Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit einem hohen Risiko verbunden. Führe immer deine eigene Recherche durch.

Krypto bei comdirect: 29 Zertifikate im Sparplan ohne Orderentgelt, aber kein einziger Coin

comdirect stellt Krypto als Zertifikat ins Depot, nicht als Coin. Unsere Auszählung vom 4. Oktober 2026 zeigt 29 Papiere von fünf Emittenten auf 12 Kryptowährungen. Beim Einmalkauf kostet das Mindestentgelt von 9,90 Euro bei 100 Euro Einsatz 9,90 Prozent, im Sparplan entfallen die 1,5 Prozent bis Ende 2027.

Tischrechner aus gebürstetem Metall auf einer dunklen Schreibtischplatte, daneben ein Papierstapel und ein Messingschild mit eingraviertem Bitcoin-Zeichen
11 Min. Lesezeit
Teilen:

Bei comdirect kannst du seit Jahren auf Bitcoin und Ethereum setzen, ohne eine Wallet zu besitzen. Einen echten Coin bekommst du dabei aber nicht: Die Bank stellt Krypto-Zertifikate ins Depot, also Schuldverschreibungen auf den Kurs. Wie viel dich dieser Weg kostet, hängt an einer einzigen Zahl aus dem Preisverzeichnis, dem Mindestentgelt von 9,90 Euro je Order. Wer 100 Euro einmalig anlegt, zahlt damit 9,90 Prozent an Gebühr. Wer denselben Betrag im Sparplan anlegt, zahlt derzeit null.

Wir haben die Angebotsseite und das Preis- und Leistungsverzeichnis am 4. Oktober 2026 ausgewertet und die Kosten für Ordergrößen von 50 bis 25.000 Euro nachgerechnet. Das Ergebnis trennt zwei Gruppen von Anlegern sehr deutlich voneinander.

Kryptohandel bei comdirect heißt Zertifikat, nicht Coin

comdirect ist eine Marke der Commerzbank AG. Auf der Angebotsseite steht der Satz, der die ganze Konstruktion erklärt: Du kaufst „keinen ,echten' Coin (Kryptowährung), sondern ein Derivat auf diese Kryptowährung". Das Papier bildet den Kurs nahezu eins zu eins ab, in beide Richtungen.

Ein Krypto-Zertifikat, oft auch ETP für Exchange Traded Product genannt, ist eine börsennotierte Inhaberschuldverschreibung: ein Darlehen an den Emittenten, dessen Rückzahlung sich am Kurs eines Basiswerts orientiert. Das ist der entscheidende Unterschied zum Investmentfonds. comdirect schreibt es selbst: Bei ETPs und Zertifikaten gibt es „keinen Schutz gegen das Insolvenzrisiko des Emittenten". Ein ETF dagegen ist Sondervermögen und bleibt bei einer Pleite der Fondsgesellschaft unangetastet.

Praktisch heißt das: Die Anteile liegen in deinem comdirect-Depot wie Aktien oder Fondsanteile. Eine Wallet brauchst du nicht, einen privaten Schlüssel bekommst du auch nicht. Wer Bitcoin selbst verwahren möchte, ist hier am falschen Ort. Wer dagegen alles in einem Depot bündeln will und auf Schlüsselverwaltung bewusst verzichtet, bekommt genau das.

29 Krypto-Zertifikate von fünf Emittenten: unsere Auszählung

Die Sparplanaktion von comdirect listet die teilnehmenden Papiere einzeln nach Emittent auf. Wir haben sie ausgezählt. Diese Auswertung hat cryptoticker.io am 4. Oktober 2026 selbst erhoben, Grundlage ist die Angebotsseite zum Kryptohandel, geprüft wurden 29 Wertpapierkennnummern.

Die Verteilung nach Emittent: 21Shares stellt 15 Papiere, Bitwise 5, VanEck 5, nxtAssets 3 und Invesco 1. Von den 29 Zertifikaten beziehen sich 22 auf eine einzelne Kryptowährung, die übrigen 7 auf Körbe und Indizes wie den Krypto Basket 10 oder den Krypto Mid-Cap Index.

Einzeln abgedeckt sind 12 Kryptowährungen. Auf Bitcoin laufen 5 Papiere, auf Ethereum 4, auf XRP, Cardano und Solana je 2, dazu je eines auf Bitcoin Cash, Polkadot, Stellar, Polygon, Litecoin, TRON und Avalanche. Was in der Liste fehlt, fällt auf: kein Papier auf Dogecoin, keines auf Monero, keines auf die großen Perpetual- oder Staking-Token der letzten zwei Jahre. Wer breiter streuen will, muss zu einer Börse mit MiCA-Zulassung oder zu einem Broker mit größerem Produktuniversum wechseln; welche Anbieter was führen, zeigt unser Vergleich der Krypto-Broker.

Ein Hinweis unter den 21Shares-Tabellen verdient einen eigenen Satz: Der Emittent hat seinen Sitz in der Schweiz, „sodass im Falle einer Insolvenz des Emittenten das Schweizer Insolvenzrecht Anwendung findet". Das betrifft mehr als die Hälfte der Aktionspapiere.

Smartphone mit leerem schwarzen Display in einer Hand vor einer dunklen Bürowand mit geschlossenen Schubfächern
Ohne Wallet und ohne privaten Schlüssel: Die Zertifikate liegen im Depot, verwahrt wird über die Bank.

Orderentgelt beim Einmalkauf: 4,90 Euro plus 0,25 Prozent

Für Käufe außerhalb eines Sparplans gilt das normale Preis- und Leistungsverzeichnis. Darin steht für die Ausführung im Inland ein Grundentgelt samt Orderprovision von 4,90 Euro plus 0,25 Prozent des Ordervolumens, mindestens 9,90 Euro bis zu einem Ordervolumen von 2.000 Euro und maximal 59,90 Euro. Dazu können börsenplatzabhängige Entgelte und fremde Kosten kommen. Eine Order per Telefon kostet 14,90 Euro zusätzlich, per Fax oder Brief ebenfalls 14,90 Euro. Der Viel-Trader-Rabatt von 15 Prozent gilt ausdrücklich nicht für Sparplanausführungen.

Für Depotneukunden gibt es eine Vergünstigung: 3,90 Euro Orderentgelt pro Trade an deutschen Börsenplätzen und im außerbörslichen Handel, befristet auf 12 Monate. Neukunde ist, wer in den letzten sechs Monaten kein Depot bei comdirect geführt hat. Nach Ablauf dieser zwölf Monate handelst du wieder ab 9,90 Euro pro Trade.

Mindestentgelt 9,90 Euro: die Kostenquote von 50 bis 25.000 Euro

Das Mindestentgelt ist bei kleinen Beträgen der ganze Preis. Wir haben die Formel aus dem Preisverzeichnis für typische Ordergrößen durchgerechnet, ohne Spreads und Produktkosten, also als reine Gebührenquote auf das Ordervolumen.

EinmalanlageOrderentgeltAnteil am Einsatz
50 Euro9,90 Euro19,80 Prozent
100 Euro9,90 Euro9,90 Prozent
250 Euro9,90 Euro3,96 Prozent
500 Euro9,90 Euro1,98 Prozent
1.000 Euro9,90 Euro0,99 Prozent
2.000 Euro9,90 Euro0,50 Prozent
5.000 Euro17,40 Euro0,35 Prozent
10.000 Euro29,90 Euro0,30 Prozent
25.000 Euro59,90 Euro0,24 Prozent

Zwei Schwellen prägen die Tabelle. Bis 2.000 Euro Ordervolumen zahlst du immer 9,90 Euro, weil die Formel aus 4,90 Euro plus 0,25 Prozent dort noch unter dem Mindestbetrag liegt; bei genau 2.000 Euro treffen sich beide Werte. Nach oben greift der Deckel von 59,90 Euro, und zwar ab einem Ordervolumen von 22.000 Euro. Wer größere Summen in einem Zug anlegt, zahlt also absolut mehr, aber prozentual immer weniger.

Daraus folgt ein schlichter Zusammenhang: Kleine Einmalkäufe von Krypto-Zertifikaten sind bei comdirect teuer. Ein Einstieg mit 100 Euro kostet fast ein Zehntel des Einsatzes, bevor der Kurs sich überhaupt bewegt hat. Bei einer Börse mit MiCA-Zulassung liegen die Handelsgebühren für denselben Betrag typischerweise im Bereich von Zehntelprozenten plus Spread; welche Anbieter in Deutschland zugelassen sind und was sie nehmen, steht in unserer Übersicht der Krypto-Börsen.

Sparplan-Aktion bis 31. Dezember 2027: 1,5 Prozent entfallen

Hier kippt die Rechnung ins Gegenteil. Für die 29 Papiere der Aktionsliste entfällt im Sparplan bis zum 31. Dezember 2027 das Orderentgelt von 1,5 Prozent des Ordervolumens pro Transaktion und Wertpapierkennnummer. Besparen kannst du ab 1 Euro monatlich, bis zu zehn Wertpapiere lassen sich in einem Durchgang anlegen. Marktübliche Spreads, Zuwendungen und Produktkosten bleiben davon unberührt, Telefon-, Fax- und Briefzuschläge ebenfalls.

Was das in Zahlen bedeutet, zeigt ein Jahr mit 50 Euro im Monat. Regulär wären auf die 600 Euro Jahressumme 1,5 Prozent fällig, also 9,00 Euro Orderentgelt, verteilt auf zwölf Ausführungen. In der Aktion sind es 0,00 Euro. Derselbe Betrag als Einmalkauf kostet 9,90 Euro. Der Sparplan ist in diesem Produktsegment also nicht nur die bequemere Variante, sondern bis Ende 2027 auch die mit Abstand günstigere.

Zwei Einschränkungen gehören dazu. Erstens ist die Aktion befristet und comdirect behält sich ausdrücklich vor, das Angebot jederzeit zu ändern, zu verlängern oder zu beenden. Zweitens gilt sie nicht für alle Depotarten: Depots von Kunden, die von einem Finanzdienstleister betreut werden, sowie Pure Depots sind ausgeschlossen. Scheidet ein Zertifikat aus der Aktion aus, greifen für dieses Papier wieder die regulären Konditionen.

Emittentenrisiko bei ETP: Schuldverschreibung ohne Insolvenzschutz

Die Produktkonstruktion ist der Punkt, an dem Krypto-Zertifikate sich von allem unterscheiden, was im Depot sonst nach Fonds aussieht. Als Inhaberschuldverschreibung trägt das Papier das Risiko, dass der Emittent zahlungsunfähig wird. comdirect nennt das Emittentenrisiko in der eigenen Risikoliste und verweist für Einzelheiten der Absicherung auf den jeweiligen Emittenten.

Die gängige Absicherung läuft über physische Hinterlegung. Nach der Darstellung auf der Angebotsseite kaufen die Emittenten die zugrunde liegenden Kryptowährungen in den entsprechenden Mengen und deponieren sie bei unabhängigen Treuhändern, die als Verwahrstelle für Cold Wallets zugelassen sind. Cold Wallet meint ein Speichermedium, das gar nicht oder nur kurz mit einem Computer verbunden ist. Ob und wie weit ein einzelnes Papier so besichert ist, weist der Emittent in den Produktdetails aus; das gehört zu den Angaben, die du vor dem Kauf im Prospekt nachlesen solltest, nicht im Werbetext.

Wie sich diese Produktfamilie zu echten Fonds und zu den börsengehandelten Krypto-Produkten in Deutschland verhält, ordnet unser Überblick zu Krypto-ETFs in Deutschland ein. Die kurze Fassung: Was hierzulande als Krypto-ETF verkauft wird, ist in den meisten Fällen rechtlich ein ETP oder ETN, und damit genau die Konstruktion, die comdirect anbietet.

Lupe mit Messingrand auf einem engbedruckten Papierbogen, dessen Zeilen als feine graue Striche erscheinen
Spread, Produktkosten und die Besicherung des Emittenten stehen im Prospekt, nicht in der Produktübersicht.

Spread und Produktkosten: die Posten neben dem Orderentgelt

Das Orderentgelt ist der sichtbare Teil der Kosten, aber nicht der einzige. comdirect nennt in jeder Konditionsangabe zum Kryptohandel drei weitere Posten: marktübliche Spreads, Zuwendungen und Produktkosten. Der Spread ist die Differenz zwischen An- und Verkaufskurs und fällt beim Kauf wie beim Verkauf an. Die Produktkosten sind die laufende Verwaltungsgebühr des Emittenten, die dem Papier täglich entnommen wird und bei Krypto-ETPs am Markt üblicherweise deutlich über der von Aktien-ETFs liegt.

Für eine ehrliche Rechnung heißt das: Die Gebührenquote aus der Tabelle oben ist eine Untergrenze. Der Wert nennt allein das, was die Bank für die Ausführung nimmt, und sagt nichts über die laufenden Kosten des Papiers. Beide Werte stehen in unterschiedlichen Dokumenten, das eine im Preis- und Leistungsverzeichnis der Bank, das andere im Basisinformationsblatt des Emittenten. Wer nur auf das Orderentgelt schaut, vergleicht die halbe Rechnung.

Haltefrist und Steuer: ETP im Depot gegenüber dem Coin auf der Börse

Steuerlich sind Zertifikat und Coin zwei verschiedene Dinge, und die Einordnung hängt an der konkreten Ausgestaltung des Papiers. comdirect macht auf der Angebotsseite keine steuerlichen Angaben, und wir behaupten hier keine, die sich nicht belegen lässt. Was du vor dem Kauf klären solltest, ist deshalb eine Frage an den Emittenten und an die eigene Steuerberatung: Wird das Papier wie ein Kapitalanlageprodukt behandelt oder wie ein Veräußerungsgeschäft über die zugrunde liegende Kryptowährung? Davon hängt ab, ob eine Haltedauer überhaupt eine Rolle spielt.

Dass diese Frage gerade in Bewegung ist, zeigt der Referentenentwurf des Bundesfinanzministeriums zur Krypto-Besteuerung, über den wir am 2. Oktober 2026 berichtet haben und der dem Kabinett am 14. Oktober vorliegen soll. Solange dort nichts beschlossen ist, bleibt der Stand der Dinge der heutige. Für die Kostenfrage dieses Artikels ändert das nichts; für die Nachsteuerrendite kann es viel ändern.

Kostenvergleich mit Neobrokern und zugelassenen Börsen

comdirect spielt in dieser Produktklasse eine klare Rolle. Die Bank ist stark, wenn du ohnehin ein Depot dort führst, in Wertpapieren denkst und monatlich kleine Beträge in ein Zertifikat legen willst: Bis Ende 2027 kostet dich die Ausführung im Sparplan nichts. Weniger gut passt das Angebot, wenn du unregelmäßig und in kleinen Summen einmalig kaufen willst, weil dann das Mindestentgelt von 9,90 Euro jede Rendite auffrisst, bevor sie entsteht.

Wer echte Coins mit eigenem Schlüssel will, findet bei comdirect kein Angebot und braucht eine Börse mit MiCA-Zulassung. Wer eine Hardware-Wallet einsetzen möchte, braucht sie ohnehin. Und wer vor allem auf die laufenden Kosten schaut, sollte das Basisinformationsblatt des Emittenten neben das Preisverzeichnis der Bank legen, bevor er sich für einen Weg entscheidet.

Krypto bei comdirect: So gehst du jetzt vor

  1. Rechne deine geplante Ordergröße gegen die Tabelle oben. Liegt dein Einmalbetrag unter 1.000 Euro, kostet dich die Ausführung mindestens ein Prozent; in diesem Fall ist der Sparplan mit 0,00 Euro Orderentgelt bis Ende 2027 der günstigere Weg, und du findest passende Alternativen samt Kosten in unserem Broker-Vergleich.
  2. Prüfe im Basisinformationsblatt des Emittenten die laufenden Produktkosten und die Art der Besicherung. Bei den 15 Papieren von 21Shares gilt im Insolvenzfall Schweizer Recht, das steht auf der Angebotsseite von comdirect. Wie diese Papiere rechtlich einzuordnen sind, erklärt unser Überblick zu Krypto-ETFs in Deutschland.
  3. Entscheide bewusst über die Verwahrung. Ein Zertifikat gibt dir keinen privaten Schlüssel; willst du einen, führt der Weg über eine zugelassene Börse und von dort auf ein eigenes Gerät, für das unser Hardware-Wallet-Vergleich die Auswahl zeigt.

Was du daraus mitnimmst: Das Angebot ist kein Kryptohandel im engeren Sinn, sondern ein Wertpapiergeschäft auf Kryptokurse. 29 Zertifikate von fünf Emittenten decken 12 Kryptowährungen einzeln ab, Dogecoin und Monero fehlen. Der Sparplan ist bis zum 31. Dezember 2027 ohne Orderentgelt, der Einmalkauf kostet mindestens 9,90 Euro und damit bei 100 Euro Einsatz 9,90 Prozent. Dazu kommen Spread und Produktkosten, die in keinem der beiden Fälle entfallen. Die Primärquelle zu allen Angebotsangaben ist die Seite zum Kryptohandel bei comdirect; die Entgelte stehen im Preis- und Leistungsverzeichnis der Bank mit Stand Juni 2026.

(Stand: 4. Oktober 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)

Häufige Fragen zu Krypto bei comdirect

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

Verwandte Artikel

Welche Themen sollen wir vertiefen?

Wähle aus, was dich aktuell beschäftigt. Deine Auswahl fließt direkt in unsere Themenplanung ein.

Crypto-News, die wirklich Mehrwert bringen.

Wöchentlich. 60 Sekunden Lesezeit. Sorgfältig kuratiert von unserer Redaktion: kein Hype, keine Werbe-Mails, kein Spam.

Abonnieren

Mehr zum Thema

Alle anzeigen

Vielleicht auch interessant