Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit einem hohen Risiko verbunden. Führe immer deine eigene Recherche durch.

Shiba Inu: Dreimal so viel Umsatz im Terminhandel wie am Spotmarkt, was in der EU beim Hebel gilt

Im Terminhandel mit Shiba Inu liefen in 24 Stunden 257,4 Millionen US-Dollar um, am Spotmarkt 77,5 Millionen. Das ist der Faktor 3,3, und für den Hebel gilt in Deutschland eine harte Obergrenze.

Messingintarsie mit dem Shiba-Inu-Zeichen in der Steinplatte einer Säulenhalle
11 Min. Lesezeit
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Der Handel mit Shiba Inu findet derzeit zum größeren Teil nicht am Spotmarkt statt, sondern auf dem Terminmarkt. In den 24 Stunden bis Donnerstagabend wechselten in SHIB-Terminkontrakten rund 257,4 Millionen US-Dollar den Besitzer, am Spotmarkt waren es 77,5 Millionen. Der Faktor liegt damit bei 3,3. Wer den Kursverlauf von SHIB verstehen will, schaut also an der falschen Stelle, wenn er nur auf Kauf und Verkauf der Token selbst blickt.

Diese Zahlen sind eigene Auszählungen aus den Marktdaten von CoinGecko, erhoben am Donnerstagabend. SHIB kostete zu diesem Zeitpunkt 0,00000510 US-Dollar und damit 0,00000455 Euro. In 24 Stunden bewegte sich der Kurs um 0,05 Prozent, er stand also praktisch still. Innerhalb des Tages lagen Hoch und Tief dennoch 4,89 Prozent auseinander: oben 0,00000511, unten 0,00000486 US-Dollar. Diese Spanne ist die wichtigste Zahl des Artikels, und weiter unten wird klar, warum.

257 Millionen Dollar im Terminhandel, 78 Millionen am Spotmarkt

Die Marktdaten umfassten 61 laufende SHIB-Terminkontrakte an 28 Handelsplätzen. Der gemeinsame Umsatz dieser Kontrakte von 257,4 Millionen US-Dollar in 24 Stunden steht gegen einen Spotumsatz von 77,5 Millionen. Beide Zahlen messen dasselbe, nämlich Umsatz in einem Tag, und sind deshalb direkt vergleichbar.

Zur Einordnung hilft Dogecoin, der andere große Meme-Token. Dort standen am selben Abend 4,50 Milliarden US-Dollar Terminumsatz gegen 1,55 Milliarden am Spotmarkt, also der Faktor 2,9. Beide Token hängen am Terminmarkt, SHIB etwas stärker als DOGE. Dieser Unterschied fällt ins Auge, bedeutet aber keinen Bruch: Der Meme-Sektor als Ganzes wird derzeit über Kontrakte gehandelt, nicht über Token.

Offenes Interesse: die Kennzahl und ihre 169 Millionen Dollar

Offenes Interesse ist die Summe aller Terminpositionen, die am Ende eines Tages noch offen sind, gemessen in US-Dollar Gegenwert. Anders als der Umsatz zählt es keine Bewegung, sondern Bestand: Es sagt, wie viel Geld gerade in Wetten auf den Kurs gebunden ist.

Bei SHIB lag dieser Bestand am Donnerstagabend bei 169,0 Millionen US-Dollar. Der Spotumsatz eines ganzen Tages betrug 77,5 Millionen. Es ist also mehr als das Doppelte dessen in offenen Kontrakten gebunden, was am Spotmarkt an einem Tag überhaupt umgeschlagen wird. Bei Dogecoin ist dieses Verhältnis 1,4, bei SHIB 2,2.

Der Vergleich von Bestand und Umsatz mischt zwei Größen, das sei offen gesagt: Ein Bestand ist keine Tagesleistung. Aussagekräftig ist er trotzdem, weil er zeigt, wie dick die Hebelschicht über einem vergleichsweise dünnen Spotmarkt liegt. Wird diese Schicht zwangsweise aufgelöst, muss die Gegenbewegung durch genau diesen dünnen Spotmarkt laufen.

Welche Handelsplätze das offene Interesse tragen

Das offene Interesse verteilt sich breit, mit einer deutlichen Spitze. Die folgende Auszählung nennt die zehn größten Positionen des Donnerstagabends in Millionen US-Dollar:

HandelsplatzOffenes InteresseAnteil
OrangeX25,715,2 Prozent
Binance22,413,3 Prozent
KCEX14,88,7 Prozent
LBank12,57,4 Prozent
CoinW10,96,4 Prozent
Bitget10,05,9 Prozent
MEXC8,24,8 Prozent
Bybit7,54,4 Prozent
Deepcoin7,34,3 Prozent
BVOX7,24,3 Prozent

Kein einzelner Platz hält mehr als ein Sechstel. Die zehn größten zusammen tragen rund 74 Prozent. Diese Streuung über viele Rechtsräume ist der Grund, weshalb die Frage nach dem erlaubten Hebel für dich als Anleger in Deutschland am jeweiligen Anbieter hängt.

Der Spotmarkt läuft fast vollständig über USDT

Am Spotmarkt sieht die Verteilung anders aus. 76,9 Prozent des SHIB-Spotumsatzes liefen über Paare gegen den Dollar-Stablecoin USDT, 9,3 Prozent gegen den koreanischen Won, 5,4 Prozent gegen die türkische Lira und 3,0 Prozent gegen den US-Dollar. Auf Euro-Paare entfielen 2,1 Prozent, in Zahlen 1,62 Millionen US-Dollar Gegenwert.

Die Euro-Liquidität kommt dabei zum größeren Teil von Häusern mit EU-Zulassung: Bitvavo stellte 0,74 Millionen, Kraken 0,29 Millionen, Bit2Me 0,28 Millionen, dazu kleinere Beträge bei WhiteBIT, Coinbase und Bitstamp. Wer SHIB in Euro kaufen will, findet diese Möglichkeit also, muss aber mit einem kleinen Teilmarkt rechnen.

Messingwaage mit zwei stark ungleich beladenen Schalen auf dunklem Steintisch
Die Gewichte liegen ungleich: Im Terminhandel lief am Donnerstag rund dreimal so viel Umsatz wie am Spotmarkt.

Negatives Funding auf 20 von 61 Perpetuals

Die meisten dieser Kontrakte sind Perpetuals, also Terminkontrakte ohne Verfallstag. Damit ihr Preis nicht vom Spotkurs wegdriftet, zahlen sich die beiden Seiten in kurzen Abständen eine Ausgleichsgebühr, die Funding-Rate. Liegt sie im Plus, zahlen die Käufer an die Verkäufer, liegt sie im Minus, ist es umgekehrt.

Am Donnerstagabend war die Funding-Rate bei 20 der 61 Kontrakte negativ, der Mittelwert aller Kontrakte lag bei 0,002 Prozent je Abrechnung. Die Lage ist damit fast ausgeglichen, mit einem leichten Überhang auf der Verkäuferseite. Eine Richtungsaussage für den Kurs folgt daraus nicht. Was daraus folgt, ist die Kostenseite: Eine Position, die länger offen bleibt, zahlt oder bekommt diese Gebühr Tag für Tag, und bei einem Token mit diesem Kursniveau fallen solche Nebenkosten im Verhältnis stark auf.

Die ESMA-Einordnung vom 24. Februar 2026

Lange galten Perpetuals als etwas, das europäische Aufsichtsregeln nicht erfasst. Das hat sich geändert. Am 24. Februar 2026 veröffentlichte die europäische Wertpapieraufsicht ESMA eine Stellungnahme mit dem Aktenzeichen ESMA35-243228190-8024, Titel: Statement on identifying derivatives within the scope of the national product intervention measures on CFDs.

Der Kern in einem Satz: Perpetual Futures fallen nach Auffassung der ESMA voraussichtlich unter die bestehenden nationalen Produktinterventionsmaßnahmen zu Differenzkontrakten, sofern sie die Definition eines CFD erfüllen. Maßgeblich ist dabei die Ausgestaltung des Produkts, nicht der Name, den ein Anbieter ihm gibt. Die ESMA nennt ausdrücklich auch Produkte, die gehebelten Zugang zu Krypto-Werten geben.

Trifft die Einordnung zu, gelten für Privatkunden fünf Dinge: eine Hebelobergrenze, eine verpflichtende Risikowarnung, eine Zwangsschließung bei Unterschreiten einer Margin-Schwelle, ein Schutz vor negativem Kontostand und ein Verbot von Prämien und sonstigen Anreizen für den Handel. Welche Höhe die Hebelobergrenze hat, legt die ESMA nicht selbst fest. Das steht in den nationalen Maßnahmen, für Deutschland also bei der BaFin.

50 Prozent Initial Margin in der BaFin-Allgemeinverfügung

Die einschlägige Regel ist die Allgemeinverfügung der BaFin bezüglich Differenzgeschäfte vom 23. Juli 2019, wirksam seit dem 1. August 2019. Diese Verfügung staffelt die geforderte Ersteinschusszahlung nach Basiswert. Im Wortlaut der Verfügung sind es bei Krypto 50 Prozent des Nominalwerts des CFD, wenn der Basiswert eine Kryptowährung ist.

50 Prozent Ersteinschuss bedeuten einen Hebel von höchstens 2:1. Zum Vergleich die übrigen Stufen derselben Verfügung: 3,33 Prozent bei Paaren aus zwei Hauptwährungen, 5 Prozent bei großen Aktienindizes und bei Gold, 10 Prozent bei sonstigen Rohstoffen, 20 Prozent bei Aktien. Krypto trägt also die mit Abstand strengste Stufe, und zwar um den Faktor 15 strenger als ein Währungspaar.

Für dich heißt das: Ein Anbieter mit Zulassung in Deutschland darf dir als Privatkunde auf ein Krypto-Differenzgeschäft höchstens den Hebel 2:1 einräumen. Wer regulierte Handelsplätze sucht, findet eine Übersicht im Vergleich regulierter Krypto-Börsen. Anbieter ohne EU-Zulassung unterliegen dieser Verfügung nicht, und entsprechend unterschiedlich sind die Hebel, die am Markt angeboten werden.

Halb geschlossene Stahlschranke vor einer leeren naechtlichen Zufahrt
Die Schranke steht halb offen: Bei 2:1 endet der Hebel, den ein in Deutschland zugelassener Anbieter einem Privatkunden geben darf.

Rechenbeispiel zur Liquidation bei 2:1 und bei 50:1

Jetzt zurück zu der Tagesspanne von 4,89 Prozent. Rechne mit einer Position über 1.000 Euro Nominalwert.

Bei 2:1 hinterlegst du 500 Euro. Die BaFin-Verfügung verlangt die Zwangsschließung, wenn dein Guthaben unter die Hälfte des geforderten Ersteinschusses fällt, hier also unter 250 Euro. Dazu bräuchte es einen Verlust von 250 Euro, und das sind 25 Prozent des Nominalwerts. Der Kurs müsste sich um ein Viertel gegen dich bewegen.

Bei 50:1 hinterlegst du 20 Euro. Schon ein Verlust von rund 20 Euro, also etwa 2 Prozent des Nominalwerts, zehrt diesen Einschuss auf. Die Spanne zwischen Tageshoch und Tagestief lag am Donnerstag bei 4,89 Prozent, und das an einem Tag, an dem sich der Kurs über 24 Stunden gerechnet um 0,05 Prozent bewegte, also kaum von der Stelle kam.

Eine Position mit 50:1 wäre an diesem ruhigen Tag im normalen Hin und Her ausgestoppt worden, eine Position mit 2:1 nicht annähernd. Darin liegt der ganze Unterschied, und er ist kein theoretischer: Die Spanne stammt aus den Kursdaten dieses einen Tages.

Margin-Close-out und Negativsaldoschutz

Neben der Hebelobergrenze nennt die ESMA-Stellungnahme zwei weitere Schutzrechte, die für dich konkreter sind als die Prozentzahl. Das erste ist der Margin-Close-out: Der Anbieter muss die Position schließen, bevor das Guthaben vollständig aufgezehrt ist. Das zweite ist der Schutz vor einem negativen Kontostand. Er begrenzt deinen Verlust auf das Geld, das du auf dem Handelskonto hast. Eine Nachforderung über dieses Guthaben hinaus ist damit ausgeschlossen.

Dazu kommt das Verbot von Prämien und sonstigen Anreizen. Ein zugelassener Anbieter darf dir für die Eröffnung einer solchen Position keinen Bonus und keine Sachleistung versprechen. Drei Punkte zählen beim Blick auf ein Angebot also: die Höhe des möglichen Hebels, die Zusage zum Negativsaldoschutz und die Frage, unter welcher Aufsicht der Anbieter steht.

Spotkauf und Perpetual bei Haltefrist und Verwahrung

Der Unterschied zwischen beiden Wegen endet nicht beim Hebel. Er setzt sich bei Steuer und Verwahrung fort, und dort trennen sich die Wege deutlich.

Kaufst du SHIB am Spotmarkt, hältst du den Token. Er liegt in einem Depot bei der Börse oder in deiner eigenen Wallet, und du kannst ihn abziehen. Steuerlich ist der Verkauf ein privates Veräußerungsgeschäft nach Paragraf 23 des Einkommensteuergesetzes, für das die Einjahresfrist gilt.

Ein Perpetual ist dagegen ein Termingeschäft. Du hältst keinen Token, sondern eine Forderung gegen den Anbieter, du kannst nichts abziehen, und die Einjahresfrist greift hier nicht: Erträge aus Termingeschäften sind Kapitalerträge. Wer beides mischt, bekommt also zwei verschiedene steuerliche Behandlungen in einem Portfolio. Welche Belege du dafür brauchst, hängt am Anbieter; die Dokumentation eines Termingeschäfts sieht anders aus als die eines Spotkaufs.

Wo SHIB nach einem Jahr steht

Zum Gesamtbild gehören die langen Reihen. Auf Sicht von 14 Tagen gab SHIB 11,21 Prozent ab, über 30 Tage dagegen nur 0,36 Prozent: Der Rückgang der letzten beiden Wochen hat also einen Zugewinn aus der ersten Oktoberhälfte abgetragen. Auf Jahressicht steht ein Minus von 51,04 Prozent, der Token hat sich in zwölf Monaten etwa halbiert. Vom Höchststand am 27. Oktober 2021 bei 0,00008616 US-Dollar liegt er 94,09 Prozent entfernt. Der Marktwert betrug am Donnerstagabend 3,00 Milliarden US-Dollar, Platz 37 im Gesamtmarkt, bei 589,24 Billionen Token im Umlauf.

Der jüngste Blick auf denselben Token stammt vom Mittwoch: Damals lag der Tagesumsatz von SHIB 76 Prozent unter dem Vorjahreswert, der Kurs bei rund 0,00000504 US-Dollar. Seither hat der Kurs um gut einen halben Prozentpunkt zugelegt, und die dünne Spotseite von damals ist genau die Seite, die in diesem Artikel dem dreifachen Terminumsatz gegenübersteht. Der Befund von Mittwoch und der von heute sind also zwei Seiten derselben Sache.

Unsere Einschätzung zum Takt am SHIB-Markt

Aus Sicht der Redaktion bestimmt derzeit der Terminmarkt den Takt bei SHIB, nicht der Spotmarkt. Die Belege dafür stehen oben: 257,4 Millionen US-Dollar Terminumsatz gegen 77,5 Millionen am Spotmarkt, 169,0 Millionen US-Dollar in offenen Kontrakten gebunden, und eine Tagesspanne von 4,89 Prozent an einem Tag ohne Nettobewegung. Was dagegen spricht: Dogecoin zeigt mit dem Faktor 2,9 ein ähnliches Bild, SHIB ist hier also kein Sonderfall, sondern ein etwas ausgeprägterer Normalfall des Meme-Sektors. Und das Verhältnis von offenem Interesse zu Spotumsatz vergleicht Bestand mit Tagesumsatz, taugt also zur Einordnung, nicht als Präzisionsmaß. Eine Aussage über die Kursrichtung folgt aus keiner dieser Zahlen, und die Funding-Raten geben sie auch nicht her.

SHIB-Terminhandel: 169 Millionen Dollar offen, 2:1 ist die EU-Grenze

Drei Schritte ergeben sich daraus:

  1. Prüfe bei einem Hebelangebot auf SHIB zuerst, welcher Hebel dort möglich ist und unter welcher Aufsicht der Anbieter steht. Ein in Deutschland zugelassener Anbieter bleibt bei 2:1. Eine Übersicht der Handelsplätze für Dauerkontrakte steht im Vergleich der Perp-DEX.
  2. Rechne vor der Order aus, welche Kursbewegung deinen Einschuss aufzehrt, und halte sie gegen die Tagesspanne des Tokens. Bei SHIB waren das am Donnerstag 4,89 Prozent. Willst du stattdessen den Token selbst halten, findest du die Handelsplätze im Vergleich der Krypto-Börsen.
  3. Trenne die Unterlagen für Spotkäufe und Termingeschäfte von Anfang an, weil beide steuerlich verschieden behandelt werden. Werkzeuge dafür stehen im Vergleich der Krypto-Steuer-Tools.

Alle Kurs- und Marktzahlen dieses Artikels sind eigene Auszählungen der Marktdaten von CoinGecko vom Donnerstagabend. Die Rechtsangaben stehen in den beiden oben verlinkten Dokumenten von ESMA und BaFin.

(Stand: 15. Oktober 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)

Häufige Fragen zu Shiba Inu und dem Terminhandel

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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