischen beiden Kategorien klingt technisch, entscheidet aber darüber, welche Aufsicht zuständig ist und welche Reservepflichten gelten. Für dich als Halter zählt vor allem die Folge: Ohne eine dieser beiden Zulassungen darf ein zugelassener Anbieter den Token in der EU weder anbieten noch zum Handel zulassen. Welche Emittenten die Zulassung inzwischen haben, steht im öffentlichen Register der Aufsicht, und wer wissen will, welche Euro- und Dollar-Token in Europa überhaupt noch handelbar sind, findet die Übersicht in unserem Stablecoin-Vergleich.

Die Größenordnung macht deutlich, warum der Schritt Gewicht hat. USDT ist mit rund 184 Milliarden Dollar Marktwert der mit Abstand größte Stablecoin überhaupt und steht auf Rang drei aller Kryptowerte. DAI kommt auf etwa 4,6 Milliarden Dollar, PYUSD auf rund 2,9 Milliarden. GUSD und PAX sind mit 36 beziehungsweise 25 Millionen Dollar dagegen Nischenprodukte (Marktwerte laut CoinGecko, Stand 10. Oktober 2026). Zum Vergleich: USDC, der Token, in den Coinbase umwandelt, liegt bei rund 73 Milliarden Dollar.

Der 30. Oktober 2026 ist die letzte Frist für die Auszahlung

Coinbase hat die Einschränkungen gestaffelt. Handel, Kauf und Umtausch der betroffenen Token sind für Konten im Europäischen Wirtschaftsraum bereits abgeschaltet. Was bis zum 30. Oktober 2026 bleibt, ist allein die Möglichkeit, die Token auf eine andere Adresse zu senden. Wer diesen Weg gehen will, braucht ein Ziel, das die jeweilige Kette unterstützt: USDT liegt je nach Konto auf Ethereum, Tron, Solana oder weiteren Netzen, und eine Auszahlung auf die falsche Kette ist nicht rückholbar.

Rechne dabei Zeit ein. Auszahlungen brauchen in der Regel eine Freigabe per Zwei-Faktor-Verfahren, und bei größeren Beträgen oder einer neu hinterlegten Adresse setzen Börsen gern eine Sperrfrist von 24 bis 72 Stunden an. Wer am 29. Oktober anfängt, kann genau in diese Wartezeit laufen.

Offene Transportkiste aus gebürstetem Aluminium auf einer leeren Betonladerampe bei Nacht, dahinter ein geöffnetes Rolltor
Wer die Token behalten will, muss sie vor dem Stichtag von der Börse holen.

Restbestände wandelt Coinbase automatisch in USDC um

Was nach dem 30. Oktober noch auf dem Konto liegt, wandelt Coinbase nach eigenen Angaben in USDC um, soweit das für den jeweiligen Token möglich ist. Dein Guthaben verschwindet also nicht, es wechselt die Form. Für die meisten Halter ist das ein verkraftbarer Vorgang, weil beide Token am Dollar hängen und der Umtausch nahe eins zu eins läuft.

Zwei Punkte verdienen trotzdem Aufmerksamkeit. Erstens behältst du bei einer automatischen Umwandlung keine Kontrolle über den Zeitpunkt und damit auch nicht über den Kurs, zu dem abgerechnet wird. Bei einem Stablecoin, der sauber bei einem Dollar notiert, fällt das kaum ins Gewicht; bei einem Token, der vom Nennwert abweicht, schon. Zweitens ist USDC selbst eine Entscheidung: Du hältst danach einen Token eines anderen Herausgebers, mit anderer Reserve und anderer Aufsicht.

Was der Umtausch für kleine Restbeträge bedeutet

Gerade bei Kleinstbeträgen aus alten Trades lohnt die Überlegung, ob sich eine Auszahlung überhaupt rechnet. Netzwerkgebühren auf Ethereum können einen Restbetrag von wenigen Euro vollständig aufzehren. In so einem Fall ist die automatische Umwandlung in USDC oder ein Verkauf in Euro meist der sinnvollere Weg als eine Überweisung, die mehr kostet, als sie bewegt.

Nach dem Stichtag eingehende Überweisungen landen nicht mehr auf dem Konto

Der Punkt wird leicht überlesen und ist der teuerste der ganzen Umstellung: Token aus der betroffenen Liste, die nach dem 30. Oktober 2026 an eine Coinbase-Einzahlungsadresse geschickt werden, schreibt die Börse dem Konto nicht mehr gut. Wer also eine alte USDT-Einzahlungsadresse in einem anderen Dienst, bei einem Zahlungsempfänger oder in einem Auszahlungsprofil hinterlegt hat, sollte sie vorher ändern.

Das betrifft mehr Fälle, als es zunächst scheint. Wiederkehrende Auszahlungen von einer zweiten Börse, Erlöse aus einem Marktplatz, Rückzahlungen aus einem Lending-Vertrag: Überall dort kann eine gespeicherte Adresse liegen, an die niemand mehr denkt. Eine ähnliche Konstellation hat es bei früheren Umstellungen schon gegeben, etwa bei früheren Zwangsumtauschen, bei denen Betroffene erst beim Blick ins Konto merkten, dass etwas nicht angekommen war.

Hinter der Frist steht MiCA und eine ESMA-Stellungnahme vom 8. Oktober

Am 8. Oktober 2026 hat die ESMA eine Stellungnahme veröffentlicht, die den nationalen Aufsichtsbehörden eine Obergrenze setzt: Spätestens zum 8. Januar 2027 müssen zugelassene Anbieter in der EU ihre Restbestände an nicht MiCA-konformen Stablecoins abgebaut haben. Die einzelnen Aufseher dürfen früher ansetzen, später nicht. Was die Stellungnahme im Einzelnen verlangt und welche Dienste sie erfasst, haben wir in der Einordnung zur ESMA-Frist aufgeschrieben.

Der Umfang ist weiter gefasst, als man bei einem Delisting erwarten würde. Erfasst sind nicht nur Handelsplattformen, sondern auch Tauschdienste, die Ausführung von Aufträgen, die Anlageberatung und die Verwahrung. Kunden in der EU dürfen die betroffenen Token nicht mehr kaufen und ihre Bestände nicht mehr aufstocken; erlaubt bleiben nur noch Verkauf, Umtausch, Übertragung und Auszahlung im Rahmen einer geordneten Abwicklung. Ein Warnhinweis oder eine Bestätigung des Kunden ersetzt nach Auffassung der Aufsicht nicht die Schutzvorschriften, die MiCA dem Herausgeber auferlegt.

Genau das erklärt, warum Coinbase so früh handelt. Wer die Abwicklung erst im Dezember beginnt, muss sie binnen weniger Wochen über alle Produkte und Kunden hinweg durchziehen. Die Börse verschafft sich mit dem 30. Oktober gut zehn Wochen Puffer vor der europäischen Außenfrist. Welche Anbieter ihre Zulassung in Europa inzwischen haben und was sie dafür erfüllen mussten, steht in unserer Übersicht zu den MiCA-Pflichten für Krypto-Unternehmen.

Schweres Drehkreuz aus gebürstetem Stahl in einem dunklen Betongang, eine Spur steht offen, die beiden anderen sind mit Stahlriegeln blockiert
Nur Token mit einer Zulassung nach MiCA kommen in Europa noch durch.

DAI steht auf der Liste, obwohl kein Unternehmen den Token herausgibt

Am meisten überrascht DAI. Hinter dem Token steht keine Firma, die ihn herausgibt. Er entsteht in einem Protokoll, in dem Nutzer Sicherheiten hinterlegen und dagegen DAI erzeugen. Es gibt also kein Unternehmen, das eine Zulassung beantragen könnte, und keine Reserve im Sinne der Verordnung, die eine Aufsicht prüfen könnte.

MiCA kennt diese Unterscheidung in ihrer praktischen Konsequenz kaum: Die Verordnung knüpft die Pflichten an den Herausgeber und an denjenigen, der den Token in der EU anbietet. Fehlt ein Herausgeber, der die Pflichten erfüllen kann, bleibt für den zugelassenen Anbieter nur der Rückzug. Für dezentral erzeugte Stablecoins ist das ein struktureller Nachteil im europäischen Markt, und er lässt sich mit den Mitteln des Protokolls nicht beheben.

Unsere Einschätzung: Die Umstellung verengt die Auswahl in Europa spürbar auf wenige zugelassene Euro- und Dollar-Token, und der größte Gewinner heißt bislang USDC. Dafür sprechen die Zahlen oben und die Tatsache, dass Coinbase Restbestände ausgerechnet dorthin umwandelt. Dagegen spricht, dass ein Markt, in dem fast alles über einen Herausgeber läuft, ein neues Klumpenrisiko schafft: Wer USDC hält, hängt an dessen Reserve, dessen Bank und dessen Aufsicht. Eine Empfehlung für oder gegen einen Token ist das nicht; der Totalverlust eines Kryptowerts bleibt in jedem Fall möglich.

Für das Finanzamt ist der Zwangsumtausch ein Verkauf

Steuerlich ist der Tausch eines Kryptowerts in einen anderen in Deutschland ein Veräußerungsgeschäft nach Paragraf 23 des Einkommensteuergesetzes, und daran ändert sich nichts dadurch, dass die Börse den Tausch auslöst statt du. Für Stablecoins ist der dabei entstehende Gewinn oder Verlust in aller Regel winzig, weil An- und Verkaufskurs beide nahe einem Dollar liegen. Nennenswert werden kann die Sache über den Wechselkurs: Wer USDT zu einem Zeitpunkt gekauft hat, an dem der Euro deutlich anders stand, kann einen Kursunterschied in Euro realisieren.

Wichtig ist deshalb vor allem die Dokumentation. Halte fest, wann der Umtausch stattgefunden hat, welche Menge betroffen war und zu welchem Kurs abgerechnet wurde. Fehlt dieser Beleg später, musst du einen Vorgang erklären, den du nicht selbst ausgelöst hast. Ob dein Fall unter die Freigrenze fällt und wie er in der Anlage SO einzutragen ist, klärst du am besten mit steuerlichem Rat; dieser Artikel ersetzt ihn nicht.

Drei Auswege bleiben bis zum Stichtag

Welcher Weg passt, hängt davon ab, was du mit dem Guthaben vorhast.

Auszahlung auf eine eigene Adresse

Du behältst den Token und wirst unabhängig davon, was einzelne Börsen in Europa anbieten dürfen. Der Preis dafür ist die Verantwortung für die Schlüssel. Achte auf die richtige Kette und schicke bei größeren Beträgen zuerst einen kleinen Testbetrag.

Umtausch in einen zugelassenen Token

Wer ohnehin nur einen Dollar-Platzhalter zwischen zwei Trades braucht, kann vor der Frist selbst in USDC oder einen zugelassenen Euro-Token wechseln und behält damit die Kontrolle über den Zeitpunkt. Das Ergebnis ähnelt der automatischen Umwandlung, nur entscheidest du, wann sie passiert.

Verkauf in Euro

Der schlichteste Weg, und für alle sinnvoll, die das Geld ohnehin auf dem Bankkonto brauchen. Du landest außerhalb des Kryptomarktes und musst dich um Ketten und Adressen nicht kümmern. Prüfe vorher die Auszahlungsgebühr deiner Börse, sie ist bei SEPA-Auszahlungen von Anbieter zu Anbieter sehr unterschiedlich.

Coinbase-Stablecoins: Bis 30. Oktober bleibt Zeit für den Abzug

  1. Bestand sichten. Öffne dein Coinbase-Konto und sieh nach, ob dort USDT, PYUSD, DAI, PAX, GUSD oder GYEN liegen, auch in kleinen Resten. Für den Weg in die eigene Verwahrung hilft der Hardware-Wallet-Vergleich.
  2. Ziel festlegen und Adressen aufräumen. Entscheide dich für Auszahlung, Umtausch oder Verkauf, und ersetze alte Coinbase-Einzahlungsadressen überall dort, wo sie hinterlegt sind. Wenn du die Börse ohnehin wechseln willst, sieh dir die regulierten Kryptobörsen an.
  3. Vor dem 29. Oktober handeln. Plane Sperrfristen und Netzwerkgebühren ein und halte den Beleg über den Vorgang fest. Welche Euro- und Dollar-Token in Europa zugelassen bleiben, zeigt der Stablecoin-Vergleich.

(Stand: 10. Oktober 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)

Quellen: Coinbase, Hilfeseite zu den nach MiCA eingeschränkten Stablecoins und Cointelegraph zur Abwicklung von USDT bei Coinbase in Europa.

Häufige Fragen zu den gestrichenen Stablecoins bei Coinbase

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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