Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit einem hohen Risiko verbunden. Führe immer deine eigene Recherche durch.

Größter Krypto-Hack aller Zeiten? Binance reiht sich in die Liste der Börsen-Hacks ein

Mit rund 2,8 Milliarden Dollar wäre der mutmaßliche Binance Hack der größte Diebstahl, den eine Kryptobörse je erlitten hat. Die größten Krypto-Hacks im Überblick, warum Börsen immer häufiger getroffen werden, was Tornado Cash damit zu tun hat und was frühere Fälle für den Kurs bedeuteten.

Dunkler Gang mit einer Reihe aufgesprengter Tresortüren, die letzte rot leuchtend, vorne eine Ethereum-Münze
6 Min. Lesezeit
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Kategorien: Hacks & Sicherheit

Mit rund 2,8 Milliarden Dollar wäre der mutmaßliche Hack bei Binance vom 29. Oktober 2026 der größte Diebstahl, den eine Kryptobörse je erlitten hat. Den bisherigen Rekord hielt Bybit mit rund 1,5 Milliarden Dollar im Februar 2025. Anders als damals ist der größte Teil der Beute diesmal schon eingefroren: Tether und Circle haben Stablecoins über zusammen rund 2,4 Milliarden Dollar gesperrt. Binance prüft nach eigenen Angaben Berichte über ein mögliches Sicherheitsproblem, Gründer Changpeng Zhao spricht von einem Hack. Wir ordnen den Fall in die Reihe der großen Krypto-Hacks ein und erklären, warum gerade Börsen immer häufiger getroffen werden.

Was an der Wallet genau passiert ist, steht in unserem Bericht zum Binance Hack, wie der Markt reagiert hat, in der Zeitleiste zum Bitcoin Crash.

Die größten Krypto-Hacks der Geschichte im Überblick

Die Tabelle nennt den Schaden zum Zeitpunkt der Tat. Mehrere Fälle wurden später ganz oder teilweise ersetzt oder zurückgeholt.

DatumOpferSchaden damalsWas danach geschah
Oktober 2026Binance (mutmaßlich)rund 2,8 Mrd. $rund 2,4 Mrd. $ in Stablecoins eingefroren
Februar 2025Bybitrund 1,5 Mrd. $vom FBI Nordkorea zugeordnet, Kundengelder ersetzt
März 2022Ronin Network (Axie Infinity)rund 620 Mio. $Nordkorea zugeordnet, Nutzer entschädigt
August 2021Poly Networkrund 610 Mio. $vom Angreifer fast vollständig zurückgegeben
Januar 2018Coincheckrund 530 Mio. $Kunden in Yen entschädigt
Februar 2014Mt. Goxrund 850.000 BTCInsolvenz, Rückzahlung erst ab 2024
November 2022FTXrund 477 Mio. $Abfluss am Tag der Insolvenz
September 2026Bitgetrund 352 Mio. $aus dem Schutzfonds ersetzt
Mai 2019Binance7.000 BTCaus dem Notfallfonds SAFU ersetzt
Kapuzenfigur von hinten vor rot und blau leuchtenden Bildschirmen in einem dunklen Raum
Symbolbild, mit KI erzeugt

Warum werden Krypto-Börsen immer häufiger gehackt?

Es sind nicht mehr Angriffe, sondern größere. Laut Chainalysis wurden 2025 insgesamt rund 3,4 Milliarden Dollar in Kryptowerten gestohlen, rund 2 Milliarden davon von Gruppen, die Nordkorea zugerechnet werden, wie Bloomberg Law berichtet. Die Zahl der nordkoreanischen Angriffe sank dabei, die Beute je Angriff stieg. Vier Gründe erklären das:

  • Hot Wallets halten Milliarden. Börsen brauchen Coins, die sofort ausgezahlt werden können. Diese Hot Wallets sind mit dem Internet verbunden, und je größer die Börse, desto mehr liegt darin.
  • Professionelle Angreifer. Gruppen wie Lazarus arbeiten wie Geheimdienste: Sie bereiten Angriffe monatelang vor, bewerben sich zum Schein bei Krypto-Firmen und greifen über Mitarbeiter und Dienstleister an statt über die Blockchain.
  • Neue Angriffsflächen. Im Binance-Fall nutzte der Angreifer EIP-7702, eine Funktion, die seit dem Pectra-Upgrade im Mai 2025 auf Ethereum gilt. Mit einer einzigen Signatur kann eine Wallet ihre Steuerung an einen Vertrag übergeben. Wer diese Signatur erschleicht, hat die Wallet.
  • Menschen statt Maschinen. Beim Bybit-Hack 2025 war nicht die Börse selbst das Einfallstor, sondern der Rechner eines Entwicklers bei einem Dienstleister. Mit KI geschriebene Nachrichten machen solche Angriffe noch glaubwürdiger, davor warnte Changpeng Zhao schon vor dem Vorfall.

Tornado Cash, Tron und Darknet: wohin fließt das Geld?

Viele fragen sich, warum Geld aus einer Binance-Wallet „ins Darknet“ fließt. Genau genommen bleibt es auf der Blockchain und ist dort für jeden sichtbar. Was es undurchsichtig macht, sind drei Werkzeuge:

  • Tornado Cash ist ein Mixer auf Ethereum, kein Teil des Tor-Netzwerks. Er vermischt Einzahlungen vieler Nutzer, sodass sich nicht mehr nachvollziehen lässt, wer was abgehoben hat. Im Binance-Fall wurde die Adresse des Angreifers zum Start mit 0,1 ETH aus Tornado Cash bezahlt, damit die Gebühren keine Spur zu seiner Identität legen.
  • Tron und Brücken. Gestohlene Werte wandern oft über Brücken auf andere Blockchains. Tether ist auf Tron besonders verbreitet und wird dort häufig über außerbörsliche Händler in Bargeld getauscht.
  • Dezentrale Börsen. Was sich nicht einfrieren lässt, wie Ether, tauschen Angreifer in kleinen Tranchen über dezentrale Börsen. Rund 195.460 ETH liegen laut Etherscan noch auf einer Adresse des Angreifers.

Dass Tether und Circle diesmal so schnell sperren konnten, ist der größte Unterschied zu früheren Fällen. Beim Bitget-Hack im September waren die Stablecoins binnen Minuten in Ether getauscht, gesperrt wurden nur rund 318.000 Dollar, wie Decrypt berichtet.

Hardware Wallet und Metallplatte in einem geöffneten Schließfach auf dunklem Samt
Symbolbild, mit KI erzeugt

Alles zum Binance Hack

Was haben frühere Börsen-Hacks für den Kurs bedeutet?

Die Reihe zeigt ein Muster: Entscheidend für den Markt war nie die Summe, sondern die Frage, ob die Börse zahlungsfähig blieb.

  • Ersetzt und weiter gehandelt: Binance 2019, Bybit 2025 und Bitget 2026 ersetzten den Schaden aus eigenen Mitteln oder Schutzfonds. Der Kurs fiel jeweils kurz und erholte sich, sobald Auszahlungen liefen. Mehr zum Fall Bybit steht in unserem Bericht zum Bybit Hack, zu Bitget in unseren Bitget Erfahrungen.
  • Insolvent: Mt. Gox 2014 und FTX 2022 brachen zusammen. Dort fiel der Markt über Wochen, weil Kundengelder fehlten.

Binance hält nach den öffentlichen Adressdaten von DefiLlama rund 144 Milliarden Dollar an Kundenbeständen, der Schaden entspricht knapp 2 Prozent davon. Nach dem bisherigen Stand spricht mehr für das erste Muster als für das zweite. Wie tief Bitcoin in beiden Fällen fallen könnte, spielen wir in unseren drei Szenarien nach dem Binance Hack durch.

So schützt du deine Coins vor dem nächsten Hack

  • Nur auf der Börse lassen, was du handelst. Größere Bestände gehören auf eine Hardware Wallet, deren Schlüssel nur du hast. Unser Hardware Wallet Vergleich zeigt die Geräte.
  • Auf Lizenz und Schutzfonds achten. Börsen mit MiCA-Lizenz unterliegen in der EU Vorgaben zur Verwahrung. Welche das sind, zeigt unser Vergleich regulierter Kryptobörsen.
  • Nichts signieren, was du nicht verstehst. Seit EIP-7702 kann eine einzige Signatur die Kontrolle über eine Wallet abgeben. Prüfe jede Anfrage, die deine Wallet anzeigt, und lehne ab, was du nicht selbst ausgelöst hast.

Dieser Artikel ist keine Anlageberatung. Wir ergänzen die Übersicht, sobald Binance die Untersuchung abschließt.

Häufige Fragen zu den größten Krypto-Hacks

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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