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Chainlink unter der 100-Tage-Linie: Long-Wetten schrumpfen um ein Drittel

Analyse: Chainlink notiert bei 11,11 Dollar und fällt unter seine 100-Tage-Linie bei 11,36 Dollar. Bei OKX sinkt das Long-Short-Verhältnis seit dem 24. Oktober von 3,18 auf 2,10, die 200-Tage-Linie liegt bei 10,03 Dollar.

Gespanntes Stahlseil einer Hängebrücke im Abendnebel über dunklem Wasser, in der Bildmitte das Chainlink-Zeichen
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Belegt ist: Chainlink notiert am Montagabend, 2. November, bei 11,11 Dollar und damit unter seinem Durchschnitt der vergangenen 100 Tage, der nach unserer Rechnung bei 11,36 Dollar liegt. Am Sonntag schloss LINK noch bei 11,65 Dollar und damit über dieser Linie. Gleichzeitig ist das Verhältnis von Long- zu Short-Konten bei der Börse OKX seit dem 24. Oktober von 3,18 auf 2,10 gefallen. Unsere Einschätzung dazu folgt weiter unten: Der Markt baut seine einseitigen Wetten auf steigende Kurse ab, und die nächste belastbare Marke liegt erst bei der 200-Tage-Linie um 10,03 Dollar.

Die Kursdaten stammen von CoinGecko. Auf Sicht von 24 Stunden steht ein Minus von 3,2 Prozent, auf Sicht von 30 Tagen ein Minus von knapp 20 Prozent. Das Tageshoch lag bei 11,45 Dollar, das Tagestief bei 11,02 Dollar. Bitcoin gab im selben Zeitraum 1,3 Prozent nach, Ether 0,6 Prozent. LINK fällt also deutlich stärker als die beiden größten Coins, ohne dass es dafür eine eigene schlechte Nachricht gibt.

Die 100-Tage-Linie ist der einfache Durchschnitt der Tagesschlusskurse der letzten 100 Tage. Der Wert glättet das Rauschen einzelner Tage und zeigt, ob ein Coin mittelfristig über oder unter seinem eigenen Normalpreis gehandelt wird. Wir haben sie aus den Tageswerten von CoinGecko selbst berechnet, ohne den laufenden Tag. Das Ergebnis für LINK am 2. November:

  • 20-Tage-Linie: 11,88 Dollar
  • 50-Tage-Linie: 12,62 Dollar
  • 100-Tage-Linie: 11,36 Dollar
  • 200-Tage-Linie: 10,03 Dollar

Der Kurs liegt damit unter drei der vier Linien. Nur die 200-Tage-Linie steht noch darunter. Der Abstand bis dorthin beträgt 1,08 Dollar oder 9,7 Prozent. Bemerkenswert ist die Reihenfolge: Die 50-Tage-Linie liegt über der 100-Tage-Linie, weil der September mit einem Hoch von 15,44 Dollar am 29. September noch stark war. Seitdem hat LINK fast 28 Prozent verloren. Das 30-Tage-Hoch stammt vom 5. Oktober mit 14,27 Dollar, das 30-Tage-Tief vom 30. Oktober mit 10,60 Dollar Tagesschluss.

Wer weiter zurückschaut, sieht die Spanne eines ganzen Jahres: Am 11. November 2025 kostete LINK 16,36 Dollar, am 1. Juli 2026 nur 7,19 Dollar. Der heutige Kurs liegt ziemlich genau in der Mitte dieser Spanne. Vom Allzeithoch bei 52,70 Dollar aus dem Mai 2021 ist der Token weiter rund 79 Prozent entfernt.

Gleitende Durchschnitte sind keine Naturgesetze. Wirksam werden sie, weil viele Marktteilnehmer auf dieselben Linien schauen und dort Kauf- oder Verkaufsaufträge platzieren. Eine Linie, die einmal als Boden gehalten hat, verliert an Kraft, wenn der Kurs mehrfach durch sie hindurchfällt. Genau das ist bei der 100-Tage-Linie passiert: LINK pendelte in der zweiten Oktoberhälfte um diese Linie, fiel am 30. Oktober deutlich darunter, kam zurück und rutscht jetzt erneut ab.

Die 200-Tage-Linie hat bei LINK eine andere Geschichte. Diese Linie lag im Sommer weit über dem Kurs, als der Token am 1. Juli bei 7,19 Dollar stand. Erst mit der Erholung im August und September hat der Kurs sie überwunden. Seitdem ist sie nicht mehr getestet worden. Fällt LINK auf 10,03 Dollar, wäre das der erste Test seit dem Sommer. Hält die Linie dort, spricht das für eine Konsolidierung innerhalb eines intakten Aufwärtstrends seit Juli. Bricht sie auf Tagesschlussbasis, ist dieser Trend technisch beendet.

Zwischen den beiden Linien liegt eine zweite Marke, die du im Blick haben kannst: das Tief vom 30. Oktober bei 10,60 Dollar. An diesem Tag fiel LINK um 11 Prozent, als Binance kurzzeitig Probleme hatte. Wir haben das damals in unserem Artikel Chainlink fällt 11 Prozent beschrieben. Seitdem hielt dieses Tief, und es ist die erste Stelle, an der Käufer zeigen müssen, ob sie den Rückgang abfangen.

Behandschuhte Hände ziehen von beiden Seiten an einem dicken Hanfseil, das in der Mitte ausfranst
Long gegen Short: Bei OKX sinkt der Anteil der Konten, die auf steigende LINK-Kurse setzen.

Long-Short-Verhältnis bei OKX: Von 3,18 auf 2,10 in zehn Tagen

Der zweite Blick gilt dem Terminmarkt, also den Perpetual Futures. Das sind Terminkontrakte ohne Verfallstag, mit denen Händler mit Hebel auf steigende (Long) oder fallende (Short) Kurse setzen. Die Börse OKX veröffentlicht täglich, wie viele Konten in LINK-Kontrakten long und wie viele short positioniert sind. Das Verhältnis zählt Konten, nicht Geld: Ein Wert von 2,10 heißt, dass auf jedes Konto mit einer Short-Position 2,1 Konten mit einer Long-Position kommen.

Die Reihe der letzten Tage zeigt eine klare Richtung:

  • 24. Oktober: 3,18
  • 27. Oktober: 2,83
  • 29. Oktober: 2,31
  • 1. November: 2,01
  • 2. November: 2,10

Das Verhältnis ist in zehn Tagen um gut ein Drittel gesunken. Anfang Oktober lag es mit 2,11 bis 2,24 schon einmal ähnlich niedrig, danach bauten Privatanleger ihre Long-Positionen in den fallenden Kurs hinein aus. Dieser Aufbau wird jetzt rückgängig gemacht.

Das Long-Short-Verhältnis allein sagt nicht, ob Long-Positionen geschlossen oder neue Short-Positionen eröffnet werden. Dafür hilft das Open Interest, also der Gesamtwert aller offenen Kontrakte. Bei OKX lag es für LINK am 24. Oktober bei 28,1 Millionen Dollar und am 2. November bei 31,8 Millionen Dollar, ein Plus von gut 13 Prozent. Weil das Verhältnis im selben Zeitraum fiel, spricht die Kombination dafür, dass vor allem neue Short-Positionen dazukamen. Anfang Oktober war das Open Interest mit 38,4 Millionen Dollar allerdings noch deutlich höher, der Hebel im Markt ist über den ganzen Monat also gesunken.

Die Funding Rate ist der Ausgleichsbetrag, den bei Perpetual Futures die eine Seite an die andere zahlt, damit der Kontraktpreis nahe am Kassakurs bleibt. Bei OKX liegt sie für LINK aktuell bei 0,01 Prozent je Achtstundenperiode. Das ist der Basissatz, den die Börse ohne nennenswerten Preisaufschlag ansetzt. Eine Überhitzung auf der Long-Seite, wie sie vor größeren Abverkäufen oft zu sehen ist, zeigt diese Zahl nicht.

Am 30. Oktober, dem Tag des Einbruchs auf 10,60 Dollar, stieg das Handelsvolumen in LINK-Kontrakten bei OKX auf 106,6 Millionen Dollar, mehr als das Doppelte der Tage davor. Am Montag waren es 38,6 Millionen Dollar. Der heutige Rückgang findet also bei normalem Umsatz statt, ohne Liquidationswelle.

Zuletzt haben wir am 31. Oktober über Chainlink berichtet, als Chainlink 24/7 begann, tokenisierte Aktien auch am Wochenende zu bewerten. LINK schloss an diesem Tag bei 11,45 Dollar, am Sonntag stieg der Kurs auf 11,65 Dollar. Die 100-Tage-Linie hielt damit für zwei Tage. Mit dem Rückgang auf 11,11 Dollar am Montag ist sie wieder verloren, und die Erholung nach dem 30. Oktober ist zur Hälfte aufgezehrt.

Neu ist der Blick auf die Positionierung: Am 31. Oktober lag das Long-Short-Verhältnis bei OKX bei 2,05, heute bei 2,10. Der Abbau der Long-Wetten ist also vorerst zum Stillstand gekommen, während der Kurs weiter nachgibt. Die neuen Short-Positionen haben den Druck geliefert, nicht ein Ausverkauf der Halter.

An Nachrichten fehlt es Chainlink nicht. Am 29. Oktober meldete die koreanische Hanwha Investment & Securities laut Pressemitteilung von Chainlink, dass sie den Datenstandard von Chainlink und das Protokoll CCIP für blockchainübergreifende Übertragungen als Infrastruktur für ihre Tokenisierungsplattform nutzt. Mit CCIP werden Token und Nachrichten zwischen verschiedenen Blockchains übertragen. Chainlink soll für die ausgegebenen Produkte Preise und Nettoinventarwerte liefern. Die Plattform ist allerdings noch im Aufbau, und Koreas Rahmen für tokenisierte Wertpapiere startet erst im Februar 2027.

Solche Meldungen verbessern die Aussicht auf künftige Gebühren im Netzwerk, sie bringen aber heute keinen Umsatz. Der Kurs von LINK hängt kurzfristig stärker am Gesamtmarkt und am Terminmarkt als an Partnerschaften. Das zeigte sich schon am 24. Oktober, als Chainlink in Koreas 68-Milliarden-Markt einzog und der Kurs dennoch auf 11,47 Dollar fiel. Die Nachrichten bauen die Geschichte für die nächsten Jahre, die Positionierung der Händler bestimmt die nächsten Tage.

Aus Sicht der Redaktion ist der Rückgang unter die 100-Tage-Linie ein Warnsignal, aber noch kein Trendbruch. Dafür spricht: Die 200-Tage-Linie bei 10,03 Dollar liegt unter dem Kurs, die Funding Rate zeigt keine Überhitzung, und das Volumen ist normal. Die Long-Wetten wurden bereits um ein Drittel reduziert, ein großer Teil des Hebels ist also schon aus dem Markt. Dagegen spricht: LINK fällt seit vier Wochen stärker als Bitcoin und Ether, die 50-Tage-Linie bei 12,62 Dollar liegt weit über dem Kurs, und neue Short-Positionen kommen dazu. Solange LINK unter 11,36 Dollar schließt, liegt die Beweislast bei den Käufern. Ein Tagesschluss unter 10,60 Dollar würde den Weg zur 200-Tage-Linie öffnen. Das ist eine Lageeinschätzung, keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf.

Wohin der Kurs auf Sicht von Monaten zeigen kann, ordnet unsere Prognoseseite zu Chainlink mit mehreren Szenarien ein, verlinkt ganz oben im Artikel. Dort findest du auch die Annahmen hinter den Zielen.

Wer LINK mit Hebel handelt, sollte die Abstände kennen. Bei einem Long mit fünffachem Hebel reicht rechnerisch ein Rückgang um rund 20 Prozent, damit die eingesetzte Sicherheit aufgebraucht ist. Wegen Gebühren und der Erhaltungsmarge, also des Mindestbetrags, den die Börse auf dem Konto verlangt, kommt die Liquidation sogar etwas früher. Von 11,11 Dollar aus läge diese Schwelle bei knapp unter 9 Dollar. Bei zehnfachem Hebel liegt sie bei rund 10 Dollar, also ungefähr an der 200-Tage-Linie. Genau dort, wo der Kurs nach der Lehrbuchtechnik Halt finden sollte, würden solche Positionen zwangsweise geschlossen. Diese Verkäufe können den Kurs kurzfristig unter die Linie drücken.

In Deutschland gilt für Privatanleger bei Krypto-CFDs von Anbietern mit EU-Regulierung eine Hebelgrenze von 2:1, festgelegt von der europäischen Aufsicht ESMA und von der BaFin übernommen. Höhere Hebel bekommst du nur auf Plattformen außerhalb dieser Regeln oder bei dezentralen Börsen für Perpetual Futures. Wenn du dort handelst, prüfe, wer die Gegenpartei ist und wie die Plattform den Liquidationspreis berechnet. Einen Überblick über die Anbieter mit Gebühren und Hebelregeln findest du in unserem Vergleich der besten Perp DEXs, regulierte CFD-Anbieter in der Übersicht der besten Krypto-Broker.

Wer ohne Hebel kauft, hat ein anderes Problem: Er kann nicht liquidiert werden, trägt aber den vollen Kursverlust. Ein gestaffelter Einstieg in mehreren Teilen verteilt den Einstiegspreis über mögliche Tests der Marken bei 10,60 und 10,03 Dollar. Wo du LINK in Deutschland zu welchen Gebühren kaufst, zeigt der Vergleich der besten Krypto-Börsen mit Anbietern, die eine Zulassung nach MiCA haben.

Messing-Sanduhr auf einem dunklen Holzschreibtisch, daneben ein versiegelter Umschlag und ein Füllfederhalter
Ein Jahr Haltefrist: Danach ist ein Gewinn aus LINK in Deutschland steuerfrei.

Viele Anleger haben LINK im September zwischen 13 und 15 Dollar gekauft. Wer jetzt verkauft, realisiert einen Verlust. Steuerlich ist LINK in Deutschland ein privates Wirtschaftsgut nach Paragraf 23 des Einkommensteuergesetzes. Verkaufst du innerhalb eines Jahres nach dem Kauf, ist ein Gewinn steuerpflichtig, sofern alle privaten Veräußerungsgewinne des Jahres die Freigrenze von 1.000 Euro erreichen. Liegt die Summe darunter, bleibt alles steuerfrei. Nach mehr als einem Jahr Haltedauer ist der Gewinn grundsätzlich steuerfrei. Ob diese Regel ab 2027 bleibt, ist offen; den Stand der Debatte verfolgen wir auf unserer Seite zur Reform der Krypto-Haltefrist.

Ein Verlust aus einem Verkauf innerhalb der Jahresfrist lässt sich mit Gewinnen aus anderen privaten Veräußerungsgeschäften desselben Jahres verrechnen, etwa aus Bitcoin oder Ether. Mit Aktiengewinnen geht das nicht. Bleibt ein Verlust übrig, kannst du ihn in der Steuererklärung feststellen lassen und in spätere Jahre vortragen. Wichtig ist die Reihenfolge: Das Finanzamt geht beim Verkauf in der Regel davon aus, dass die zuerst gekauften Token zuerst verkauft werden (FIFO-Verfahren). Wer LINK in mehreren Tranchen gekauft hat, sollte vor einem Verkauf nachrechnen, welche Tranche dabei abgeht und ob sie schon steuerfrei ist.

Dafür hilft ein Tool, das alle Käufe und Verkäufe über verschiedene Börsen zusammenführt. Eine Auswahl mit Preisen findest du in unserem Vergleich der Krypto-Steuer-Tools und Portfolio-Tracker.

Der Bruch der 100-Tage-Linie verschiebt den Blick nach unten: 10,60 Dollar als Tief vom 30. Oktober, 10,03 Dollar als 200-Tage-Linie. Nach oben muss LINK zuerst wieder über 11,36 Dollar schließen, bevor die 20-Tage-Linie bei 11,88 Dollar ein Thema wird. Drei Schritte für heute:

  1. Wenn du LINK mit Hebel hältst, rechne den Liquidationspreis deiner Position nach und vergleiche ihn mit 10,60 und 10,03 Dollar. Gebühren und Hebelregeln der Plattformen zeigt der Vergleich der besten Perp DEXs.
  2. Wenn du ohne Hebel nachkaufen willst, verteile den Einstieg auf mehrere Teile und nutze eine Börse mit MiCA-Zulassung und niedrigen Gebühren aus dem Vergleich der besten Krypto-Börsen.
  3. Wenn du einen Verkauf mit Verlust erwägst, prüfe Kaufdatum und Kaufkurs jeder Tranche und die Verrechnung mit anderen Krypto-Gewinnen des Jahres, etwa mit einem Tool aus dem Vergleich der Krypto-Steuer-Tools.

(Stand: 2. November 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)

Häufige Fragen zu Chainlink

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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