Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit einem hohen Risiko verbunden. Führe immer deine eigene Recherche durch.

Bitget öffnet Auszahlungen ab 28. September: Was du mit Restguthaben jetzt prüfen musst

Bitget gibt die nach dem Vorfall vom 24. September gesperrten Auszahlungen ab dem 28. September in vier Stufen wieder frei. Für Restguthaben aus Deutschland ist das ein Termin, kein Grund zum Abwarten.

Sanduhr aus Messing und Glas neben einer schweren Metallmünze mit eingeprägtem Bitcoin-Zeichen auf dunklem Stein
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Wenn eine Kryptobörse ihre Auszahlungen anhält, ist die entscheidende Frage für dich nicht, wie der Angriff technisch ablief, sondern wann dein Guthaben wieder bewegt werden kann und in welcher Reihenfolge. Auf diese Frage gibt es seit dem 26. September 2026 eine Antwort: Bitget hat einen gestaffelten Fahrplan veröffentlicht, der am 28. September mit Bitcoin beginnt und am 2. Oktober mit Fiatgeld und den übrigen Token endet.

Für Anlegerinnen und Anleger in Deutschland kommt dabei ein zweiter Umstand hinzu, der in den internationalen Meldungen kaum vorkommt: Bitget bedient den deutschen Markt seit Januar 2026 nicht mehr regulär und führt Deutschland in den eigenen Nutzungsbedingungen als gesperrtes Land. Wer hier trotzdem noch ein Restguthaben liegen hat, bekommt mit diesem Fahrplan ein Zeitfenster, das er kennen sollte.

Bitget-Auszahlungen ab 28. September: Der Fahrplan nach Netzwerken und Uhrzeiten

Die Börse hat die Wiederaufnahme in vier Stufen geteilt, jede beginnt um 08:00 Uhr UTC, also 10:00 Uhr deutscher Sommerzeit. Den Anfang macht Bitcoin im Bitcoin-Netzwerk am 28. September. Einen Tag später folgt Ether, und zwar über die Netzwerke Ethereum, BNB Smart Chain, Arbitrum, Base und Optimism. Am 30. September wird USDT freigegeben, über Ethereum, BNB Smart Chain, Solana und Tron. Zum Schluss, am 2. Oktober, kommen die übrigen Token, die Fiat-Auszahlung und der Peer-to-Peer-Handel dazu.

Ein Netzwerk ist dabei der Übertragungsweg, über den ein Guthaben die Börse verlässt. Dieselbe Münze kann über mehrere Netzwerke laufen, und jedes hat eigene Gebühren, eigene Adressformate und eigene Bestätigungszeiten. Die Staffelung bedeutet deshalb nicht nur, dass du auf einen Kalendertag wartest, sondern auch, dass dein bevorzugter Übertragungsweg womöglich erst in einer späteren Stufe dabei ist.

Handel und Einzahlungen liefen nach Darstellung der Börse während der gesamten Sperre weiter, betroffen war allein die Auszahlung. Bitget erklärt außerdem, die Guthabenstände der Konten seien unverändert geblieben und die Sperre sei eine reine Sicherheitsmaßnahme gewesen. Das ist eine Angabe des Unternehmens; überprüfbar wird sie erst, wenn die erste Stufe tatsächlich läuft.

Was am 24. September geschah: 387,5 Millionen Dollar und ein gefälschter Autorisierungsweg

Am 24. September 2026 flossen unautorisiert Kryptowerte aus mehreren Wallets der Börse ab. Die Erkennung datiert das Unternehmen auf 18:31 Uhr UTC. Die Schadenssumme wurde zunächst mit rund 351,6 Millionen US-Dollar angegeben und in der Folge auf 387,5 Millionen US-Dollar nach oben korrigiert; beide Zahlen stehen nebeneinander im Umlauf, je nach Stand der Auswertung. Betroffen waren nach Unternehmensangaben heiße und warme Wallets, während die offline verwahrten Bestände unberührt blieben.

Eine heiße Wallet ist eine Geldbörse, deren Schlüssel dauerhaft mit dem Internet verbunden sind, damit Auszahlungen automatisch laufen können. Genau diese Erreichbarkeit ist ihr Risiko. Vorstandschefin Gracy Chen erklärte gegenüber CoinDesk, private Schlüssel seien nicht kompromittiert worden; die Angreifer hätten vielmehr ein Wallet-Backend übernommen, Transaktionsdaten gefälscht und damit den regulären Freigabeprozess der Börse ausgelöst. Betroffen waren zehn Kryptowerte über mehrere Netzwerke, darunter XRP, Ether, USDT, Zcash, USDC, BNB, Avalanche und TRX. Der größte Einzelposten waren nach der Aufstellung rund 102,93 Millionen XRP.

Die Börse gibt an, die zugrunde liegende Schwachstelle sei bestätigt und behoben. An der forensischen Aufarbeitung beteiligt sind nach Unternehmensangaben Mandiant, die Sicherheitssparte von Google, sowie SlowMist. Zusätzlich hat Bitget ein Kopfgeldprogramm ausgeschrieben: fünf Prozent auf erfolgreich eingefrorene und fünf Prozent auf erfolgreich zurückgeholte Mittel, ausgenommen sind gerichtlich oder behördlich veranlasste Maßnahmen. Vorstandschefin Chen hat für den 28. September, 07:30 Uhr UTC, eine öffentliche Fragerunde angekündigt.

Massives Stahl-Tresortor, nur einen Spalt geöffnet, ein Lichtstrahl fällt auf eine Bitcoin-Münze am Boden
Die Öffnung kommt nicht auf einmal: Vier Stufen zwischen dem 28. September und dem 2. Oktober entscheiden, wann welches Guthaben bewegt werden kann.

Warum Bitcoin zuerst freigegeben wird und Fiatgeld zuletzt

Die Reihenfolge wirkt willkürlich, folgt aber der technischen Komplexität. Bitcoin läuft über ein einziges Netzwerk mit einem einzigen Adressformat und ohne Smart Contracts. Eine Freigabe lässt sich dort mit überschaubarem Prüfaufwand wieder anschalten und beobachten. Ether und USDT hängen dagegen an mehreren Ketten gleichzeitig, jede mit eigenem Vertragscode und eigener Signaturlogik. Fiat-Auszahlungen schließlich laufen über Bankpartner, deren Prüfprozesse die Börse nicht allein steuert.

Praktisch heißt das: Je weiter hinten dein Wert im Fahrplan steht, desto länger bleibt er dem Risiko ausgesetzt, dass die Öffnung verschoben wird. Wer die Wahl hat, welchen Wert er zuerst herausholt, sollte diese Reihenfolge bei der Planung mitdenken, statt auf die eine Stufe zu warten, die genau sein Lieblingsnetzwerk bedient.

Deutschland ist bei Bitget gesperrtes Land: Was das für dein Restguthaben bedeutet

Dieser Punkt entscheidet über den Handlungsbedarf. Bitget hat die Neuanmeldung für Nutzer mit Wohnsitz in Deutschland zum 16. Januar 2026 geschlossen, und in den Nutzungsbedingungen des Unternehmens, zuletzt aktualisiert am 15. September 2026, steht Deutschland als verbotenes Land. Ein neues Konto kannst du dort also ohnehin nicht eröffnen. Relevant ist der Fahrplan deshalb für eine bestimmte Gruppe: für alle, die ein Altkonto mit Restbestand haben und es bisher nicht geräumt haben.

Für diese Gruppe ist die Wiederaufnahme keine gute Nachricht, sondern ein Termin. Ein Anbieter, der deinen Wohnsitzmarkt selbst als gesperrt führt, ist kein Ort, an dem Guthaben dauerhaft liegen sollte. Die eigentliche Handlung besteht darin, die Freigabe zu nutzen und den Bestand abzuziehen, nicht darin, die Rückkehr des Normalbetriebs abzuwarten. Wenn du ohnehin einen neuen Handelsplatz brauchst, lohnt vorab der Blick in unseren Überblick der besten Kryptobörsen, weil du die Zieladresse vor dem 28. September bereit haben solltest und nicht erst, wenn das Fenster offen ist.

Keine MiCA-Zulassung: Warum die europäische Haftungsregel hier nicht greift

MiCA ist die europäische Verordnung über Märkte für Kryptowerte. Sie verlangt, dass ein Anbieter, der Kunden in der EU bedient, dafür zugelassen ist, und sie knüpft an diese Zulassung eine Haftung für verwahrte Kundenwerte. Der entscheidende Satz für dich: Diese Haftung hängt an der Zulassung. Fehlt sie, fehlt auch der Anspruch, den die Verordnung sonst gäbe.

Bitget ist nach dem Stand vom 25. September 2026 nicht im einschlägigen europäischen Register eingetragen. Das Unternehmen hat über seine EU-Gesellschaft einen Antrag bei der österreichischen Finanzmarktaufsicht gestellt und diesen am 2. Juli 2026 bestätigt. Ein Antrag ist jedoch keine Erlaubnis. Die Übergangsfrist, in der Anbieter im Europäischen Wirtschaftsraum ohne eigene Zulassung weiterarbeiten durften, ist am 1. Juli 2026 ausgelaufen. Was aus den Pflichten einer Zulassung konkret folgt, haben wir im Überblick zu den MiCA-Pflichten für Kryptounternehmen zusammengestellt.

Daraus folgt kein Urteil über die Absichten des Unternehmens. Es folgt aber eine nüchterne Einordnung deiner Lage: Wenn bei einem nicht zugelassenen Anbieter etwas schiefgeht, bist du auf dessen freiwillige Zusage angewiesen und nicht auf einen europäischen Haftungsanspruch. Die Durchsetzung müsstest du im Zweifel dort betreiben, wo die Gesellschaft sitzt.

Der Schutzfonds deckt den Schaden, ist damit aber weitgehend aufgebraucht

Bitget verweist auf einen hauseigenen Schutzfonds und erklärt, dieser decke die finanziellen Folgen des Vorfalls ab. Der Fonds wurde am 24. September mit mehr als 464 Millionen US-Dollar angegeben. Setzt man die korrigierte Schadenssumme von 387,5 Millionen dagegen, beansprucht dieser eine Vorfall rund 84 Prozent des Polsters.

Ein solcher Fonds ist ein freiwilliges Versprechen des Unternehmens, keine gesetzliche Einlagensicherung. Die deutsche Einlagensicherung bis 100.000 Euro greift für Bankguthaben, nicht für Kryptowerte auf einer Handelsplattform. Wie belastbar solche Schutzversprechen im Branchenvergleich sind, haben wir am 25. September in einer eigenen Erhebung für mehrere Börsen nachgerechnet. Die Kurzfassung: Ein Fonds, der in Kryptowerten gehalten wird, schrumpft in genau der Marktlage, in der er gebraucht wird.

Alte Balkenwaage mit einer Bitcoin-Münze in einer Schale, die zweite Schale leer, daneben ein Wachssiegel ohne Wappen
Ohne Zulassung fehlt die Gegenseite der Waage: Der Schutz beruht dann allein auf einer Zusage des Unternehmens.

Auszahlung vorbereiten: Netzwerk, Adresse und Gebühren vor dem 28. September prüfen

Die Stufen öffnen um 08:00 Uhr UTC, und erfahrungsgemäß ist der Andrang in den ersten Stunden am größten. Drei Dinge solltest du vorher erledigt haben, weil sie sich im offenen Fenster nicht mehr in Ruhe klären lassen.

Erstens die Zieladresse. Sie muss zu dem Netzwerk passen, das in deiner Stufe freigegeben wird. Eine Auszahlung über ein Netzwerk, das deine Ziel-Wallet nicht unterstützt, ist der häufigste Weg, Guthaben dauerhaft zu verlieren. Zweitens die Verifizierung deines Kontos: Wenn die Zwei-Faktor-Absicherung auf einem alten Gerät liegt oder eine Identitätsprüfung ausstehend ist, kostet dich das genau die Zeit, die du nicht hast. Drittens die Gebühren, die sich zwischen den Netzwerken deutlich unterscheiden und die bei kleinen Beständen den Ausschlag geben können, welchen Weg du wählst; wie sich Auszahlungs- und Netzwerkgebühr unterscheiden, haben wir an anderer Stelle aufgeschlüsselt.

Ein Hinweis zur Größenordnung: Bitcoin notierte am 26. September 2026 gegen 10:50 Uhr UTC bei rund 84.100 US-Dollar, Ether bei rund 2.690 US-Dollar und XRP bei rund 1,55 US-Dollar (Quelle: CoinGecko). Wer den Gegenwert seines Restbestands kennt, kann besser entscheiden, ob sich eine Auszahlung über ein teures Netzwerk überhaupt lohnt.

Selbstverwahrung oder anderer Handelsplatz: Wohin das Guthaben nach der Freigabe geht

Für das Ziel gibt es zwei ernsthafte Möglichkeiten, und sie unterscheiden sich weniger im Aufwand als in der Frage, wer den Schlüssel hält. Bei der Selbstverwahrung liegt der private Schlüssel bei dir, und damit auch die alleinige Verantwortung: Geht die Sicherung verloren, hilft dir niemand. Dafür gibt es keinen Betreiber mehr, dessen Wallet-Backend jemand übernehmen könnte. Welche Geräte dafür taugen und worin sie sich unterscheiden, zeigt unser Vergleich der Hardware-Wallets.

Die zweite Möglichkeit ist ein Handelsplatz, der für den deutschen Markt zugelassen ist. Der Vorteil liegt nicht im Komfort, sondern im Rechtsrahmen: Bei einem zugelassenen Anbieter stehen dir die Pflichten aus MiCA tatsächlich zur Seite. Wer nach der Auszahlung weiterhandeln will, fährt damit auf einer anderen Grundlage als bisher.

Eine dritte Variante, nämlich das Guthaben einfach liegen zu lassen und abzuwarten, ist bei einem Anbieter ohne Zulassung für deinen Wohnsitzmarkt die schwächste Option. Sie setzt darauf, dass alles gut geht, ohne dass dir ein Anspruch zur Seite steht, falls es das nicht tut.

Steuer in Deutschland: Warum der Transfer auf die eigene Wallet die Haltefrist nicht bricht

Ein verbreiteter Irrtum hält Menschen davon ab, ihr Guthaben zu bewegen. Die einjährige Haltefrist nach Paragraf 23 des Einkommensteuergesetzes knüpft an die Anschaffung an, nicht an den Aufbewahrungsort. Ein Transfer von einer Börse auf deine eigene Wallet ist keine Veräußerung und löst deshalb weder einen steuerpflichtigen Vorgang aus noch startet er die Frist neu. Verkaufst du dagegen auf der Börse, um dir Euro auszahlen zu lassen, ist das ein Veräußerungsvorgang mit allen steuerlichen Folgen.

Praktisch heißt das: Der bloße Abzug deines Bestands ist steuerlich unkritisch. Wichtig ist allerdings die Dokumentation. Wenn eine Börse Auszahlungen aussetzt und später Daten nachträglich zusammenführt, sind Anschaffungszeitpunkt und Anschaffungskosten aus dem Exportverlauf nicht immer sauber nachvollziehbar. Zieh dir den Transaktionsverlauf deines Kontos herunter, bevor du das Guthaben bewegst, und nicht erst Monate später.

Marken und Schwellen: Woran du erkennst, ob der Fahrplan hält

Drei beobachtbare Punkte sagen dir mehr als jede Ankündigung. Der erste ist der 28. September um 08:00 Uhr UTC: Läuft die Bitcoin-Stufe pünktlich und ohne erneute Unterbrechung an, ist das ein belastbares Zeichen dafür, dass die übrigen Stufen ebenfalls kommen. Der zweite ist der 30. September mit USDT, weil Stablecoin-Abflüsse erfahrungsgemäß am größten sind und die Liquidität am stärksten fordern. Der dritte ist der 2. Oktober mit Fiatgeld und Peer-to-Peer, weil dort Bankpartner mitspielen müssen.

Wird eine dieser Stufen verschoben oder nur teilweise geöffnet, etwa mit Betragsobergrenzen, ist das die Information, auf die es ankommt. Eine Obergrenze ist kein Bruch des Versprechens, aber sie verlängert deine Wartezeit, und sie ist ein Hinweis darauf, wie angespannt die Liquidität tatsächlich ist. In die andere Richtung gilt: Eine Stufe, die ohne Deckelung und ohne Verzögerung anläuft, entkräftet die naheliegende Sorge, dass die Auszahlungssperre mehr als eine Sicherheitsmaßnahme war.

Bitget-Auszahlungen prüfen: Was du daraus mitnimmst

  1. Prüfe heute, ob du dort überhaupt noch etwas liegen hast. Melde dich an, sieh dir den Bestand und den Status deiner Zwei-Faktor-Absicherung an und lade den Transaktionsverlauf herunter. Wenn du danach einen neuen Handelsplatz brauchst, wähle ihn vor dem 28. September aus unserem Überblick der besten Kryptobörsen aus.
  2. Lege die Zieladresse an, bevor dein Netzwerk freigegeben wird. Adresse und Netzwerk müssen zueinander passen; teste sie mit einem kleinen Betrag, sobald deine Stufe offen ist. Für die dauerhafte Aufbewahrung außerhalb einer Börse hilft der Vergleich der Hardware-Wallets bei der Gerätewahl.
  3. Dokumentiere den Vorgang für die Steuererklärung. Der Transfer auf die eigene Wallet ist kein Verkauf, aber Anschaffungsdatum und Anschaffungskosten musst du weiterführen können. Ein Werkzeug aus unserer Übersicht der Krypto-Steuer-Tools und Portfolio-Tracker nimmt dir das Zusammenführen ab.

Quellen zum Nachlesen: der Fahrplan mit allen Stufen und Netzwerken bei The Crypto Times sowie die Darstellung des Angriffswegs durch die Vorstandschefin bei CoinDesk.

(Stand: 26. September 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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