Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit einem hohen Risiko verbunden. Führe immer deine eigene Recherche durch.

Ostium-Hack: Perp-DEX verliert 23,75 Mio. USDC durch Oracle-Angriff – Handel seit 23. Juli wieder offen

Ein kompromittierter Oracle-Signaturschlüssel kostete Ostium 23,75 Mio. USDC. Seit dem 23. Juli läuft der Handel auf der Arbitrum-Perp-DEX wieder.

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Am 15. Juli 2026 wurde die Perpetual-DEX Ostium um 23,75 Mio. USDC erleichtert: Ein Angreifer brachte einen Oracle-Signaturschlüssel unter seine Kontrolle und täuschte damit so lange profitable Trades vor, bis der Vault leer war. Ostium stoppte den Handel binnen einer Stunde nach der ersten schädlichen Transaktion. Nach acht Tagen Untersuchung und Nachbesserung ging die Plattform am 23. Juli wieder ans Netz.

Anders als bei den Smart-Contract-Bugs, die die DeFi-Schlagzeilen lange dominierten, zielte dieser Angriff auf die Off-Chain-Infrastruktur, die der Plattform ihre Preise liefert – also genau auf den Teil, den Audits und Bug-Bounty-Programme praktisch nie unter die Lupe nehmen.

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Was ist bei Ostium genau passiert?

Die Ursache lag nicht im Solidity-Code, sondern in einem kompromittierten Oracle-Signaturschlüssel. Die Sicherheitsfirma Blockaid, die den Vorfall zuerst meldete, beschreibt den Ablauf so: Der Angreifer nutzte einen registrierten PriceUpKeep-Forwarder, um autorisierte Preismeldungen mit einem in der Zukunft liegenden Zeitstempel einzuspeisen. Das Protokoll hielt die daraufhin abgewickelten Trades für profitabel.

In rund 20 Durchläufen öffnete und schloss der Angreifer über delegierte Aktionen immer wieder Positionen und zog so wiederholt Auszahlungen aus dem zentralen OLP-Vault (dem Liquiditätspool) – ganz ohne echtes Marktrisiko. Die Auszahlungslogik vertraute dem manipulierten Preis, weil er formal korrekt signiert war. Profitabel waren die Trades nur deshalb, weil der Preis-Feed selbst gefälscht wurde.

Warum ist ein Oracle-Signaturschlüssel so heikel?

Ein solcher Schlüssel funktioniert wie ein Master-Passwort für Preisdaten. Wenn Ostium einen Perpetual-Trade abrechnet, verlässt sich das Protokoll auf signierte Preis-Feeds, um zu bestimmen, wer im Plus und wer im Minus liegt. Wer diesen Schlüssel kontrolliert, kann dem Protokoll faktisch jeden beliebigen Preis diktieren – und hebelt damit alle automatischen Prüfungen aus, die den Feed eigentlich ehrlich halten sollen.

Genau das macht diese Angriffsart so gefährlich. Die Smart Contracts taten exakt das, wofür sie programmiert wurden. Sie folgten nur betrügerischen Anweisungen von jemandem, der Zugriff hatte, den er nie hätte haben dürfen. Das passt ins Muster von 2026: Die größten DeFi-Verluste entstehen inzwischen auf der menschlichen und infrastrukturellen Ebene, nicht durch fehlerhaften Code.

Wie hoch war der Verlust – und wo sind die Gelder gelandet?

Ostium hat die genaue Summe bestätigt: 23.752.746 USDC aus dem OLP-Vault. Die ersten Schätzungen lagen auseinander – Blockaid nannte netto rund 18 Mio. USD, CertiK eher 22 Mio. USD –, doch die protokolleigene Abrechnung landete bei etwa 23,75 Mio. USD brutto. Galaxy Research verfolgte acht Auszahlungen an eine einzige Wallet, darunter Beträge von rund 11,86 Mio., 4,49 Mio. und 3,59 Mio. USD.

Wichtig: Der Angriff traf die gemeinsame Liquidität im öffentlichen OLP-Vault, nicht das Kapital einzelner Trader. Die Margin der Trader blieb während der gesamten Pause isoliert und in den Smart Contracts eingefroren. Die erbeuteten USDC tauschte der Angreifer allerdings in rund 12.084 ETH und schleuste sie über den Mixing-Dienst Tornado Cash – was die Chancen auf eine Wiederbeschaffung deutlich schmälert.

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Ist der Ostium-Hack damit erledigt?

Nur zum Teil. Der Handel läuft seit dem 23. Juli, 16:00 Uhr MESZ (14:00 Uhr UTC), wieder – abgeschlossen ist der Fall damit aber nicht. Der Stand:

Die Wiedereröffnung erfolgte schrittweise. Zuerst kamen Risikomanagement-Funktionen und Reduce-only-Orders zurück, die übrigen Funktionen folgten nach und nach, um das System stabil zu halten. Offene Positionen und ausstehende Orders blieben während der Auszeit bestehen, statt geschlossen zu werden. Beim Neustart wurde jede Position zum aktuellen Marktpreis neu bewertet – niemand wurde also wegen Kursbewegungen während der Pause liquidiert.

Die gestohlenen Gelder sind bislang nicht zurück. Ostium arbeitet mit den Sicherheitsfirmen Mandiant, zeroShadow und Collisionless, der Notfall-Einheit SEAL 911 sowie Strafverfolgungsbehörden zusammen und stimmt sich mit Börsen, Bridges und Stablecoin-Emittenten ab, um die Spur des Geldes zu verfolgen.

Die Entschädigung der betroffenen Liquiditätsgeber steht noch nicht fest. Ostium will aus der eigenen Bilanz und gemeinsam mit Partnern für den Schaden der LPs aufkommen, doch ein detaillierter Plan lag zum Neustart noch nicht vor. Der Handel ist also wieder live – die Rückholung der Gelder und die Entschädigung der LPs bleiben offen.

Schützen Kapital und Audits ein Protokoll vor so etwas?

Für sich genommen nicht. Ostium hatte rund 27,8 Mio. USD von namhaften Geldgebern eingesammelt, darunter General Catalyst, Jump Crypto, Coinbase Ventures, Wintermute und GSR, und mehrere Audits durchlaufen. Das Schlüsselmanagement der Oracle-Signaturen deckte davon nichts ab.

Pikant: Ostiums Bug-Bounty-Programm auf Immunefi stufte registrierte Keeper – einschließlich PriceUpKeep und deren Forwarder – ausdrücklich als vertrauenswürdig ein. Jeder Fund, der einen kompromittierten oder bösartigen Keeper voraussetzte, lag damit außerhalb des Programms. Genau die Angriffsfläche, die am Ende ausgenutzt wurde, war für Sicherheitsforscher also von vornherein ausgeklammert.

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Was bedeutet der Ostium-Hack für DeFi und RWA-Plattformen?

Er führt erneut vor Augen: Die Absicherung der Oracle-Infrastruktur ist mindestens so wichtig wie das Auditing der Smart Contracts – wenn nicht wichtiger, denn RWA-Protokolle beziehen Kurse für Aktien, Rohstoffe, Devisen und Indizes aus Off-Chain-Quellen. Jedes Protokoll, das auf einen einzigen vertrauenswürdigen Signaturschlüssel oder denselben Oracle-Anbieter setzt, sollte sich fragen, ob es demselben Single Point of Failure ausgesetzt ist.

Für Trader bleiben die Lehren vertraut, aber wichtig: unnötige Contract-Freigaben widerrufen, mit Geldern in Perp-DEX-Vaults vorsichtig sein und bei einem laufenden Vorfall lieber die offiziellen Kanäle verfolgen als Gerüchte-Threads.

Wo kannst du stattdessen auf regulierten Plattformen handeln?

Vorfälle wie der Ostium-Hack zeigen den Preis, den man bei ungeprüften oder schwach regulierten Handelsplätzen zahlt. In der EU setzt inzwischen die MiCA-Verordnung einen einheitlichen Standard: Seit dem 1. Juli 2026 braucht jede Plattform, die EU-Kunden bedient, eine CASP-Zulassung (Crypto-Asset Service Provider). Sie deckt Governance, den Schutz von Kundengeldern, IT-Sicherheit und Geldwäscheprävention ab. Ende Juli 2026 führt das ESMA-Register knapp 300 zugelassene CASPs im EWR – eine Zulassung gilt per Passporting im gesamten Binnenmarkt.

Wenn du lieber auf regulierten Plattformen handelst, statt dein Geld einer Oracle-abhängigen Perp-DEX auszusetzen, lohnt ein Vergleich nach Lizenzstatus, Gebühren und verfügbaren Assets. Unsere Vergleichsseite für Broker und Börsen stellt genau das gegenüber, damit du eine Plattform findest, die zu deinem Handelsstil passt.

Eine regulierte Option ist XTB, ein börsennotierter, etablierter Broker, der neben seinem regulierten Brokerage-Angebot auch den Spot-Handel mit Krypto für Kunden im EWR anbietet (über seine Zulassung in Zypern). Ein Konto eröffnest du hier.

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