700 Millionen HYPE außerhalb des Umlaufs: Halten oder verkaufen vor dem Unlock am 29. September?
Für den 29. September führen mehrere Datendienste eine neue HYPE-Freigabe, doch ihre Angaben reichen von 330.000 bis 14,18 Millionen Token. Eine eigene Auszählung der Bestände zeigt, woher die Spanne kommt und welcher Teil von HYPE überhaupt nicht im Umlauf ist.

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Für den 29. September 2026 führen mehrere Datendienste eine neue Freigabe von HYPE, dem Token der Handelsplattform Hyperliquid. Wie groß diese Tranche ausfällt, beantworten sie allerdings sehr verschieden. Die Angaben reichen von rund 330.000 bis 14,18 Millionen HYPE. Beim Kurs von 86,15 Dollar liegen zwischen diesen beiden Enden etwa 28 Millionen und 1,22 Milliarden Dollar. Wer wissen will, was an diesem Termin auf den Markt kommen kann, bekommt also keine einzelne Zahl, sondern eine Spanne.
Belastbar wird es erst dort, wo die Bestände selbst nachgezählt werden. Diese Auswertung hat cryptoticker.io am 29. September 2026 selbst erhoben. Grundlage sind die Bestandsangaben, die Hyperliquid für HYPE öffentlich führt: Höchstmenge, Gesamtmenge, Umlaufmenge, künftige Emissionen sowie die vier Adressen, die dort als nicht im Umlauf geführt werden. Das Ergebnis vorweg: 700.219.817 HYPE und damit 70,10 Prozent der gesamten Menge sind derzeit überhaupt nicht im Umlauf. Gemessen daran ist jede einzelne Monatsrate eine Randgröße.
Unlock, Vesting und Cliff: die drei Begriffe zum Termin am 29. September
Drei Fachbegriffe tauchen rund um solche Termine immer wieder auf, und sie meinen nicht dasselbe.
Unlock
Ein Unlock ist die Freigabe von Token, die bis dahin vertraglich oder technisch gesperrt waren. Erst ab diesem Zeitpunkt kann der Empfänger sie bewegen, also halten, übertragen oder verkaufen. Ein Unlock ist keine Neuausgabe: Die Token existieren bereits, sie wechseln nur vom gesperrten in den frei verfügbaren Zustand.
Vesting
Vesting bezeichnet den Zeitplan, nach dem eine Zuteilung schrittweise frei wird, meist in gleich großen Raten über Monate oder Jahre. Der Zweck ist, dass Gründer, Mitarbeitende und frühe Geldgeber ihre Zuteilung nicht an einem einzigen Tag verkaufen können.
Cliff
Der Cliff ist die Sperrfrist am Anfang eines Vesting-Plans, in der gar nichts frei wird. Bei HYPE lag dieser Cliff bei einem Jahr; die Zuteilung für Kernbeitragende begann erst danach, in Raten zu laufen. Wer die drei Begriffe auseinanderhält, versteht auch, warum ein Freigabetermin allein noch nichts über Verkaufsdruck aussagt.
Die Angaben zur Tranche reichen von 330.000 bis 14,18 Millionen HYPE
Die Spannweite der veröffentlichten Zahlen ist kein Rundungsproblem, sie ist ein Definitionsproblem. Drei Größen kursieren nebeneinander:
- Rund 9,92 Millionen HYPE. Diese Zahl entspricht der monatlichen Rate für Kernbeitragende, wie sie mehrere Unlock-Kalender ausweisen. Sie wird häufig als 4,46 Prozent der Umlaufmenge angegeben, was beim Kurs von 86,15 Dollar etwa 855 Millionen Dollar entspricht. Als die Zahl Ende September die Runde machte, notierte HYPE höher, weshalb dort meist von rund 904 Millionen Dollar die Rede war.
- 14.175.778 HYPE. Andere Kalender führen für denselben Termin diesen Wert, etwa 1,42 Prozent der Gesamtmenge und damit rund 1,22 Milliarden Dollar. Der Unterschied entsteht, weil hier neben der Rate für Kernbeitragende weitere Zuteilungen mitgezählt werden.
- Rund 330.000 HYPE. Der Datendienst Tokenomist stellt in einer eigenen Auswertung ausdrücklich die Frage, ob an einem solchen Termin etwa 330.000 oder etwa 9,9 Millionen HYPE frei werden, und rechnet die beiden Lesarten gegeneinander. Am unteren Ende wären es beim aktuellen Kurs rund 28 Millionen Dollar.
Alle drei Zahlen lassen sich begründen, je nachdem, welche Zuteilungen man zur Tranche zählt und welche Umlaufmenge man als Bezugsgröße nimmt. Für dich als Halter heißt das vor allem eines: Eine Schlagzeile mit einer Dollarsumme ersetzt die Prüfung nicht, welcher Bezug dahintersteht. Die genauen Zahlen der einzelnen Kalender kannst du in der Auswertung von Tokenomist nachlesen.
700,2 Millionen HYPE sind nicht im Umlauf
Die Bestandsangaben von Hyperliquid ergeben ein klares Bild. Die Höchstmenge beträgt eine Milliarde HYPE. Die Gesamtmenge liegt mit 998.900.666,73 HYPE darunter; 1.099.333 HYPE sind dem Bestand also dauerhaft entzogen, was bei diesem Netzwerk über Gebühren geschieht. Von der Gesamtmenge entfallen:
- 298.680.849,52 HYPE auf die Umlaufmenge,
- 289.039.730,49 HYPE auf Bestände, die als nicht umlaufend geführt werden und sich auf genau vier Adressen verteilen,
- 411.180.086,72 HYPE auf künftige Emissionen, die noch gar nicht ausgegeben sind.
Die drei Werte summieren sich exakt auf die Gesamtmenge, was die Angaben in sich schlüssig macht. Addiert man die beiden hinteren Posten, sind 700.219.817,21 HYPE nicht im Umlauf, also 70,10 Prozent. Selbst die größte der drei kursierenden Tranchenangaben von 14,18 Millionen HYPE entspricht damit gut zwei Prozent dessen, was insgesamt noch aussteht. Zum Vergleich: Der Handel setzte zuletzt an einem einzigen Tag HYPE im Wert von rund 850 Millionen Dollar um.

Umlaufmenge im Widerspruch: 76,2 Millionen HYPE Unterschied zwischen zwei Quellen
An dieser Stelle wird es für jeden interessant, der Prozentangaben liest. Hyperliquid führt selbst eine Umlaufmenge von 298.680.849,52 HYPE. Der verbreitete Marktdatenanbieter CoinGecko weist für denselben Tag 222.445.714 HYPE aus. Zwischen beiden liegen 76.235.135 HYPE, beim Kurs von 86,15 Dollar rund 6,6 Milliarden Dollar.
Solche Abweichungen sind nicht ungewöhnlich, weil Datenanbieter unterschiedlich streng rechnen: Manche ziehen Bestände ab, die zwar technisch beweglich sind, aber erkennbar nicht für den Markt bereitstehen. Die Folge ist trotzdem handfest. Dieselbe Tranche von 9,92 Millionen HYPE ergibt bezogen auf die Zahl von CoinGecko 4,46 Prozent der Umlaufmenge, bezogen auf die Zahl von Hyperliquid nur 3,32 Prozent. Die Meldung klingt in der ersten Lesart also um rund ein Drittel dramatischer, ohne dass sich an der Tranche selbst etwas ändert.
Perp-DEX im Vergleich241,5 Millionen HYPE liegen in einer einzigen gesperrten Adresse
Die als nicht umlaufend geführten Bestände verteilen sich auf vier Adressen, und sie sind sehr ungleich groß. Die mit Abstand größte hält 241.480.853,16 HYPE, also 24,15 Prozent der Höchstmenge. Diese Größenordnung deckt sich mit der veröffentlichten Zuteilung an Kernbeitragende, die mit 23,8 Prozent der Gesamtmenge angegeben wird. Aus genau diesem Topf stammen die monatlichen Raten, um die es an Freigabeterminen geht.
Die zweite Adresse hält 47.557.200,82 HYPE oder 4,76 Prozent der Höchstmenge. Dahinter steht eine Systemadresse des Netzwerks, auf der unter anderem zurückgekaufte Token liegen. Die beiden übrigen Adressen fallen kaum ins Gewicht: Auf der Nulladresse liegen 1.673,79 HYPE, auf der Verbrennungsadresse 2,72 HYPE. Wer über gesperrte Bestände bei HYPE spricht, spricht also praktisch über zwei Adressen.
Warum die Verteilung auf wenige Adressen zweischneidig ist
Eine starke Konzentration heißt, dass der Zeitplan berechenbar ist: Es gibt wenige Quellen, aus denen neues Angebot kommen kann, und ihr Takt ist bekannt. Sie heißt zugleich, dass wenige Beteiligte große Mengen bewegen können, sobald ihre Sperre fällt. Beides gilt gleichzeitig, und keine der beiden Lesarten lässt sich aus den Beständen allein widerlegen.
411,2 Millionen HYPE künftige Emissionen: der Teil, den noch niemand hält
Der größte Posten außerhalb des Umlaufs sind mit 411.180.086,72 HYPE die künftigen Emissionen. Das sind Token, die noch gar nicht zugeteilt sind und erst über die kommenden Jahre entstehen sollen, vorgesehen vor allem für Belohnungen im Netzwerk. Sie tauchen in keinem Unlock-Kalender als Tranche auf, weil es bei ihnen nichts freizugeben gibt.
Für die Einordnung eines einzelnen Termins ist dieser Posten trotzdem der wichtigste. Er bedeutet, dass die Menge an HYPE, die dem Markt theoretisch zur Verfügung stehen kann, langfristig noch deutlich wächst, ganz unabhängig davon, was am 29. September passiert. Ein Anleger, der nur auf den nächsten Freigabetermin schaut, betrachtet den kleineren Teil des Bildes.
Was zum Startzeitpunkt verteilt wurde
HYPE ging am 29. November 2024 an den Start. Die gesamte Höchstmenge von einer Milliarde Token war dabei bereits auf 94.023 Adressen zugeteilt, ein großer Teil davon als Verteilung an frühe Nutzer der Plattform. Die Bestände, die heute als gesperrt gelten, sind also keine nachträglich geschaffenen Token, sondern Teile dieser ursprünglichen Zuteilung, die noch nicht frei sind.

Was die Verwässerung für den HYPE-Kurs bedeutet
Verwässerung beschreibt, dass der Anteil eines einzelnen Tokens am Gesamtbestand sinkt, wenn neue Token in den Umlauf kommen. Ob daraus Kursdruck wird, hängt davon ab, ob die neu verfügbaren Token auch verkauft werden. Genau das ist aus Bestandsdaten nicht ablesbar, und seriös vorhersagen lässt es sich ebenfalls nicht.
Beobachtbar ist die Ausgangslage. HYPE notiert bei rund 86 Dollar und damit etwa zwölf Prozent unter dem Höchststand von 97,96 Dollar, der am 23. September 2026 erreicht wurde. Binnen 24 Stunden verlor der Kurs 4,4 Prozent. Die Marktkapitalisierung liegt bei rund 19,2 Milliarden Dollar. Wer rund um Freigabetermine mit Hebelprodukten arbeitet, handelt HYPE häufig als unbefristeten Terminkontrakt auf spezialisierten Handelsplätzen; welche das sind und wie sich ihre Gebühren unterscheiden, zeigt unser Vergleich der besten Perp-DEX.
Bull- und Bear-Case nebeneinander
Wer optimistisch auf HYPE blickt, verweist darauf, dass der Zeitplan seit Langem bekannt ist und deshalb in den Kursen stecken dürfte, und dass ein Teil der Gebühren zum Rückkauf von Token verwendet wird, was dem neuen Angebot entgegenwirkt. Wer skeptisch ist, hält dagegen, dass die Raten über Jahre weiterlaufen und dass allein die Zuteilung an Kernbeitragende größer ist als vier Fünftel der heutigen Umlaufmenge. Diese Einschätzungen stehen gegeneinander, belegen lässt sich derzeit keine von beiden.
Hyperliquid hat keine MiCA-Zulassung für Deutschland
Bevor es um Positionsgrößen geht, lohnt der nüchterne Blick auf den Rechtsrahmen. Die EU-Verordnung MiCA regelt seit 2024 einheitlich, wer in der Europäischen Union Kryptodienstleistungen anbieten darf; Anbieter brauchen dafür eine Zulassung einer nationalen Aufsicht, in Deutschland der BaFin. Hyperliquid ist ein dezentral betriebener Handelsplatz ohne eine solche Zulassung. Was das praktisch für dich heißt, haben wir in einem eigenen Beitrag dazu aufgeschrieben, wie sich Hyperliquid aus Deutschland nutzen lässt.
Zwei Punkte folgen daraus unmittelbar. Erstens greift bei einem nicht zugelassenen Anbieter kein europäisches Beschwerde- oder Entschädigungsverfahren, wenn etwas schiefgeht. Zweitens liegt die Verwahrung bei dir: Token auf einem solchen Handelsplatz liegen in einer Wallet, deren Schlüssel du selbst verantwortest. Das ist ein Unterschied zum Depot bei einem regulierten Anbieter, und er wiegt gerade dann schwer, wenn du größere Bestände über einen Termin hinweg hältst.
Haltefrist, Hebel und Liquidation rund um einen Freigabetermin
Haltefrist
In Deutschland sind Gewinne aus dem Verkauf von Kryptowährungen nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei, innerhalb des Jahres zählen sie als privates Veräußerungsgeschäft. Wer wegen eines Freigabetermins vorzeitig verkauft, kann diese Frist reißen. Es lohnt sich deshalb, vor einer Reaktion nachzusehen, wann die eigenen HYPE gekauft wurden und wie nah die Jahresfrist ist.
Hebel und Liquidation
Wer HYPE gehebelt handelt, sollte wissen, dass eine Liquidation die zwangsweise Schließung einer Position ist, sobald die hinterlegte Sicherheit nicht mehr ausreicht. Termine, an denen der Markt eine große Freigabe erwartet, gehen häufig mit größeren Kursausschlägen einher, und Ausschläge treffen gehebelte Positionen zuerst. Eine kleinere Position übersteht eine Schwankung, die eine große beendet.
Verwahrung
Wenn du HYPE länger halten willst, ist die Frage der Verwahrung wichtiger als der einzelne Termin. Bestände auf einem Handelsplatz sind dem Ausfallrisiko dieses Platzes ausgesetzt; eine Wallet, deren Schlüssel nur du kennst, verlagert das Risiko auf deine eigene Sorgfalt bei der Aufbewahrung dieser Schlüssel.
HYPE-Unlock: Das Wichtigste für deine Entscheidung
Der Termin am 29. September ist ein kleiner Ausschnitt eines langen Zeitplans. Wichtiger als die Tagesmeldung ist, dass 70,10 Prozent der gesamten HYPE-Menge noch außerhalb des Umlaufs liegen und über Jahre in Raten dazukommen. Drei Schritte helfen dir, das einzuordnen:
- Bezugsgröße hinterfragen. Wenn eine Meldung eine Tranche in Prozent der Umlaufmenge angibt, sieh nach, welche Umlaufmenge gemeint ist. Zwischen den beiden gebräuchlichen Werten liegen bei HYPE 76,2 Millionen Token, und derselbe Unlock wirkt dadurch um rund ein Drittel größer oder kleiner. Wo du überhaupt handelst und unter welcher Aufsicht, ordnet unser Vergleich regulierter Kryptobörsen ein.
- Verwahrung klären, bevor der Termin da ist. Liegen deine Token auf einem Handelsplatz ohne europäische Zulassung, entscheide in Ruhe, ob sie dort bleiben sollen. Welche Geräte sich für die eigene Aufbewahrung eignen, steht im Hardware-Wallet-Vergleich.
- Haltedauer nachrechnen, statt auf die Schlagzeile zu reagieren. Prüfe das Kaufdatum deiner HYPE und die Jahresfrist, bevor du wegen eines Freigabetermins verkaufst. Werkzeuge, die Kaufdaten und Fristen sauber mitführen, findest du unter den Krypto-Steuer-Tools und Portfolio-Trackern.
Die Bestandszahlen dieses Beitrags kannst du jederzeit selbst gegenprüfen, etwa über den öffentlichen Hyperliquid-Explorer zu HYPE.
(Stand: 29. September 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)
Häufige Fragen zu HYPE
Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.
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