BitMart-Hack in der Restrukturierung: 391.000 Dollar abgeflossen, neuer Plan im November
BitMart hat einen zweiten Hack bestätigt, rund 391.000 Dollar sind laut Bitquery über drei Layer-2-Netzwerke abgeflossen. Der Ratgeber ordnet den Vorfall ein, erklärt die drei Optionen im Restrukturierungsplan und zeigt, wie du deine Forderung belegst.

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BitMart ist ein zweites Mal gehackt worden. Am 2. November 2026 flossen nach einer Auswertung des Analysedienstes Bitquery rund 391.000 US-Dollar aus Wallets ab, die überwiegend der Börse zugeordnet werden. Gründer Sheldon Xia hat den Angriff am Folgetag auf X bestätigt und den Betrag als gering bezeichnet. Für dein festsitzendes BitMart-Guthaben ändert der Vorfall nach heutigem Stand wenig an der Größenordnung, wohl aber an der Lage: Die Börse steckt mitten in einer Restrukturierung, ihr Sicherheitsteam ist nach Xias eigenen Worten stark unterbesetzt, und der angepasste Plan für die Gläubiger soll noch im November kommen.
Wer bei BitMart noch Kryptowerte oder Stablecoins liegen hat, hält heute faktisch eine Forderung gegen die Börse und keinen frei verfügbaren Bestand mehr. Eine Forderung ist ein Anspruch auf Rückzahlung, dessen Höhe und Form erst ein Verfahren festlegt. Genau deshalb zählt jetzt jeder Beleg zu deinem Konto. Dieser Ratgeber ordnet ein, was über den Hack bekannt ist, wie der Restrukturierungsvorschlag vom 30. September aufgebaut ist, welche Termine bis zum Gericht anstehen und wie du deine Ansprüche sauber dokumentierst. Wie BitMart im August vom Abwicklungskurs auf die Restrukturierung umschwenkte, haben wir in unserem Beitrag zur BitMart-Restrukturierung und der Frist vom 26. August beschrieben.
BitMart-Hack vom 2. November: 391.000 Dollar über Base, Arbitrum und Optimism
Nach den bisher bekannten Angaben verteilten sich die Abflüsse auf drei Layer-2-Netzwerke von Ethereum: Base, Arbitrum und Optimism. Ein Layer-2-Netzwerk ist eine eigene Blockchain-Schicht, die Transaktionen bündelt und gegen das Ethereum-Hauptnetz abrechnet. Viele Börsen halten dort eigene Wallets, um Ein- und Auszahlungen günstig abzuwickeln.
Die Zahl von rund 391.000 Dollar stammt nicht von BitMart selbst. Die Börse hat bislang keine eigene Schadensschätzung veröffentlicht und auch nicht erklärt, wie die Angreifer an die Wallets kamen. Laut den Berichten hat BitMart zudem nicht für jede in der Analyse genannte Adresse bestätigt, dass sie tatsächlich zur Börse gehört. Xia schrieb nach übereinstimmender Darstellung von The Cryptonomist und Coincentral sinngemäß, man sei gestern ebenfalls gehackt worden, habe sofort ermittelt und die Sicherheit verstärkt. Offen bleibt, ob Kundengelder oder persönliche Daten betroffen sind.
Wie groß ist der Schaden im Verhältnis zum Fehlbetrag?
Setzt man die rund 391.000 Dollar ins Verhältnis zum Fehlbetrag von 319,5 Millionen Dollar, den BitMart selbst auf den Hack von 2021 zurückführt, entspricht das etwa 0,12 Prozent. Für die Rückzahlungsquote spielt der neue Vorfall rechnerisch also eine kleine Rolle. Der Satz aus der Fachpresse trifft trotzdem: Jeder Dollar, der jetzt verloren geht, fehlt am Ende in der Masse, aus der die Gläubiger bedient werden.
Spur zu Mercado Bitcoin: Warum die On-Chain-Zuordnung vorläufig bleibt
Am selben Tag traf ein deutlich größerer Angriff die brasilianische Börse Mercado Bitcoin. Die Schätzungen dort gehen auseinander: Mercado Bitcoin selbst nennt rund 38 Millionen Dollar betroffene Werte, das Analyseunternehmen Chainalysis kommt auf etwa 49 Millionen Dollar, andere Berichte nennen 36 Millionen Dollar. Die Hintergründe zu diesem Vorfall findest du in unserem Artikel zum Auszahlungsstopp bei Mercado Bitcoin.
Bitquery hat die BitMart-Abflüsse zu Adressen zurückverfolgt, die auch beim Angriff auf Mercado Bitcoin Mittel aufnahmen. Die Abflüsse bei BitMart begannen demnach etwa 53 Minuten vor dem größeren Angriff. Eine On-Chain-Analyse ist die Auswertung öffentlich einsehbarer Blockchain-Transaktionen, um Geldflüsse Adressen und Akteuren zuzuordnen. Solche Analysen liefern Indizien, keine Beweise: Eine gemeinsame Empfängeradresse belegt nicht zwingend, dass dieselbe Gruppe hinter beiden Vorgängen steht. Xia spricht von vorläufigen Erkenntnissen. Eine förmliche Zuordnung durch Ermittler gibt es bislang nicht.
Personalmangel im Sicherheitsteam: Sheldon Xia nennt die Lücke selbst
Bemerkenswert an der Stellungnahme ist weniger der Betrag als die Begründung. Xia schrieb laut den Berichten, das Sicherheitsteam sei derzeit stark unterbesetzt, man tue aber alles, um Daten und Vermögenswerte zu schützen. Nach der Umstellung auf die Restrukturierung habe BitMart nur ein Kernteam behalten. Abgänge, Drohungen von Nutzern und Auseinandersetzungen mit früheren Beschäftigten hätten es erschwert, technisches Personal zu halten. Einige Schlüsselkräfte seien erst nach Einzelgesprächen geblieben.
Für Kunden ist diese Aussage wichtig, weil sie aus dem Unternehmen selbst kommt. BitMart verwahrt weiterhin Werte, auf deren Rückzahlung tausende Nutzer warten. Eine Börse im Abwicklungs- oder Restrukturierungsmodus hat weniger Einnahmen, weniger Personal und trotzdem dieselbe Angriffsfläche wie zuvor. Daraus folgt keine Aussage über künftige Vorfälle. Es erklärt aber, warum sich viele Anleger nach solchen Fällen grundsätzlich fragen, wie viel ihrer Bestände überhaupt auf einer Börse liegen sollte. Wer Kryptowerte langfristig hält, kann sie in einer eigenen Wallet verwahren; welche Geräte dafür taugen, zeigt unser Vergleich der Hardware-Wallets.
BitMart-Restrukturierung seit Juli: Vom Handelsstopp zum Vorschlag vom 30. September
Die Vorgeschichte in Kurzform: Am 26. Juli 2026 kündigte BitMart nach neun Jahren Betrieb die schrittweise Schließung seiner Handelsplattform an. Neue Registrierungen, Einzahlungen und neue Aufträge wurden sofort gestoppt, der Handel endete am 26. August. Die endgültige Schließung ist laut den Berichten für den 31. Januar 2027 vorgesehen. Als Grund nannte die Börse damals betriebliche Bedingungen, das Marktumfeld und ihre künftige strategische Ausrichtung; von einem Fehlbetrag war noch keine Rede.
Am 21. August brachte BitMart eine Restrukturierung als Alternative zur vollständigen Abwicklung ins Spiel und holte die Kanzlei White & Case als Rechtsberater. Am 9. September folgte die Beratungsgesellschaft Alvarez & Marsal als Finanzberater. Das Haus soll Vermögen, Verbindlichkeiten und mögliche Wege nach vorn bewerten. Zugleich kündigte BitMart ein eigenes Webportal an, über das Nutzer Rückmeldungen zum Plan geben können. Am 30. September räumte die Börse dann öffentlich einen Fehlbetrag in ihren Beständen ein und legte einen vorläufigen Vergleichsvorschlag vor.

Fehlbetrag von 319,5 Millionen Dollar: Der Hack von 2021 als Ursache
Nach eigener Darstellung geht der größte Teil der Lücke auf den Angriff vom Dezember 2021 zurück. Damals verlor BitMart nach Unternehmensangaben Werte von 319,5 Millionen Dollar, berechnet zu Kursen vom 4. Dezember 2021. Davon entfielen 164,1 Millionen Dollar auf Ethereum, 96,5 Millionen Dollar auf BNB, 51,5 Millionen Dollar auf Bitcoin und 7,4 Millionen Dollar auf andere Werte. Ältere Schätzungen aus dem Jahr 2021 nannten Verluste zwischen 150 und 196 Millionen Dollar; die Differenz erklärt sich unter anderem durch unterschiedliche Bewertungszeitpunkte.
Die Börse betrieb nach dem Vorfall weiter und finanzierte sich über Gebühren. 2026 verschlechterte sich die Lage laut BitMart: Die Einnahmen aus Handelsgebühren und Listings gingen zurück, das Terminkontraktgeschäft brachte Verluste, unter anderem durch Händlergruppen, die Rabattprogramme ausnutzten. Ab Mai kamen verstärkte Abhebungen hinzu. Ein Angebot eines Investors über 10 Millionen Dollar Liquidität hielt BitMart für zu gering, um die Lücke zu schließen.
Drei Optionen im Restrukturierungsplan: Liquide Mittel, Restitution Token und Continuum Token
Der Vorschlag vom 30. September ist ausdrücklich vorläufig und braucht die Zustimmung eines Gerichts. Laut der Zusammenfassung von ForkLog, die sich auf die Mitteilung der Börse stützt, sollen Gläubiger zwischen drei Wegen wählen können:
- Anteil an den liquiden Mitteln: eine anteilige Auszahlung aus dem, was BitMart an leicht verwertbaren Werten hat. Genannt werden Fiatgeld, die Stablecoins USDC, PYUSD und USDT sowie Bitcoin, Ethereum und Solana. Wie hoch die Quote ausfällt, ist noch offen.
- Restitution Token: ein Token, dessen Wert an Mittel geknüpft ist, die BitMart aus dem Hack von 2021 zurückholen kann. Nach Angaben der Börse hat eine private Untersuchung zuletzt Vermögenswerte im Umfeld jenes Angriffs identifiziert.
- Continuum Token: ein auf einer dezentralen Börse handelbarer Token, dessen Wert von BitMarts Beteiligungen, dem Verkauf schwer handelbarer Anlagen und, falls die Börse wieder Geschäft aufnimmt, einem Teil künftiger Gewinne abhängen soll.
Die Grundabwägung ist bei solchen Plänen fast immer dieselbe: frühere, aber kleinere Zahlung gegen spätere, aber unsichere Erholung. Die erste Option ist die greifbarste, weil sie aus vorhandenen Beständen bedient wird. Die beiden Token-Varianten hängen dagegen von künftigen Erfolgen ab, die heute niemand beziffern kann. BitMart hat angekündigt, für alle Nutzer die erwartete Rückzahlungsquote je Option auszurechnen. Erst mit diesen Zahlen lässt sich eine echte Entscheidung treffen.
Bewertung der Forderungen: Dollarwert ab dem 26. Juli und ein unabhängiger Gutachter
Ein Punkt im Vorschlag betrifft dich unmittelbar, egal welche Option du später wählst. Kontostände sollen zunächst in einen Dollarwert umgerechnet werden. Grundlage ist der gewichtete Durchschnittskurs der jeweiligen Token ab dem 26. Juli bis zu einem Stichtag, den BitMart noch festlegen will. Ein vom Gericht bestellter unabhängiger Sachverständiger soll die Forderungen prüfen.
Für Halter heißt das: Deine Forderung bemisst sich voraussichtlich nicht in Coins, sondern in Dollar. Steigt ein Coin nach dem Stichtag, profitierst du davon nicht mehr. Fällt er, trägt dieses Risiko ebenfalls niemand mehr in Coins. Wie lang der Bewertungszeitraum am Ende ausfällt, ist offen und kann den Wert deiner Forderung spürbar verschieben. Wer seinen Kontostand vom 26. Juli und vom Handelsende am 26. August belegen kann, ist bei späteren Rückfragen im Vorteil.
Zeitplan bis zum Gericht: Anpassung im November, Antrag im Dezember oder Januar
Laut dem Vorschlag wollte BitMart im Oktober mit seinen 50 größten Kunden nach Kontostand über die Eckpunkte sprechen. Auf Grundlage der Rückmeldungen soll der Plan im November angepasst werden. Den Antrag auf gerichtliche Bestätigung strebt die Börse für Dezember 2026 oder Januar 2027 an. Die Berichte zum neuen Hack nennen denselben Zeitplan. Ob der Vorfall daran etwas ändert, hat BitMart bislang nicht mitgeteilt.
Ein Detail ist in der Berichterstattung uneinheitlich: Ein Teil der Fachmedien beschreibt die Restrukturierung bereits als gerichtlich überwacht, andere sprechen von Gerichtsanträgen, die erst noch gestellt werden sollen. Die Angaben der Börse selbst deuten auf Letzteres. Solange kein Gericht einen Plan bestätigt hat, ist jede genannte Quote ein Vorschlag und keine Zusage.
Für dich zählen in den kommenden Wochen vor allem drei Termine: die Veröffentlichung des angepassten Plans im November, die Rechenbeispiele je Option und der tatsächliche Gerichtsantrag. Verfolge die Mitteilungen dazu nur über die offiziellen Kanäle der Börse.
Guthaben dokumentieren: So sicherst du Belege für deine BitMart-Forderung
Unabhängig vom Ausgang des Verfahrens gilt: Wer seine Forderung belegen kann, steht besser da. Sinnvoll ist jetzt eine vollständige Sammlung, solange dein Konto noch erreichbar ist.
- Kontostand: Bildschirmfotos der Vermögensübersicht mit sichtbarem Datum, möglichst für jeden Coin einzeln.
- Exporte: Handels- und Transaktionshistorie als Datei herunterladen, falls die Funktion noch angeboten wird. Ein vollständiger Export ist der stärkste Beleg.
- Auszahlungsanträge: jede Anfrage mit Datum, Betrag, Zieladresse und, falls vorhanden, Transaktions-ID festhalten, auch abgelehnte oder hängende.
- Kommunikation: E-Mails von BitMart, Ticketverläufe mit dem Kundendienst und Bestätigungen aus dem Feedback-Portal aufbewahren.
- Einzahlungen: Belege, wann und von wo du Coins oder Geld eingezahlt hast, etwa aus der Historie deiner Bank oder einer anderen Börse.
Lege die Unterlagen an zwei Orten ab, etwa auf dem Rechner und in einem verschlüsselten Speicher. Eine Börse im Rückbau kann Funktionen ohne lange Vorwarnung abschalten.

Phishing nach dem Hack: Falsche Rückholangebote und gefälschte Portale
Nach jedem bekannten Börsenvorfall folgen Betrugsversuche. Phishing ist der Versuch, über gefälschte Nachrichten oder Webseiten an Zugangsdaten, Wiederherstellungsphrasen oder Geld zu kommen. Bei BitMart-Kunden liegen zwei Maschen besonders nahe: angebliche Rückholdienste, die gegen Vorkasse versprechen, dein Guthaben schneller freizubekommen, und nachgebaute Gläubigerportale, die nach Passwort und Zwei-Faktor-Code fragen.
Ein seriöses Restrukturierungsverfahren verlangt von dir keine Gebühr für die Anmeldung einer Forderung und keine Wiederherstellungsphrase. Prüfe jeden Link auf ein Portal über die offiziellen Kanäle von BitMart, statt auf Links aus E-Mails oder Direktnachrichten zu klicken. Ändere dein BitMart-Passwort, falls du es anderswo ebenfalls verwendest, und lass die Zwei-Faktor-Authentifizierung aktiv. Wer dir eine bevorzugte Auszahlung anbietet, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Betrüger.
Krypto-Steuer bei Börsenausfall: Die Rechtslage in Deutschland ist ungeklärt
Viele Betroffene fragen, ob ein Ausfall des Guthabens steuerlich als Verlust zählt. Kryptowerte im Privatvermögen fallen in Deutschland unter die privaten Veräußerungsgeschäfte nach Paragraf 23 Einkommensteuergesetz. Ein Verlust daraus setzt in der Regel eine Veräußerung voraus. Ob ein Totalausfall bei einer Börse, ein späterer Teilausgleich in Dollar oder der Tausch einer Forderung in einen Restitution Token als Veräußerung gilt, hat die Finanzverwaltung bislang nicht ausdrücklich geregelt.
Konkret: Dokumentiere Anschaffungsdaten und Einstandskurse jetzt, solange du die Historie noch abrufen kannst. Sobald eine Zahlung oder ein Token-Tausch erfolgt, lässt sich die steuerliche Behandlung mit einer Steuerberatung klären. Ohne die Ursprungsdaten fehlt dafür die Grundlage.
BitMart-Guthaben: Bis zum Gerichtsantrag zählt jeder Beleg
Der zweite Hack verschiebt die Rechnung kaum, macht aber deutlich, wie dünn die Personaldecke bei BitMart inzwischen ist. Bis der angepasste Plan im November steht, kannst du drei Dinge erledigen:
- Bestände sichern: Was du künftig selbst verwahren willst, gehört in eine eigene Wallet. Welche Geräte sich eignen, zeigt der Hardware-Wallet-Vergleich.
- Handelsplatz prüfen: Für neue Käufe kommt eine Börse mit MiCA-Zulassung in Frage, die der Aufsicht in der EU unterliegt. Eine Übersicht bietet der Vergleich regulierter Kryptobörsen.
- Historie festhalten: Exportiere deine BitMart-Transaktionen und bereite sie für die Steuer auf. Dabei helfen die Programme aus dem Vergleich der Krypto-Steuer-Tools.
(Stand: 4. November 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)
Häufige Fragen zum BitMart-Hack
Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.
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