Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit einem hohen Risiko verbunden. Führe immer deine eigene Recherche durch.

Bärenmarkt: Was er bedeutet, wie lange er dauert und wo Aktien und Bitcoin 2026 stehen

Bitcoin steckt seit November 2025 im Bärenmarkt, der Nasdaq 100 nähert sich der Schwelle. Was ein Bärenmarkt ist, wie lange er im Schnitt dauert, woran du sein Ende erkennst und was du jetzt tun kannst, nachgerechnet an 27 Bärenmärkten im S&P 500 seit 1928.

Braunbär steigt in der Abenddämmerung einen felsigen Hang hinab, dahinter verschneite Berggipfel unter einem rötlich glühenden Himmel, leichter Schneefall
Symbolbild, mit KI erzeugt
16 Min. Lesezeit
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Ein Bärenmarkt ist eine Phase fallender Kurse, in der ein Markt mindestens 20 Prozent unter seinem letzten Hoch liegt. Im S&P 500 gab es seit 1928 genau 27 Bärenmärkte; im Schnitt fielen die Kurse dabei um 35 Prozent, und vom Hoch bis zum Tief vergingen 9,4 Monate. Stand 5. November 2026 steckt Bitcoin mitten in einem Bärenmarkt und liegt 39 Prozent unter seinem Rekord vom Oktober 2025. Der Nasdaq 100 ist mit 14,7 Prozent Abstand in einer Korrektur, S&P 500 und DAX sind von der Schwelle weit entfernt.

Hier erfährst du, was der Begriff Bärenmarkt bedeutet und woher er kommt, wie lange Bärenmärkte bei Aktien und Bitcoin gedauert haben, woran du das Ende erkennst und was du als Anlegerin oder Anleger in dieser Marktphase tun kannst. Die Zahlen beruhen auf den Tagesschlusskursen von S&P 500, Nasdaq 100, DAX, Bitcoin und Ethereum. Wie nah der breite Aktienmarkt einem Crash ist, zeigt unser Überblick zum Börsencrash 2026.

Bärenmarkt: das Wichtigste in Kürze

  • Definition: Ein Bärenmarkt beginnt, wenn ein Markt 20 Prozent oder mehr unter sein letztes Hoch fällt. Zwischen 10 und 20 Prozent spricht man von einer Korrektur.
  • Häufigkeit: 27 Bärenmärkte im S&P 500 seit 1928, im Schnitt einer alle 3,7 Jahre. Seit 1950 kam einer alle 5,9 Jahre.
  • Dauer: Vom Hoch bis zum Tief im Schnitt 9,4 Monate, im Median 7,9 Monate. Bis zum neuen Rekord vergingen im Median 25 Monate.
  • Bullenmärkte: Sie dauerten im S&P 500 im Schnitt 33 Monate und brachten 115 Prozent Plus.
  • Bitcoin: Seit dem 13. November 2025 im Bärenmarkt, der tiefste Schluss am 30. Juni 2026 lag 53,1 Prozent unter dem Rekord von 124.728 Dollar.
  • Nasdaq 100: 14,7 Prozent unter dem Rekord vom 6. Oktober 2026. Die Bärenmarkt-Schwelle liegt bei rund 24.980 Punkten.

Was ist ein Bärenmarkt? Bedeutung und Definition

Ein Bärenmarkt, auch Baisse genannt, ist eine längere Phase fallender Kurse an der Börse. In der Finanzwelt gilt eine einfache Faustregel: Liegt ein Index, eine Aktie oder ein Coin 20 Prozent oder mehr unter seinem letzten Hoch, herrscht Bärenmarkt. Das Gegenstück ist der Bullenmarkt, die Hausse, mit steigenden Kursen über einen längeren Zeitraum.

Für die Abstufung nach unten haben sich drei Begriffe eingebürgert:

  • Korrektur: ein Rückgang um 10 bis 20 Prozent vom Hoch. Korrekturen sind häufig und oft nach wenigen Wochen vorbei.
  • Bärenmarkt: ein Kursrückgang um 20 Prozent oder mehr, meist über Monate. Die Anlegerstimmung kippt, die Erwartungen an Unternehmensgewinne und Wirtschaft sinken.
  • Crash: ein Einbruch, der durch sein Tempo heraussticht. Am 19. Oktober 1987 verlor der S&P 500 an einem einzigen Tag 20,5 Prozent. Ein Crash kann einen Bärenmarkt auslösen, muss es aber nicht.

Gemessen wird in der Regel an den Schlusskursen eines Tages, nicht an Ausschlägen während des Handels. Die 20-Prozent-Regel ist dabei eine Konvention, kein Naturgesetz. Sie sagt nichts darüber, wie tief es noch geht, und wo ein Bärenmarkt begann und endete, steht erst im Nachhinein fest.

Ein Bärenmarkt ist auch nicht dasselbe wie eine Rezession. Die Börse nimmt Erwartungen vorweg: Aktienkurse fallen oft, bevor die Wirtschaft schrumpft, und steigen wieder, während die Nachrichten noch schlecht sind. Umgekehrt gab es Bärenmärkte ohne Rezession, etwa 1962, 1966 und 1987.

Warum heißt es Bärenmarkt? Bulle und Bär an der Börse

Die Tiere stehen für die Richtung der Kurse. Eine verbreitete Erklärung: Der Bär schlägt mit seiner Pranke von oben nach unten, der Bulle stößt mit den Hörnern von unten nach oben. Eine zweite Spur führt ins London des 18. Jahrhunderts. Dort nannte man Händler „bearskin jobbers“, die Bärenfelle verkauften, bevor sie die Bären erlegt hatten, und damit auf fallende Preise setzten. Das Sprichwort, man solle das Fell des Bären nicht verteilen, bevor er erlegt ist, kennt man auch bei uns.

In der deutschen Börsensprache sind beide Tiere fest verankert. Vor der Frankfurter Börse stehen seit 1988 die Bronze-Skulpturen Bulle und Bär des Bildhauers Reinhard Dachlauer, in Auftrag gegeben zum 400-jährigen Bestehen der Börse. Aus dem Wort Bärenmarkt sind weitere Begriffe entstanden: Eine Bärenmarktrallye ist eine kräftige Zwischenerholung im fallenden Markt. Eine Bärenfalle ist ein scheinbarer Ausbruch nach unten, der Verkäufer aus dem Markt treibt, kurz bevor die Kurse wieder steigen.

Bärenmarkt und Bullenmarkt: die Unterschiede

Bärenmarkt und Bullenmarkt wechseln einander ab, zusammen bilden sie den Börsenzyklus. Die wichtigsten Unterschiede, mit den Durchschnittswerten des S&P 500 seit 1928:

MerkmalBärenmarkt (Baisse)Bullenmarkt (Hausse)
Kursefallen 20 Prozent oder mehr unter das letzte Hochsteigen 20 Prozent oder mehr über das letzte Tief
Dauer im Schnitt9,4 Monate vom Hoch bis zum Tief33 Monate vom Tief bis zum Hoch
Bewegung im Schnitt−35,1 %+114,5 %
AnlegerstimmungAngst, Verkaufsdruck, Flucht in Anleihen und GoldZuversicht, steigende Erwartungen
Typische AuslöserRezessionsangst, steigende Zinsen, geplatzte Blasen, Schockssinkende Zinsen, wachsende Unternehmensgewinne
SymbolBär, schlägt mit der Pranke nach untenBulle, stößt mit den Hörnern nach oben

Die Zahlen zeigen ein Muster, das du als Anleger kennen solltest: Bärenmärkte sind heftig, aber deutlich kürzer als die Aufschwünge dazwischen. Seit 1950 dauerte ein Bullenmarkt im S&P 500 im Schnitt sogar 54 Monate und brachte 157 Prozent Plus.

Haben wir aktuell einen Bärenmarkt? Der Stand im November 2026

Bei Bitcoin ja, bei Aktien nein. Gemessen an seinem Rekord ist Bitcoin seit dem 13. November 2025 im Bärenmarkt, an diesem Tag schloss er erstmals mehr als 20 Prozent darunter. Ethereum liegt schon seit dem 10. Oktober 2025 jenseits der Schwelle. Bei den Aktien ist der Nasdaq 100 nach dem Einbruch vom 5. November in einer Korrektur, S&P 500 und DAX liegen nahe an ihren Rekorden.

MarktSchluss 5. November 2026Rekord-SchlussAbstandBärenmarkt unter
S&P 5007.353,737.818,93 (6. Oktober 2026)−5,9 %6.255 Punkte
Nasdaq 10026.629,8131.224,47 (6. Oktober 2026)−14,7 %24.980 Punkte
DAX26.325,0126.569,99 (28. August 2026)−0,9 %21.256 Punkte
Bitcoin (Dollar)75.971124.728 (6. Oktober 2025)−39,1 %darunter seit 13. November 2025
Ethereum (Dollar)2.2354.830 (22. August 2025)−53,7 %darunter seit 10. Oktober 2025

Die Indizes stammen aus den Tagesschlusskursen bei Yahoo Finance, Bitcoin und Ethereum aus den Tageskerzen der Börse Bitstamp in Dollar.

Für den Nasdaq 100 heißt das: Noch 6,2 Prozent weniger, und der Technologieindex ist im Bärenmarkt. Der S&P 500 müsste dafür weitere 14,9 Prozent fallen, der DAX 19,3 Prozent. Warum gerade Technologiewerte und Kryptowährungen verkauft werden, ordnen wir laufend in unserem Überblick ein, warum Kryptowährungen gerade fallen.

Liniendiagramm zum Abstand vom Rekord seit Januar 2025: Am 5. November 2026 liegt der DAX 0,9 Prozent darunter, der S&P 500 5,9, der Nasdaq 100 14,7 und Bitcoin 39,1 Prozent, als einziger unter der Bärenmarkt-Schwelle
Quellen: Yahoo Finance, Bitstamp

Wie knapp es zugehen kann, zeigt das Jahr 2025. Beim Zollschock im Frühjahr rutschte der Nasdaq 100 in einen kurzen Bärenmarkt: minus 22,9 Prozent vom 19. Februar bis zum 8. April, ein neues Hoch schon am 24. Juni. Der S&P 500 verfehlte die Schwelle mit minus 18,9 Prozent zum Schluss des 8. April knapp.

Wie lange dauert ein Bärenmarkt? 27 Bärenmärkte im S&P 500 nachgerechnet

Ein Bärenmarkt im S&P 500 dauerte seit 1928 im Schnitt 9,4 Monate vom Hoch bis zum Tief, der Median liegt bei 7,9 Monaten. Die Spanne reicht von gut einem Monat beim Corona-Crash 2020 bis zu fast 21 Monaten in den Jahren 1973 und 1974. Bis zum alten Rekord dauerte es deutlich länger, dazu der nächste Abschnitt.

Gezählt wird nach der üblichen 20-Prozent-Regel: Ein Bärenmarkt beginnt am letzten Hoch, sobald der Schlusskurs 20 Prozent darunter liegt, und endet am tiefsten Schluss, wenn der Markt von dort wieder 20 Prozent gestiegen ist. Für den S&P 500 ergibt das 27 Bärenmärkte mit durchschnittlich 35,1 Prozent Minus und 287 Tagen. Die Fondsgesellschaft Hartford Funds kommt mit Daten von Ned Davis Research ebenfalls auf 27 Bärenmärkte seit 1928, rund 35 Prozent Minus und 289 Tage.

MarktDaten abBärenmärkteMinus im SchnittHoch bis Tief im SchnittBullenmarkt im Schnitt
S&P 500192827−35,1 %9,4 Monate33 Monate, +115 %
Nasdaq 100198516−34,4 %3,4 Monate26 Monate, +170 %
DAX198815−33,2 %6,4 Monate21 Monate, +95 %
Bitcoin201155−36,3 %1,2 Monate2 Monate, +147 %

Bei Bitcoin zeigt die Tabelle vor allem eins: Die 20-Prozent-Regel taugt dort kaum. Sie zählt 55 Bärenmärkte in 15 Jahren, die meisten nach wenigen Wochen vorbei. Für Krypto ist ein anderer Maßstab sinnvoller, dazu weiter unten mehr.

Balkendiagramm der 27 Bärenmärkte im S&P 500 seit 1928: im Schnitt minus 35,1 Prozent, am tiefsten 1931/32 mit minus 61,8 Prozent, zuletzt 2020 mit minus 33,9 und 2022 mit minus 25,4 Prozent
Berechnet aus Tagesschlusskursen: Yahoo Finance

Auffällig sind die Ballungen. Zwischen 1929 und 1942 zählt die Regel zwölf Bärenmärkte, weil der Markt nach dem großen Crash immer wieder kräftig stieg und erneut einbrach. Auch die Finanzkrise erscheint als zwei Bärenmärkte: Zwischen dem 20. November 2008 und dem 6. Januar 2009 stieg der S&P 500 um 24 Prozent, bevor er bis zum 9. März 2009 auf sein endgültiges Tief fiel. Solche Bärenmarktrallyes sind typisch und eine Falle für alle, die das Ende zu früh ausrufen.

Wie lange dauert die Erholung nach einem Bärenmarkt?

Für dein Depot zählt nicht nur, wie tief ein Markt fällt, sondern wie lange es bis zum neuen Hoch dauert. Vom Rekord bis zum nächsten Rekord vergingen im S&P 500 bei den zwölf Einbrüchen um mehr als 20 Prozent seit 1929 im Median 25 Monate, beim DAX 24 Monate. Die Ausreißer prägen aber das Gedächtnis der Börse:

EinbruchMarktMinus vom RekordMonate bis zum TiefNeuer Rekord nach
Weltwirtschaftskrise 1929S&P 500−86,2 %32,525 Jahren (1954)
Dotcom-Blase 2000Nasdaq 100−82,9 %30,415,6 Jahren (2015)
Dotcom-Blase 2000DAX−72,7 %36,17,3 Jahren (2007)
Finanzkrise 2007S&P 500−56,8 %17,05,5 Jahren (2013)
Finanzkrise 2007DAX−54,8 %19,75,8 Jahren (2013)
Corona 2020S&P 500−33,9 %1,16 Monaten (2020)
Zinswende 2022Nasdaq 100−35,6 %13,325 Monaten (2023)
Zinswende 2022DAX−26,4 %8,816 Monaten (2023)

Breit gestreute Indizes wie S&P 500 und DAX haben bisher jeden Bärenmarkt hinter sich gelassen und neue Rekorde erreicht, manchmal nach Monaten, manchmal nach Jahren. Wer dagegen im Jahr 2000 alles auf Technologiewerte gesetzt hatte, wartete mehr als 15 Jahre. Der Unterschied liegt weniger im richtigen Zeitpunkt als in der Streuung über Regionen, Branchen und Anlageklassen.

Bärenmarkt bei Bitcoin und Krypto: so lange dauerte der Krypto-Winter

Bei Kryptowährungen fallen Bärenmärkte tiefer aus als bei Aktien, und sie haben einen eigenen Namen: Krypto-Winter. Gemessen vom Rekord-Schlusskurs bis zum tiefsten Schluss vor dem nächsten Rekord verlor Bitcoin in den drei großen Bärenmärkten seit Dezember 2013 zwischen 76,7 und 84,9 Prozent. Der Weg bis zum Tief dauerte jedes Mal rund ein Jahr, der Weg bis zum neuen Rekord zwischen gut zwei und gut drei Jahren.

BärenmarktRekord-SchlussTiefster SchlussMinusMonate bis zum TiefNeuer Rekord nach
2013 bis 20151.132 Dollar (4. Dezember 2013)171 Dollar (14. Januar 2015)−84,9 %13,338,7 Monaten (Februar 2017)
2017 bis 201819.188 Dollar (16. Dezember 2017)3.180 Dollar (15. Dezember 2018)−83,4 %12,035,5 Monaten (November 2020)
2021 bis 202267.559 Dollar (8. November 2021)15.766 Dollar (21. November 2022)−76,7 %12,427,8 Monaten (März 2024)
seit 2025124.728 Dollar (6. Oktober 2025)58.526 Dollar (30. Juni 2026)bisher −53,1 %8,8noch offen
Liniendiagramm der großen Bitcoin-Bärenmärkte nach Monaten seit dem Rekord: ab 2013 minus 84,9 Prozent, ab 2017 minus 83,4, ab 2021 minus 76,7 und seit Oktober 2025 bisher minus 53,1 Prozent
Berechnet aus Tagesschlusskursen: Bitstamp

Der laufende Bärenmarkt ist bisher der flachste der großen Zyklen. Seit dem Rekord sind 13 Monate vergangen, in den Zyklen davor lag der Boden nach 12 bis 13 Monaten. Ob das Tief vom 30. Juni 2026 hält, weiß niemand. Seitdem hat Bitcoin 29,8 Prozent zugelegt, steht aber noch 39,1 Prozent unter dem Rekord. Wie das Halving und der Vier-Jahres-Rhythmus mit diesen Phasen zusammenhängen, erklären wir im Ratgeber zum Bitcoin-Zyklus. Alle großen Einbrüche seit 2011 stehen in unserer Bitcoin-Crash-Historie.

Altcoins trifft ein Krypto-Winter meist noch härter. Ethereum fiel nach dem Rekord vom Januar 2018 um 94,0 Prozent, nach dem Rekord vom November 2021 um 79,3 Prozent. Aktuell liegt Ethereum 53,7 Prozent unter seinem Rekord-Schluss von 4.829,60 Dollar vom 22. August 2025, am 25. Juni 2026 waren es 67,6 Prozent. Kleinere Coins mit wenig Handel verlieren in solchen Phasen oft noch mehr, manche erholen sich nie.

Woran erkennt man einen Bärenmarkt? Anzeichen und Ursachen

Sicher erkennst du einen Bärenmarkt erst, wenn die Schwelle von 20 Prozent gerissen ist. Einige Anzeichen deuten aber früher darauf hin, dass aus einem Rücksetzer mehr werden kann:

  • Tiefere Hochs und tiefere Tiefs: Jede Erholung endet unter der vorherigen, der Trend zeigt nach unten.
  • Kurse unter der 200-Tage-Linie: Fällt ein Index unter den Durchschnitt der letzten 200 Handelstage und bleibt dort, werten viele Anleger das als Zeichen für einen längeren Abwärtstrend.
  • Schwache Marktbreite: Nur noch wenige große Werte halten den Index, die Mehrheit der Aktien fällt bereits.
  • Steigende Angst: Das Angstbarometer VIX sprang am 5. November 2026 von 16,6 auf 28,2 Punkte. Bei Krypto zeigt der Fear and Greed Index die Stimmung; wie du ihn liest, steht in unserem Ratgeber zum Fear and Greed Index.

Die Ursachen ähneln sich über die Jahrzehnte. Oft steht am Anfang eine Bewertungsblase, die platzt, wie 2000 bei den Dotcom-Werten. Dazu kommen steigende Zinsen, die Kredite verteuern und Anleihen attraktiver machen, wie 2022. Rezessionsangst und sinkende Unternehmensgewinne verstärken den Kursrückgang. Manchmal genügt ein Schock von außen: Die Covid-19-Pandemie drückte den S&P 500 im Frühjahr 2020 binnen 33 Tagen um 33,9 Prozent. Bei Krypto kommen eigene Auslöser hinzu, etwa die Pleite großer Plattformen wie FTX im November 2022 oder Wellen von Zwangsverkäufen bei Positionen mit hohem Hebel.

Wann ist der Bärenmarkt zu Ende? So beginnt ein neuer Bullenmarkt

Nach der gängigen Regel endet ein Bärenmarkt, sobald der Markt 20 Prozent über seinem Tief steht. Der Tag des Tiefs gilt dann rückwirkend als Ende des Bärenmarkts und als Beginn des neuen Bullenmarkts. Das Problem: Erkennbar ist das nur im Nachhinein, und in heftigen Phasen schlägt die Regel oft zu früh an.

Das beste Beispiel ist der Nasdaq 100 nach dem Platzen der Dotcom-Blase. Zwischen März 2000 und Oktober 2002 zählt die Regel dort sechs einzelne Bärenmärkte, unterbrochen von Rallyes um jeweils mehr als 20 Prozent. Wer bei jeder davon das Ende ausrief, kaufte fünfmal zu früh. Insgesamt verlor der Index 82,9 Prozent.

Bei Bitcoin zeigt sich dasselbe Muster gerade jetzt. Nach der Regel endete der Bärenmarkt seit dem Rekord vom Oktober 2025 schon zweimal: Vom Tief am 5. Februar 2026 stieg Bitcoin bis Mai um 30,9 Prozent, vom Tief am 30. Juni bis zum 21. September um 47,9 Prozent. Beide Male fiel der Kurs danach wieder deutlich. Verlässlicher ist deshalb ein strengerer Maßstab: Ein Bärenmarkt ist erst ganz vorbei, wenn der Markt sein altes Hoch zurückerobert hat.

Signale, die ein Ende ankündigen können: Die Kurse reagieren auf schlechte Nachrichten nicht mehr mit neuen Tiefs, die Notenbanken senken die Zinsen, die Marktbreite nimmt zu, und die Stimmung ist so schlecht, dass kaum noch Verkäufer übrig sind.

Was tun im Bärenmarkt? Strategien für Anleger

Die wichtigste Regel: keine Entscheidung aus Panik. Wer im Bärenmarkt verkauft, macht Buchverluste endgültig und verpasst oft die stärksten Tage der Erholung. Von den 20 besten Börsentagen des S&P 500 seit 1950 lagen 8 mitten in einem Bärenmarkt und 11 in den ersten zwei Monaten nach dessen Tief, darunter der 13. Oktober 2008 mit plus 11,6 Prozent und der 24. März 2020 mit plus 9,4 Prozent.

  • Sparplan weiterlaufen lassen: Wer regelmäßig den gleichen Betrag investiert, kauft bei fallenden Kursen mehr Anteile. Wie der Cost-Average-Effekt bei Bitcoin wirkt, rechnen wir im Ratgeber durch. Anbieter für Krypto-Sparpläne findest du im Vergleich der Krypto-Broker.
  • Reserve halten: Geld, das du in den nächsten zwei Jahren brauchst, gehört nicht in Aktien oder Krypto. Dann musst du im Tief nicht verkaufen.
  • Streuen und umschichten: Ein Depot, das über Regionen, Branchen und Anlageklassen wie Anleihen verteilt ist, verliert im Bärenmarkt weniger. Wer einmal im Jahr auf seine Zielaufteilung zurückschichtet, kauft automatisch günstiger nach.
  • Hebel meiden: Im Bärenmarkt werden gehebelte Positionen reihenweise zwangsweise geschlossen. Warum Hebel in schwankenden Phasen so gefährlich ist, erklärt unser Ratgeber zum Hebel-Trading.
  • Auf fallende Kurse setzen nur mit Erfahrung: Short-Positionen, Optionen und Knock-outs bringen im Bärenmarkt Chancen, das Risiko ist aber hoch. Wie das bei Krypto funktioniert und was es kostet, steht in unserem Beitrag zum Krypto-Shorten.
  • Coins selbst verwahren: In Krypto-Wintern gingen schon große Plattformen pleite. Wer langfristig hält, lagert seine Coins auf einer Hardware Wallet; eine Übersicht gibt unser Hardware-Wallet-Vergleich.
  • Verluste steuerlich nutzen: Verkaufst du Kryptowerte innerhalb eines Jahres mit Verlust, kannst du ihn in Deutschland mit Gewinnen aus privaten Veräußerungsgeschäften verrechnen, auch im Vorjahr oder in späteren Jahren. Nach mehr als einem Jahr Haltedauer ist ein Gewinn steuerfrei. Was das für dich bedeutet, zeigt der CryptoTicker Steuerrechner.

Unsere Einschätzung: Für Bitcoin ist der Bärenmarkt seit einem Jahr die prägende Lage, der Aktienmarkt steht mit der Korrektur im Nasdaq vor einer Bewährungsprobe. Wer seine Strategie vor dem Bärenmarkt festgelegt hat, muss sie im Bärenmarkt nur noch einhalten. Die Zahlen seit 1928 sprechen für Geduld: Ein Bullenmarkt dauerte im Schnitt mehr als dreimal so lange wie ein Bärenmarkt.

Stand: 6. November 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlage- und keine Steuerberatung; Aktien und Kryptowerte können stark an Wert verlieren.

Häufige Fragen zum Bärenmarkt

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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