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Polkadot bei 1,00 Dollar trotz Angebotsdeckel: Diese Marke entscheidet

Einordnung: Der DOT-Kurs steht am Montagabend bei 1,006 Dollar und damit so tief wie seit dem 16. September nicht mehr, obwohl Polkadot sein Angebot im März gedeckelt hat. Wir rechnen vor, wie klein die Neuemission gegen den Tagesumsatz wirklich ist.

Schweres stählernes Schleusentor eines Staudamms bei Nacht, in die Stahlplatte ist das Polkadot-Zeichen eingraviert, das Wasser steht dicht unter der Oberkante
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Belegt ist: Polkadot notiert am Montagabend, 26. Oktober, bei 1,006 US-Dollar oder 0,899 Euro, ein Minus von 3,3 Prozent binnen 24 Stunden (Daten von CoinGecko, Stand 18:52 Uhr UTC). Unsere Einschätzung dazu folgt weiter unten: Der im März beschlossene Angebotsdeckel ist für den Tageskurs zu klein, um ihn zu tragen.

Der Kurs liegt damit an einer runden Marke, die zuletzt im September eine Rolle spielte. Wer DOT hält, findet die langfristige Einordnung in unserer Polkadot-Übersicht; dieser Text nimmt die Lage des Tages auseinander und sagt, welche Marken jetzt zählen.

Der Kurs an der 1-Dollar-Marke: die Zahlen vom Montagabend

Die Tagesspanne reichte von 1,003 bis 1,039 Dollar. Gehandelt wurden in den vergangenen 24 Stunden Token im Wert von rund 126,7 Millionen Dollar. Die Marktkapitalisierung liegt bei etwa 1,72 Milliarden Dollar, Rang 57 unter allen Kryptowerten.

Über sieben Tage steht ein Minus von 11,9 Prozent, über 30 Tage eines von 20,3 Prozent, über zwölf Monate eines von 68,2 Prozent. Zum Vergleich: Bitcoin gab in denselben 24 Stunden 0,7 Prozent ab und stand bei 80.024 Dollar, Ethereum verlor 1,6 Prozent auf 2.315 Dollar. DOT fällt an diesem Montag also rund viermal so stark wie Bitcoin.

Das Tagestief von 1,003 Dollar ist der tiefste Stand seit dem 16. September. Damals schloss DOT bei 0,944 Dollar, und das war der letzte Tagesschluss unterhalb der runden Marke. Seither gab es 40 Handelstage über einem Dollar, der jüngste davon war der heutige, allerdings nur knapp.

Fünf Handelstage in Folge im Minus: Was sich seit dem 23. Oktober geändert hat

Am 23. Oktober haben wir an dieser Stelle über den Umbau der Relay Chain Richtung JAM geschrieben. DOT schloss an jenem Tag bei 1,1113 Dollar. Seitdem hat der Kurs 9,5 Prozent verloren, ohne dass sich an der technischen Lage etwas geändert hätte.

Die Tagesschlüsse der vergangenen Woche zeigen eine durchgehende Reihe nach unten: 21. Oktober 1,1505 Dollar, 22. Oktober 1,1442 Dollar, 23. Oktober 1,1113 Dollar, 24. Oktober 1,0847 Dollar, 25. Oktober 1,048 Dollar, heute 1,006 Dollar. Fünf Handelstage, jeder tiefer als der vorige, zusammen ein Minus von 12,6 Prozent.

Ein Teil davon hat einen benennbaren Grund. Am 21. Oktober warnte die Polkadot Community Foundation vor vier manipulierten Browser-Versionen der Fearless Wallet, aus denen nach Angaben der Stiftung 17.286 DOT abflossen. Wir haben das Schlüssel-Leck bei Fearless Wallet damals im Detail beschrieben. Der Betrag selbst ist für den Markt zu klein, um einen Kurseinbruch zu erklären: 17.286 DOT entsprechen bei heutigem Kurs rund 17.400 Dollar, also 0,014 Prozent des Tagesumsatzes. Was wirkt, ist das Vertrauen, nicht die Menge.

Der Angebotsdeckel von 2,1 Milliarden DOT und was er wirklich bremst

Im März dieses Jahres hat Polkadot sein Emissionsmodell umgestellt. Referendum 1710 ersetzte die feste Jahresausgabe durch einen gestuften Plan: Alle zwei Jahre werden 13,14 Prozent der verbleibenden Lücke bis zur Obergrenze von 2,1 Milliarden DOT neu ausgegeben, der erste Schritt fiel auf den 14. März 2026. So beschreibt es das offizielle Polkadot-Wiki. Über die harte Obergrenze haben wir am 17. Oktober ausführlich berichtet, als nur noch 392 Millionen DOT entstehen konnten.

Emissionsplan meint hier den Zeitplan, nach dem neue Token entstehen. Bei Bitcoin heißt das Halving und halbiert die Ausgabe alle vier Jahre. Bei Polkadot wird stattdessen ein fester Prozentsatz der Restlücke ausgeschüttet, wodurch die jährliche Menge von selbst immer kleiner wird.

Langes Förderband in einer dunklen Werkhalle mit leeren runden Metallrohlingen, am Ende ein geschlossenes Stahlgatter
Der Deckel steht fest, der Nachschub läuft weiter: Die Obergrenze bremst die Menge, nicht den Kurs.

So wirkt eine Emissionskürzung auf den Kurs: der Mechanismus in drei Sätzen

Eine Angebotskürzung wirkt über das Verhältnis von neuem Angebot zu laufender Nachfrage. Kommen täglich weniger neue Token an den Markt, muss weniger Kaufkraft aufgebracht werden, damit der Kurs steht. Entscheidend ist dabei nicht die Obergrenze als Zahl, sondern die Menge, die pro Tag tatsächlich frisch entsteht.

Diese Rechnung lässt sich aufmachen. Im Umlauf sind 1,709 Milliarden DOT, die Lücke zur Obergrenze beträgt also rund 391 Millionen. Davon 13,14 Prozent ergeben etwa 51,4 Millionen DOT für den Zwei-Jahres-Schritt, also rund 25,7 Millionen DOT im Jahr. Bei 1,006 Dollar sind das knapp 25,9 Millionen Dollar an neuem Angebot pro Jahr.

Dem steht ein Tagesumsatz von 126,7 Millionen Dollar gegenüber. Die gesamte Neuemission eines Jahres entspricht damit rund einem Fünftel dessen, was an einem einzigen Montag den Besitzer wechselt. Eine Kürzung dieser Menge kann den Kurs nicht gegen eine Verkaufswelle stützen; sie wirkt über Jahre, nicht über Wochen. Genau das zeigt der Chart seit März.

Die Abstimmung über Kusama auf JAM Prime und die Frist am 3. November

Ein Termin steht im Kalender, und er betrifft DOT direkt. Am 19. Oktober hat die Autorengruppe um das Forenmitglied Emielsebastiaan im Polkadot-Forum vier Wish-for-Change-Vorschläge für Kusama vorgelegt, das Testnetz mit echtem Marktwert. Jeder Vorschlag bietet 40 Coretime-Jahre, unterscheidet sich aber in der Zahl der garantierten Kerne: acht Kerne für fünf Jahre, sechs Kerne für sechs Jahre und acht Monate, vier Kerne für zehn Jahre, zwei Kerne für zwanzig Jahre. Als Schlusstermin nennt das Papier den 3. November 2026.

Für DOT-Halter steht dabei eine Zahl im Raum: Die Finanzierung soll in DOT abgerechnet werden, mit einer Verhandlungsgrundlage von 4.320.000 US-Dollar und einer Obergrenze von 5.000.000 DOT aus Mitteln des Kusama Vision Fund. Fällt eine der vier Varianten durch, geht das Ergebnis laut Papier über eine Vorlage an die DOT DAO weiter.

Die Vorschläge sind bislang Forenpapiere. Eine Abfrage der Kusama-Referenden 671 bis 674 über SubSquare lieferte am Montagabend noch keinen Eintrag, die Abstimmungen waren also zu diesem Zeitpunkt nicht eingereicht. Wer den Termin verfolgt, schaut ab dieser Woche auf die Referendenliste und nicht auf das Forum.

Unsere Einschätzung: Der Deckel zählt erst, wenn die Nachfrage anzieht

Aus Sicht der Redaktion ist der Angebotsdeckel eine gute Entscheidung mit falschem Erwartungsdruck. Dafür spricht die Rechnung oben: 25,9 Millionen Dollar neues Angebot im Jahr gegen 126,7 Millionen Dollar Umsatz an einem Tag. Dafür spricht auch der Kursverlauf seit dem ersten Schritt am 14. März, in dem DOT 68,2 Prozent auf Jahressicht verloren hat. Eine Mengenregel ersetzt keine Nachfrage.

Dagegen spricht die Zeitachse. Der Effekt eines solchen Plans summiert sich über mehrere Zwei-Jahres-Schritte, und die zweite Stufe steht erst im März 2028 an. Wer DOT auf Sicht von Jahren hält, kauft eine Knappheit, die heute noch nicht wirkt. Wer auf Sicht von Wochen rechnet, bekommt sie nicht geliefert. Das ist eine Bewertung der Lage und keine Empfehlung zu kaufen oder zu verkaufen; bei Kryptowerten ist ein Totalverlust möglich.

Was 28 Tage Sperrfrist beim DOT-Staking jetzt bedeuten

Wer DOT staket, kommt nicht sofort an die Token heran. Die Entsperrfrist im Polkadot-Netzwerk beträgt 28 Tage; erst danach sind die Token wieder übertragbar. Wir haben die Rendite und die Sperrfrist am 11. Oktober durchgerechnet, damals bei 2,77 Prozent im Jahr.

Diese Frist ist an einem Tag wie heute die eigentliche Entscheidung. Wer jetzt entsperrt, kann frühestens am 23. November verkaufen, und niemand weiss, wo der Kurs dann steht. Wer gestakt bleibt, trägt das Kursrisiko weiter, bekommt aber eine Rendite, die über dem liegt, was ein Tagesgeldkonto nach Abzug der Inflation übrig lässt. Einen Überblick über Anbieter und Konditionen gibt unser Vergleich der Staking-Plattformen.

Am Mittwoch, dem 28. Oktober, entscheidet die US-Notenbank Fed um 19 Uhr deutscher Zeit über den Leitzins. Der Termin fällt mitten in die 28 Tage, falls heute entsperrt wird. Das ist kein Argument gegen das Entsperren, aber eines dafür, die Reihenfolge bewusst zu wählen.

Reihe von Hochspannungsmasten im Nebel bei Nacht, eine Leitung hängt tiefer durch als die anderen
Das Netz trägt weiter, eine Leitung hängt durch: DOT fällt stärker als der Rest des Marktes.

Haltefrist und Verlustverrechnung bei DOT im Minus

Für Anleger in Deutschland gilt bei Kryptowerten im Privatvermögen die einjährige Haltefrist nach Paragraf 23 Einkommensteuergesetz. Wer DOT länger als ein Jahr hält, verkauft steuerfrei, unabhängig von der Höhe des Gewinns. Wer innerhalb des Jahres verkauft, versteuert den Gewinn mit dem persönlichen Steuersatz, sobald die Gesamtsumme aller privaten Veräußerungsgeschäfte eines Jahres die Freigrenze von 1.000 Euro übersteigt.

Verlustverrechnung heißt: Verluste aus privaten Veräußerungsgeschäften lassen sich mit Gewinnen derselben Art verrechnen, im selben Jahr oder über den Verlustvortrag in Folgejahren. Bei DOT, das auf Jahressicht 68,2 Prozent verloren hat, ist das für viele Depots der praktisch relevante Teil.

Der Haken liegt in der Reihenfolge. Ein Verlust aus einem Verkauf nach mehr als einem Jahr ist steuerlich nicht nutzbar, weil der Vorgang außerhalb der Frist liegt. Wer also Verluste realisieren will, prüft zuerst das Anschaffungsdatum der einzelnen Positionen. Die FIFO-Regel schreibt dabei vor, dass die zuerst gekauften Token als zuerst verkauft gelten. Welche Werkzeuge das automatisch auswerten, steht in unserem Vergleich der Steuer-Tools.

Marken nach oben und unten: 0,94 Dollar und das Allzeittief

Nach unten liegt die nächste Orientierung beim Tagesschluss vom 16. September bei 0,944 Dollar, rund 6,2 Prozent unter dem heutigen Stand. Darunter folgt das Allzeittief vom 18. August bei 0,727 Dollar, ein Abstand von 27,8 Prozent. Zwischen beiden liegt kein weiterer markanter Schlusskurs der vergangenen 90 Tage.

Nach oben zählt zunächst der Schlusskurs von gestern bei 1,048 Dollar, dann der vom 23. Oktober bei 1,1113 Dollar. Das Hoch der vergangenen 90 Tage stammt vom 28. September und liegt bei 1,2677 Dollar; davon ist DOT heute 20,6 Prozent entfernt. Diese Marken sind Orientierungspunkte aus dem Kursverlauf, keine Vorhersage.

Wer DOT kaufen oder umschichten will, findet die Konditionen der großen Handelsplätze in unserem Börsenvergleich. Bei einem Tagesumsatz von 126,7 Millionen Dollar über alle Plätze hinweg spielt der Spread bei größeren Ordern eine messbare Rolle.

DOT bei 1,00 Dollar: Ohne neue Nachfrage bleibt der Deckel Theorie

Drei Schritte, die sich aus der Lage ergeben:

  1. Das Anschaffungsdatum jeder DOT-Position heraussuchen. Liegt der Kauf weniger als ein Jahr zurück, ist ein Verlust steuerlich verwertbar, danach nicht mehr. Ein Steuer-Tool liest das aus den Transaktionsdaten aus.
  2. Beim Staking die 28 Tage einplanen. Eine heute gestartete Entsperrung endet am 23. November, mit dem Fed-Termin am 28. Oktober dazwischen. Die aktuellen Konditionen stehen im Staking-Vergleich.
  3. Den 3. November im Kalender vormerken. An diesem Tag läuft die Frist der vier Kusama-Vorschläge ab, bei denen bis zu 5 Millionen DOT als Finanzierung im Raum stehen.

(Stand: 26. Oktober 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)

Häufige Fragen zu Polkadot

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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