Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit einem hohen Risiko verbunden. Führe immer deine eigene Recherche durch.

Polkadot bei 0,94 Dollar: 70 Prozent der Konten setzen auf steigende Kurse, das Funding dreht ins Minus

Analyse: Polkadot kostet 0,9385 Dollar, 20,7 Prozent weniger als vor 30 Tagen. Bei OKX sind 69,6 Prozent der Konten long, die Finanzierungsrate ist trotzdem negativ, und 81 Prozent der Liquidationen am Montag trafen Long-Positionen.

Schwere Stahlplatte mit dem leuchtend pinkfarbenen Polkadot-Zeichen hängt nachts an einem ausgefransten Kranseil
10 Min. Lesezeit
Teilen:

Polkadot kostet am späten Montagabend, dem 2. November, 0,9385 Dollar und damit 20,7 Prozent weniger als vor 30 Tagen. Auffällig ist der Terminmarkt: Bei OKX setzen weiterhin 69,6 Prozent der Konten mit offener DOT-Position auf steigende Kurse, während die Finanzierungsrate des unbefristeten Kontrakts in den negativen Bereich gedreht ist. Belegt ist: Viele Konten halten Long-Positionen, aber die Seite mit dem größeren Gewicht drückt den Kontraktpreis unter den Kassakurs. Unsere Einschätzung dazu folgt weiter unten, ebenso eine Rechnung, ab welchem Kurs ein DOT-Long mit Hebel liquidiert wird.

Polkadot am Montagabend: 0,9385 Dollar und 21 Prozent Minus in 30 Tagen

Laut CoinGecko notiert DOT am Montagabend bei 0,9385 Dollar, umgerechnet 0,8387 Euro. Binnen 24 Stunden schwankte der Kurs zwischen 0,9293 und 0,9644 Dollar, das Minus über den Tag beträgt 0,8 Prozent. Über sieben Tage verlor Polkadot 6,6 Prozent, über ein Jahr 67,9 Prozent. Der Börsenwert liegt bei 1,61 Milliarden Dollar, das reicht für Rang 55 unter den Kryptowährungen. Vom Rekordhoch bei 54,98 Dollar aus dem November 2021 ist DOT 98,3 Prozent entfernt.

An der Euro-Börse Kraken stand DOT/EUR zur selben Zeit bei 0,8382 Euro, mit einem Tagestief von 0,8293 Euro. Der gehandelte Tagesumsatz über alle Börsen liegt laut CoinGecko bei 89 Millionen Dollar. Gemessen an den Wochen vor dem Einbruch ist das wenig: Am 30. Oktober, dem Tag des Rutsches unter 0,91 Dollar, wechselten allein in den DOT-Terminkontrakten bei OKX 34,5 Millionen Dollar den Besitzer, am 2. November waren es 10,7 Millionen.

Das Jahrestief stammt vom 19. August und liegt bei 0,7510 Dollar auf Tagesschlussbasis. Das höchste Niveau der letzten 30 Tage erreichte DOT mit 1,2577 Dollar. Zwischen beiden Werten bewegt sich der Kurs jetzt im unteren Drittel.

Long-Short-Verhältnis bei OKX: 2,29 Long-Konten auf jedes Short-Konto

Das Long-Short-Verhältnis zählt Konten, nicht Geld. Ein Wert von 2,29 heißt: Auf jedes Konto, das bei OKX mit einem DOT-Terminkontrakt auf fallende Kurse setzt, kommen 2,29 Konten, die auf steigende Kurse setzen. Umgerechnet sind 69,6 Prozent der Konten long. Die Börse veröffentlicht den Wert täglich um 16 Uhr UTC.

Die Reihe der letzten zwei Wochen zeigt, wie sich die Stimmung gedreht hat. Am 20. Oktober lag das Verhältnis noch bei 1,43, also 58,8 Prozent Long-Konten. Bis zum 27. Oktober stieg es auf 2,61, den höchsten Wert der Reihe, während der Kurs von 1,15 auf 1,01 Dollar fiel. Seither pendelt es zwischen 2,25 und 2,43. Privatanleger haben in den Rückgang hinein also Long-Positionen eröffnet und halten sie bisher.

Ein solcher Überhang an Long-Konten gilt unter Händlern als Warnzeichen, weil er auf viele kleine, gehebelte Wetten hindeutet, die bei einem weiteren Rückgang zwangsweise geschlossen werden. Eine Garantie für einen Rutsch ist er nicht: Bleibt der Kurs stabil, laufen die Positionen weiter, ohne den Markt zu belasten.

Negatives Funding bei Polkadot: Was die Rate über die Positionsgrößen verrät

Die Finanzierungsrate, englisch Funding Rate, ist eine Zahlung zwischen Long- und Short-Seite eines unbefristeten Terminkontrakts, eines sogenannten Perpetuals. Diese Zahlung hält den Kontraktpreis in der Nähe des Kassakurses. Liegt der Kontrakt über dem Kassakurs, zahlen die Longs an die Shorts; liegt er darunter, zahlen die Shorts an die Longs. Abgerechnet wird bei OKX alle acht Stunden.

Für die Abrechnung um Mitternacht UTC zum 3. November weist OKX für den DOT-USDT-Kontrakt eine Rate von minus 0,0132 Prozent aus. Bereits die Abrechnung am Montag um 16 Uhr UTC lag mit minus 0,0015 Prozent knapp im negativen Bereich. Von den letzten 30 Abrechnungen, also zehn Tagen, waren 20 negativ. Zum Vergleich: Der neutrale Basiswert, den OKX ansetzt, beträgt plus 0,01 Prozent.

Zusammen mit dem Kontenverhältnis ergibt das ein auffälliges Bild. Sieben von zehn Konten sind long, trotzdem notiert der Kontrakt unter dem Kassakurs. Rechnerisch geht das nur, wenn die Short-Seite mit weniger Konten mehr Kapital bewegt. Die Long-Seite besteht demnach aus vielen kleineren Positionen, die Short-Seite aus wenigen größeren.

Tauziehen unter Flutlicht: viele Hände links am Seil, zwei Fäuste in Arbeitshandschuhen rechts
Viele Konten auf der Long-Seite, aber das Gewicht liegt bei den größeren Short-Positionen.

Bei Binance sah es am Sonntagmorgen ähnlich aus. Laut einer Auswertung von Blockchain.News mit Daten der Börse vom 1. November um 7 Uhr UTC waren dort 58,3 Prozent aller Konten long, bei den größten Händlern 65,2 Prozent. Gleichzeitig überstiegen die Verkaufsaufträge der Taker die Käufe in der Stunde zuvor um rund 30 Prozent.

Liquidationen am 2. November: 81 Prozent trafen Long-Positionen

Eine Liquidation ist die Zwangsschließung einer gehebelten Position durch die Börse, sobald die hinterlegte Sicherheit die Verluste nicht mehr deckt. Bei OKX wurden am 2. November zwischen 3:24 und 19:40 Uhr UTC 15 DOT-Positionen zwangsweise geschlossen. Long-Positionen über 30.250 DOT standen dabei Short-Positionen über 7.023 DOT gegenüber. Gemessen an der Stückzahl entfielen 81 Prozent auf die Long-Seite.

In Dollar sind das bei einem Kurs um 0,94 Dollar rund 28.400 Dollar auf der Long-Seite, eine kleine Summe. Die Verteilung zeigt aber die Richtung: Jeder Rücksetzer unter das Tagestief trifft zuerst die Konten, die in den Rückgang hinein gekauft haben. Werden ihre Positionen geschlossen, verkauft die Börse den Kontrakt, und dieser Verkauf drückt den Kurs ein Stück weiter in Richtung der nächsten Liquidationsmarken.

Offene Positionen bei DOT: 13,7 Prozent weniger seit dem 28. Oktober

Das offene Interesse, englisch Open Interest, misst den Gesamtwert aller noch nicht geschlossenen Terminkontrakte. Bei OKX lag es für DOT am 28. Oktober bei 11,40 Millionen Dollar, am 2. November bei 9,84 Millionen Dollar. Der Rückgang um 13,7 Prozent fällt größtenteils auf den 30. Oktober, als DOT an einem Tag um gut 10 Prozent fiel.

Ein sinkendes offenes Interesse bei fallendem Kurs heißt: Positionen wurden geschlossen, freiwillig oder per Liquidation, neue Wetten kamen kaum dazu. Der Druck aus dem Terminmarkt hat damit abgenommen, aufgelöst ist er nicht. Die Taker-Volumina bei OKX waren am Montag fast ausgeglichen, mit 5,53 Millionen Dollar Kauf- gegen 5,15 Millionen Dollar Verkaufsvolumen.

Was sich seit dem 30. Oktober beim DOT-Kurs geändert hat

Am Freitagvormittag, dem 30. Oktober, stand DOT in unserem Bericht zum Rückgang unter das Oktoberhoch bei 0,9362 Dollar, nachdem der Kurs in der Nacht bis auf 0,8674 Dollar gefallen war. Vier Tage später steht Polkadot mit 0,9385 Dollar praktisch auf demselben Niveau. Das Nachttief vom 30. Oktober hat gehalten, eine Erholung über 1 Dollar ist ausgeblieben.

Neu ist der Blick auf die Positionierung. Am 30. Oktober lag das Kontenverhältnis bei OKX bei 2,25, jetzt bei 2,29: Die Long-Seite hat den Rückgang also nicht genutzt, um auszusteigen. Die Finanzierungsrate war am 30. Oktober noch positiv, mit plus 0,0088 Prozent, und ist seither ins Minus gekippt.

Unsere Einschätzung: Warum der Terminmarkt bei Polkadot eher bremst

Aus Sicht der Redaktion spricht die Lage am Terminmarkt eher gegen eine schnelle Erholung über 1 Dollar. Die Belege: 69,6 Prozent Long-Konten bei OKX, eine negative Finanzierungsrate trotz dieses Überhangs, 81 Prozent der Liquidationen am Montag auf der Long-Seite und ein Kurs, der laut Blockchain.News unter allen wichtigen Durchschnittslinien liegt, darunter die 200-Tage-Linie bei 1,03 Dollar und die 50-Tage-Linie bei 1,12 Dollar.

Gegen diese Lesart spricht zweierlei. Erstens ist der DOT-Terminmarkt bei OKX mit unter 10 Millionen Dollar offenem Interesse klein; wenige Händler können die Rate drehen. Zweitens kann eine negative Rate bei steigendem Kurs einen sogenannten Short Squeeze auslösen: Die Short-Seite muss zurückkaufen, und der Kurs springt. Für eine solche Bewegung fehlt bisher der Auslöser.

Umfallende schwarze Dominosteine auf dunklem Holztisch, die Kettenreaktion läuft auf stehende Steine zu
Liquidationen wirken wie eine Kettenreaktion: Jede Zwangsschließung drückt den Kurs näher an die nächste Marke.

Die Lage ist eine Momentaufnahme. Die Kennzahlen der Börsen ändern sich mit jeder Abrechnung, und ein einzelnes großes Konto kann die Rate binnen Stunden zurück ins Plus drehen.

Liquidationspreis berechnen: So weit trägt ein DOT-Long mit 5- oder 10-fachem Hebel

Wer einen DOT-Long mit Hebel hält oder eröffnen will, sollte den eigenen Liquidationspreis kennen. Bei isolierter Margin, also einer Sicherheit, die nur für diese eine Position haftet, gilt näherungsweise: Einstiegskurs mal (1 minus 1 geteilt durch Hebel plus Erhaltungsmarge). Gebühren und Finanzierungszahlungen verschieben den Wert leicht.

  • Einstieg bei 0,94 Dollar mit 10-fachem Hebel und 0,5 Prozent Erhaltungsmarge: Liquidation bei rund 0,851 Dollar, also unter dem Nachttief vom 30. Oktober bei 0,8674 Dollar.
  • Derselbe Einstieg mit 5-fachem Hebel: Liquidation bei rund 0,757 Dollar, knapp über dem Jahrestief vom 19. August bei 0,7510 Dollar.
  • Mit 20-fachem Hebel genügt ein Rückgang um gut 4,5 Prozent auf rund 0,898 Dollar.

Die genaue Erhaltungsmarge steht in den Kontraktdetails deiner Börse und steigt mit der Positionsgröße. OKX erlaubt für den DOT-USDT-Perpetual laut seinen Kontraktdaten bis zu 50-fachen Hebel. Bei der sogenannten Cross-Margin haftet dagegen das gesamte Guthaben des Kontos, eine Liquidation kann dann mehr kosten als die einzelne Position.

Wer Hebelprodukte vergleicht, sollte neben dem maximalen Hebel auf Finanzierungsraten, Gebühren und die Art der Margin achten. Eine Übersicht dazu bietet unser Vergleich der Perp DEXs.

Hebel in Deutschland: 2:1 bei Krypto-CFDs, Perpetuals mit eigenem Risiko

Bei Brokern mit Sitz in der EU gilt für Privatkunden bei Differenzkontrakten, kurz CFDs, auf Kryptowährungen ein Höchsthebel von 2:1. Die Grenze geht auf eine Produktintervention der Europäischen Wertpapieraufsicht ESMA zurück, die die BaFin übernommen hat. Bei einem 2:1-Hebel läge die Liquidationsmarke eines DOT-Longs ab 0,94 Dollar rechnerisch erst unter 0,48 Dollar.

Perpetuals mit 10- oder 20-fachem Hebel bieten vor allem Börsen außerhalb dieses Rahmens an. Prüfe vor einer Kontoeröffnung, ob der Anbieter für Kunden in Deutschland zugelassen ist und welche Produkte er hierzulande überhaupt anbietet. Welche CFD-Anbieter unter EU-Aufsicht stehen, zeigt unser Vergleich der Krypto-Broker.

Spot statt Hebel: Haltefrist, Freigrenze und 28 Tage Staking-Sperrfrist

Wer DOT direkt hält, also ohne Terminkontrakt, kann nicht liquidiert werden. Für Privatanleger in Deutschland gilt für solche Bestände Paragraf 23 EStG: Ein Verkauf nach mehr als einem Jahr Haltedauer ist steuerfrei, ein früherer Verkauf ist steuerpflichtig, sofern alle privaten Veräußerungsgewinne des Jahres zusammen die Freigrenze von 1.000 Euro erreichen. Verluste aus einem DOT-Verkauf innerhalb der Frist lassen sich mit Gewinnen aus anderen privaten Veräußerungsgeschäften verrechnen. Wie es um die geplante Reform der Krypto-Haltefrist steht, fasst unsere Seite zum Stand der Haltefrist-Reform zusammen.

Gestaktes DOT unterliegt einer Sperrfrist. Wie wir am 11. Oktober in unserem Bericht zum Polkadot-Staking beschrieben haben, dauert die Entbindung 28 Tage. Wer in dieser Zeit verkaufen will, kann das nicht. Der Vorteil: Die Staking-Belohnungen laufen weiter, ohne dass eine Liquidation droht. Anbieter und Renditen vergleichst du im Vergleich der Staking-Plattformen.

Polkadot bei 0,94 Dollar: Unter 0,8674 Dollar wird es für Hebel-Longs eng

  1. Rechne den Liquidationspreis jeder offenen DOT-Position nach und vergleiche ihn mit dem Nachttief vom 30. Oktober bei 0,8674 Dollar. Liegt er darüber, verringere den Hebel oder hinterlege mehr Sicherheit. Gebühren und Margin-Modelle vergleichst du im Perp-DEX-Vergleich.
  2. Prüfe, ob dein Anbieter in Deutschland zugelassen ist. Eine Übersicht über regulierte Handelsplätze bietet der Vergleich der Krypto-Börsen.
  3. Wenn du DOT langfristig halten willst, wäge Staking mit 28 Tagen Sperrfrist gegen jederzeit verfügbare Bestände ab. Die Konditionen der Anbieter findest du im Staking-Vergleich.

(Stand: 2. November 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst. Hebelprodukte können zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen.)

Häufige Fragen zu Polkadot

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

Verwandte Artikel

Welche Themen sollen wir vertiefen?

Wähle aus, was dich aktuell beschäftigt. Deine Auswahl fließt direkt in unsere Themenplanung ein.

Crypto-News, die wirklich Mehrwert bringen.

Wöchentlich. 60 Sekunden Lesezeit. Sorgfältig kuratiert von unserer Redaktion: kein Hype, keine Werbe-Mails, kein Spam.

Abonnieren

Mehr zum Thema

Alle anzeigen

Vielleicht auch interessant