Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit einem hohen Risiko verbunden. Führe immer deine eigene Recherche durch.

Bitcoin Prognose: Die Mining-Schwierigkeit steigt um 5,92 Prozent, die Folgen für den Verkaufsdruck

Seit dem 16. Oktober verlangt das Bitcoin-Netz 5,92 Prozent mehr Rechenarbeit je Block, während der Kurs auf 81.017 Dollar nachgab. Der Hashprice fiel damit um 9,5 Prozent, und das entscheidet darüber, wie viel die Miner in dieser Woche verkaufen müssen.

Naechtliches Umspannwerk mit Transformatoren und Hochspannungsmasten, an der Betonwand der Schaltstation leuchtet das Bitcoin-Zeichen
12 Min. Lesezeit
Teilen:
Kategorien: Bitcoin

Bitcoin kostet am Sonntagabend 81.017 Dollar, und die wichtigste Zahl des Wochenendes steht nicht im Chart, sondern im Protokoll selbst: Seit dem 16. Oktober verlangt das Netz 5,92 Prozent mehr Rechenarbeit für denselben Block. Die Mining-Schwierigkeit, im Fachjargon Difficulty, kletterte mit Block 971.712 auf 140,58 Billionen und damit auf den höchsten Stand seit dem 5. März. Gleichzeitig ist der Kurs seit der vorigen Anpassung am 3. Oktober von 84.506 auf 81.017 Dollar gefallen. Mehr Aufwand, weniger Erlös: Für die Miner ist das die Schere, die am Ende über Verkaufsdruck entscheidet.

Die Difficulty ist die automatische Stellschraube des Bitcoin-Netzes. Alle 2.016 Blöcke, also rund alle zwei Wochen, misst das Protokoll, wie schnell die vergangenen Blöcke gefunden wurden, und stellt die Schwierigkeit so nach, dass im Mittel wieder alle zehn Minuten ein Block entsteht. Wer wissen will, wohin der Kurs auf Sicht von Monaten zeigen kann, findet die längerfristige Einordnung in unserer Bitcoin Prognose. Für die kommenden zwei Wochen zählt aber die kurzfristige Rechnung der Miner, und die hat sich am 16. Oktober spürbar verschoben.

Bitcoin bei 81.017 Dollar: Das steht gerade auf dem Kurszettel

Der Kurs lag am Sonntagabend bei 81.017 Dollar, ein Minus von 0,24 Prozent binnen 24 Stunden (Quelle: CoinGecko, Stand 18. Oktober). Die Tagesspanne reichte von 80.823 bis 82.178 Dollar, also keine 1,7 Prozent zwischen Hoch und Tief. Auf Wochensicht ist der Sonntag damit der schwächste Tag: Das Siebentagehoch lag bei 83.115 Dollar.

Eingeordnet in das Quartal sieht es anders aus. Das Dreißigtagehoch steht bei 86.597 Dollar, das Tief der vergangenen 90 Tage bei 62.773 Dollar. Vom Allzeithoch bei 126.080 Dollar vom 6. Oktober 2025 ist der Kurs 35,7 Prozent entfernt. Der Markt bewegt sich also seit Wochen in einem Band, das weder Panik noch Euphorie trägt, und genau in solchen Phasen wird die Kostenseite der Miner zum eigenständigen Kursfaktor.

Was seit unserem Artikel vom 17. Oktober passiert ist

Gestern stand an dieser Stelle der Optionsverfall vom 30. Oktober im Mittelpunkt, bei dem Kontrakte über 12,2 Milliarden Dollar auslaufen. Nachzulesen ist das in unserem Beitrag zum Optionsverfall am 30. Oktober. Seitdem hat sich der Kurs von 81.524 auf 81.017 Dollar bewegt, ein Minus von 507 Dollar oder 0,62 Prozent.

Wichtiger als die 507 Dollar ist, welche Linie dabei fiel. Der Durchschnitt der vergangenen 50 Tagesschlusskurse liegt bei 81.382 Dollar, eigene Berechnung aus den CoinGecko-Tagesdaten. Gestern notierte Bitcoin noch über dieser Linie, heute 365 Dollar darunter. Das ist kein Einbruch, aber es ist der erste Schlusskurs der Woche unter einer Marke, an der sich kurzfristig orientierte Händler ausrichten. Neu hinzugekommen ist die Kostenseite, über die gestern noch nichts zu sagen war: Die Anpassung vom 16. Oktober wirkt sich erst seit dem Wochenende voll in den Abrechnungen der Mining-Betriebe aus.

So rechnet ein Mining-Betrieb seit dem 16. Oktober

Der Mechanismus hinter dem Difficulty-Sprung lässt sich in drei Sätzen erklären. Ein Mining-Betrieb verkauft nichts außer Rechenleistung; sein Erlös hängt daran, welchen Anteil er an der gesamten Rechenleistung des Netzes hält und was ein Bitcoin wert ist. Steigt die Difficulty, steigt die gesamte Rechenleistung, die nötig ist, um einen Block zu finden, und der Anteil jedes einzelnen Betriebs an der täglichen Ausschüttung sinkt. Die Stromrechnung bleibt dabei unverändert, denn die Maschinen laufen weiter.

Das Netz schüttet pro Block 3,125 Bitcoin aus, bei angestrebten 144 Blöcken am Tag also 450 Bitcoin, Transaktionsgebühren nicht mitgerechnet. Zum Kurs vom 3. Oktober waren das 38,03 Millionen Dollar am Tag, zum Kurs vom Sonntag noch 36,46 Millionen. Die Rechenleistung, die sich dieses Geld teilt, ist im selben Zeitraum von rund 950 auf 1.006 Exahash je Sekunde gestiegen, abgeleitet aus der Difficulty.

Makroaufnahme eines Rechenchips auf dunkler Platine unter Aluminium-Kuehlrippen, Staub im Seitenlicht
Jeder Chip rechnet seit dem 16. Oktober für denselben Lohn knapp sechs Prozent mehr.

Der Hashprice fällt auf 36,23 Dollar je Petahash und Tag

Die Branche fasst beide Größen in einer Kennzahl zusammen: dem Hashprice. Er sagt, was ein Petahash je Sekunde an Rechenleistung pro Tag einbringt, und ist damit der Umsatz je eingesetzter Maschine. Wir haben ihn aus den Difficulty-Werten von mempool.space und den CoinGecko-Kursen selbst gerechnet, ohne Transaktionsgebühren und ohne Betriebskosten.

Am 3. Oktober lag der Hashprice bei 40,03 Dollar je Petahash und Tag. Am 18. Oktober sind es 36,23 Dollar. Das sind 9,5 Prozent weniger in gut zwei Wochen, und dieser Rückgang teilt sich fast genau zur Hälfte auf: 4,1 Prozent gehen auf den Kurs, der Rest auf die höhere Schwierigkeit. Wer einen Betrieb mit Stromkosten nahe der Rentabilitätsschwelle führt, verliert damit in zwei Wochen fast ein Zehntel seiner Einnahmen, ohne dass sich an seiner Hardware etwas geändert hätte.

Das ist die Zahl, auf die es für den Kurs ankommt. Mining-Betriebe decken ihre laufenden Kosten in Euro und Dollar, ihre Einnahmen fallen in Bitcoin an. Sinkt der Hashprice, muss ein größerer Teil der geschürften Menge sofort verkauft werden, statt in die Bilanz zu wandern. Dieser Verkauf landet an denselben Börsen, an denen auch der Rest des Marktes handelt.

Die Rechenleistung geht seit dem Sprung zurück

Genau diese Reaktion ist in den Netzdaten bereits sichtbar. Das Dreißigtagemittel der Rechenleistung liegt bei 1.019 Exahash je Sekunde. Die Tageswerte der vergangenen Woche zeichnen aber ein anderes Bild: Von 1.084 Exahash fiel der Wert auf zuletzt 943 Exahash, ein Rückgang um 13,0 Prozent (Quelle: mempool.space, Abruf 18. Oktober).

Ein Teil davon ist Rauschen, denn Tageswerte der Hashrate werden aus der Zahl gefundener Blöcke geschätzt und schwanken selbst bei konstanter Leistung um einige Prozent. Der Rest ist Abschaltung: Betriebe, deren Strompreis bei einem Hashprice von 36 Dollar nicht mehr trägt, nehmen Maschinen vom Netz. Das zeigt sich auch an der durchschnittlichen Blockzeit der laufenden Periode, die bei 9 Minuten und 59 Sekunden liegt und damit minimal über dem Zielwert.

Balkendiagramm der Bitcoin-Difficulty-Anpassungen 2026 mit dem 16. Oktober hervorgehoben
Nur der 27. Juni brachte 2026 einen größeren Sprung nach oben als der 16. Oktober.

Der 16. Oktober war der zweitgrößte Sprung des Jahres

Ein Blick auf die 13 jüngsten Anpassungen ordnet die 5,92 Prozent ein. Größer war 2026 nur der 27. Juni mit 7,15 Prozent. Danach folgen der 19. September mit 4,16 Prozent und der 15. Mai mit 3,12 Prozent (Langfristreihe: blockchain.com). Nach unten steht der 14. Juni mit minus 10,09 Prozent am Rand der Reihe, gefolgt vom 11. Juli mit minus 5,00 Prozent.

Bemerkenswert ist der direkte Vorgänger: Am 3. Oktober betrug die Anpassung minus 0,03 Prozent, praktisch null. Innerhalb von zwei Wochen kippte das Netz also von Stillstand auf den zweitgrößten Zuwachs des Jahres. Solche Sprünge entstehen, wenn neue Rechenkapazität ans Netz geht, die über Monate bestellt und gebaut wurde, und sie treffen den Markt unabhängig davon, wie der Kurs gerade steht.

Die nächste Anpassung fällt voraussichtlich auf den 30. Oktober

Die kommende Anpassung steht bei Block 973.728 an. Nach dem aktuellen Blocktempo fehlen dafür noch rund 1.703 Blöcke, die Periode ist zu gut 15 Prozent gelaufen. Das führt nach derzeitigem Stand auf den 30. Oktober, und die Schätzung lautet auf minus 0,45 Prozent. Diese Schätzung ist kein Versprechen, denn das Netz rechnet sie mit jedem Block neu, und sie verschiebt sich, sobald Betriebe in größerem Umfang ab- oder wieder zuschalten.

Interessant ist das Datum trotzdem, denn es fällt mit dem Optionsverfall zusammen, über den wir gestern geschrieben haben. An einem Tag laufen damit zwei Termine zusammen, die beide für kurzfristige Bewegung sorgen können. Die Difficulty-Anpassung wirkt dabei auf die Angebotsseite, der Verfall auf die Positionierung der Händler.

Grosse mechanische Bahnhofsuhr ohne Ziffern an dunkler Hallenwand, langer Schatten des Minutenzeigers
Die nächste Neuberechnung der Schwierigkeit fällt nach dem heutigen Blocktempo auf den 30. Oktober.

Die Marken: 81.382 Dollar nach oben, 80.823 Dollar nach unten

Für die kommenden Tage sind drei Marken begründbar, und jede hat eine Herkunft statt einer Linie auf einem Chartbild.

81.382 Dollar. Der Durchschnitt der vergangenen 50 Tagesschlusskurse. Der Kurs steht 365 Dollar darunter. Solange er darunter bleibt, hat jeder Erholungsversuch diese Linie als ersten Widerstand über sich. Ein Tagesschluss darüber dreht das Verhältnis um.

80.823 Dollar. Das Tagestief vom Sonntag und damit die unmittelbare Unterkante. Bricht sie, ist die nächste Orientierung der Bereich um 78.000 Dollar, in dem der Kurs Anfang Oktober mehrfach gedreht hat.

83.115 Dollar. Das Siebentagehoch. Erst darüber wird aus der Seitwärtsbewegung wieder eine Aufwärtsbewegung, und erst dann verliert der Verkaufsdruck aus dem Mining-Sektor an Gewicht, weil der Hashprice mit dem Kurs steigt.

Die Spanne zwischen Unterkante und Oberkante beträgt damit knapp 2,9 Prozent. Für eine Woche ist das eng, und enge Spannen lösen sich erfahrungsgemäß in die Richtung auf, in die der erste größere Verkauf fällt.

Unsere Einschätzung: Der Verkaufsdruck ist real, aber begrenzt

Aus Sicht der Redaktion ist der Difficulty-Sprung ein echter Belastungsfaktor für die kommenden zwei Wochen, aber kein Grund für ein neues Kursbild. Dafür sprechen die Zahlen: Ein Hashprice-Rückgang von 9,5 Prozent zwingt Betriebe am Rand der Rentabilität zum Verkauf, und die 13 Prozent weniger Rechenleistung in den Tageswerten zeigen, dass einige diesen Schritt bereits gegangen sind. Die tägliche Ausschüttung von 450 Bitcoin entspricht bei 81.017 Dollar aber nur 36,46 Millionen Dollar, und das ist gemessen an einer Marktkapitalisierung von 1,63 Billionen Dollar ein kleiner Betrag.

Dagegen spricht außerdem die Mechanik selbst: Schalten Betriebe ab, sinkt die Rechenleistung, und die nächste Anpassung fällt entsprechend niedriger aus. Die geschätzten minus 0,45 Prozent für den 30. Oktober sind genau dieser Ausgleich in Zahlen. Das Netz korrigiert seine eigene Überhitzung, und zwar in zwölf Tagen. Wer aus dem Difficulty-Sprung eine Abwärtsprognose über Monate ableitet, überdehnt eine Kennzahl, die auf zwei Wochen angelegt ist. Bitcoin bleibt ein Anlagegegenstand mit Totalverlustrisiko, und keine dieser Zahlen ist eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung.

Was in Deutschland an einem Nachkauf hängt

Für Anleger in Deutschland hat eine Seitwärtsphase eine Nebenwirkung, die mit dem Chart nichts zu tun hat. Jeder Zukauf startet eine eigene einjährige Haltefrist für genau diese Menge. Wer heute bei 81.017 Dollar nachkauft, kann diese Tranche erst ab dem 18. Oktober 2027 steuerfrei veräußern; frühere Bestände bleiben davon unberührt, werden nach der Finanzverwaltung aber in der Regel nach dem Prinzip „first in, first out“ zugeordnet. Den aktuellen Stand der politischen Debatte um die Frist führen wir fortlaufend unter Krypto-Haltefrist: Reform und Stand.

Praktisch heißt das: Eine Kaufentscheidung in dieser Phase ist zugleich eine Entscheidung über einen Stichtag im Oktober 2027. Wer regelmäßig in festen Raten kauft, erzeugt entsprechend viele Fristen nebeneinander, was die Buchführung aufwendiger macht, aber den Einstandspreis glättet. Welche Anbieter einen Sparplan auf Bitcoin anbieten und zu welchen Gebühren, steht in unserem Überblick zu Bitcoin kaufen mit Sparplan.

Die Gebührenseite bleibt für Anleger günstig

Eine Entwicklung spricht in dieser Lage für Bewegungen auf der Blockchain: Die Netzgebühren sind niedrig. Wie wir heute Morgen gemessen haben, reichte ein Satoshi je Byte für die Aufnahme in den nächsten Block, was eine Auszahlung für rund 12 Cent möglich machte. Die Einzelheiten dieser Messung vom Morgen des 18. Oktober stehen in unserer Auswertung zu Netzgebühr und Mempool.

Dieser Zusammenhang ist kein Zufall. Fällt die Nachfrage nach Blockplatz, bleiben die Gebühren niedrig, und genau dann fehlt den Minern die Einnahmequelle, die den gesunkenen Hashprice abfedern könnte. Für Anleger, die Bestände von einer Börse in die eigene Verwahrung bringen wollen, ist das die günstige Seite derselben Medaille.

Bitcoin bei 81.017 Dollar: Die 81.382er Linie entscheidet die Woche

Der Difficulty-Sprung vom 16. Oktober verteuert das Schürfen um 5,92 Prozent, der Hashprice liegt 9,5 Prozent unter dem Stand vom 3. Oktober, und der Kurs notiert 365 Dollar unter dem 50-Tage-Durchschnitt. Daraus ergeben sich drei Schritte für die kommenden Tage:

  1. Die Linie bei 81.382 Dollar beobachten. Ein Tagesschluss darüber beendet die kurzfristige Schwäche, ein Bruch von 80.823 Dollar öffnet den Weg Richtung 78.000 Dollar. Wo du zu welchen Gebühren handelst, zeigt unser Überblick zu den besten Krypto-Börsen.
  2. Den 30. Oktober im Kalender vormerken. An diesem Tag fallen die nächste Difficulty-Anpassung und der Optionsverfall zusammen. Für einen gestaffelten Einstieg über feste Raten bis dahin eignen sich die Anbieter aus unserem Vergleich zu Bitcoin-Sparplänen.
  3. Die Haltefrist jeder neuen Tranche dokumentieren. Jeder Zukauf bringt einen eigenen Stichtag im Oktober 2027 mit sich. Welche Programme Anschaffungsdaten und Fristen sauber führen, steht in unserem Vergleich der Krypto-Steuer-Tools.

(Stand: 18. Oktober 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)

Häufige Fragen zur Bitcoin-Mining-Schwierigkeit

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

Verwandte Artikel

Welche Themen sollen wir vertiefen?

Wähle aus, was dich aktuell beschäftigt. Deine Auswahl fließt direkt in unsere Themenplanung ein.

Crypto-News, die wirklich Mehrwert bringen.

Wöchentlich. 60 Sekunden Lesezeit. Sorgfältig kuratiert von unserer Redaktion: kein Hype, keine Werbe-Mails, kein Spam.

Abonnieren

Mehr zum Thema

Alle anzeigen

Vielleicht auch interessant