Token-Unlock nachrechnen: Was am 23. Oktober bei Capricorn (APR) frei wird
Am 23. Oktober 2026 endet bei Capricorn Tech die Einjahressperre für Frühinvestoren und Kernentwickler. Die Projektdokumentation nennt 92,8 Millionen APR, ein verbreiteter Unlock-Kalender fast 150 Millionen – dieser Text zeigt dir, wie du solche Widersprüche selbst auflöst.

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Am 23. Oktober 2026 endet bei Capricorn Tech die einjährige Sperrfrist für Frühinvestoren und Kernentwickler. Nach der offiziellen Projektdokumentation werden an diesem Tag 92,8 Millionen APR frei, also 33,4 Prozent der heutigen Umlaufmenge. Nach dem Emissionsmodell des Datenanbieters DefiLlama sind es am selben Tag rund 149,7 Millionen APR und damit fast 54 Prozent. Beide Zahlen sind öffentlich abrufbar, beide beziehen sich auf denselben Termin, und beide können nicht gleichzeitig richtig sein.
Genau diese Situation triffst du bei fast jedem größeren Token-Unlock an. Dieser Text nimmt den Fall Capricorn als Übungsstück und zeigt dir Schritt für Schritt, wie du aus einem Vesting-Plan die freiwerdende Menge selbst ausrechnest, wie du zwei widersprechende Kalender gegeneinander prüfst und woran du erkennst, welcher von beiden näher an der Wahrheit liegt. Am Ende steht eine Rechnung, die du bei jedem anderen Projekt genauso durchziehen kannst.
Was ist ein Token-Unlock und warum verändert er das Angebot?
Ein Token-Unlock ist der vertraglich oder per Smart Contract festgelegte Zeitpunkt, an dem zuvor gesperrte Token für ihre Empfänger verfügbar werden und damit erstmals verkauft, übertragen oder eingesetzt werden können. Vor diesem Datum existieren die Token bereits, sie stehen aber nicht im Umlauf und tauchen deshalb weder in der Umlaufmenge noch in der Marktkapitalisierung auf.
Der Unterschied ist keine Buchhaltungsfrage. Die Umlaufmenge ist die Zahl der Token, die tatsächlich frei handelbar sind, und sie ist der Nenner in fast jeder Kennzahl, die du zu einem Coin liest. Wenn an einem Tag ein Drittel dieser Menge zusätzlich verfügbar wird, verschiebt sich das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage messbar, unabhängig davon, ob die Empfänger tatsächlich verkaufen. Wie stark, hängt davon ab, wer die Token bekommt, zu welchem Einstandspreis sie ihn halten und wie tief das Orderbuch der Handelsplätze ist.
Die zweite Kennzahl, die du dafür brauchst, ist die vollständig verwässerte Bewertung, meist als FDV abgekürzt: der aktuelle Kurs multipliziert mit der maximalen Tokenmenge, also der Wert des Projekts unter der Annahme, dass alle je vorgesehenen Token bereits im Umlauf wären. Bei Capricorn stehen sich am 4. September 2026 eine Marktkapitalisierung von rund 73,1 Millionen US-Dollar und eine vollständig verwässerte Bewertung von rund 263,0 Millionen US-Dollar gegenüber. Diese Lücke ist nichts anderes als die Summe aller künftigen Unlocks, in Geld ausgedrückt.
Was am 23. Oktober 2026 bei Capricorn (APR) im Zeitplan steht
Capricorn Tech, bis zum Rebrand unter dem Namen aPriori bekannt, betreibt eine Koordinationsschicht für Orderfluss und Liquid Staking auf der Blockchain Monad. Der zugehörige Token trägt das Kürzel APR und hat den Namenswechsel unverändert überstanden. Wer den Coin unter dem alten Projektnamen sucht, findet bei vielen Anbietern noch die alten Bezeichnungen, meint aber denselben Token und denselben Zeitplan.
Die Ausgangslage in Zahlen, alle am 4. September 2026 um 00:34 UTC bei CoinGecko abgerufen: Der Kurs liegt bei 0,2627 US-Dollar, umgerechnet etwa 0,226 Euro. Im Umlauf sind 277.812.500 APR von einer Maximalmenge von einer Milliarde. Das Handelsvolumen der vergangenen 24 Stunden betrug rund 17,4 Millionen US-Dollar. Das Allzeithoch von 0,74 US-Dollar stammt vom 23. Oktober 2025, dem Tag des Handelsstarts, das Allzeittief von 0,065 US-Dollar vom 5. Februar 2026.
Der Termin selbst ergibt sich direkt aus der Verteilung, die das Projekt in seiner Dokumentation veröffentlicht hat. Zwei Töpfe tragen eine Einjahressperre, und beide laufen exakt ein Jahr nach dem Handelsstart aus:
- Early Backers, 16 Prozent der Gesamtmenge, also 160 Millionen APR. Dreijähriger Plan mit einjähriger Sperre, 33 Prozent werden nach zwölf Monaten frei: 52,8 Millionen APR.
- Core Contributors, ebenfalls 16 Prozent und 160 Millionen APR. Vierjähriger Plan mit einjähriger Sperre, 25 Prozent werden nach zwölf Monaten frei: 40,0 Millionen APR.
Zusammen sind das 92,8 Millionen APR. Zum Kurs vom 4. September entspricht das einem Gegenwert von rund 24,4 Millionen US-Dollar, also etwa dem Anderthalbfachen dessen, was an einem durchschnittlichen Tag insgesamt gehandelt wird. Wer eine Position in APR hält oder eine erwägt, sollte vor diesem Datum wissen, welche Ordertypen und welche Gebühren der eigene Handelsplatz anbietet; ein Vergleich der besten Krypto-Börsen zeigt, wo Liquidität und Kostenstruktur für kleine Nischenwerte überhaupt tragen.
Warum zwei Unlock-Kalender für denselben Tag verschiedene Zahlen nennen
Das Modell von DefiLlama setzt für den 23. Oktober 2026 sieben einzelne Ereignisse an. Zwei davon sind die Sperrfristen aus der Dokumentation, die dort mit 53,3 und 40,0 Millionen APR geführt werden. Die fünf übrigen sind Quartalstranchen, also regelmäßige Teilfreigaben aus Töpfen, die schon am ersten Tag teilweise entsperrt wurden: Foundation mit 9,6 Millionen, Community Incentives mit 13,2 Millionen, Ecosystem Growth mit 10,2 Millionen sowie je eine erste Quartalsrate für Early Backers mit 13,3 Millionen und Core Contributors mit 10,0 Millionen APR.
Daraus entstehen drei Abweichungen zur Dokumentation, und jede hat einen anderen Charakter:
- Eine Rundung. Die Dokumentation schreibt für die Early Backers „33 Prozent", das Modell rechnet mit einem glatten Drittel. Der Unterschied beträgt rund 533.000 APR und ist für die Größenordnung belanglos.
- Eine Auslegungsfrage beim Zeitpunkt. Für Early Backers und Core Contributors heißt es in der Dokumentation, nach der Sperrfrist folge die Quartalsfreigabe „über die nächsten 24" beziehungsweise „36 Monate". Nach diesem Wortlaut beginnt die Quartalsreihe erst danach, die erste Rate fiele damit auf den 23. Januar 2027. Das Modell legt sie auf den Sperrfristtag selbst. Um diese Auslegung geht es bei 23,4 Millionen APR.
- Ein Teiler, der sich prüfen lässt. Für Foundation, Community Incentives und Ecosystem Growth nennt die Dokumentation eine Freigabe von zehn Prozent am ersten Tag und danach Quartalsraten über vier Jahre. Vier Jahre sind sechzehn Quartale. Das Modell teilt die Restmenge jedoch durch fünfzehn, weshalb jede Rate dort um gut sechs Prozent zu groß ausfällt.
Der dritte Punkt ist der interessante, weil er sich nicht diskutieren, sondern nachrechnen lässt. Genau das machen wir im nächsten Abschnitt.

So liest du einen Vesting-Plan in vier Schritten selbst
Ein Vesting-Plan ist die im Voraus veröffentlichte Regel, nach der die einzelnen Tokentöpfe eines Projekts über die Zeit freigegeben werden. Er besteht fast immer aus denselben Bausteinen, und wenn du sie einmal auseinanderhältst, liest du jeden Plan in wenigen Minuten.
Schritt 1: Die Töpfe und ihre Prozentsätze notieren
Bei Capricorn sind es sieben Töpfe: Early Backers und Core Contributors mit je 16 Prozent, Foundation mit 16 Prozent, Community Incentives mit 22 Prozent, Ecosystem Growth mit 17 Prozent, der Genesis-Airdrop mit 12 Prozent und ein Prozent für Liquidität. Die Summe ergibt exakt 100 Prozent, was bereits eine erste Kontrolle ist: Fehlt etwas oder kommt mehr heraus, hast du eine unvollständige Quelle vor dir.
Schritt 2: Jeden Topf in absolute Token umrechnen
Prozentsätze mal Gesamtmenge, hier also mal eine Milliarde. Aus 16 Prozent werden 160 Millionen, aus 22 Prozent 220 Millionen. Diese absoluten Zahlen sind die einzige Währung, in der du später vergleichen kannst.
Schritt 3: Sperre und Rate trennen
Eine Sperrfrist, im Englischen Cliff, gibt einen einzelnen großen Betrag zu einem Stichtag frei. Ein lineares oder quartalsweises Vesting verteilt den Rest in gleichen Raten über einen festgelegten Zeitraum. Beides steht in derselben Zeile der Dokumentation und wird beim Lesen regelmäßig vermischt. Für die Early Backers heißt das: 52,8 Millionen zum Stichtag, die verbleibenden 107,2 Millionen danach in acht Quartalsraten zu je 13,4 Millionen.
Schritt 4: Die Raten zählen, nicht schätzen
Vier Jahre Quartalsvesting sind sechzehn Raten, drei Jahre sind zwölf. Diese Zahl ist der häufigste stille Fehler in Unlock-Kalendern, weil sie sich selten direkt aus dem Text ergibt und meist auf einer Annahme darüber beruht, ob die erste Rate am Starttag oder ein Quartal später fällt. Wer hier um eins danebenliegt, hat jede einzelne Rate um sechs bis acht Prozent falsch.
Die Gegenprobe: Warum die Umlaufmenge über den richtigen Teiler entscheidet
Ein Vesting-Plan lässt sich nicht nur lesen, er lässt sich auch gegen die Wirklichkeit halten. Die heutige Umlaufmenge ist nämlich das Ergebnis aller Freigaben, die seit dem Handelsstart bereits stattgefunden haben. Wenn deine Rechnung stimmt, muss sie diese Zahl treffen.
Für Capricorn sieht die Gegenprobe so aus. Am ersten Tag frei waren der Genesis-Airdrop mit 120 Millionen, der Liquiditätstopf mit 10 Millionen sowie je zehn Prozent aus Foundation, Community Incentives und Ecosystem Growth, also 16,0 plus 22,0 plus 17,0 Millionen. Zusammen ergibt das 185,0 Millionen APR. Seit dem Start am 23. Oktober 2025 sind bis heute drei Quartalsstichtage vergangen: der 23. Januar, der 23. April und der 23. Juli 2026.
Jetzt kommt der Teiler ins Spiel. Rechnest du die drei Töpfe mit sechzehn Quartalsraten, ergibt jede Runde 9,0 plus 12,375 plus 9,5625 Millionen, zusammen 30.937.500 APR. Drei solche Runden sind 92.812.500 APR. Addiert zu den 185 Millionen des ersten Tages ergibt das 277.812.500 APR und damit auf den einzelnen Token genau die Umlaufmenge, die CoinGecko und der Unlock-Kalender von Tokenomist übereinstimmend ausweisen.
Mit fünfzehn Raten kämst du auf 33,0 Millionen je Runde und nach drei Runden auf 284,0 Millionen APR, also gut sechs Millionen zu viel. Die Wirklichkeit entscheidet damit die Auslegungsfrage: Der Teiler ist sechzehn, und die drei Quartalstranchen, die am 23. Oktober fällig werden, betragen zusammen nicht 33,0, sondern 30,9 Millionen APR. Diese Rechnung setzt voraus, dass der Genesis-Airdrop vollständig verteilt und ungesperrt ist; die Dokumentation nennt dazu keine Sperre, und die Punktlandung auf den Token bestätigt die Annahme.
Daraus ergeben sich zwei belastbare Größen für den 23. Oktober 2026:
- Untere, gut belegte Lesart: 92,8 Millionen aus den beiden Sperrfristen plus 30,9 Millionen aus den drei Quartalstranchen, zusammen 123,7 Millionen APR. Das sind 44,5 Prozent der heutigen Umlaufmenge und beim Kurs vom 4. September ein Gegenwert von rund 32,5 Millionen US-Dollar.
- Obere Lesart: Kommen die ersten Quartalsraten für Early Backers und Core Contributors bereits am Stichtag hinzu, sind es 147,1 Millionen APR, also 53 Prozent der Umlaufmenge und rund 38,6 Millionen US-Dollar.
Was in der Bandbreite bleibt, ist die Frage nach dem Beginn der Quartalsreihe, und die lässt sich aus dem veröffentlichten Wortlaut nicht abschließend beantworten. Ehrlich ist deshalb die Spanne, nicht die eine schöne Zahl. Dieselbe Trennung zwischen Stichtagsfreigabe und laufender Rate haben wir bereits am Fall DoubleZero durchgerechnet, wo die Rate unmittelbar nach dem Stichtag anlief.
Cliff, lineares Vesting und Quartalstranche: die Begriffe im Unlock-Zeitplan
Vier Begriffe reichen aus, um jeden Unlock-Kalender zu verstehen, und sie werden regelmäßig durcheinandergeworfen.
Cliff
Der Cliff ist die Wartezeit, in der aus einem Topf überhaupt nichts fließt, gefolgt von einer einmaligen großen Freigabe am Stichtag. Er ist der Grund, warum Unlock-Termine überhaupt als Ereignis wahrgenommen werden: Das Angebot steigt an einem einzigen Tag statt allmählich über Monate.
Lineares Vesting
Beim linearen Vesting fließt die Menge gleichmäßig, oft täglich oder blockweise. Für den Kurs ist das die freundlichere Form, weil der Markt jeden Tag nur einen kleinen Teil aufnehmen muss. Ein Kalender, der nur Stichtage zeigt, blendet diese laufende Verwässerung aus.
Quartalstranche
Die Quartalstranche ist die Mischform: kein täglicher Fluss und auch kein einmaliges Ereignis, dafür vier gleich große Freigaben im Jahr. Bei Capricorn fallen drei solche Tranchen zufällig auf denselben Tag wie der große Cliff, weil der Handelsstart am 23. Oktober lag und die Quartalsstichtage seither jeweils auf den 23. fallen.
Verwässerung
Verwässerung beschreibt den Anteilsverlust bestehender Halter, wenn die Gesamtzahl der umlaufenden Token steigt. Das ist eine reine Mengenaussage und noch keine Kursaussage. Wer 1.000 APR hält, besitzt heute einen Anteil an 277,8 Millionen Token und nach der unteren Lesart am 24. Oktober einen Anteil an gut 401 Millionen Token.
Was ein Unlock über den Kurs sagt und was er nicht sagt
Hier ist Vorsicht angebracht, denn an dieser Stelle wird aus einer Mengenrechnung schnell eine Prognose. Sauber trennen lässt sich das so: Die freiwerdende Menge ist eine Tatsache, die Wirkung auf den Kurs ist eine Erwartung, und Erwartungen gehören namentlich zugeordnet.
Der Bear-Case stützt sich auf das Verhältnis zwischen Freigabe und Handelstiefe. Ein Gegenwert von 24 bis 39 Millionen US-Dollar trifft auf ein Tagesvolumen von rund 17 Millionen. Selbst wenn nur ein Bruchteil der Empfänger verkauft, muss dieser Teil von Käufern aufgenommen werden, die es heute noch nicht gibt. Frühinvestoren halten ihre Token außerdem zu einem Einstandspreis aus der Zeit vor dem Handelsstart, weshalb bereits ein deutlich gefallener Kurs für sie ein Gewinn sein kann.
Der Bull-Case setzt dagegen, dass Unlock-Termine seit Jahren öffentlich in Kalendern stehen und deshalb vom Markt vorweggenommen werden. Empfänger großer Tranchen verkaufen selten über das offene Orderbuch, weil sie sich damit selbst den Preis verderben; verbreitet sind außerbörsliche Verkäufe, Absicherungen über Terminmärkte oder das Einbringen in Liquiditätspools. Hinzu kommt, dass ein Teil der freigegebenen Token an eine Stiftung oder ein Ökosystem-Programm geht und dort für Anreize gebunden wird, statt auf den Markt zu kommen.
Was du daraus machen kannst, ist vor allem eine Vorbereitung: Du kennst den Tag, du kennst die Größenordnung, und du kannst dein eigenes Verhalten vorher festlegen, statt am Stichtag zu improvisieren. Wie unterschiedlich die Marktreaktionen dabei ausfallen, zeigt der Vergleich mit früheren Fällen aus unserer Berichterstattung, etwa dem LayerZero-Unlock vom August 2026.

Was Capricorn Tech baut und warum aprMON zur Rechnung gehört
Für die Einordnung des Unlocks lohnt ein Blick auf das Produkt, denn davon hängt ab, ob dem zusätzlichen Angebot überhaupt eine Nachfrage gegenübersteht. Capricorn Tech beschreibt sich als Koordinationsschicht für Orderfluss auf schnellen Blockchains und nennt drei Bausteine: die Segmentierung von Orderfluss, eine Infrastruktur, die den Wert der Transaktionsreihenfolge berücksichtigt, und Liquid Staking.
Liquid Staking bedeutet, dass du deine Coins zur Absicherung eines Netzwerks hinterlegst und dafür einen handelbaren Ersatztoken erhältst, der deinen hinterlegten Anteil samt aufgelaufener Erträge verbrieft. Bei Capricorn heißt dieser Ersatztoken aprMON. Er ist ausdrücklich nicht dasselbe wie APR: Der eine verbrieft hinterlegte Coins des Basisnetzwerks, der andere ist der Token des Projekts selbst. Wer beides verwechselt, rechnet den Unlock auf die falsche Position an. Wer beides verwechselt, unterschätzt außerdem, wie viel des hinterlegten Bestands überhaupt von diesem Termin berührt wird.
Der Token wurde auf Ethereum ausgegeben und ist zusätzlich auf BNB Chain sowie auf Monad vertreten. Für dich als Halter heißt das vor allem eines: Vor jeder Übertragung musst du prüfen, auf welcher Kette dein Bestand tatsächlich liegt, weil eine Auszahlung auf die falsche Kette dauerhaft verloren gehen kann.
Wo du Unlock-Termine selbst nachschlägst
Drei Ebenen reichen, und sie haben eine klare Rangfolge.
Die Projektdokumentation
Die Dokumentation des Projekts ist die einzige Primärquelle für die Regel selbst. Findest du dort keine Verteilung mit Prozentsätzen, Sperrfristen und Vesting-Dauer, hat das Projekt seine Tokenverteilung schlicht nicht offengelegt, und jede Zahl, die du anderswo dazu liest, ist eine Schätzung. Ein praktischer Hinweis für Dokumentationen auf GitBook: Hängst du an die Seiten-URL ein .md an, bekommst du den reinen Text ohne die Oberfläche darum herum.
Unabhängige Emissionsmodelle
Anbieter wie DefiLlama oder Tokenomist übersetzen die Regel in einzelne datierte Ereignisse. Das ist bequem und macht Termine überhaupt erst vergleichbar. Es ist aber eine Auslegung, wie der Fall Capricorn zeigt, und die Annahmen dahinter stehen selten dabei.
Die Kette und die Marktdaten
Umlaufmenge, Kurs und Handelsvolumen liefern dir die Gegenprobe aus dem vorigen Abschnitt. Weichen Modell und Wirklichkeit voneinander ab, hat fast immer das Modell eine Annahme zu viel getroffen.
Zwei Termine solltest du dir zusätzlich notieren, wenn du dich mit einem einzelnen Projekt beschäftigst: den Jahrestag des Handelsstarts, weil Einjahressperren fast immer darauf fallen, und den jeweils folgenden Quartalsstichtag, weil dort die laufenden Raten liegen. Bei Capricorn sind das der 23. Oktober und danach der 23. Januar 2027.
Was deutsche Anleger vor einem Unlock-Termin klären sollten
Drei Punkte lassen sich unabhängig von der Kursentwicklung vorher erledigen.
Die Haltefrist. Nach Paragraf 23 des Einkommensteuergesetzes sind Gewinne aus dem Verkauf von Kryptowährungen steuerfrei, wenn zwischen Kauf und Verkauf mehr als ein Jahr liegt; darunter gilt die Freigrenze für private Veräußerungsgeschäfte, die seit 2024 bei 1.000 Euro im Jahr liegt. Wer kurz vor Ablauf der eigenen Jahresfrist steht, sollte wissen, welches Kaufdatum das Finanzamt für welchen Bestandsteil ansetzt, bevor eine Terminentscheidung ansteht. Das ist eine allgemeine Information und ersetzt keine Steuerberatung.
Der Verwahrort. Liegt der Bestand auf einer Handelsplattform, kannst du am Stichtag zwar schnell handeln, trägst aber das Ausfallrisiko des Anbieters. Liegt er in einer eigenen Wallet, gehört er dir allein, und du brauchst vor einem volatilen Termin einen geprüften Übertragungsweg statt einer improvisierten Adresse.
Die eigene Regel. Ein Stichtag ist der beste Anlass, vorher aufzuschreiben, was bei welchem Kurs geschehen soll. Wer das erst am Tag selbst entscheidet, entscheidet unter Zeitdruck. Bei anderen Projekten war zudem die laufende Monatsrate die eigentliche Größe, während der Stichtag nur die Schlagzeile lieferte.
Häufige Fragen zum Token-Unlock bei Capricorn (APR)
Wann ist der nächste Unlock von Capricorn?
Am 23. Oktober 2026, ein Jahr nach dem Handelsstart. Der Termin wird von der Projektdokumentation, vom Emissionsmodell DefiLlama und vom Kalender bei Tokenomist übereinstimmend genannt.
Wie viele APR werden an diesem Tag frei?
Aus den beiden Einjahressperren 92,8 Millionen APR. Zusammen mit den drei nachgerechneten Quartalstranchen ergeben sich 123,7 Millionen. Rechnet man die Quartalsraten für Frühinvestoren und Kernentwickler bereits ab dem Stichtag mit, kommt man auf gut 147 Millionen, und das Modell von DefiLlama nennt knapp 150 Millionen.
Fällt der Kurs bei einem Token-Unlock immer?
Nein. Ein Unlock erhöht das verfügbare Angebot, sagt aber nichts darüber, ob und wann die Empfänger verkaufen. Historisch gibt es Termine mit deutlichem Kursrückgang, solche ohne erkennbare Reaktion und einzelne mit steigenden Kursen, weil die Unsicherheit über den Termin danach wegfiel.
Woran erkenne ich, dass ein Unlock-Kalender falsch rechnet?
An der Gegenprobe: Addiere alle Freigaben seit dem Handelsstart und vergleiche das Ergebnis mit der ausgewiesenen Umlaufmenge. Weicht die Summe ab, steckt der Fehler fast immer in der Zahl der Raten oder im Startzeitpunkt der Reihe.
Was bedeutet FDV im Zusammenhang mit Unlocks?
Die vollständig verwässerte Bewertung ist der Kurs mal der Maximalmenge. Der Abstand zwischen ihr und der Marktkapitalisierung entspricht dem Gegenwert aller Token, die noch nicht im Umlauf sind, und damit dem gesamten künftigen Unlock-Volumen.
Token-Unlock nachrechnen: Was du daraus mitnimmst
- Rechne die Menge selbst, bevor du eine Schlagzeile übernimmst. Prozentsatz mal Gesamtmenge, Sperre und Rate trennen, Raten zählen. Für den 23. Oktober 2026 kommst du bei Capricorn auf eine Spanne von 92,8 bis rund 147 Millionen APR, je nachdem, welche Auslegung du für den Beginn der Quartalsreihe wählst. Ordne die Zahl anschließend in dein Portfolio ein, etwa mit einem der Werkzeuge aus dem Vergleich der Steuer- und Portfolio-Tools.
- Mach die Gegenprobe gegen die Umlaufmenge. Alle bisherigen Freigaben addiert müssen die heute ausgewiesene Umlaufmenge ergeben. Bei Capricorn trifft die Rechnung mit sechzehn Quartalsraten diese Zahl exakt, mit fünfzehn liegt sie sechs Millionen daneben. Wenn du dabei auf Erträge aus hinterlegten Coins stößt, prüfe die Konditionen im Vergleich der Staking-Anbieter, bevor du eine Position bindest.
- Kläre Verwahrung und Übertragungsweg vor dem Stichtag. Auf welcher Kette liegt der Bestand, wohin soll er im Zweifel, und wie lange dauert der Weg dorthin. Wer den Bestand aus eigener Hand verwahren will, findet die Geräte im Hardware-Wallet-Vergleich; wer handeln will, sollte Gebühren und Ordertypen vorher kennen.
Die vollständige Verteilung samt Sperrfristen steht in der offiziellen Dokumentation von Capricorn Tech; die einzelnen datierten Ereignisse und die aktuelle Umlaufmenge lassen sich im Unlock-Kalender bei Tokenomist nachschlagen.
(Stand: 4. September 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)
Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.






























