Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit einem hohen Risiko verbunden. Führe immer deine eigene Recherche durch.

Philippinen VASP Regulierung: Was strengere Prüfungen jetzt bedeuten könnten

Ein BSP-Entwurf könnte OPS-Anträge für zwölf Monate aussetzen und Zahlungsbeziehungen zu VASP-nahen Firmen strenger prüfen. Was für Anbieter und Kunden gilt.

Abstraktes Zahlungstor mit überwachten Krypto-Zuflüssen und zeitweise blockiertem Zugang.
6 Min. Lesezeit
Teilen:
Kategorien: Crypto News

Mehrere Fachmedien haben in den vergangenen Wochen über mögliche neue Beschränkungen für Krypto-nahe Zahlungsdienste auf den Philippinen berichtet. Grundlage dieser Berichte ist ein Policy-Exposure-Draft, den die Bangko Sentral ng Pilipinas (BSP), die philippinische Zentralbank, 2026 veröffentlicht hat. Der Entwurf der BSP behandelt zwei unterschiedliche Themen: eine mögliche Aussetzung neuer Anträge für Operators of Payment Systems (OPS) und verschärfte Anforderungen für Zahlungsbeziehungen mit Unternehmen, die mit virtuellen Vermögenswerten arbeiten. Wichtig ist der Hinweis, dass ein solcher Entwurf erst nach einem formellen Erlass verbindlich wird. Inhalt, Zeitpunkt und Übergangsregeln können sich bis dahin noch ändern.

Was der BSP-Entwurf konkret vorsieht

Der Entwurf beschreibt mehrere Maßnahmen, die noch im Konjunktiv zu lesen sind, da sie bisher nicht final beschlossen wurden. Neue OPS-Registrierungsanträge würden ab Wirksamkeit des finalen Rundschreibens für zwölf Monate nicht mehr angenommen beziehungsweise deren Bearbeitung ausgesetzt. Bereits eingereichte Anträge sollen laut Entwurf zwar weiter geprüft werden, während der Aussetzung aber weder genehmigt noch abgelehnt werden.

Zusätzlich sollen VASP-bezogene Unternehmen als risikoreiche Händler eingestuft werden. Zahlungsbeziehungen wären demnach nur als direkte Händlerbeziehung vorgesehen, während mehrstufige beziehungsweise „geschichtete" Konstruktionen besonders geprüft werden müssten. Vorgesehen sind außerdem verstärkte Sorgfaltspflichten, laufende Überwachung sowie risikoangemessene Transaktions- und Settlement-Limits, wobei Settlement die Abwicklung beziehungsweise endgültige Erfüllung einer Zahlung bezeichnet. Für bestehende geschichtete Beziehungen nennt der Entwurf eine Prüfung innerhalb von sechs Monaten und Anpassungen innerhalb weiterer sechs Monate. Auch hier gilt: Diese Fristen sind Entwurfsinhalte, keine bestätigten Pflichten.

Vierstufige Grafik zeigt Entwurf, Finalisierung, Zugangspause und streng überwachte Zahlungswege.

Warum Zahlungsanbieter und Krypto-Dienstleister nicht dasselbe sind

Für die Einordnung lohnt ein Blick auf die rechtliche Grundlage der Payment Operator Registrierung. Nach dem National Payment Systems Act (Republic Act No. 11127) müssen Betreiber von Zahlungssystemen bei der BSP registriert sein, die wiederum Sicherheit, Effizienz und Zuverlässigkeit des Zahlungssystems beaufsichtigt. Als OPS gelten Personen oder Unternehmen, die digitale oder bargeldbasierte Geldtransfers sowie Clearing verwalten, verarbeiten oder ermöglichen.

Balkengrafik: 90-Tage-Kursveränderung der größten Kryptowerte
Die größten Kryptowerte im 90-Tage-Vergleich, nach Daten von CoinMarketCap

Ein VASP, also ein Virtual Asset Service Provider, ist demgegenüber ein Anbieter, der virtuelle Werte überträgt oder tauscht. Die BSP führt VASPs im übergeordneten Aufsichtsrahmen für Money Service Businesses. In der Praxis kann eine Börse mit Peso-Ein- und Auszahlungen neben ihren Krypto-Funktionen auch Zahlungsprozesse nutzen und damit mehrere aufsichtsrechtliche Berührungspunkte gleichzeitig haben. Ein reiner Zahlungsanbieter ist dagegen nicht automatisch ein VASP. Für Plattformbetreiber ist diese Abgrenzung zentral, denn entscheidend sind die tatsächlich erbrachten Dienste, die Vertragsstruktur und die jeweilige Registrierung, nicht allein die Bezeichnung eines Unternehmens.

Folgen für Markteintritt, bestehende Plattformen und Kunden

Für neue Anbieter könnte ein finaler OPS-Antragsstopp den Markteintritt verzögern, insbesondere wenn ein Geschäftsmodell für die Fiat-Zahlungsabwicklung auf eine eigene OPS-Rolle oder eine entsprechende Partnerschaft angewiesen ist. Das bedeutet nicht, dass jede neue Krypto-Plattform zwangsläufig betroffen wäre. Für bestehende Anbieter beträfen mögliche strengere VASP-Prüfungen im Zahlungsumfeld vor allem Dokumentation, Risikoanalyse, Überwachung von Händlerbeziehungen und Anpassung von Limits, klassische AML-Maßnahmen (Anti-Geldwäsche) und KYC-Prozesse (Identitätsprüfung) also.

Für Nutzer und Anleger sind vorsichtigere Ein- und Auszahlungskanäle, längere Onboarding-Prozesse oder ein reduziertes Angebot an neuen Produkten denkbar. Von gesperrten Bestandskonten ist im Entwurf nicht die Rede. Ergänzend ist zu beachten, dass die BSP bereits zusätzliche laufende Erwartungen an VASPs formuliert hat: Die Listing-Leitlinien von 2026 verlangen Due Diligence für Token, fortlaufende Überwachung und Delisting-Schwellen, während Privacy Coins nicht unterstützt werden dürfen. Diese bereits geltenden Listing-Regeln sollten nicht mit dem neuen Zahlungsverkehrsentwurf verwechselt werden.

Ein bestehendes Moratorium darf nicht mit dem neuen Entwurf vermischt werden

Die BSP hatte das reguläre Antragsfenster für neue VASP-Lizenzen bereits seit September 2022 eingeschränkt. Laut aktueller BSP Citizen's Charter wurde dieses Moratorium mit Memorandum M-2025-031 ab dem 1. September 2025 fortgeführt, vorbehaltlich einer weiteren Neubewertung. Der Unterschied ist wichtig: Das bestehende VASP-Lizenzmoratorium betrifft den Zugang zu einer VASP-Lizenz, während der neue Entwurf OPS-Registrierungsanträge und Integritätskontrollen im Zahlungsverkehr behandelt. Frühere Moratorien enthielten zudem Übergänge und begrenzte Ausnahmen, weshalb Marktteilnehmer weder automatisch identische Ausnahmen noch identische Folgen erwarten sollten.

Diese Unterlagen sollten Marktteilnehmer jetzt prüfen

Wer konkret betroffen sein könnte, sollte auf belastbare Quellen statt auf Schlagzeilen setzen:

Skala des Fear-and-Greed-Index mit dem Verlauf der vergangenen 90 Tage
Der Fear-and-Greed-Index ordnet die Marktstimmung zwischen extremer Angst und extremer Gier ein
  • Den finalen BSP-Erlass sowie mögliche Konsultationsmitteilungen prüfen: Geltungsbeginn, Definitionen, Ausnahmen und Übergangsfristen.
  • Im BSP Verifier und in der offiziellen OPS-Liste getrennt kontrollieren, welchen Status Zahlungsdienstleister und Krypto-Anbieter haben. Ein Registereintrag ist dabei keine Sicherheits- oder Bonitätsgarantie.
  • Das eigene Geschäftsmodell dokumentieren: Wer nimmt Peso-Zahlungen an, wer verwahrt Kryptowerte, wer ist Vertragspartner des Kunden, und bestehen direkte oder geschichtete Händlerbeziehungen?
  • Keine geschäftliche oder Investmententscheidung allein auf Medienberichte oder soziale Netzwerke stützen.

Die regionale Entwicklung ohne falsche Gleichsetzungen lesen

Die Krypto Regulierung Asien entwickelt sich in vielen Märkten in eine ähnliche Richtung: Lizenzen, Geldwäscheprävention und Verbraucherschutz für Krypto-Anbieter gewinnen an Gewicht. Nationale Kategorien, Behördenzuständigkeiten und Übergangsregeln sind dabei jedoch nicht austauschbar. Die FATF weist in ihrem Bericht darauf hin, dass unterschiedliche nationale Zulassungs- und Aufsichtsansätze regulatorische Lücken schaffen können, weshalb tätigkeitsbezogene Registrierung, risikobasierte Aufsicht und grenzüberschreitende Zusammenarbeit relevant bleiben. Für internationale Plattformen bedeutet das: Lokale Vorgaben der Philippinen müssen separat geprüft werden, EU-Standards ersetzen keine lokale Einordnung.

Philippinen VASP Regulierung: Drei Fragen entscheiden über die tatsächliche Wirkung

Bei der Philippinen VASP Regulierung entscheiden am Ende drei Fragen über die reale Tragweite: Welche Geschäftsmodelle und Unternehmen sind erfasst? Ab wann gelten finale Pflichten? Und welche Übergänge gelten für bereits registrierte Firmen, laufende Anträge und bestehende Händlerbeziehungen? Der BSP-Entwurf kann den Zugang neuer Anbieter und die Zahlungsanbindung von Krypto-Geschäften spürbar beeinflussen, doch bis zur offiziellen Finalisierung bleiben Reichweite und praktische Folgen offen. Dieser Beitrag dient der allgemeinen Einordnung und ersetzt keine Rechtsberatung.

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen.

Verwandte Artikel

Welche Themen sollen wir vertiefen?

Wähle aus, was dich aktuell beschäftigt. Deine Auswahl fließt direkt in unsere Themenplanung ein.

Crypto-News, die wirklich Mehrwert bringen.

Wöchentlich. 60 Sekunden Lesezeit. Sorgfältig kuratiert von unserer Redaktion: kein Hype, keine Werbe-Mails, kein Spam.

Abonnieren

Mehr zum Thema

Alle anzeigen

Vielleicht auch interessant