Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit einem hohen Risiko verbunden. Führe immer deine eigene Recherche durch.

92,6 Millionen ARB jeden Monat: Wann die Arbitrum-Sperrfrist ausläuft

Jeden Monat fallen bei Arbitrum exakt 92.645.833 ARB aus der Sperrfrist, und es sind nur noch wenige Tranchen übrig. Wir rechnen die Monatsrate aus der Allokationstabelle der Arbitrum Foundation nach und nennen jeden verbleibenden Termin.

Fast leere gläserne Sanduhr auf dunklem Stein, daneben eine dicke Metallmünze mit eingeprägtem rautenförmigem Symbol
12 Min. Lesezeit
Teilen:

Die Sperrfrist für Team- und Investorentoken von Arbitrum läuft aus. Jeden Monat fallen exakt 92.645.833 ARB aus der Sperre, und nach dem Freigabemodell von DefiLlama sind davon nur noch fünf Tranchen übrig, die letzte am 14. Februar 2027. Damit ist die Frage, die bei ARB wirklich zählt, datierbar geworden: nicht, was am nächsten Freigabetag passiert, sondern wie lange der monatliche Angebotsdruck überhaupt noch anhält.

Dieser Text beantwortet beides. Er rechnet die Monatstranche aus der Allokationstabelle der Arbitrum Foundation selbst nach, statt sie von einem Aggregator abzuschreiben, er nennt die verbleibenden Termine, und er benennt die eine Stelle, an der zwei seriöse Quellen um einen Monat auseinanderliegen.

Die Arbitrum-Sperrfrist endet im ersten Quartal 2027

Die Regel steht in der Dokumentation der Arbitrum Foundation, und zwar wörtlich: Alle Investoren- und Teamtoken unterliegen einer vierjährigen Sperrfrist, die erste Freigabe erfolgt ein Jahr nach dem Token-Generierungsereignis vom 16. März 2023, danach folgen monatliche Freigaben über die restlichen drei Jahre.

Rechnet man das von vorn durch, ergibt sich ein Cliff am 16. März 2024 und daran anschließend 36 Monatsraten. Wo die letzte davon liegt, hängt an einer einzigen Frage: Zählt der Cliff-Monat selbst als erste der 36 Raten oder beginnt die Zählung im Monat danach? Die Frage klingt nach Buchhaltung, verschiebt das Ende aber um vier Wochen.

Beide Lesarten sind in der Welt. Das Emissionsmodell von DefiLlama führt 36 Insider-Freigaben, die erste am 16. März 2024 gemeinsam mit dem Cliff, die letzte am 14. Februar 2027. Die Tokenomics-Dienste Tokenomist und CryptoRank sowie die wörtliche Vier-Jahres-Grenze ab dem 16. März 2023 führen dagegen auf März 2027. Belastbar ist deshalb die Spanne, nicht der Einzeltag: Die Insider-Sperre von Arbitrum endet zwischen Mitte Februar und Ende März 2027. Wer den Tag exakt braucht, liest ihn am Vesting-Vertrag ab, nicht in einer Übersicht.

92.645.833 ARB je Monat: die Tranche aus der Allokation nachgerechnet

Die Monatstranche lässt sich vollständig aus der Allokationstabelle reproduzieren, und das ist der Grund, warum man ihr trauen kann. Die Zuteilung nach den Beschlüssen AIP 1.1 und 1.2 verteilt die zehn Milliarden ARB so: 35,28 Prozent oder 3,528 Milliarden an die Schatzkammer der ArbitrumDAO, 26,94 Prozent oder 2,694 Milliarden an Team, Mitwirkende und Berater, 17,53 Prozent oder 1,753 Milliarden an Investoren, 11,62 Prozent oder 1,162 Milliarden an Nutzer der Plattform über den Airdrop, 7,5 Prozent oder 750 Millionen an die Arbitrum Foundation und 1,13 Prozent oder 113 Millionen an DAOs, die auf Arbitrum bauen.

Gesperrt sind davon Team und Investoren zusammen, also 44,47 Prozent oder 4,447 Milliarden ARB. Ein Viertel dieser Menge kommt am Cliff frei, die restlichen drei Viertel verteilen sich auf 36 gleiche Monatsraten. Das ergibt 4,447 Milliarden mal 0,75 geteilt durch 36, also 92.645.833 ARB im Monat.

Die Probe gelingt auch getrennt je Empfängergruppe, und sie geht exakt auf. Für das Team: 2,694 Milliarden mal 0,75 geteilt durch 36 ergibt 56.125.000 ARB. Für die Investoren: 1,753 Milliarden mal 0,75 geteilt durch 36 ergibt 36.520.833 ARB. Genau diese beiden Beträge führt DefiLlama als zwei getrennte Ereignisse an jedem Freigabetag. Zwei unabhängig gebaute Rechenwege, dieselben Zahlen bis auf den Token: Damit ist die Tranche nicht aus einer Übersicht übernommen, sondern aus der Primärquelle hergeleitet.

Eine Randnotiz zur Sorgfalt gehört dazu. In älteren Notizen unseres Terminkalenders stand für den Oktober-Termin der Wert 93.159.180 ARB. Dieser Betrag lässt sich aus der Allokationstabelle nicht reproduzieren, die 92.645.833 dagegen dreifach. Wir führen deshalb die nachgerechnete Zahl und lassen die andere stehen, statt beide zu einem Mittelwert zu verrühren.

Fünf exakt gleich hohe Stapel Metallmünzen in einer Reihe auf dunkler Steinplatte, der äußerste Stapel halb über der Kante
Die Gleichförmigkeit ist der Kern der Sache: Jede der verbleibenden Monatstranchen ist genau so groß wie die davor.

Der Cliff vom 16. März 2024 gab ein Viertel der Insider-Token frei

Der größte Einzeltag der ARB-Geschichte liegt bereits hinter uns, und zwar seit zweieinhalb Jahren. Am 16. März 2024 wurden dem Team 673.500.000 ARB und den Investoren 438.250.000 ARB freigegeben, zusammen 1.111.750.000 ARB. Das ist genau das Viertel der gesperrten 4,447 Milliarden, das die Vier-Jahres-Regel nach dem ersten Jahr vorsieht.

Am selben Tag lief zusätzlich die erste Monatsrate von 92.645.833 ARB, sodass der Cliff-Tag in Summe auf 1.204.395.833 ARB kam. Für die heutige Lage folgt daraus etwas Beruhigendes: Die Mengenspitze ist Vergangenheit. Was jetzt noch kommt, sind gleichmäßige Monatsraten in der Größenordnung eines Dreizehntels dieses einen Tages.

Team, Investoren und Stiftung folgen drei verschiedenen Freigaberegeln

Hier entsteht die häufigste Verwechslung, und sie verzerrt jede Schätzung des Angebotsdrucks. Es laufen bei Arbitrum drei verschiedene Uhren.

Team und Investoren teilen dieselbe Mechanik, den Cliff nach einem Jahr und danach 36 Monatsraten. Die Arbitrum Foundation mit ihren 7,5 Prozent oder 750 Millionen ARB läuft getrennt und anders: Die Sperrfrist der Stiftung begann am 17. April 2023 und löst sich linear über vier Jahre, erzwungen durch das Vesting Budget Smart Contract Wallet der Stiftung. Nach dem Modell von DefiLlama entspricht das rund 3,59 Millionen ARB je Woche, also etwa 513.000 am Tag, und dieser Strom endet erst am 17. April 2027. Die Schatzkammer der DAO schließlich gibt Mittel in unregelmäßigen Beschlüssen frei und gilt in den Emissionsmodellen als nicht umlaufend.

Wer also fragt, wann bei Arbitrum das letzte Token frei wird, bekommt eine andere Antwort als auf die Frage nach dem Ende der Insider-Sperre. Die Insider-Sperre endet im ersten Quartal 2027, der Stiftungsstrom im April 2027.

Sperrfrist, Cliff und Vesting: die drei Begriffe in je einem Satz

Eine Sperrfrist ist der Zeitraum, in dem zugeteilte Token vertraglich oder durch einen Smart Contract nicht bewegt werden dürfen. Ein Cliff ist der Stichtag, an dem nach einer Wartezeit erstmals ein größerer Anteil auf einmal freikommt. Vesting bezeichnet die ratenweise Freigabe danach, bei Arbitrum monatlich. Und ein Unlock oder eine Freigabe ist das einzelne Ereignis, an dem eine Rate fällig wird.

Wichtig für die Einordnung: Eine Freigabe bedeutet nicht, dass Token verkauft werden. Freigegeben heißt nur, dass sie verkauft werden könnten. Der Unterschied zwischen beidem ist der ganze Grund, warum Freigabetermine so unterschiedlich auf den Kurs wirken. Wie man das im Einzelfall auseinanderhält, haben wir am Beispiel eines anderen Tokens in unserer Anleitung zum Nachrechnen von Token-Unlocks durchgerechnet.

Noch fünf Monatstranchen: der Freigabekalender bis Februar 2027

Nach dem Emissionsmodell von DefiLlama stehen zum Stand Ende September 2026 noch fünf Insider-Tranchen aus, jede über 92.645.833 ARB:

  • 15. Oktober 2026
  • 15. November 2026
  • 15. Dezember 2026
  • 14. Januar 2027
  • 14. Februar 2027

In Summe sind das 463.229.167 ARB, die in den kommenden viereinhalb Monaten aus der Insider-Sperre kommen. Nach der Lesart, die auf März 2027 führt, käme eine sechste Tranche hinzu, und die Summe stiege auf rund 556 Millionen ARB. Beide Zahlen liegen weit unter dem, was viele beim Wort Sperrfrist erwarten, und der Grund dafür ist der Cliff von 2024, der den Großteil längst abgearbeitet hat. Wer den Termin im Zusammenhang mit den übrigen Krypto-Daten dieses Quartals sehen will, findet ihn in unserem Überblick über die Termine bis Jahresende.

Ein Hinweis zu den Uhrzeiten: Die Termine liegen jeweils im Tagesverlauf, nicht um Mitternacht, und sie verschieben sich zwischen den Monaten um einige Stunden. Für eine Handlungsentscheidung genügt das Datum.

1,32 Prozent des Umlaufs je Tranche, 70,4 Prozent der Token bereits im Markt

Eine absolute Zahl sagt wenig, solange man sie nicht auf den Umlauf bezieht. Von den zehn Milliarden ARB sind rund 7,04 Milliarden im Umlauf, das sind 70,4 Prozent. Gesperrt oder nicht umlaufend sind noch etwa 2,96 Milliarden, wobei dieser Posten die Schatzkammer der DAO und den Stiftungsanteil enthält und deshalb größer ist als der Rest der Insider-Sperre.

Eine Monatstranche von 92.645.833 ARB entspricht damit 1,32 Prozent des Umlaufs. Beim ARB-Kurs von etwa 0,20 US-Dollar Ende September sind das knapp 19 Millionen Dollar an theoretischem Angebot. Zur Einordnung: Der Umlauf ist in den vorangegangenen 30 Tagen um rund 108 Millionen ARB gewachsen, also etwas mehr als eine Monatstranche, weil der Stiftungsstrom laufend hinzukommt.

Schweres rundes Stahl-Tresortor einen Spalt geöffnet, aus dem einzelne Metallmünzen ins Dunkel rollen
Eine Freigabe verlegt Token aus der Sperre in den Umlauf; ob sie verkauft werden, entscheidet der Empfänger.

Andere Modelle rechnen die gleiche Menge auf einen etwas anderen Anteil. Tokenomist weist für dieselbe Tranche rund 1,98 Prozent des Umlaufs aus, weil dort eine niedrigere Umlaufannahme und eine andere Aufteilung zwischen Team und Investoren zugrunde liegt. Die Spanne von etwa 1,3 bis 2,0 Prozent je Monat ist damit die ehrliche Antwort, und sie ist genau genug für jede Entscheidung, die ein Privatanleger daran knüpfen würde. Welche Werkzeuge solche Angebotsdaten laufend führen, zeigt unser Vergleich der Analyse-Plattformen.

Worauf Halter vor der nächsten Freigabe am 15. Oktober achten sollten

Der nächste Termin ist der 15. Oktober 2026. Sinnvoll ist weniger die Frage, ob der Kurs an diesem Tag fällt, denn gleichförmige und lange angekündigte Freigaben sind im Markt bekannt. Aufschlussreicher ist, was in den Tagen danach mit dem Umlauf und mit den Börsenbeständen passiert, denn dort zeigt sich, ob die freigegebenen Token tatsächlich in den Verkauf gehen.

Praktisch heißt das: den Umlauf vor und nach dem Termin vergleichen, die Zuflüsse auf Börsen beobachten und die Tranchengröße gegen das tägliche Handelsvolumen stellen. Eine Tranche, die einen Bruchteil eines Handelstages ausmacht, ist ein anderes Ereignis als eine, die ein Mehrfaches davon erreicht. Wer Arbitrum ohnehin im Netz nutzt, findet die praktischen Grundlagen dazu in unserem Artikel zu Arbitrum One, Bridge und Gas.

Wo du den ARB-Freigabekalender selbst nachliest

Die belastbarste Quelle ist die Dokumentation der Arbitrum Foundation, weil dort Allokation und Sperrmechanik stehen, aus denen sich alles Übrige herleiten lässt. Wer den Kalender als Liste braucht, findet die Einzeltermine bei DefiLlama; dessen Modell führt Team und Investoren getrennt, sodass sich die Summe je Termin aus zwei Zeilen zusammensetzt.

Bei jeder solchen Übersicht lohnt eine Gegenprobe: Multipliziere die angegebene Tranche mit der Zahl der verbleibenden Termine und vergleiche das Ergebnis mit der noch gesperrten Menge. Weichen die beiden stark ab, rechnet die Übersicht mit einer anderen Annahme über Cliff oder Laufzeit. Denselben Fall hatten wir zuletzt beim Ende des Filecoin-Vestings, wo sich zwei Dienste ebenfalls um eine Rate unterschieden.

Steuer und Haltefrist: was beim Verkauf nach einer Freigabe in Deutschland gilt

Für dich als Halter in Deutschland ist eine Freigabe bei einem anderen Marktteilnehmer steuerlich ohne Bedeutung. Relevant wird die Steuer erst, wenn du selbst verkaufst. Gewinne aus dem Verkauf von Kryptowerten gelten nach Paragraf 23 des Einkommensteuergesetzes als privates Veräußerungsgeschäft. Verkaufst du innerhalb eines Jahres nach dem Kauf, ist der Gewinn steuerpflichtig, oberhalb der Freigrenze von 1.000 Euro im Jahr. Hältst du länger als ein Jahr, bleibt der Gewinn steuerfrei.

Daraus ergibt sich ein Zusammenhang, der bei Freigabeterminen oft übersehen wird: Wenn du überlegst, vor einem Termin zu verkaufen, entscheidet dein eigenes Kaufdatum mit, was die Entscheidung kostet. Ein Verkauf elf Monate nach dem Kauf kann teurer sein als ein Kursrückgang, den du aussitzt. Das Finanzamt erwartet die Angabe in der Anlage SO deiner Steuererklärung, und die Nachweispflicht für Kaufdatum und Kaufpreis liegt bei dir. Ob Arbitrum als Kursthema darüber hinaus trägt, haben wir zuletzt im Zusammenhang mit Robinhood Chain und RWA untersucht.

Diese Angaben beschreiben die allgemeine Rechtslage, keine persönliche Beratung. Bei größeren Beträgen, bei Staking-Erträgen oder bei Käufen in mehreren Tranchen klärt ein Steuerberater den Einzelfall zuverlässiger als jede Übersicht.

Arbitrum-Sperrfrist: Was du daraus mitnimmst

Die Sperrfrist von Arbitrum ist keine offene Frage mehr, sondern ein Kalender mit absehbarem Ende. Fünf oder sechs gleich große Monatstranchen von je 92.645.833 ARB stehen aus, danach ist die Insider-Sperre abgearbeitet, und der Stiftungsstrom läuft noch bis April 2027 aus. Drei Schritte, mit denen du das für dich nutzbar machst:

  1. Den Kalender eintragen. Notiere die fünf Termine vom 15. Oktober 2026 bis zum 14. Februar 2027 und behandle sie als bekannte Größen, nicht als Überraschungen. Wo du ARB handelbar bekommst und zu welchen Konditionen, zeigt unser Vergleich der Krypto-Börsen.
  2. Das eigene Kaufdatum kennen. Prüfe, wann deine Positionen die Jahresfrist erreichen, bevor du einen Verkauf an einem Freigabetermin ausrichtest. Dabei helfen die Werkzeuge aus unserem Überblick über Steuer-Tools und Portfolio-Tracker.
  3. Die Verwahrung klären. Wenn du ARB über das Ende der Sperrfrist hinaus halten willst, gehört die Frage der eigenen Verwahrung dazu; die Unterschiede stehen in unserem Hardware-Wallet-Vergleich.

Und eine letzte Einordnung, damit die Zahlen nicht größer wirken als sie sind: Die verbleibenden 463 Millionen ARB entsprechen gut sechs Prozent des heutigen Umlaufs, verteilt über mehr als vier Monate. Der Tag, der bei Arbitrum wirklich Mengen bewegt hat, war der 16. März 2024, und der liegt hinter uns.

(Stand: 30. September 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)

Häufige Fragen zur Arbitrum-Sperrfrist

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

Verwandte Artikel

Welche Themen sollen wir vertiefen?

Wähle aus, was dich aktuell beschäftigt. Deine Auswahl fließt direkt in unsere Themenplanung ein.

Crypto-News, die wirklich Mehrwert bringen.

Wöchentlich. 60 Sekunden Lesezeit. Sorgfältig kuratiert von unserer Redaktion: kein Hype, keine Werbe-Mails, kein Spam.

Abonnieren

Mehr zum Thema

Alle anzeigen

Vielleicht auch interessant