Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit einem hohen Risiko verbunden. Führe immer deine eigene Recherche durch.

Bitcoin Prognose: 11,8 Prozent mehr Rechenarbeit, diese Marke entscheidet

Analyse: Das Bitcoin-Netz verlangt seit dem 19. September 11,8 Prozent mehr Rechenarbeit je Block, der Kurs liegt im selben Zeitraum tiefer. Was diese Schere für die nächsten Wochen bedeutet und welche Marke unter dem Kurs wirklich trägt.

Reihen von Mining-Rechnern in einer dunklen Halle, im Boden davor das Bitcoin-Zeichen als Intarsie in einer Stahlplatte
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Belegt ist: Die Mining-Schwierigkeit im Bitcoin-Netz steht seit dem 29. Oktober bei 148,4 Billionen und damit so hoch wie nie. In drei Anpassungen seit dem 19. September ist der Wert um 11,8 Prozent gestiegen, während Bitcoin am Montagnachmittag bei 77.657 Dollar notiert und damit 4,4 Prozent unter dem Stand vom 19. September. Unsere Einschätzung dazu folgt weiter unten: Die gestiegenen Kosten der Miner sind kein Boden unter dem Kurs, wohl aber ein Grund für anhaltenden Verkaufsdruck aus dieser Gruppe.

Wer heute auf den Chart schaut, sieht eine ruhige Woche: 77.511 Dollar als Tagestief, 78.740 Dollar als Tageshoch, ein Minus von 0,7 Prozent gegenüber dem Montagsschluss. Hinter dieser Ruhe arbeitet eine Mechanik, die in den Kursbesprechungen selten vorkommt und die gerade jetzt zählt. Wohin der Kurs auf Sicht von Monaten zeigen kann, ordnet unsere Bitcoin Prognose ein. Dieser Text nimmt sich den Teil vor, den der Chart nicht zeigt: die Rechnung der Miner.

Die Schwierigkeit steigt zum dritten Mal in Folge

Alle 2.016 Blöcke, also rund alle zwei Wochen, stellt das Bitcoin-Netz seine Schwierigkeit neu ein. Am 16. Oktober ging sie um 5,92 Prozent nach oben, am 29. Oktober um weitere 5,54 Prozent. Davor, am 3. Oktober, hatte es eine Nullrunde mit minus 0,03 Prozent gegeben. In der Summe der drei Schritte stehen 11,8 Prozent, und der Wert von 148,4 Billionen ist der höchste, den das Netz je getragen hat.

Die Schwierigkeit ist dabei keine Gebühr und kein Preis, den jemand festlegt. Der Wert bestimmt, wie viele Rechenversuche im Mittel nötig sind, bis ein gültiger Block gefunden wird. Steigt sie um 5,5 Prozent, braucht dasselbe Gerät 5,5 Prozent mehr Zeit und damit 5,5 Prozent mehr Strom für denselben Anteil an der Blockprämie.

Was eine Anpassung der Mining-Schwierigkeit auslöst

Der Mechanismus dahinter ist eine Rückkopplung, und er erklärt, warum die Zahl ausgerechnet jetzt steigt. Das Netz zielt auf einen Block alle zehn Minuten. Schalten Betreiber zusätzliche Rechenleistung zu, kommen die Blöcke schneller, und die nächste Anpassung schraubt die Schwierigkeit nach oben, bis der Zehn-Minuten-Takt wieder stimmt. Schalten sie ab, fällt sie.

Genau das ist in den vergangenen Wochen passiert. Die Rechenleistung des Netzes lag im Siebentagemittel bis zum 2. November bei 1.069 Exahash je Sekunde, Anfang Oktober waren es 984. Ein Exahash entspricht einer Trillion Rechenversuchen je Sekunde. Das Netz hat also 8,7 Prozent mehr Leistung bekommen, obwohl der Kurs in derselben Zeit gefallen ist. Rechenzentren, die vor Monaten bestellt wurden, gehen jetzt ans Netz, unabhängig davon, was der Kurs gerade macht.

Für Anleger heißt das: Die Kostenseite der Miner reagiert mit Verzögerung auf den Kurs, nicht sofort. Zwischen der Entscheidung, eine Halle zu bauen, und dem Tag, an dem ihre Geräte rechnen, liegen Quartale.

Einzelner Hochspannungsmast gegen den Nachthimmel mit einem erleuchteten Schaltkasten am Fuß
Strom ist der größte laufende Posten in der Rechnung eines Miners, und er fällt unabhängig vom Kurs an.

Erlös je Exahash: 33.095 statt 38.552 Dollar

Um die Schere zwischen Aufwand und Ertrag zu messen, haben wir den Tageserlös des Netzes je Exahash Rechenleistung berechnet. Grundlage sind die Blockprämie von 3,125 Bitcoin, die 144 Blöcke, die im Tagesmittel entstehen, die Tagesschlusskurse an der Börse Kraken und die Rechenleistung des Netzes im Siebentagemittel. Diese Auswertung hat cryptoticker.io am 2. November 2026 selbst erhoben.

Das Ergebnis: In der Woche bis zum 2. November kamen auf ein Exahash Rechenleistung 33.095 Dollar Tageserlös. In der Woche bis zum 9. Oktober waren es 38.552 Dollar. Der Rückgang beträgt 14,2 Prozent. Er setzt sich aus zwei Teilen zusammen, die in dieselbe Richtung wirken: 8,7 Prozent mehr Rechenleistung teilen denselben Kuchen in mehr Stücke, und ein um 6,7 Prozent niedrigerer Kurs macht den Kuchen kleiner.

Liniendiagramm mit zwei Kurven, die Mining-Schwierigkeit steigt auf 111,8 Punkte, der Bitcoin-Kurs fällt auf 95,6 Punkte
Die Schere zwischen Aufwand und Erlös seit dem 19. September, beide Reihen auf 100 gesetzt.

Die Blockprämie liegt seit dem Halving im April 2024 bei 3,125 Bitcoin. Die nächste Halbierung steht erst 2028 an. Bis dahin kann nur der Kurs oder die Gebührenseite die Rechnung der Miner verbessern, und die Gebühren tragen derzeit nur einen kleinen Teil bei.

Warum Miner in dieser Lage verkaufen

Ein Miner hat zwei Arten von Kosten. Die Geräte sind bezahlt, bevor der erste Block gefunden ist, das ist versunkenes Kapital. Der Strom dagegen fällt jeden Tag neu an und muss jeden Monat bezahlt werden. Sinkt der Erlös je Exahash, während die Stromrechnung gleich bleibt, gibt es genau drei Wege: eigene Bitcoin verkaufen, Fremdkapital aufnehmen oder Geräte abschalten.

Alle drei Wege sind am Markt sichtbar. Verkäufe aus dieser Gruppe treffen auf ein Orderbuch, das ohnehin dünn ist. Wer selbst kauft oder verkauft, achtet deshalb auf die Gebühren und die Markttiefe der eigenen Börse; ein Blick in unseren Vergleich der Krypto-Börsen zeigt, wo die Spanne zwischen Kauf- und Verkaufskurs bei größeren Ordern schmal bleibt.

Die 200-Tage-Linie bei 73.161 Dollar als untere Marke

Am Sonntag stand an dieser Stelle die Terminkurve im Mittelpunkt, heute sind es die Marken im Chart. Beide Linien, die derzeit zählen, haben wir aus den Tagesschlusskursen der vergangenen 200 Handelstage selbst gerechnet.

Nach unten liegt der Durchschnitt der vergangenen 200 Tage bei 73.161 Dollar. Der Kurs steht 6,2 Prozent darüber. Diese Linie hat im laufenden Jahr mehrfach als Auffangzone gehalten, und sie steigt noch, wenn auch langsam. Näher liegt das Tief der vergangenen 30 Tage bei 77.204 Dollar vom 31. Oktober, nur 0,6 Prozent unter dem aktuellen Kurs. Fällt diese Marke, ist der Weg bis zur 200-Tage-Linie im Chart frei von frischen Spuren.

Die 50-Tage-Linie bei 81.932 Dollar deckelt nach oben

Nach oben steht der Durchschnitt der vergangenen 50 Tage bei 81.932 Dollar, also 5,2 Prozent über dem Kurs. Solange Bitcoin darunter bleibt, bleibt der mittelfristige Trend abwärts gerichtet. Das Hoch der vergangenen 30 Tage lag am 3. Oktober bei 86.510 Dollar; davon trennen den Kurs heute 10,2 Prozent.

Zwischen 73.161 und 81.932 Dollar spannt sich damit der Korridor, in dem sich die nächsten Wochen wahrscheinlich entscheiden. Er ist knapp zwölf Prozent breit, und der Kurs steht derzeit in seinem unteren Drittel.

Die nächste Anpassung am 13. November zeigt nach unten

Die laufende Schwierigkeitsperiode ist zu gut einem Viertel abgearbeitet, 1.487 Blöcke fehlen noch. Hochgerechnet auf das bisherige Tempo fällt die nächste Anpassung am 13. November um 1,45 Prozent nach unten aus. Das wäre die erste nennenswerte Senkung seit dem 23. August, als die Schwierigkeit um 1,31 Prozent nachgab; die Nullrunde vom 3. Oktober lag mit minus 0,03 Prozent im Rauschen.

Diese Schätzung ist allerdings keine Zusage. Die Hochrechnung beruht auf dem Tempo der ersten gut 500 Blöcke und kann sich bis zum Stichtag drehen, zumal die Rechenleistung in den vergangenen drei Tagen wieder gestiegen ist. Eine Senkung wäre trotzdem ein Signal: Dann nehmen Betreiber tatsächlich Geräte vom Netz, weil sich der Betrieb bei diesen Kursen nicht mehr rechnet.

Was sich seit der Terminmarkt-Analyse vom Sonntag geändert hat

Am 1. November haben wir an dieser Stelle die fehlende Prämie am Terminmarkt beschrieben; der Kurs stand damals bei 77.370 Dollar. Seitdem hat sich am Bild wenig geändert: Der Kurs liegt mit 77.657 Dollar 0,4 Prozent höher, die Marke von 77.204 Dollar hat erneut gehalten, und das Tageshoch kam mit 78.740 Dollar nicht über die Zone vom Wochenende hinaus.

Neu ist die Kostenseite. Die Terminkurve sagt etwas über die Erwartung der Händler, der Erlös je Exahash sagt etwas über die Zwänge einer Gruppe, die täglich 450 neue Bitcoin erhält und einen Teil davon verkaufen muss. Beides zusammen ergibt ein vollständigeres Bild als jede der beiden Kennzahlen allein.

Unsere Einschätzung: Mining-Kosten sind kein Kursboden

Aus Sicht der Redaktion wird die Rechnung der Miner regelmäßig falsch gelesen. Der Gedanke, der Kurs könne nicht unter die Produktionskosten fallen, klingt einleuchtend und hat historisch nicht getragen: Im Abschwung 2022 notierte Bitcoin monatelang unter den damals geschätzten Stromkosten vieler Betreiber, und das Netz lief weiter. Dafür spricht die Mechanik selbst. Fällt der Kurs, schalten die teuersten Betreiber ab, die Schwierigkeit sinkt, und die verbliebenen Betreiber produzieren günstiger. Das System sucht sich einen neuen Gleichgewichtspunkt, es stützt keinen Preis.

Was die Zahlen aus unserer Sicht hergeben, ist etwas anderes: einen Hinweis auf die Angebotsseite in den nächsten Wochen. 14,2 Prozent weniger Erlös je Exahash bei gleichbleibender Stromrechnung erhöhen den Druck, laufende Produktion zu verkaufen. Dagegen spricht, dass viele börsennotierte Betreiber ihre Stromkosten langfristig abgesichert haben und über Kreditlinien verfügen. Belegbar ist der Zwang also als Tendenz, nicht als Zahl.

Haltefrist und Steuer: was ein Verkauf in Deutschland kostet

Für Anleger in Deutschland hängt an dieser Lage eine konkrete Rechnung, die nichts mit dem Chart zu tun hat. Wer Bitcoin länger als ein Jahr hält, verkauft den Gewinn nach geltendem Recht steuerfrei; innerhalb des Jahres greift der persönliche Einkommensteuersatz, sobald die Gesamtgewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften 1.000 Euro im Kalenderjahr übersteigen. Wer also heute über einen Verkauf nachdenkt, rechnet zuerst das Kaufdatum nach, nicht den Kurs.

Wie es mit der Haltefrist weitergeht, ist politisch offen; den aktuellen Stand führen wir auf unserer Seite zur Krypto-Haltefrist fortlaufend nach. Wer mehrere Käufe zu verschiedenen Zeitpunkten getätigt hat, braucht außerdem eine saubere Zuordnung nach dem Verfahren First in, First out. Welche Werkzeuge das automatisch erledigen und die Jahresübersicht für das Finanzamt erzeugen, steht in unserem Vergleich der Krypto-Steuer-Tools.

So rechnest du den Erlös je Exahash selbst nach

Die Rechnung braucht drei Zahlen und eine Minute. Die aktuelle Rechenleistung und die Schwierigkeit stehen öffentlich einsehbar auf der Mining-Übersicht von mempool.space, den Kurs liefert jede Börse. Multipliziere 450 Bitcoin mit dem Kurs in Dollar, teile das Ergebnis durch die Rechenleistung in Exahash je Sekunde, und das Ergebnis ist der Tageserlös je Exahash.

Wer den Verlauf statt des Tageswertes sehen will, findet Schwierigkeit und Rechenleistung als gemeinsamen Chart bei mempool.space. Weil die Tageswerte der Rechenleistung stark schwanken, zwischen 867 und 1.228 Exahash allein im Oktober, rechnet man sinnvoll mit einem Mittel über sieben Tage statt mit einem Einzeltag.

Mining-Kosten und Kurs: Unter 77.204 Dollar wird es ernst

Drei Punkte aus diesem Text, mit denen sich weiterarbeiten lässt:

  1. Die Marken notieren. 77.204 Dollar als Tief der vergangenen 30 Tage, 73.161 Dollar als 200-Tage-Linie darunter, 81.932 Dollar als 50-Tage-Linie darüber. Wer kaufen will, legt seine Order an einer dieser Marken an statt irgendwo dazwischen; welche Börse dafür die geringsten Gebühren verlangt, zeigt unser Börsenvergleich.
  2. Den 13. November im Kalender markieren. Fällt die Schwierigkeit dann tatsächlich, hat ein Teil der Rechenleistung aufgegeben. Das ist historisch eher ein spätes als ein frühes Signal.
  3. Das Kaufdatum vor dem Kurs klären. Ein Verkauf vor Ablauf der Jahresfrist kostet Einkommensteuer, ein Verkauf danach nicht. Die Zuordnung übernehmen die Werkzeuge aus unserem Steuer-Tool-Vergleich.

(Stand: 2. November 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst. Der Handel mit Kryptowerten ist mit dem Risiko des Totalverlusts verbunden.)

Häufige Fragen zur Mining-Schwierigkeit und zum Bitcoin-Kurs

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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