Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit einem hohen Risiko verbunden. Führe immer deine eigene Recherche durch.

Binance öffnet die Auszahlungen wieder: 15 Netzwerke zuerst, 95 Prozent der Beute ersetzt

Drei Tage nach dem Hack über 6,3 Milliarden Dollar gibt Binance die Auszahlungen in Phasen frei. Phase eins startet am 1. November zwischen 7 und 10 Uhr mit Bitcoin, Ether, USDT, USDC, BNB, Solana, XRP und acht weiteren Netzwerken. Was Kunden jetzt wissen müssen.

Symbolbild: eine Tresortür mit dem BNB-Zeichen öffnet sich, goldenes Licht fällt in den dunklen Tresorraum
6 Min. Lesezeit
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Drei Tage nach dem größten Hack in der Geschichte der Kryptobörsen gibt Binance die Auszahlungen wieder frei. In einer Mitteilung vom 1. November 2026, 4:08 Uhr UTC, kündigt die Börse die erste Phase für Sonntag zwischen 6:00 und 9:00 Uhr UTC an, also zwischen 7 und 10 Uhr deutscher Zeit. Die Freigabe läuft schrittweise: Binance prüft jedes Netzwerk einzeln und öffnet es erst nach abgeschlossenen Sicherheits- und Bereitschaftstests. Einzahlungen laufen nach Angaben der Börse normal (Binance, Recovery Update #4).

Damit hält Binance den Zeitplan, den die Börse nach dem Angriff vom 29. Oktober zugesagt hatte. Am 30. Oktober um 4:36 Uhr UTC hieß es noch „innerhalb von 48 Stunden“, am 31. Oktober bestätigte Binance den Sonntag als Termin. Gestohlen wurden gegen 20:05 Uhr UTC rund 6,3 Milliarden Dollar aus den Hot Wallets; die Spur führt nach Analysen von TRM Labs zur nordkoreanischen Gruppe TraderTraitor. Alles, was über den Angriff bekannt ist, steht in unserem Überblick Nordkorea hinter dem Binance Hack.

95 Prozent der Beute sind ersetzt

Parallel füllt Binance die Lücke aus eigener Tasche. Am Abend des 30. Oktober waren nach Angaben der Börse rund 80 Prozent des gestohlenen Betrags ersetzt, am 31. Oktober 90 Prozent, am 1. November 95 Prozent. Die Guthaben in BTC, ETH, USDT, BNB, SOL, USDC, XRP, USD1, RLUSD und ZEC sind laut Binance vollständig gedeckt, belegt durch einen Reserve-Schnappschuss vom 31. Oktober, 0:00 Uhr UTC. Die fehlenden 5 Prozent betreffen kleinere Token außerhalb der zehn größten, die sich am Markt nur langsam in der nötigen Menge kaufen lassen. Woher das Geld für die Erstattung kommt, erklären wir in Binance sagt Vollerstattung zu.

Balkendiagramm: Binance hat nach eigenen Angaben am 30. Oktober 80 Prozent, am 31. Oktober 90 und am 1. November 2026 95 Prozent des gestohlenen Betrags ersetzt
Quelle: Binance-Mitteilungen vom 30. Oktober, 31. Oktober und 1. November 2026

Diese 15 Netzwerke kommen in Phase eins

Binance hat die Reihenfolge nach der Nachfrage der vergangenen Woche festgelegt. Zuerst öffnen die Netzwerke, über die die meisten Kunden auszahlen wollen:

NetzwerkAuszahlbare Coins in Phase eins
BitcoinBTC
EthereumETH, USDT, USDC
BNB Smart ChainBNB, USDT, USDC
TronTRX, USDT
SolanaSOL, USDT, USDC
XRP LedgerXRP
ZcashZEC
DogecoinDOGE
TONUSDT, GRAM
PolygonPOL, USDT, USDC
Avalanche C-ChainAVAX, USDT, USDC
ArbitrumETH, USDT, USDC, ARB
BaseETH, USDC
OptimismETH, USDT, USDC
SuiSUI

Quelle: Binance, Mitteilung vom 1. November 2026. Weitere Netzwerke und Coins folgen nach Angaben der Börse, sobald ihre Prüfung abgeschlossen ist. Um 4:45 Uhr UTC, gut eine Stunde vor dem Start, standen die Auszahlungen laut Binances eigener Netzwerkstatusabfrage noch auf allen Bitcoin- und Ethereum-Netzwerken auf gesperrt.

Was Binance-Kunden jetzt tun sollten

  • Netzwerk prüfen, bevor man auszahlt. Ob ein Coin auf dem gewünschten Netzwerk schon offen ist, zeigt die Auszahlungsseite des Coins oder die Statusseite der Netzwerke bei Binance. Wer etwa USDT auszahlen will, kann in Phase eins zwischen neun Netzwerken wählen.
  • Mit Wartezeit rechnen. Binance erwartet in der ersten Phase viel Andrang. Scheitert eine Auszahlung, hilft nach Angaben der Börse ein neuer Versuch nach kurzer Zeit.
  • Nur in der App oder auf binance.com nachsehen. Nach großen Ereignissen kursieren gefälschte Mails und Seiten, die mit einer „schnellen Auszahlung“ locken. Den Status prüft man deshalb nie über Links aus Mails oder Nachrichten.
  • Adresse doppelt prüfen. Eine Auszahlung auf ein falsches Netzwerk ist meist verloren. Wer zum ersten Mal auf eine eigene Wallet auszahlt, sendet zuerst einen kleinen Testbetrag.

Was noch offen ist

Drei Punkte entscheiden in den nächsten Tagen, ob das Vertrauen zurückkommt. Erstens Phase zwei: Kunden mit Coins außerhalb der Liste warten weiter, einen Termin nennt Binance noch nicht. Zweitens der vollständige Reservenachweis, den Binance für Dienstag, den 3. November, ankündigt; mit ihm sollen Kunden selbst prüfen können, dass ihre Guthaben in den zehn wichtigsten Coins mindestens eins zu eins gedeckt sind. Was der Reservenachweis zeigt und wie man ihn nachprüft, erklären wir in Binance Proof of Reserves. Drittens der Bericht zum Angriff selbst, den die Börse nach Abschluss der Ermittlungen veröffentlichen will.

Der Markt hat den Schock bisher nur teilweise verarbeitet. BNB, der Token der Börse, fiel nach dem Hack im Stundenverlauf von 744 auf 695 Dollar und stand am Sonntagmorgen bei 705 Dollar, gut 5 Prozent unter dem Stand vor dem Angriff. Bitcoin notierte um 4:45 Uhr UTC bei rund 77.750 Dollar. Wie sich die Kurse in den Stunden nach dem Hack bewegten, zeigt unsere Zeitleiste zum Krypto-Crash.

Liniendiagramm: BNB fiel nach dem Binance Hack vom 29. Oktober 2026 von 744 auf 695 US-Dollar und stand am 1. November vor der Wiederöffnung der Auszahlungen bei 705 US-Dollar
Quelle: CoinGecko, Stundenkurse; Stand 1. November 2026, 4:46 Uhr UTC

Unsere Einordnung

Bisher hält Binance den eigenen Fahrplan ein: Erstattung aus eigenen Mitteln, die Wiederöffnung am angekündigten Sonntag und ein Reservenachweis mit festem Termin. Für Kunden ist die Wiederöffnung trotzdem ein guter Anlass, die eigene Aufteilung zu prüfen. Coins, die man nicht handelt, liegen auf einer eigenen Wallet sicherer als auf jeder Börse; welche Geräte sich dafür eignen, zeigt unser Vergleich der Hardware Wallets. Wer aktiv handelt, findet in unserem Vergleich regulierter Kryptobörsen die Anbieter mit EU-Zulassung. Dieser Artikel ist keine Anlageberatung.

Häufige Fragen zur Wiederöffnung der Binance-Auszahlungen

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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