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THORChain stoppt Swaps für Bitcoin und Ether: Geldwäsche der Binance-Beute gebremst, RUNE minus 18 Prozent

Ein Ethereum-Reorg hat bei THORChain den Tausch auf zehn Blockchains angehalten, Bitcoin, Ether und Solana sind weiter gesperrt. Damit stockt auch ein Weg, über den die Beute aus dem Binance-Hack gewaschen wurde, und der RUNE-Kurs fällt um gut 18 Prozent.

Leuchtzeichen mit dem THORChain-Zeichen über einer geschlossenen rot-weißen Schranke an einer nächtlichen Brücke
10 Min. Lesezeit
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THORChain hat am Samstag, dem 31. Oktober, den Handel auf zehn seiner 13 angebundenen Blockchains angehalten, darunter Bitcoin, Ethereum, Solana und Tron. Auslöser war ein technischer Fehler, keine Reaktion auf den Binance-Hack. Die Pause trifft trotzdem die Täter: Über THORChain wurde ein Teil der Beute aus dem Diebstahl von rund 6,3 Milliarden Dollar umgeschichtet, und dieser Weg ist für Bitcoin und Ether vorerst zu. Der RUNE-Token, mit dem das Protokoll arbeitet, verlor in 24 Stunden gut 18 Prozent.

THORChain ist ein dezentrales Protokoll für den blockchainübergreifenden Tausch: Wer Bitcoin gegen Ether tauschen will, braucht dort keine zentrale Börse und kein Kundenkonto. Genau diese Eigenschaft macht es bei Hackern beliebt, und genau deshalb steht es nach dem Binance-Hack unter Druck der US-Behörden.

THORChain-Pause: Ein Ethereum-Reorg löst den Notstopp aus

Der Ablauf lässt sich aus einer Mitteilung von THORChain rekonstruieren, über die TechFlow am 2. November berichtete. Ein Ethereum-Block wurde nachträglich ersetzt, und damit verschwand eine Einzahlung über 10 ETH, die THORChain bereits bestätigt hatte. Das Protokoll zahlte den Betrag zurück, weil der zugehörige Tausch an seiner Preisgrenze scheiterte. Die Einzahlung, für die es zahlte, existierte nach dem Reorg aber nicht mehr. Am Ende flossen 10 ETH aus dem Tresor des Protokolls, denen keine Einnahme gegenüberstand.

Eine automatische Solvenzprüfung bemerkte die Lücke und stoppte zuerst den Ether-Handel. Die Betreiber der Knoten, im Protokoll THORNodes genannt, legten danach auch Auszahlungen in Ether und den Handel auf weiteren Blockchains still. Nach Daten der Knoten, die das Portal The Block am Sonntagabend deutscher Zeit auswertete, war der Handel auf zehn von 13 angebundenen Blockchains gestoppt, darunter Tron, Ethereum und Bitcoin.

Was ein Reorg ist

Ein Reorg, kurz für Reorganisation, ist der Fall, in dem eine Blockchain einen oder mehrere schon veröffentlichte Blöcke durch eine andere Fassung ersetzt. Transaktionen aus dem verdrängten Block gelten dann als nicht geschehen, bis sie erneut aufgenommen werden. Bei Ethereum ist ein Reorg um einen einzigen Block selten, aber möglich. Ein Protokoll, das Einzahlungen schon nach kurzer Wartezeit gutschreibt, trägt dieses Risiko selbst.

Doppelte Rückzahlung: Warum 10 ETH das ganze Protokoll anhalten

Gemessen an den Summen des Binance-Hacks sind 10 ETH, beim heutigen Ether-Kurs von rund 2.307 Dollar also etwa 23.000 Dollar, eine Kleinigkeit. Für THORChain zählt aber nicht die Höhe, sondern der Mechanismus. Wenn eine bestätigte Einzahlung nachträglich verschwinden kann, lässt sich derselbe Ablauf im Prinzip wiederholen, und jede Wiederholung zieht Geld aus den Tresoren. Solange die Ursache nicht behoben ist, bleiben die betroffenen Netze deshalb zu.

Inzwischen ist der Fehlbetrag gedeckt. Nach derselben Mitteilung gaben Nutzer die irrtümlich ausgezahlten 10 ETH zurück, der betroffene Tresor ist wieder solvent. Über den Neustart jedes einzelnen Netzes entscheiden die Knotenbetreiber selbst, sobald sie es für sicher halten. Einen Termin gibt es nicht.

Dunkler Kontrollraum mit roten Warnlampen auf einem langen Leitstand
Bei THORChain entscheiden die Knotenbetreiber, wann eine pausierte Blockchain wieder für den Tausch freigegeben wird.

Binance-Beute auf Tron: 242 Millionen Dollar in zwei Tagen umgeschichtet

Parallel zur Pause verfolgen Analysten, wohin die Beute aus dem Binance-Hack fließt. The Block stützt sich dabei auf den On-Chain-Analysten SomaXBT, der der Sicherheitsallianz SEAL zuarbeitet. Nach dessen Auswertung wurden auf Tron binnen zwei Tagen rund 242 Millionen Dollar gewaschen. Auf dieser Blockchain hatten die Angreifer etwa 628 Millionen Dollar erbeutet, der Stablecoin-Herausgeber Tether fror davon 378,7 Millionen USDT ein.

Von den 242 Millionen Dollar verließen laut der Auswertung bei The Block rund 194 Millionen Dollar die Tron-Blockchain über Brücken und Tauschdienste. Die größten Posten nach SomaXBT:

  • Relay: 48 Millionen Dollar
  • THORChain: 44 Millionen Dollar
  • Chainflip: 32,1 Millionen Dollar
  • Symbiosis: 16 Millionen Dollar

Etwa 26 Millionen Dollar blieben auf Tron, rund 22 Millionen Dollar gingen für Gebühren, Preisabschläge und Kursbewegungen verloren. THORChain zahlte nach diesen Daten 17.019 ETH an 170 Adressen und 53,25 BTC an 20 Adressen aus, bevor der Stopp griff.

Das FBI schreibt den Angriff laut The Block der nordkoreanischen Gruppe TraderTraitor zu. Die Behörde hat ihre Belege dafür nicht veröffentlicht.

FBI-Sperrliste: Tauschdienste sollen 608 Ethereum-Adressen blockieren

Das FBI hat gemeinsam mit dem Secret Service und der Steuerfahndung IRS 608 Ethereum-Adressen, 19 Bitcoin-Adressen und eine Solana-Adresse veröffentlicht, die es den Angreifern zuordnet. Tron-Adressen fehlen auf der Liste. Die Behörde forderte ausdrücklich die Betreiber von THORNodes, RPC-Knoten, Sofort-Tauschdiensten und DeFi-Protokollen auf, Transaktionen mit diesen Adressen zu blockieren. Nach Einschätzung des FBI tauschen die Täter die Beute vor allem in Ether um.

THORChain hat bislang nicht gesagt, ob es dem folgt. Mitgründer Chad Barraford erklärte laut The Block auf X, die Knotenbetreiber verfügten über keine Informationen, die nicht ohnehin öffentlich seien. Den Stopp ganzer Blockchains, der nun die Täter bremst, hat damit ein Softwarefehler ausgelöst und keine Entscheidung der Betreiber.

Laut The Block wertete die Analysefirma Chainalysis die Pause so, dass sie auch die Geldwäscher blockiert. Wer derzeit Bitcoin oder Ether über THORChain verschieben will, kommt nicht durch, gleich ob ehrlicher Nutzer oder Täter.

Elliptic-Bilanz: 44 Prozent der Binance-Beute eingefroren

Die Analysefirma Elliptic zählt laut The Block 6,43 Milliarden Dollar gestohlene Werte. Davon sind 2,85 Milliarden Dollar eingefroren oder beschlagnahmt, also etwa 44 Prozent. 94 Prozent der gesperrten Summe sind Stablecoins, die ihr Herausgeber zentral sperren kann.

Auf Bitcoin, dem XRP Ledger, Solana und NEAR wurde dagegen nichts eingefroren. Rund 3,25 Milliarden Dollar liegen in Werten, die kein Herausgeber stoppen kann, darunter 18.327 BTC und 233 Millionen XRP. Die 19 Bitcoin-Adressen auf der FBI-Liste halten nach Daten von Mempool.space noch alle 18.270 BTC. Für den Bitcoin-Kurs bleibt das ein Überhang: Werden diese Coins über einen Tauschdienst bewegt, kann Verkaufsdruck entstehen. Mehr zur Lage am Markt findest du in unserer Bitcoin-Prognose. Bitcoin kostete am Montagmorgen rund 78.600 Dollar, ein Plus von 1,2 Prozent in 24 Stunden.

RUNE-Kurs: Minus 18 Prozent nach dem Handelsstopp

Der RUNE-Token ist das Pfand, das Knotenbetreiber hinterlegen, und zugleich die Recheneinheit in den Liquiditätspools von THORChain. Am Montagmorgen notierte er bei 0,507 Dollar beziehungsweise 0,454 Euro. In 24 Stunden lag die Spanne zwischen 0,498 und 0,649 Dollar, das Minus betrug 18,4 Prozent. Auf 30 Tage hat RUNE knapp 32 Prozent verloren. Vom Allzeithoch bei 20,87 Dollar aus dem Mai 2021 ist der Kurs damit gut 97 Prozent entfernt. Alle Kursangaben stammen von CoinGecko.

Mit der Pause fallen die Tauschgebühren auf den großen Netzen weg, aus denen sich die Erträge der Liquiditätspools und der Knotenbetreiber speisen. Offen ist zudem, wie THORChain auf die Aufforderung des FBI reagiert.

Teilweiser Neustart: Avalanche, Base und XRP Ledger laufen wieder

Nach der Mitteilung, über die TechFlow berichtete, ist der Handel auf Avalanche, Base, dem XRP Ledger und im RUNE-eigenen Netz wieder freigegeben. Ethereum, Bitcoin und Solana bleiben gesperrt. Für Nutzer hat das eine praktische Folge: Ein Tausch von Bitcoin in Ether oder umgekehrt ist über THORChain derzeit nicht möglich. Manche Wallets und Tausch-Oberflächen nutzen THORChain als Route im Hintergrund, ohne dass der Name groß auf dem Bildschirm steht.

Prüfe deshalb vor jedem blockchainübergreifenden Tausch in deiner Wallet, über welchen Dienst die Route läuft und ob das Zielnetz freigegeben ist. Die Übersicht in unserem Software-Wallet-Vergleich zeigt, welche Wallets eigene Tauschfunktionen anbieten. Steht eine Route auf einem pausierten Netz, startest du den Tausch besser gar nicht erst.

Hand hält eine Hardware-Wallet mit dunklem Display vor einem aufgeklappten Laptop
Wer Coins selbst verwahrt, sieht vor jedem Tausch, über welche Route die Wallet ihn abwickelt.

Belastete Coins: Geldwäscheprüfung bei der Einzahlung

Für Anleger in Deutschland ist die Geldwäsche über Tauschdienste kein fernes Thema. Krypto-Dienstleister mit Zulassung nach der EU-Verordnung MiCA müssen nach dem Geldwäschegesetz prüfen, woher eingehende Coins stammen. Dazu setzen sie Analysewerkzeuge ein, die Adressen mit Sperrlisten abgleichen. Coins, die nachweislich über Adressen aus der FBI-Liste gelaufen sind, können bei einer Einzahlung auffallen und zurückgehalten werden, bis die Börse die Herkunft geklärt hat.

Das Risiko trifft vor allem, wer Coins aus unbekannter Quelle annimmt: bei einem privaten Verkauf, über einen anonymen Tauschdienst oder als Zahlung von Fremden. Bewahre bei solchen Geschäften Belege auf, also Transaktions-ID, Datum, Betrag und Gegenpartei. Reiche diese Unterlagen ein, falls deine Börse nachfragt. Eine regulierte Börse findest du in unserer Übersicht der regulierten Kryptobörsen.

Travel Rule bei Überweisungen zwischen Börsen

Seit Ende 2024 gilt in der EU die sogenannte Travel Rule für Krypto-Überweisungen. Sie verpflichtet Anbieter, bei Übertragungen Angaben zu Absender und Empfänger mitzuschicken. Bei Überweisungen von und zu einer eigenen Wallet fragen viele Börsen deshalb nach, ob die Adresse dir gehört. Wer diese Angaben vollständig macht, beschleunigt die Prüfung.

RUNE kaufen und halten: MiCA, Haltefrist, Hebel und Verwahrung

Wer nach dem Kursrutsch über RUNE nachdenkt, sollte die üblichen Punkte durchgehen. Kaufe nur bei einem Anbieter, der im Register der EU-Wertpapieraufsicht ESMA als Krypto-Dienstleister nach MiCA geführt ist. Die Übergangsfristen für Anbieter ohne Zulassung sind EU-weit spätestens am 1. Juli 2026 ausgelaufen. Ob ein Anbieter RUNE überhaupt handelt, unterscheidet sich von Börse zu Börse.

Steuerlich gilt in Deutschland nach geltendem Einkommensteuergesetz eine Haltefrist von einem Jahr: Verkaufst du RUNE nach mehr als zwölf Monaten, ist der Gewinn steuerfrei. Innerhalb der Frist sind Gewinne bis zu einer Freigrenze von 1.000 Euro im Jahr steuerfrei, darüber voll steuerpflichtig. Verluste aus privaten Veräußerungsgeschäften kannst du mit Gewinnen derselben Art verrechnen.

Bei Hebelprodukten auf RUNE ist Vorsicht geboten. Eine Liquidation ist die Zwangsschließung einer gehebelten Position, sobald die hinterlegte Sicherheit nicht mehr reicht. RUNE fiel zuletzt binnen 24 Stunden um rund 23 Prozent vom Hoch bis zum Tief. Eine Long-Position mit dreifachem Hebel hätte dabei rund 69 Prozent ihrer Sicherheit verloren, mit fünffachem Hebel wäre sie vollständig aufgezehrt worden.

Zur Verwahrung: RUNE liegt auf dem eigenen THORChain-Netz, nicht auf Ethereum. Prüfe vor einer Auszahlung, ob deine Wallet dieses Netz unterstützt. Für größere Beträge schützt eine Hardware-Wallet besser vor Angriffen auf deinen Rechner als eine reine Software-Wallet.

RUNE-Kursmarken: 0,50 Dollar unten, 0,65 Dollar oben

Die Marke nach unten liegt beim 24-Stunden-Tief von 0,498 Dollar, also knapp unter 0,50 Dollar. Ein Schlusskurs darunter würde ein neues Tief markieren. Nach oben zählt das 24-Stunden-Hoch bei 0,649 Dollar, rund 28 Prozent über dem aktuellen Kurs. Beide Marken leiten sich aus den Kursdaten von CoinGecko ab. Neben der Charttechnik hängt der Kurs an zwei offenen Fragen: wann THORChain Bitcoin und Ether wieder freigibt und wie das Protokoll mit der FBI-Liste umgeht.

Für den Ether-Kurs bleibt die Lage ein Nebenschauplatz. Ether stieg am Montagmorgen um 1,9 Prozent auf rund 2.307 Dollar. Die Angreifer halten laut FBI vor allem Ether, ein schneller Verkauf großer Mengen ist über THORChain aber vorerst versperrt.

THORChain-Stopp: Bis zur Freigabe ruhen Bitcoin- und Ether-Swaps

  1. Route prüfen: Schau vor jedem Tausch in deiner Wallet nach, über welchen Dienst er läuft, und starte keinen Tausch auf einem pausierten Netz. Passende Wallets findest du im Software-Wallet-Vergleich.
  2. Herkunft belegen: Nimm keine Coins aus unklarer Quelle an und bewahre Transaktionsbelege auf. Kaufe bei einem Anbieter mit MiCA-Zulassung aus unserer Liste der regulierten Kryptobörsen.
  3. Sicher verwahren: Größere Bestände gehören auf eine eigene Hardware-Wallet. Modelle und Preise vergleichst du im Hardware-Wallet-Vergleich.

(Stand: 2. November 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)

Häufige Fragen zu THORChain

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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