Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit einem hohen Risiko verbunden. Führe immer deine eigene Recherche durch.

On-Chain-Analyse zum Binance Hack: 50 Signaturen, 197.460 ETH und 2,83 Milliarden eingefroren

Was ist beim Binance Hack wirklich passiert? Wir haben die Blockchain selbst ausgewertet: 50 Signaturen in einer Transaktion, 2,83 Milliarden Dollar eingefroren, 197.460 ETH beim Angreifer und ein Aave-Kniff. Dazu die wichtigsten Stimmen von X und unser Fazit.

Große Lupe über einer Kette leuchtender Metallblöcke, ein Block aufgebrochen, darunter eine Ethereum-Münze
9 Min. Lesezeit
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Update 03:30 Uhr: Binance nennt 6,3 Milliarden Dollar Schaden. In einer offiziellen Mitteilung beziffert Binance den Gesamtschaden auf rund 6,3 Milliarden Dollar, davon sind rund 3 Milliarden auf der Blockchain eingefroren. Ersten Ermittlungen zufolge war der Laptop eines DevOps-Ingenieurs kompromittiert; darüber gelangte der Angreifer in einen Service-Container und reichte nicht autorisierte Auszahlungen ein. Hinweise auf einen abgeflossenen privaten Schlüssel gibt es laut Binance nicht. Die Börse ersetzt alle Verluste aus dem Notfallfonds SAFU und eigenen Mitteln, Ein- und Auszahlungen bleiben ausgesetzt, ein aktualisierter Reservenachweis soll folgen.

Was ist beim Binance Hack wirklich passiert? Unsere Auswertung der Blockchain-Daten zeigt: Ein Angreifer hat am 29. Oktober 2026 mit 50 gleichzeitig eingereichten Signaturen die Kontrolle über die Hot Wallet „Binance 14“ übernommen und binnen Sekunden rund 2,7 Milliarden Dollar abgezogen. Binance hat den Hack in der Nacht bestätigt und will alle Verluste ersetzen. Nach unseren Messungen und den Angaben von Ermittlern sind mehr als 2,83 Milliarden Dollar eingefroren, dem Angreifer bleiben vor allem 197.460 Ether. Hier steht, was wir selbst nachgeprüft haben, was die wichtigsten Stimmen auf X sagen und wohin das führt.

Den Ablauf der Nacht Minute für Minute findest du in unserer Zeitleiste mit Live-Ticker, die Nachricht selbst im Bericht zum Binance Hack.

Hack oder interne Umbuchung? Die erste Debatte der Nacht

In der ersten Stunde war nicht klar, ob überhaupt ein Angriff vorliegt. Der Analyst Simba hielt eine geplante Umbuchung zwischen Binance-Wallets für möglich: Das Ziel sei frisch angelegt gewesen und habe die Gelder zunächst nicht bewegt.

Die These hielt nicht lange. Die Adresse, von der der Angriff ausging, war mit 0,1 ETH aus dem Mixer Tornado Cash bezahlt, die Wallet wurde an einen fremden Vertrag gebunden, und kurz darauf begann der Angreifer, Token über Dutzende Adressen zu verteilen. Um 01:04 Uhr bestätigte Binance-Mitgründerin Yi He den Hack:

So lief der Angriff: 50 Signaturen, eine traf

Die Sicherheitsfirma Blockaid hat den entscheidenden technischen Kniff gefunden, und wir haben ihn direkt auf der Blockchain nachgeprüft. Die Angriffstransaktion ist vom neuen Typ 4, mit dem seit dem Pectra-Upgrade eine Wallet ihre Steuerung per EIP-7702 an einen Smart Contract übergeben kann. Sie enthält genau 50 solcher Freigaben, alle für die Wallet Binance 14, alle an denselben Vertrag des Angreifers, für die Transaktionsnummern 18.914.775 bis 18.914.824 (Transaktion auf Etherscan).

Der Hintergrund: Eine solche Freigabe gilt nur für die Transaktionsnummer, die die Wallet im Moment der Bestätigung hat. Weil die Hot Wallet ständig Auszahlungen verschickte, kannte der Angreifer die Nummer nicht und schoss 50 Freigaben auf einmal ab. Eine traf. Wichtiger ist, was die 50 Freigaben voraussetzen: Jede muss mit dem Schlüssel der Wallet signiert sein. Der Angreifer konnte also Signaturen für Binance 14 erzeugen. Wie er an diesen Zugriff kam, soll der Bericht klären, den Binance angekündigt hat. Inzwischen ist die Delegation aufgehoben: Der Code der Wallet ist laut unserer Abfrage um 02:20 Uhr wieder leer.

Ermittler-Wand mit Fotos, roten Fäden und Münzen in einem dunklen Raum
Symbolbild, mit KI erzeugt

Wo ist das Geld? Unsere Bilanz um 02:30 Uhr

Rund 2,7 Milliarden Dollar verließen die beiden Binance-Wallets auf Ethereum, dazu kleinere Beträge auf anderen Blockchains. Der größte Teil ist blockiert, aber nicht alles. Binance selbst beziffert den Gesamtschaden über alle Blockchains inzwischen auf rund 6,3 Milliarden Dollar, davon rund 3 Milliarden eingefroren; die Aufstellung unten zeigt, was auf Ethereum sichtbar ist.

Balkendiagramm: Wo ist das Geld aus dem Binance Hack? Eingefroren rund 2.830 Millionen Dollar, Ether beim Angreifer 436 Millionen, verteilte kleinere Token 122 Millionen, über Aave geliehen 45 Millionen, andere Blockchains 43 Millionen
Eigene Darstellung, Quellen: ZachXBT, Blockscout, Ethereum-Knoten, Marc Zeller, Blockaid
PostenBetragQuelle
Eingefrorenmehr als 2,83 Mrd. $, davon 1.767,6 Mio. USDT, 823 Mio. USDC, 40,5 Mio. RLUSD, 27,8 Mio. USD1, 29.934 WBETHZachXBT
davon von uns geprüft1.175,5 Mio. USDT und 823,0 Mio. USDC gesperrt auf 0x5227…2f8ceigene Abfrage der Verträge
Ether beim Angreifer197.460 ETH, rund 436 Mio. $, auf 0x8532…43D4, davon 2.000 ETH um 02:14 Uhr nachgeschobenEthereum-Knoten
Über Aave geliehen19.762 wETH, rund 45 Mio. $, gegen 60 Mio. USDTMarc Zeller
Kleinere Token verteiltmindestens 122 Mio. $ in mehr als 15 Token, etwa LINK, AAVE, WBTC, ONDO, WLDeigene Messung über Blockscout
Andere Blockchainsrund 19,5 Mio. $ auf Arbitrum und 24 Mio. $ auf AvalancheBlockaid, vorläufig

Der Aave-Kniff: Warum gesperrte USDT trotzdem Ether brachten

Der Angreifer wusste, dass Tether sperren kann. Deshalb hinterlegte er binnen drei Minuten 60 Millionen USDT beim Kreditprotokoll Aave und lieh sich dafür 19.762 wETH, rund 45 Millionen Dollar. Kurz darauf sperrte Tether die Adresse, 46 Minuten später fror Aave die betroffenen Märkte ein. Die gesperrten USDT liegen nun als Sicherheit bei Aave, die geliehenen Ether hat der Angreifer. Zurückzahlen wird er sie nie.

Für Aave ist das verkraftbar, rechnet Marc Zeller von der Aave Chan Initiative vor: Die Position ist überbesichert und wird automatisch aufgelöst, sobald Ether um rund 4 Prozent auf etwa 2.365 Dollar steigt. Die Schuld entspricht 0,9 Prozent der wETH-Bestände des Protokolls. Ein Anstieg des Ether-Kurses würde also ausgerechnet die Kreditposition des Angreifers liquidieren.

Tresorraum mit vereisten Münzstapeln hinter Glas
Symbolbild, mit KI erzeugt

Alles zum Binance Hack

Was die wichtigsten Stimmen auf X sagen

  • Yi He, Binance: Kundengelder sicher, Binance ersetzt alle Verluste, Ein- und Auszahlungen vorübergehend ausgesetzt, vollständiger Bericht folgt.
  • ZachXBT, Ermittler: Mehr als 2,83 Milliarden Dollar sind eingefroren.
  • Blockaid, Sicherheitsfirma: 50 EIP-7702-Freigaben in einer Transaktion, eine traf. Von uns auf der Blockchain bestätigt.
  • Marc Zeller, Aave Chan Initiative: Der Angreifer lieh sich vor der Sperre 19.762 wETH, für Aave verkraftbar.
  • Simba, Analyst: Hielt anfangs eine interne Umbuchung für möglich, durch Binances Bestätigung überholt.
  • Bala, Kommentator: Schrieb, der Angreifer sei mit dem Aave-Trick „davongekommen“. Für 45 Millionen Dollar stimmt das, für die Milliarden nicht.

Unser Fazit: Wohin der Binance Hack führt

  • Für Kunden: Binance hat zugesagt, alle Verluste zu ersetzen, und der eingefrorene Anteil macht das glaubwürdig. Entscheidend wird, wann die Börse Ein- und Auszahlungen wieder freigibt. Bis dahin gilt: Geduld, und keine Links aus Nachrichten, die eine Rückerstattung versprechen. Welche Börsen in der EU eine Lizenz haben, zeigt unser Vergleich regulierter Kryptobörsen. Den Stand der Auszahlungen verfolgen wir in Binance Auszahlungen nach dem Hack.
  • Für die Beute: Von rund 2,7 Milliarden Dollar sind mehr als 2,8 Milliarden über alle Ketten blockiert. Auf Ethereum bleiben dem Angreifer vor allem die 197.460 ETH, dazu die Ether aus Aave und verteilte kleinere Token, zusammen grob 600 Millionen Dollar. Nach Binances Zahlen von 6,3 Milliarden Schaden und rund 3 Milliarden eingefroren fehlen über alle Blockchains aber noch gut 3 Milliarden; wo sie liegen, ist die offene Frage der nächsten Tage. Diese Summe wird er über Tage und Wochen waschen müssen, und jede Bewegung ist öffentlich.
  • Für Ethereum: Die 197.460 ETH bleiben ein Überhang über dem Markt. Gleichzeitig würde ein Kursanstieg um 4 Prozent die Aave-Position des Angreifers auflösen. Was das für den Kurs heißt, steht in Ethereum Crash: Der Binance-Hacker sitzt auf 195.000 ETH.
  • Für die Branche: Der Angriff zeigt ein neues Muster. Wer Signaturen für eine Wallet erzeugen kann, braucht dank EIP-7702 nur eine einzige Transaktion, um alles abzuräumen. Börsen werden ihre Signiersysteme und die Freigabe solcher Delegationen schärfer kontrollieren müssen.

Wir messen die Adressen weiter und ergänzen die Analyse, sobald sich Geld bewegt oder Binance seinen Bericht vorlegt. Dieser Artikel ist keine Anlageberatung.

Häufige Fragen zur On-Chain-Analyse des Binance Hacks

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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