LayerZero-Unlock am 20. August: Wie du bei ZRO die monatliche Verwässerung ausrechnest
Am 20. August 2026 fällt bei LayerZero die nächste Monatstranche des Tokens ZRO aus der Sperrfrist – zum wiederholten Mal, denn hier endet keine Frist auf einen Schlag. Wie du aus Zuteilung, Gesamtmenge und Laufzeit die monatliche Verwässerung selbst berechnest, warum die Datenplattformen unterschiedliche Zahlen nennen und weshalb die freigegebene Menge selten die verkaufte ist.

Am Donnerstag, dem 20. August 2026, gibt LayerZero die nächste Monatstranche seines Tokens ZRO frei. Je nach Datenplattform sind es rund 24,7 bis 25,7 Millionen Token im Gegenwert von etwa 18,9 bis 19,9 Millionen US-Dollar. Das klingt nach einem Ereignis, ist aber eine Wiederholung: Derselbe Vorgang lief am 20. Juli, er läuft am 20. September wieder, und er läuft seit dem Sommer 2025 an jedem Monatstermin.
Darin liegt der Unterschied zu den Unlock-Meldungen, die du sonst liest. Ein einmaliger Termin lässt sich als Nachricht erzählen. Eine monatlich wiederkehrende Freigabe ist dagegen eine dauerhafte Eigenschaft des Tokens, und sie lässt sich ausrechnen. Dieser Text zeigt dir am Beispiel ZRO, wie du das selbst tust und warum die freigegebene Menge fast nie die Menge ist, die am Markt ankommt.
Was am 20. August 2026 bei LayerZero aus der Sperrfrist fällt
LayerZero ist eine Interoperabilitäts-Schicht: Software, über die Anwendungen Werte zwischen verschiedenen Blockchains verschicken. Nach eigenen Angaben laufen darüber rund 70 Prozent aller Stablecoin-Transfers zwischen Chains. ZRO ist der zugehörige Token, die Gesamtmenge ist auf eine Milliarde Stück festgeschrieben.
Tokenomist weist die Tranche mit rund 25,7 Millionen ZRO aus und ordnet sie den Core Contributors zu, also den Beschäftigten von LayerZero Labs. DropsTab kommt auf 24,68 Millionen ZRO, beziffert den Wert auf etwa 18,88 Millionen US-Dollar und weist drei getrennte Runden innerhalb desselben Termins aus. Der Kurs lag am 16. August 2026 bei rund 0,77 US-Dollar, umgerechnet etwa 0,66 Euro.
Zwei Zahlen ordnen das Verhältnis ein: Die Marktkapitalisierung liegt bei etwa 271 bis 279 Millionen US-Dollar, die voll verwässerte Bewertung bei rund 767 bis 769 Millionen. Der Abstand dazwischen ist der noch gesperrte Teil der Gesamtmenge. Wer LayerZero bisher nur als Sicherheitsthema kannte, findet die ältere Einordnung im Beitrag zur Warnung nach dem KelpDAO-Exploit.
Cliff-Vesting und lineares Vesting sind zwei verschiedene Bauarten
Der Cliff: eine Kante, ein Termin
Beim Cliff-Vesting endet eine Sperrfrist auf einen Schlag: Ein Datum steht im Plan, dort wird ein großer Block auf einmal verfügbar, davor passiert nichts. Solche Termine erzeugen Schlagzeilen, weil sie einen klaren Zeitpunkt haben. Wie sich das nachrechnen lässt, haben wir am 15. August 2026 am Memecoin YZY vorgerechnet: YZY Token-Unlock am 16. August.

Das lineare Vesting: eine Rampe ohne sichtbares Ende
ZRO gehört zum anderen Typ. Strategische Partner und Core Contributors unterliegen laut der Tokenomics-Dokumentation der LayerZero Foundation einem dreijährigen Vesting: zuerst ein Jahr vollständige Sperre, danach monatliche Freigaben über die folgenden zwei Jahre. Das Token Generation Event fand im Juni 2024 statt, die Sperre endete im Juni 2025. Der Plan ist damit etwa zur Hälfte abgearbeitet und reicht bis ins Jahr 2027.
Der praktische Unterschied: Beim Cliff fragst du, was an einem Tag passiert. Beim linearen Vesting fragst du, wie viel neues Angebot Monat für Monat entsteht und ob die Nachfrage Schritt hält. Das ist eine Frage an die Struktur des Tokens.
So rechnest du die monatliche Verwässerung eines Tokens selbst aus
Die Rechnung braucht drei Angaben, die bei seriösen Projekten öffentlich sind: die Zuteilung einer Gruppe in Prozent, die Gesamtmenge und die Zahl der Freigabemonate.
Bei ZRO sieht das so aus. Die Zuteilung an Core Contributors beträgt 25,50 Prozent der Gesamtmenge, das sind 255 Millionen Token. Verteilt auf 24 Monatstranchen ergibt das exakt 10.625.000 ZRO pro Monat. Für die strategischen Partner mit 32,20 Prozent, also 322 Millionen Token, kommst du auf rund 13,42 Millionen monatlich. Zusammen sind das etwa 24,04 Millionen Token, und damit liegst du sehr nah an der Tranche, die die Plattformen für den 20. August ausweisen.
Der Wert dieser Übung liegt darin, dass sie unabhängig überprüfbar ist: Du brauchst dafür das Tokenomics-Dokument des Projekts und einen Taschenrechner. Wer häufiger mit solchen Daten arbeitet, findet Werkzeuge im Vergleich der besten Krypto-Analyse-Plattformen; die Rohdaten trotzdem selbst nachzurechnen bleibt sinnvoll, weil die Plattformen sich uneinig sind.
Den entscheidenden Schritt machst du danach: Setz die Monatsmenge ins Verhältnis zum Umlauf. Rund 25 Millionen neue Token bei etwa 353 Millionen im Umlauf sind gut sieben Prozent. Ein Token, dessen handelbare Menge rechnerisch jeden Monat um diese Größenordnung wächst, braucht dauerhaft zusätzliche Nachfrage, nur um den Kurs zu halten.
Regulierte Krypto-Börsen im VergleichUmlaufmenge, entsperrte Menge und Gesamtmenge sind drei verschiedene Zahlen
An ZRO lässt sich ein Fehler zeigen, der in Unlock-Diskussionen ständig passiert: Drei Mengenangaben werden verwechselt, obwohl sie Verschiedenes messen.
Die Gesamtmenge ist unstrittig, sie beträgt eine Milliarde ZRO. Bei der Umlaufmenge gehen die Angaben auseinander: CoinGecko und Tokenomist nennen übereinstimmend 353.313.325 Token, DropsTab dagegen 364,26 Millionen. Die LayerZero Foundation wiederum schreibt in ihrer Tokenomics-Übersicht vom Juni 2026, 514 Millionen ZRO seien entsperrt, die restlichen 486 Millionen vesteten weiter.
Diese 514 Millionen widersprechen den 353 Millionen nicht, sondern messen etwas anderes. Entsperrt heißt, dass eine Sperrfrist abgelaufen ist. Im Umlauf heißt, dass die Token frei handelbar bei Haltern liegen. Der Unterschied steckt vor allem in der Foundation: Ihr waren ursprünglich 383 Millionen Token zugeteilt, davon wurden 250 Millionen zum Start entsperrt; die übrigen 183 Millionen sind nach ihren Angaben erneut gesperrt.
Dazu kommt, dass die Zuteilungen nicht statisch geblieben sind: Die Foundation hat im September 2025 nach eigenen Angaben 50 Millionen ZRO von strategischen Partnern zurückgekauft und beziffert deren Gesamtzuteilung deshalb inzwischen auf 312 statt ursprünglich 322 Millionen. Die Core Contributors folgen laut Foundation zudem keinem einheitlichen Plan, sondern individuellen Eintrittsbedingungen, weshalb die glatte Division durch 24 bei ihnen eine Näherung bleibt.
Praktische Folge für deine Rechnung: Nimm immer dieselbe Bezugsgröße. Eine Tranche von 25 Millionen sind 2,5 Prozent der Gesamtmenge, rund sieben Prozent der Umlaufmenge und knapp fünf Prozent der entsperrten Menge. Alle drei Zahlen sind richtig und erzählen völlig verschiedene Geschichten.
Freigegeben ist nicht verkauft: Was LayerZero zu den tatsächlichen Verkäufen angibt
Der wichtigste Einwand gegen jede Verwässerungsrechnung lautet: Ein entsperrter Token muss nicht verkauft werden. Er kann liegen bleiben oder als Sicherheit dienen. Die Freigabemenge ist damit eine Obergrenze des möglichen Verkaufsdrucks.
LayerZero legt dazu eigene Zahlen vor. Zum Stichtag 31. Mai 2026 waren seit dem Token-Start 134,7 Millionen ZRO an Investoren entsperrt worden; davon wurden nach Darstellung der Foundation 85,9 Millionen und damit 63,8 Prozent noch immer gehalten. Die Verkäufe am offenen Markt lagen im Schnitt bei 4,9 Millionen ZRO pro Monat, rund 0,5 Prozent der Gesamtmenge. Gegenüber einer nominellen Monatsfreigabe von etwa 25 Millionen ist das ungefähr ein Fünftel.
Aufschlussreich ist die Verteilung: Ein einzelner Akteur steht laut Foundation für 37,9 Prozent aller bislang verkauften entsperrten ZRO. Ohne ihn kamen alle übrigen Investoren zusammen auf durchschnittlich 3,0 Millionen ZRO monatlich, bei 73,9 Prozent unangetasteter Bestände.
Diese Angaben stammen vom Emittenten selbst und sind entsprechend zu lesen: Ein Unternehmen, das eine hohe Freigabequote erklären muss, hat ein Interesse an niedrig wirkenden Verkaufszahlen. Nachprüfbar sind sie für dich nur teilweise, über Blockchain-Explorer und die Bewegungen bekannter Wallet-Adressen. Die Richtung bleibt trotzdem lehrreich.
Das Rückkaufprogramm wirkt gegen die Freigabe, hebt sie aber nicht auf
LayerZero stellt der Freigabe ein Rückkaufprogramm entgegen: Nach eigenen Angaben flossen seit September 2025 112,7 Millionen US-Dollar in ZRO-Rückkäufe. Der größte Einzelposten war der erwähnte Rückkauf von 50 Millionen Token, der die monatliche Bruttofreigabe an die strategischen Partner nach Darstellung der Foundation von 15 auf 12,7 Millionen ZRO gesenkt hat. Dazu kommen Rückkäufe aus den Erlösen des Brücken-Protokolls Stargate, bislang 1,9 Millionen Token für 2,8 Millionen US-Dollar.
Rechne die Größenordnungen gegeneinander, dann siehst du die Grenze dieses Gegengewichts. Den 1,9 Millionen zurückgekauften Token aus Protokollerlösen steht eine Monatstranche gegenüber, die etwa dreizehnmal so groß ist. Strukturell wirksam war vor allem der einmalige Rückkauf, weil er Menge dauerhaft aus dem Freigabeplan entfernt hat. Die laufenden Käufe hängen daran, wie viel das Protokoll verdient.
Das Handelsvolumen entscheidet, ob eine Tranche überhaupt Druck erzeugt
Eine Freigabemenge für sich genommen sagt wenig. Erst im Verhältnis zum Handelsvolumen wird daraus eine Aussage darüber, ob der Markt die Menge aufnehmen kann: Dieselbe Tranche ist bei einem liquiden Token eine Randnotiz und bei einem dünn gehandelten ein Problem. LayerZero benutzt genau diese Bezugsgröße und rechnet die Restposition des größten Verkäufers von 2,05 Millionen Token pro Monat in rund 0,17 Prozent des monatlichen Handelsvolumens um.

Die Formel gilt für jeden Token: Monatstranche geteilt durch das durchschnittliche Handelsvolumen desselben Zeitraums. Der Haken liegt in der Datenqualität, denn Handelsvolumen werden von Börsen gemeldet und lassen sich aufblähen.
Krypto-Steuer-Tools und Portfolio-Tracker im VergleichWas die Verwässerungsrechnung nicht leisten kann
Zur Redlichkeit gehört, die Grenzen der Methode zu benennen: Die Rechnung sagt dir, wie viel neues Angebot rechnerisch entsteht. Über den Kurs sagt sie nichts.
Ein Freigabetermin ist in aller Regel seit Jahren bekannt und steht in öffentlichen Dokumenten; was breit bekannt ist, kann bereits eingepreist sein. Der Rechnung fehlt zudem die Nachfrageseite: Ein Projekt, dessen Nutzung schneller wächst als die Freigabe, kann trotz hoher Verwässerung steigen. Über das Verhalten der Empfänger sagt eine Zuteilung ebenfalls nichts. Und die Governance bleibt ein eigener Unsicherheitsfaktor: Bei LayerZero wurde über eine Protokollgebühr dreimal abgestimmt, jeweils mit über 96 Prozent Zustimmung, zuletzt im Dezember 2025 aber bei einer Beteiligung von nur 3,71 Prozent.
Die Verwässerungsrechnung ist ein Werkzeug zur Einordnung, kein Kauf- und kein Verkaufssignal. Ihr Nutzen liegt darin, dass eine Schlagzeile mit einer großen Zahl nicht länger als Analyse durchgeht.
Steuerlich zählt bei dir die Haltefrist nach Paragraf 23 EStG, nicht der Unlock-Termin
Für Privatanleger in Deutschland gilt der Verkauf von Kryptowerten als privates Veräußerungsgeschäft nach Paragraf 23 Einkommensteuergesetz. Maßgeblich ist die Frist zwischen Anschaffung und Veräußerung: Beträgt sie nicht mehr als ein Jahr, ist der Gewinn steuerpflichtig, danach fällt er aus der Besteuerung heraus. Hinzu kommt eine Freigrenze; nach dem Gesetzestext bleiben Gewinne steuerfrei, wenn der Gesamtgewinn aus allen privaten Veräußerungsgeschäften im Kalenderjahr weniger als 1.000 Euro betragen hat. Eine Freigrenze ist dabei kein Freibetrag: Wird sie überschritten, ist der gesamte Gewinn steuerpflichtig.
Wenn du wegen eines erwarteten Angebotsdrucks kurzfristig umschichtest, kann das eine Frist reißen, die sonst fast abgelaufen wäre. Das ersetzt keine steuerliche Beratung im Einzelfall.
LayerZero-Unlock einordnen: Was du daraus mitnimmst
- Rechne die Monatsmenge aus, bevor du eine Unlock-Schlagzeile bewertest. Zuteilung in Prozent mal Gesamtmenge, geteilt durch die Freigabemonate: Bei ZRO sind das 255 Millionen Token durch 24 Monate und damit 10.625.000 Stück allein für die Core Contributors. Setz das Ergebnis ins Verhältnis zur Umlaufmenge. Welche Datenquellen taugen, steht im Vergleich der Krypto-Analyse-Plattformen.
- Prüfe zwei Quellen und nimm Abweichungen als Spanne hin. Bei ZRO liegen die Angaben für denselben Termin zwischen 24,68 und 25,7 Millionen Token, die Umlaufmenge unterscheidet sich je nach Anbieter um elf Millionen Stück. Notiere dir dabei, worauf sich eine Prozentangabe bezieht. Welche Handelsplätze einer Aufsicht unterliegen, zeigt der Vergleich der regulierten Krypto-Börsen.
- Trenne die Angebotsfrage von deiner Steuerfrage. Ob ein Projekt Token freigibt, entscheidet nichts über deine Haltefrist. Bevor du wegen eines Termins umschichtest, sieh nach, wann du gekauft hast und ob die Jahresfrist nach Paragraf 23 EStG greift. Eine laufende Aufzeichnung nimmt dir das ab, siehe den Vergleich der Krypto-Steuer-Tools und Portfolio-Tracker.
Die Angaben zu Zuteilung, Rückkäufen und Verkäufen stammen aus der Tokenomics-Übersicht der LayerZero Foundation vom 3. Juni 2026; die Mengenangaben zum 20. August 2026 sind bei Tokenomist abrufbar, gegengelesen gegen CoinGecko und DropsTab.
(Stand: 16. August 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)
Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.



























