Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit einem hohen Risiko verbunden. Führe immer deine eigene Recherche durch.

Bitcoin Wallet Bug: Warum das Beschleunigen einer Zahlung dein Wallet leeren kann

Ein Bitcoin Wallet Bug ließ manipulierte Server echte Zahlungen gegen gefälschte tauschen. So funktioniert die Gebühren-Falle und so schützt du dich.

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Kategorien: Bitcoin

Die meisten $Bitcoin Diebstähle brauchen deine Seed-Phrase. Dieser nicht. Eine Schwachstelle in Electrum, einem der ältesten Bitcoin Wallets, erlaubte es einem manipulierten Server, eine unbestätigte Zahlung gegen eine gefälschte auszutauschen. Danach musste der Angreifer nur warten, bis du etwas ganz Alltägliches tust: die Zahlung beschleunigen. Mit der Freigabe der höheren Gebühr hast du nicht deine eigene Transaktion signiert, sondern die des Angreifers. Mindestens ein Nutzer verlor Geld, bevor der Fix am 24. Oktober erschien. Hier erfährst du, was passiert ist und warum es dich auch dann betrifft, wenn du Electrum nie genutzt hast.

Wie funktioniert die Gebühren-Falle bei Bitcoin?

Leichtgewichtige Wallets wie Electrum laden nicht die komplette Blockchain herunter. Sie fragen externe Server nach deiner Transaktionshistorie und nutzen sie, um Zahlungen ins Netzwerk zu senden. Bestätigte Transaktionen werden gegen die Blockchain geprüft. Unbestätigte Transaktionen übernahm das Wallet dagegen ungeprüft von dem Hauptserver, mit dem es gerade verbunden war.

Genau diese Lücke nutzten die Angreifer. Wer einen dieser Server betreibt, konnte eine ausgehende Zahlung abfangen, bevor sie das Netzwerk erreichte, und dem Wallet eine gefälschte Version unterschieben. Die Fälschung schickte deine Coins an eine Adresse des Angreifers, in mindestens einem Fall mit denselben letzten vier Zeichen wie der echte Empfänger. Die Gebühr war so niedrig angesetzt, dass die Transaktion nie bestätigt worden wäre. Im Wallet sah sie trotzdem wie eine ganz normale ausstehende Zahlung aus.

Dann kam der Köder. Eine hängende Transaktion bringt Nutzer fast automatisch dazu, Replace-by-Fee zu nutzen, die Standardfunktion von Bitcoin für das Nachbessern der Gebühr. In Electrum bedeutete das, die Transaktion aus der Historie neu zu signieren. Da diese Transaktion dem Angreifer gehörte, war die Signatur gültig, die Coins wanderten ab, und der Diebstahl sah aus wie eine gewöhnliche Gebührenerhöhung.

Wer war von der Electrum Sicherheitslücke betroffen?

Electrum veröffentlichte die Sicherheitswarnung am 24. Oktober und bestätigte, dass einige Server die Lücke bereits aktiv ausnutzten. Die erste Meldung kam am 11. Oktober von einem Nutzer mit einem Zwei-von-drei-Multisig-Setup und zwei Hardware Wallets. Er entdeckte eine fremde ausgehende Transaktion in seiner Historie, verlor aber kein Geld. Ein zweiter Nutzer hatte weniger Glück. Weder die gestohlene Summe noch die beteiligten Server wurden bisher genannt.

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Wer sein Wallet ausschließlich mit dem eigenen oder einem vertrauenswürdigen Server verbindet, war nie gefährdet. Alle anderen, die eine Version unter 4.8.3 nutzen, bleiben angreifbar, solange das Wallet auf einem manipulierten Server landen kann.

Was ändert der Fix in Electrum 4.8.3?

Version 4.8.3 prüft jetzt die Signaturen unbestätigter Transaktionen, die Coins aus deinem eigenen Wallet ausgeben. Ein Server kann dir keine ungültige Transaktion mehr in die Historie schieben, die das Wallet als echt anzeigt. Lade das Update ausschließlich von electrum.org herunter, niemals über ein Pop-up im Wallet oder einen Link aus einer Nachricht. Genau mit solchen gefälschten Update-Hinweisen wurden Electrum-Nutzer 2019 um mehr als 4,6 Millionen Dollar gebracht.

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So schützt du dein Bitcoin Wallet vor dieser Art von Angriff

Die Lehre geht über ein einzelnes Wallet hinaus. Jede Software, die bei unbestätigten Daten einem Dritten vertraut, hat dieselbe Schwachstelle. Ein paar Gewohnheiten lohnen sich deshalb immer:

  • Behandle jede Gebührenerhöhung wie eine neue Transaktion. Prüfe die komplette Empfängeradresse und den Betrag auf dem Signaturbildschirm, nicht nur die letzten Zeichen.
  • Bestätige auf dem Gerät. Nutzt du ein Hardware Wallet, prüfe das Ziel auf dem Display. Der Multisig-Nutzer hat den Angriff genau deshalb bemerkt, weil die Hardware etwas anderes anzeigte.
  • Betreibe nach Möglichkeit eine eigene Node oder nutze einen Server, den du kontrollierst. Der Angriff funktioniert nur, wenn ein Fremder deinem Wallet die Historie liefert.
  • Halte deine Wallet-Software aktuell und prüfe Downloads, wenn möglich, über die Signatur der Entwickler.

Selbstverwahrung heißt, dass du für die Sicherheit verantwortlich bist, und dazu gehören auch die langweiligen Schritte. Ein Adress-Check von dreißig Sekunden bleibt die günstigste Versicherung im Krypto-Markt. Den aktuellen Bitcoin Kurs und den Gesamtmarkt findest du auf unserer Kursseite.

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