Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit einem hohen Risiko verbunden. Führe immer deine eigene Recherche durch.

315 Perpetual-Märkte auf Aktien, Gold und Öl: Worauf du bei Hyperliquids HIP-3-Börsen achten solltest

Fremde Betreiber führen auf der Hyperliquid-Blockchain inzwischen 315 Terminmärkte auf Aktien, Indizes, Gold und Öl, mit zusammen 4,08 Milliarden Dollar offenem Interesse. Der S&P 500 läuft dort mit bis zu 50-fachem Hebel, während die BaFin denselben Index bei deutschen Anbietern auf 20:1 deckelt.

Leuchtzeichen mit dem Hyperliquid-Zeichen hoch an der Wand eines nächtlichen Handelssaals, darunter leere Arbeitsplätze in langen Reihen
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Auf der Blockchain von Hyperliquid handeln Anleger inzwischen nicht mehr nur Kryptowährungen. Über die Erweiterung HIP-3 betreiben fremde Anbieter dort ihre eigenen Terminbörsen, und deren Angebot reicht vom S&P 500 über Gold und Rohöl bis zu Einzelaktien und Staatsanleihen. Eine Auszählung aller dieser Marktplätze am Morgen des 28. Oktober 2026 ergibt 315 Märkte mit zusammen 4,08 Milliarden Dollar offenem Interesse.

Die entscheidende Zahl für einen Anleger in Deutschland steckt aber nicht in der Summe, sondern in den Hebelstufen. Der S&P-500-Markt des größten Betreibers lässt bis zu 50-fachen Hebel zu. Bei einem Anbieter, der der deutschen Aufsicht untersteht, wären auf denselben Index 20:1 die Obergrenze. Der Unterschied ist kein Detail der Gebührenordnung, er verschiebt die Schwelle, ab der eine Position zwangsweise geschlossen wird, um den Faktor zweieinhalb.

HIP-3 erlaubt fremden Betreibern eigene Perpetual-Börsen auf der Hyperliquid-Blockchain

Ein Perpetual, kurz Perp, ist ein Terminkontrakt ohne Verfallstag: Er bildet den Preis eines Basiswerts nach und wird über regelmäßige Ausgleichszahlungen zwischen Käufern und Verkäufern, die Funding-Rate, am Kassapreis gehalten. Neu ist bei HIP-3 die Frage, wer den Kontrakt auflegt. Bis dahin entschied die Börse selbst, welche Märkte es gibt. Seit HIP-3 kann das jeder Dritte übernehmen, der die Bedingungen erfüllt.

Wer so eine Börse eröffnen will, hinterlegt nach der Spezifikation von Hyperliquid 500.000 HYPE als Einsatz. Der Betrag soll mit der Zeit sinken, bleibt aber mindestens 183 Tage nach dem Start gebunden. Die ersten drei Märkte darf ein Betreiber ohne weitere Auflagen listen, jeder weitere läuft über eine niederländische Auktion, die sich alle HIP-3-Betreiber teilen. Zusätzlich erhält er eine Reserve an Listungen, die er zum jeweils aktuellen Auktionspreis ohne Wartezeit einlösen kann.

Der Kurs von HYPE lag am 28. Oktober 2026 um 8:54 Uhr bei 81,62 Dollar und damit 5,38 Prozent über dem Stand des Vortags, wie die Marktdaten von Coinpaprika zeigen. Wie sich der Token davor entwickelt hat, steht in unserer Hyperliquid Kurs Prognose. Für die Betreiber ist dieser Kurs mehr als eine Notierung: Er bestimmt, wie viel Kapital die 500.000 HYPE binden.

315 Märkte und 4,08 Milliarden Dollar offenes Interesse: die Auszählung vom 28. Oktober

Grundlage der folgenden Zahlen sind die öffentlichen Marktdaten von Hyperliquid, erhoben am 28. Oktober 2026 kurz nach 9 Uhr. Geprüft wurden alle zehn gemeldeten HIP-3-Börsen mit zusammen 315 Märkten. Diese Auswertung hat cryptoticker.io am 28. Oktober 2026 selbst erhoben.

Offenes Interesse bezeichnet den Wert aller Positionen, die zu diesem Zeitpunkt offen sind. Über alle zehn Börsen summiert er sich auf 4,08 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Auf dem Krypto-Marktplatz von Hyperliquid selbst, der weiterhin das Kerngeschäft trägt, stehen 11,58 Milliarden Dollar. Die Ableger kommen damit auf gut ein Drittel des Hauptgeschäfts, und sie sind erst wenige Monate alt.

Ein einziger Betreiber trägt 97 Prozent des offenen Interesses

Die Verteilung ist extrem schief. Von den 4,08 Milliarden Dollar liegen 3,97 Milliarden bei einem einzigen Betreiber, der 139 Märkte führt. Das sind 97 Prozent. Dahinter folgt mit 87,5 Millionen Dollar und 16 Märkten ein zweiter Anbieter, dann einer mit 17,3 Millionen bei 39 Märkten und einer mit 8,2 Millionen bei 24 Märkten. Sechs der zehn Börsen weisen über alle ihre Märkte hinweg null offenes Interesse aus. Gelistet und handelbar sind sie, aber dort hat bislang niemand eine Position.

Für einen Anleger folgt daraus ein ganz praktischer Punkt: Zwei Märkte auf denselben Basiswert können technisch gleich aussehen und völlig verschieden liquide sein. Vier Betreiber führen jeweils einen Tesla-Markt, mit Hebelstufen von 10, 12 und 20. In keinem dieser vier Märkte stand am Morgen des 28. Oktober eine offene Position. Wer dort eine größere Order platziert, ist der Markt.

Schlagbaumschranke senkt sich in einer leeren Abfertigungshalle bei Nacht, ein gelbes Rundumlicht wirft harte Schatten auf den Betonboden
Ein Betreiber kann einen seiner Märkte schließen und alle offenen Positionen zum Markpreis abwickeln.

S&P 500 mit 50-fachem Hebel, Gold mit 25-fachem, Rohöl mit 20-fachem

Die größten Märkte nach offenem Interesse sind keine Nischenwerte. An der Spitze steht der S&P 500 mit 417,1 Millionen Dollar und einem zugelassenen Hebel von 50. Es folgen Gold mit 323,1 Millionen bei 25-fachem Hebel, ein US-Technologieindex mit 289,0 Millionen bei 30-fachem, WTI-Rohöl mit 218,1 Millionen und Brent mit 211,1 Millionen, beide bei 20-fachem, sowie Silber mit 168,1 Millionen bei 25-fachem Hebel.

Über alle 315 Märkte gerechnet liegt die häufigste Stufe bei 10-fachem Hebel, der 171 Märkte zulassen. 67 Märkte erlauben 20-fachen, 22 Märkte 25-fachen, je drei Märkte 30- und 40-fachen und sieben Märkte den Höchstwert von 50. Die hohen Stufen sind also die Ausnahme. Angesiedelt sind sie allerdings genau dort, wo das meiste Geld steht.

Die BaFin deckelt denselben Index bei deutschen Anbietern auf 5 Prozent Einschuss

Die Vergleichsgröße liefert die Allgemeinverfügung der BaFin vom 23. Juli 2019. Die Verfügung führt die befristeten Eingriffe der europäischen Wertpapieraufsicht dauerhaft in deutsches Recht über, gestützt auf Artikel 42 der Verordnung MiFIR, und sie nennt für jede Anlageklasse einen Mindesteinschuss, unter dem ein Differenzkontrakt nicht an Kleinanleger vermarktet werden darf.

Für Haupt-Aktienindizes verlangt die Verfügung 5 Prozent des Nominalwerts und nennt den S&P 500 ausdrücklich als Beispiel, neben DAX, EURO STOXX 50 und Nikkei 225. Fünf Prozent Einschuss entsprechen einem Hebel von 20:1. Für Nicht-Haupt-Indizes sind es 10 Prozent, also 10:1. Gold wird wie ein Hauptindex behandelt und liegt bei 5 Prozent, andere Rohstoffe bei 10 Prozent. Einzelaktien verlangen 20 Prozent, das entspricht 5:1. Für Kryptowährungen setzt die Verfügung 50 Prozent an, also 2:1.

Diese Sätze gelten für Kleinanleger. Wer sich als professioneller Kunde einstufen lässt, fällt aus dem Schutzbereich heraus. Wie Perpetuals rechtlich einzuordnen sind und wo die Grenze zum Differenzkontrakt verläuft, haben wir in unserer Einordnung von Perpetual Futures und CFD-Regeln ausführlicher behandelt.

Einzelaktien wie Tesla: 20 Prozent Einschuss beim CFD-Anbieter, 5 Prozent auf einem HIP-3-Markt

Legt man beide Zahlenreihen nebeneinander, fällt der Abstand bei Einzelaktien am stärksten aus. Die BaFin verlangt dort 20 Prozent Einschuss. Der Tesla-Markt mit der höchsten zugelassenen Stufe unter den HIP-3-Börsen erlaubt 20-fachen Hebel, was 5 Prozent Einschuss bedeutet. Dasselbe Bild bei Nvidia, Microsoft und Meta, die bei einem Betreiber durchgehend mit 20-fachem Hebel geführt werden.

Beim Hauptindex ist der Abstand kleiner, aber in derselben Richtung: 20:1 nach Verfügung gegen 50:1 im größten Markt. Bei Rohöl stehen 10:1 gegen 20:1. Konkret heißt das für die Liquidationsschwelle: Bei 50-fachem Hebel zehrt eine Gegenbewegung von 2 Prozent den Einschuss auf, bei 20-fachem sind es 5 Prozent. Ein Index, der an einem Handelstag 2 Prozent verliert, ist nichts Außergewöhnliches.

Beim Bitcoin-Perpetual ist das Verhältnis umgekehrt

Bemerkenswert ist, dass die Lücke bei Kryptowährungen am größten ausfällt, obwohl dort gar kein HIP-3-Markt nötig ist. Auf dem Krypto-Marktplatz von Hyperliquid selbst liegt die Obergrenze für Bitcoin bei 40-fachem Hebel, für Ether bei 25-fachem. Die Verfügung der BaFin setzt für Kryptowährungen 50 Prozent Einschuss an, also 2:1. Von allen Anlageklassen ist das der strengste Satz der Verfügung und gleichzeitig der größte Abstand zur Praxis auf der Blockchain.

Wer solche Märkte überhaupt in Betracht zieht, sollte sie deshalb zuerst gegeneinander abgrenzen. Welche Handelsplätze es gibt, wie sich ihre Gebühren und Funding-Modelle unterscheiden und welche Hebelstufen sie fahren, steht in unserem Vergleich der Perp DEXs.

Behandschuhte Hand an einem einzelnen großen Drehregler auf einem Leitstand aus gebürstetem Metall in einem abgedunkelten Kontrollraum
Den Orakelpreis, an dem die eigene Position gemessen wird, setzt bei HIP-3 der Betreiber des Marktes.

Pre-IPO-Märkte auf SpaceX und OpenAI haben keinen Börsenkurs als Bezug

Ein Teil der Märkte bildet Unternehmen nach, die gar nicht börsennotiert sind. Ein Betreiber führt Märkte auf SpaceX und OpenAI, beide mit 3-fachem Hebel. Ein anderer listet einen Markt auf OpenAI mit 6-fachem und einen auf Anthropic mit 15-fachem Hebel, letzterer mit 56,7 Millionen Dollar offenem Interesse und damit der größte Markt außerhalb des dominierenden Betreibers.

Bei einem gelisteten Wert gibt es einen Börsenkurs, gegen den sich der Preis eines Kontrakts prüfen lässt. Bei einem Unternehmen ohne Notierung fehlt dieser Bezug. Dass die Betreiber hier mit 3- und 6-fachem Hebel die niedrigsten Stufen ihres Angebots wählen, deutet darauf hin, dass sie das Problem kennen.

Den Orakelpreis setzt der Betreiber des Marktes selbst

Der Punkt, der sich am deutlichsten von einem beaufsichtigten Handelsplatz unterscheidet, steht in der Spezifikation selbst: Der Betreiber definiert das Orakel und die Kontraktbedingungen, und er setzt die Orakelpreise. An diesem Preis wird gemessen, ob eine Position im Gewinn liegt und wann sie liquidiert wird.

Für Cross-Margin-Positionen gibt es dazu eine Kontrolle: Die Validatoren prüfen jede Bewegung des externen Preises von mehr als 50 Prozent gegenüber dem Tagesbeginn. Werte, bei denen solche Tagessprünge öfter als einmal im Monat zu erwarten sind, dürfen nicht im Cross-Margin-Modus laufen. Die Schwelle liegt damit sehr hoch. Abgefangen wird damit der Extremfall, nicht die alltägliche Abweichung von einigen Prozent.

haltTrading streicht alle Orders und wickelt Positionen zum Markpreis ab

Ein Betreiber kann einen seiner Märkte stilllegen. Die Funktion heißt haltTrading, und die Spezifikation beschreibt ihre Wirkung knapp: Der Aufruf storniert alle Orders und wickelt die Positionen zum aktuellen Markpreis ab. Dieselbe Funktion kann den Handel später wieder aufnehmen.

Das ist etwas anderes als eine Handelsunterbrechung an einer Terminbörse, nach der die Position fortbesteht. Hier endet sie zu dem Preis, der in diesem Moment gilt. Wer eine gehebelte Position über Wochen halten will, sollte diesen Mechanismus kennen, bevor er sie eröffnet.

500.000 HYPE Einsatz, 183 Tage Bindung, bis zu 100 Prozent Slashing

Gegen Fehlverhalten des Betreibers steht sein Einsatz. Die Höhe einer Kürzung bestimmt ein nach Einsatz gewichteter Median der Validatorenstimmen. Als Richtwerte nennt die Spezifikation bis zu 100 Prozent bei ungültigen Zustandsübergängen oder einem langen Ausfall, bis zu 50 Prozent bei einem kurzen Ausfall und bis zu 20 Prozent bei Leistungsproblemen. Auch während der siebentägigen Warteschlange für die Auszahlung bleibt der Einsatz angreifbar.

Eine Einschränkung steht ausdrücklich in der Spezifikation und ist für Anleger der wichtigste Satz des ganzen Abschnitts: Gekürzter Einsatz wird verbrannt und nicht an Nutzer verteilt. Das Slashing bestraft also den Betreiber, es ersetzt keinen Schaden. Eine Einlagensicherung oder einen Entschädigungsanspruch, wie ihn ein beaufsichtigtes Wertpapierinstitut in Deutschland mitbringt, gibt es hier nicht.

Dazu kommt die Kostenseite, die ein Betreiber selbst bestimmt: Er kann einen zusätzlichen Gebührenanteil von 0 bis 300 Prozent festlegen, im sogenannten Growth Mode 0 bis 100 Prozent. Liegt der Anteil über 100 Prozent, zieht die Protokollgebühr auf das Niveau der Betreibergebühr nach. Zwei Märkte auf denselben Basiswert können deshalb in der Liquidität und in den Kosten weit auseinanderliegen.

Aktien-Perpetuals: 2 Prozent Gegenbewegung reichen bei 50-fachem Hebel

Die Auszählung zeigt einen Markt, der in wenigen Monaten auf 4,08 Milliarden Dollar gewachsen ist und Basiswerte zugänglich macht, die in dieser Form bei keinem deutschen Anbieter zu haben sind. Zugleich zeigt sie, dass die Hebelstufen dort genau in jenen Klassen am weitesten über den deutschen Grenzen liegen, in denen die Aufsicht sie 2019 am engsten gezogen hat. Drei Schritte sind sinnvoll, bevor Geld bewegt wird:

  1. Die Hebelstufe gegen die eigene Verlustgrenze rechnen. Bei 50-fachem Hebel liegt die Liquidation 2 Prozent entfernt, bei 20-fachem 5 Prozent. Wer dieselbe Position mit Aufsicht und Einlagenschutz halten will, findet die beaufsichtigten Wege in unserem Vergleich der Krypto-Broker.
  2. Den Handelsplatz vor dem Basiswert prüfen. Sechs der zehn HIP-3-Börsen hatten am 28. Oktober null offenes Interesse. Wer stattdessen auf einem Platz mit EU-Zulassung bleiben will, sieht die Anbieter mit Erlaubnis in unserer Übersicht der MiCA-regulierten Krypto-Börsen.
  3. Die steuerliche Behandlung früh klären. Terminkontrakte folgen in Deutschland anderen Regeln als der Kauf eines Coins, und beides sauber auseinanderzuhalten ist eine Frage der Aufzeichnung. Welche Werkzeuge das leisten, steht in unserem Vergleich der Krypto-Steuer-Tools.

(Stand: 28. Oktober 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)

Häufige Fragen zu Aktien-Perpetuals auf Hyperliquid

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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