Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit einem hohen Risiko verbunden. Führe immer deine eigene Recherche durch.

Krypto-Hack aktuell: Alle Angriffe seit dem Binance-Hack und wie du dich schützt

Binance, Mercado Bitcoin, BTCPay Server, ein WordPress-Plugin und gekaperte WhatsApp-Konten: Seit dem 29. Oktober vergeht kaum ein Tag ohne Krypto-Hack. Alle Fälle mit Stand, Schaden und den Schritten, die dich jetzt schützen.

Symbolbild: eine Reihe gläserner Dominosteine fällt um, der vorderste ist zersplittert
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Kategorien: Hacks & Sicherheit

Seit dem Binance-Hack vom 29. Oktober 2026 vergeht kaum ein Tag ohne neuen Krypto-Hack. Binance verlor rund 6,3 Milliarden Dollar, danach trafen Angriffe Polymarket, Chainalysis, zwölf DeFi-Seiten über ihren Domain-Anbieter Name.com, Betreiber von BTCPay Server und am 2. November die brasilianische Börse Mercado Bitcoin. Am selben Tag wurden Angriffe auf eine kritische Lücke in einem WordPress-Plugin für Kryptozahlungen bekannt, und in Singapur warnte die Polizei vor gekaperten WhatsApp-Konten, die Schadsoftware verschicken. Laut der Hack-Datenbank von DefiLlama gab es von Januar bis Oktober 2026 schon 325 Krypto-Hacks mit 8,7 Milliarden Dollar Schaden, 2,7-mal so viele Fälle wie im selben Zeitraum 2025. Hier steht jeder aktuelle Fall mit Stand und dem nächsten Schritt, der dich schützt. Diese Übersicht wird bei jedem neuen Fall ergänzt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Binance, 29. Oktober: rund 6,3 Milliarden Dollar gestohlen, etwa 95 Prozent hat die Börse nach eigenen Angaben aus eigenen Mitteln ersetzt; seit dem 2. November ist der Reservenachweis für zehn Token selbst prüfbar.
  • Täter: Das FBI nennt die nordkoreanische Gruppe TraderTraitor, Nordkorea bestreitet das seit dem 2. November.
  • Mercado Bitcoin, 2. November: 40 bis mehr als 46 Millionen Dollar abgeflossen, Ein- und Auszahlungen ausgesetzt.
  • BTCPay Server, 1. November: Hot Wallets älterer Installationen geleert, Update auf Version 2.4.7 nötig.
  • WordPress, 2. November: Angriffe auf das Plugin CryptoPayment Gateway, Schweregrad 10 von 10, noch ohne Patch.
  • DefiLlama: 325 Krypto-Hacks von Januar bis Oktober 2026, im August allein 48, also mehr als einer pro Tag.

Krypto-Hack aktuell: alle Fälle seit dem 29. Oktober im Überblick

Die Tabelle zeigt jeden größeren Angriff seit dem Binance-Hack, sortiert nach Datum. Die Beträge stammen von den Betroffenen selbst oder von Blockchain-Analysten; wo sich Angaben unterscheiden, steht die Spanne.

DatumZielSchadenStandDein nächster Schritt
25. bis 29. Okt.Gefälschte App „Padre Terminal“ (iPhone)rund 23.000 Dollar aus 27 Solana-WalletsApp entferntNie einen Private Key in eine App eingeben
29. Okt.Binancerund 6,3 Mrd. Dollar95 % ersetzt, Reserven prüfbarGuthaben im Proof-of-Reserves-Werkzeug prüfen
29. Okt.Polymarketrund 2,7 Mio. Dollar aus 726 WalletsHandel wieder offen, Erstattung zugesagtKontobewegungen prüfen
30. Okt.ChainalysisNamen und E-Mail-Adressen von KundenmitarbeiternLeck bestätigtMails angeblicher Ermittler misstrauen
30. und 31. Okt.Zwölf DeFi-Seiten über Name.comrund 138.000 bis 202.000 DollarDomains lösen wieder normal aufFreigaben vom 30. und 31. Oktober widerrufen
1. Nov.BTCPay ServerHot Wallets älterer InstallationenUpdate 2.4.7 verfügbarServer aktualisieren, Hot Wallet prüfen
2. Nov.Mercado Bitcoin40 bis mehr als 46 Mio. DollarEin- und Auszahlungen ausgesetztNur offizielle Kanäle der Börse nutzen
2. Nov.WordPress-Plugin CryptoPayment GatewayAngriffsversuche beobachtetkein Patch, Schweregrad 10Plugin abschalten, Empfangsadresse prüfen
2. Nov.WhatsApp-Konten (Warnung aus Singapur)Schadsoftware mit KeyloggerPolizei warntKeine .iso-, .rar- oder .zip-Dateien aus Chats öffnen

Warum es fast jeden Tag einen neuen Krypto-Hack gibt

Die Zahl der Krypto-Hacks hat sich 2026 vervielfacht. Die Hack-Datenbank von DefiLlama zählt von Januar bis Oktober 325 Fälle, im selben Zeitraum 2025 waren es 120. Der Schaden stieg von 2,5 auf 8,7 Milliarden Dollar, davon 6,5 Milliarden allein im Oktober, fast alles durch Binance. Seit dem Frühjahr liegt die Zahl jeden Monat über 30, im August waren es 48.

Balkendiagramm: erfasste Krypto-Hacks je Monat laut DefiLlama, Januar bis Oktober 2025 zusammen 120 Fälle, 2026 zusammen 325, mit dem Höchstwert von 48 Fällen im August 2026
Quelle: DefiLlama Hacks-Datenbank, Stand 3. November 2026

Auffällig ist, wo die Angreifer ansetzen. Von den 15 Fällen, die DefiLlama zwischen dem 25. Oktober und dem 2. November erfasst hat, ordnet die Datenbank sechs der Kategorie Frontend und Infrastruktur zu, darunter Binance, Polymarket und BTCPay Server. Der Fehler steckte dort nicht im Code einer Blockchain, sondern in einem Laptop, einem eingebundenen Skript eines Dienstleisters oder einem Server. Unsere Einschätzung: Die Blockchains selbst halten, die Schwachstelle sind Menschen, Werkzeuge und Dienstleister rund um sie herum. Genau dort kannst du dich auch selbst am besten schützen, mehr dazu am Ende dieser Übersicht.

Binance-Hack: Was bis zum 3. November bekannt ist

Der Binance-Hack ist mit rund 6,3 Milliarden Dollar der größte Krypto-Diebstahl der Geschichte. Nach der ersten Mitteilung der Börse kam der Angreifer über den kompromittierten Laptop eines DevOps-Ingenieurs an einen Service-Container und reichte darüber nicht autorisierte Auszahlungen ein. Das FBI ordnet den Angriff der nordkoreanischen Gruppe TraderTraitor zu, die auch hinter dem Bybit-Hack von 2025 stand. Nordkorea weist das zurück: Kim Yo-jong, Schwester von Machthaber Kim Jong Un, nannte die Vorwürfe laut BBC eine Provokation der USA. Was über die Täter bekannt ist, steht in Nordkorea hinter dem Binance Hack?

Zurückgeholt ist das Geld nicht. Emittenten und Netzwerke hatten nach Zählung des Ermittlers ZachXBT bis zum 30. Oktober rund 2,83 Milliarden Dollar eingefroren, der Rest liegt beim Angreifer oder wird gewaschen; das Tauschnetzwerk THORChain stoppte deshalb zeitweise Swaps, wie wir in THORChain stoppt Swaps berichten. Den Schaden der Kunden trägt Binance: Rund 95 Prozent sind nach eigenen Angaben ersetzt, die restlichen 5 Prozent sind weniger liquide Token, die die Börse noch zukauft. Seit dem „Recovery Update #5“ vom 2. November können Nutzer für BTC, ETH, USDT, BNB, SOL, USDC, XRP, USD1, RLUSD und ZEC selbst prüfen, ob ihr Guthaben mindestens 1:1 gedeckt ist. Am 4. November folgt eine neue Momentaufnahme mit mehr Token. Wie das geht, erklärt So prüfst du den Reservenachweis von Binance.

Auf X kursiert seit dem 1. November die Geschichte, der betroffene Ingenieur habe eine Affäre mit einer nordkoreanischen Spionin gehabt. Dafür gibt es keinen Beleg, Binance-Mitgründerin Yi He nannte sie unwahr. Unsere Prüfung dieser und weiterer Theorien steht im Faktencheck zum Binance Hack.

Mercado Bitcoin: zweiter Börsen-Hack binnen einer Woche

Am 2. November bestätigte Mercado Bitcoin, die größte Kryptobörse Brasiliens, einen Angriff auf ihre Systeme und setzte alle Ein- und Auszahlungen aus. Nach Recherchen von Cointelegraph flossen Kryptowerte im Gegenwert von mehr als 46 Millionen Dollar über mindestens zehn Blockchains ab, DefiLlama führt 40 Millionen. Die Börse erklärt, ihren Kunden sei kein Schaden entstanden. Einzelheiten stehen in Mercado Bitcoin stoppt Auszahlungen.

Für Anleger in Deutschland zeigt der Fall vor allem eines: Auch nach Binance bleibt jede zentrale Börse ein Ziel, und wer dort Guthaben hält, kommt im Ernstfall tagelang nicht an sein Geld. Wer auf einer Börse handelt, sollte eine mit EU-Lizenz nach MiCA wählen; unser Vergleich der regulierten Kryptobörsen zeigt, welche das sind.

BTCPay Server, Polymarket und Name.com: Angriffe über Werkzeuge und Dienstleister

Drei Fälle der vergangenen Tage folgen demselben Muster: Die Angreifer brachen nicht in eine Blockchain ein, sondern in ein Werkzeug, dem die Nutzer vertrauen.

  • BTCPay Server: Am späten Abend des 1. November warnte das Team des selbst gehosteten Bitcoin-Zahlungsdienstes, dass Hot Wallets auf älteren Installationen geleert werden. Betroffen sind laut BleepingComputer Instanzen bis Version 2.4.1, die Lösung ist das Update auf 2.4.7. Was Betreiber jetzt tun müssen: BTCPay Server Hack.
  • Polymarket: Am 29. Oktober stoppte der Prognosemarkt den Handel auf seiner internationalen Plattform. Angreifer hatten laut The Hacker News ein eingebundenes Skript des Dienstleisters DebugBear gekapert und rund 2,7 Millionen Dollar aus 726 Wallets abgezogen. Polymarket sagte allen Betroffenen eine Erstattung zu, mehr in Polymarket nach dem Angriff über einen Drittanbieter.
  • Name.com: In der Nacht zum 31. Oktober bogen Angreifer die DNS-Einträge von mindestens zwölf DeFi-Seiten um, die bei dem US-Registrar angemeldet sind. Besucher landeten auf Kopien mit einem Wallet-Drainer, obwohl die Adresse im Browser stimmte. Laut Bitquery verloren 32 Wallets zusammen rund 202.000 Dollar. Welche Freigaben du widerrufen solltest: Name.com-Domains gekapert.

Dazu kommt das Datenleck bei Chainalysis vom 30. Oktober: Abgeflossen sind Namen, E-Mail-Adressen und Rollen von Mitarbeitern, die bei Kunden mit der Software arbeiten. Solche Daten sind Rohstoff für glaubwürdige Phishing-Mails im Namen angeblicher Ermittler, Einzelheiten in Chainalysis-Datenleck.

WordPress-Plugin für Kryptozahlungen: kritische Lücke wird ausgenutzt

Wer in einem WordPress-Shop Kryptozahlungen mit dem Plugin CryptoPayment Gateway annimmt, sollte es sofort abschalten. Die Lücke CVE-2026-81648 in den Versionen 1.2.1 und 1.2.2 trägt den höchsten Schweregrad 10 von 10: Ohne Anmeldung kann jeder die gespeicherten Einstellungen des Zahlungs-Plugins lesen und überschreiben und Dateien löschen. Laut der Sicherheitsfirma Defused liegen dort auch Zugangsdaten zu Wallets im Klartext, und seit dem 2. November beobachtet sie erste Angriffsversuche. Einen offiziellen Patch gibt es laut Patchstack noch nicht.

Das Gefährliche daran: Ein Angreifer kann die Empfangsadresse austauschen, und die Zahlungen deiner Kunden fließen dann still an ihn. Wer das Plugin genutzt hat, sollte deshalb nicht nur abschalten, sondern auch die Wallet-Adresse in den Einstellungen mit den eigenen Unterlagen vergleichen und die gespeicherten Zugangsdaten erneuern.

WhatsApp-Hack: gekaperte Konten verschicken Schadsoftware

Die Polizei in Singapur warnte am 2. November vor einer Welle gekaperter WhatsApp-Konten. Laut AsiaOne schicken die Angreifer aus diesen Konten Dateien mit Namen wie „Invoice 2026-09-15.iso“, „Statement of Account_54d3.zip“ oder „Salary Revision.rar“ an Freunde, Kollegen und Vorgesetzte. Wer sie auf dem Computer öffnet, installiert Schadsoftware, die Tastatureingaben mitschneidet und Bildschirmfotos anfertigt. Finanzielle Schäden sind bisher nicht gemeldet.

Symbolbild: ein Smartphone zeigt eine Chat-Nachricht mit einer angehängten Datei, rotes Warnlicht spiegelt sich im Display
Symbolbild, mit KI erzeugt

Für Krypto-Anleger ist genau das gefährlich: Ein Programm, das Tastatureingaben mitliest, sieht auch Passwörter von Börsenkonten und jede Seed-Phrase, die du eintippst. Die Masche ist nicht an Singapur gebunden, sie kann jeden treffen, der WhatsApp Web oder WhatsApp Desktop nutzt. Aktiviere die Bestätigung in zwei Schritten und prüfe unter „Verknüpfte Geräte“, ob fremde Sitzungen angemeldet sind.

Gefälschte Krypto-App im App Store: Padre Terminal

Auch Apps aus offiziellen Stores sind kein Schutz. Die gefälschte Trading-App „Padre Terminal“ im Apple App Store hat laut BleepingComputer seit dem 25. Oktober 27 Solana-Wallets mit zusammen rund 23.000 Dollar geleert, nachdem Nutzer ihre privaten Schlüssel importiert hatten. Die echte Plattform gibt es nur im Browser, die Fälschung ist inzwischen aus dem App Store verschwunden.

So schützt du dich vor dem nächsten Krypto-Hack

Die gute Nachricht: Gegen die meisten aktuellen Angriffe helfen wenige feste Regeln. Wir empfehlen diese fünf Schritte:

  1. Coins, die du nicht handelst, gehören in eine eigene Wallet. Nur so bist du von einem Börsen-Hack nicht betroffen. Unser Hardware-Wallet-Vergleich zeigt, welche Geräte sich eignen.
  2. Seed-Phrase und Private Key nie digital. Nicht abtippen, nicht fotografieren, in keine App und auf keiner Webseite eingeben.
  3. Dateien aus Chats, Jobangeboten und Mails nie auf dem Rechner öffnen, auf dem dein Wallet oder Börsenkonto läuft. Das gilt für .iso, .rar und .zip genauso wie für angebliche Bewerbungstests.
  4. Freigaben regelmäßig widerrufen. Nach jedem Vorfall wie bei Name.com prüfst du mit einem Werkzeug wie Revoke.cash, welche Verträge noch auf deine Token zugreifen dürfen.
  5. Konten absichern. Zwei-Faktor-Anmeldung mit App oder Sicherheitsschlüssel statt SMS, eine Whitelist für Auszahlungsadressen auf der Börse und eine eigene E-Mail-Adresse nur für Kryptokonten.

Ausführlich Schritt für Schritt erklärt das der Ratgeber Kryptowährungen sicher aufbewahren. Wie der Binance-Hack im Vergleich zu früheren Fällen dasteht, zeigt unsere Liste der größten Krypto-Hacks. Alle Einzelberichte sammelt die Rubrik Krypto-Hacks.

Häufige Fragen zu den aktuellen Krypto-Hacks

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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