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Polkadot deckelt DOT bei 2,1 Milliarden: Warum nur noch 392 Millionen DOT entstehen können

Referendum 1710 ist ausgeführt und begrenzt Polkadot auf 2,1 Milliarden DOT. Ausgegeben sind 1,708 Milliarden, der Rest kommt in Schritten, die jedes Jahr kleiner werden.

Schwerer staehlerner Praegestempel einer Muenzpraegeanstalt auf geoelter Stahlplatte, in die Stirnflaeche ist das Polkadot-Zeichen tief eingraviert, dahinter unscharf die Spindel einer Praegepresse
12 Min. Lesezeit
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Polkadot hat seine Geldmenge zum ersten Mal hart begrenzt. Das Referendum 1710 ist ausgeführt, die Obergrenze liegt bei 2,1 Milliarden DOT, und ausgegeben sind davon am 17. Oktober 2026 bereits 1,708 Milliarden. Übrig bleiben 392,2 Millionen DOT, die überhaupt noch entstehen können. Das sind 18,7 Prozent der Obergrenze, und sie kommen nicht auf einen Schlag, sondern in Schritten, die jedes Jahr kleiner werden.

Für dich als Halter ändert das zwei Dinge sofort: die Rendite, die du über Staking erwarten kannst, und die Menge, gegen die dein Anteil künftig verwässert wird. Der Kurs von Polkadot liegt am Samstagnachmittag bei 1,13 Dollar und damit 5,5 Prozent unter dem Vortag. Die Mengenfrage und die Kursfrage haben an diesem Tag wenig miteinander zu tun, und genau das ist der Punkt, an dem die meisten Meldungen zu knapp werden.

Referendum 1710 ist ausgeführt: Der Deckel von 2,1 Milliarden DOT steht

Die Vorlage trägt den Namen „Hard Pressure Capped & Stepped Supply Schedule“ und steht in der Polkadot-Governance auf dem Status „Executed“. Die Vorlage beendet damit das offene Ausgabemodell, mit dem Polkadot seit dem Start gefahren ist: Bis dahin entstanden jedes Jahr rund 120 Millionen neue DOT, ohne dass eine Zahl nach oben festgeschrieben war. Die Vorlage selbst ist im Governance-Portal einsehbar: Referendum 1710 auf Polkassembly.

Eine Obergrenze ist in der Krypto-Welt kein Selbstzweck, sondern macht aus einer offenen Rechengröße eine Zahl, gegen die sich jede spätere Ausgabe messen lässt. Bitcoin hat das mit 21 Millionen von Anfang an so gehalten, Ethereum bis heute nicht. Polkadot zieht die Grenze nachträglich ein, und das geht nur deshalb, weil die Halter selbst darüber abstimmen können.

Was „Total Issuance“ von der Umlaufmenge unterscheidet

Der Deckel bezieht sich auf die Total Issuance, also auf alle jemals ausgegebenen DOT. Die Umlaufmenge liegt praktisch gleichauf, weil Polkadot kaum Token zurückhält: CoinGecko weist am 17. Oktober 1.707.778.352 DOT im Umlauf und 1.707.785.370 DOT als Gesamtmenge aus. Der Unterschied von gut 7.000 Stück fällt bei dieser Größenordnung nicht ins Gewicht, für die Rechnung bis zur Obergrenze zählt die Gesamtmenge.

392 Millionen DOT sind noch offen, das sind 18,7 Prozent der Obergrenze

Die Rechnung ist schlicht: 2,1 Milliarden minus 1,708 Milliarden ergibt 392,2 Millionen DOT. Beim heutigen Kurs von 1,13 Dollar entspricht das einem Gegenwert von rund 443 Millionen Dollar, verteilt auf die kommenden Jahrzehnte. Der Marktwert aller umlaufenden DOT liegt bei etwa 1,94 Milliarden Dollar, der Tagesumsatz bei 162,8 Millionen Dollar.

Interessanter als die Zahl ist der Weg dorthin, und der ist in der Vorlage ungewöhnlich genau beschrieben.

Der gestufte Plan: 13,14 Prozent des Rests statt einer festen Jahresmenge

Polkadot gibt nicht jedes Jahr dieselbe Menge aus. Die Vorlage legt fest, dass pro Schritt 13,14 Prozent der verbleibenden Menge ausgegeben werden, also 13,14 Prozent der Differenz zwischen 2,1 Milliarden und der bis dahin ausgegebenen Menge. Weil diese Differenz mit jedem Schritt kleiner wird, schrumpft auch die ausgegebene Menge.

Konkret bedeutet das für den nächsten Jahresschritt: 13,14 Prozent von 392,2 Millionen sind 51,5 Millionen DOT. Im Jahr darauf sind es 44,8 Millionen, danach 38,9 Millionen, dann 33,8 Millionen. Die Kurve flacht ab, und sie trifft die Obergrenze nie exakt. Selbst im Jahr 2040 fehlen nach dieser Rechnung noch rund 55 Millionen DOT bis zum Deckel.

Liniendiagramm der ausgegebenen DOT von 2026 bis 2040 mit der roten Obergrenze bei 2,1 Milliarden, der gestufte Plan naehert sich ihr und erreicht sie nicht
Der gestufte Plan nähert sich der Obergrenze an, statt sie zu erreichen. Zum Vergleich die gestrichelte Linie: Mit der alten Ausgabe von 120 Millionen DOT im Jahr wäre der Deckel schon Anfang 2030 voll.

Warum die Ausgabe am 14. März 2026 von 120 auf 55,7 Millionen DOT fiel

Die Vorlage nennt als Sofortwirkung einen Schnitt von 53,6 Prozent bei der Ausgabe, danach eine abflachende Kurve bis zur Obergrenze. Rechnerisch geht das genau auf: 120 Millionen DOT abzüglich 53,6 Prozent ergeben 55,68 Millionen, und das sind exakt 13,14 Prozent der Menge, die im März 2026 noch bis zur Obergrenze fehlte. Die beiden Angaben beschreiben also dieselbe Regel aus zwei Blickwinkeln, einmal als einmaliger Schnitt und einmal als Dauerformel.

Ein Vergleich drängt sich auf, und er hinkt an einer Stelle. Ein Bitcoin-Halving halbiert die Ausgabe alle vier Jahre, der Schnitt beträgt also 50 Prozent auf einen Schlag. Polkadots erster Schritt lag mit 53,6 Prozent darüber, dafür folgt kein zweiter Schnitt dieser Größe, sondern eine stetige Abnahme von rund 13 Prozent jährlich. Wer Polkadot deshalb als „knapper als Bitcoin“ beschreibt, vergleicht eine einmalige Senkung mit einem wiederkehrenden Ereignis.

Was die Blockchain mit den neuen DOT macht

Die neu ausgegebenen DOT verschwinden nicht im Nichts. Ein Teil geht als Belohnung an die Validatoren und die Halter, die ihre DOT gebunden haben, ein weiterer Teil fließt in die Staatskasse der Blockchain, aus der die Governance Vorhaben bezahlt. Genau aus dieser Kasse stammen auch die Mittel für das Stablecoin-Vorhaben dotUSD, das mit Referendum 1944 beschlossen wurde und 2,5 Millionen Dollar in USDT sowie 2,5 Millionen Dollar in DOT für einen Liquiditätspool vorsieht. Wie die Ausgabe technisch verteilt wird, beschreibt die Projektdokumentation unter Polkadot Wiki: Learn DOT.

Die Inflationsrate von DOT liegt bei 3,0 Prozent und sinkt jedes Jahr

Setzt man die 51,5 Millionen DOT des nächsten Schritts ins Verhältnis zur heutigen Umlaufmenge, ergibt sich eine Inflationsrate von 3,02 Prozent. Im Jahr darauf sind es 2,54 Prozent, dann 2,16, dann 1,83. Ab Mitte der dreißiger Jahre liegt der Wert unter einem Prozent. Das ist der eigentliche Hebel der Vorlage, denn eine Inflationsrate wirkt auf jeden Halter gleich, unabhängig davon, ob er seine DOT bewegt oder nicht.

Die Zahl taugt allerdings nur als Maßstab, nicht als Kursversprechen. Ein Jahr mit 3 Prozent Ausgabe kann einen Kurs steigen oder fallen sehen, je nachdem, wie viel Nachfrage dem gegenübersteht. Die Ausgabe sagt, wie viele neue Stücke angeboten werden; was sie kosten, entscheidet die andere Seite des Marktes.

Was die sinkende Ausgabe mit der Staking-Rendite macht

Staking-Belohnungen bei Polkadot stammen überwiegend aus der laufenden Ausgabe. Sinkt die Ausgabe, sinkt auch der Betrag, der unter den gebundenen DOT verteilt wird. Dabei gilt eine zweite Größe: Je mehr DOT insgesamt gebunden sind, desto kleiner fällt der Anteil für den Einzelnen aus. Beide Größen bewegen sich in dieselbe Richtung, wenn der Plan greift und die Bindungsquote stabil bleibt.

Praktisch heißt das: Die nominale Rendite auf gebundene DOT wird in den kommenden Jahren eher kleiner als größer. Wer heute eine Plattform für seine Belohnungen auswählt, sollte deshalb auf die Gebühr achten, die zwischen Belohnung und Auszahlung abgezogen wird. Bei einer nominalen Rendite, die über die Jahre von zweistelligen Werten in Richtung einstelliger Werte läuft, frisst ein hoher Satz einen wachsenden Anteil. Ein Blick in den Vergleich der Staking-Plattformen zeigt, wie weit die Sätze auseinanderliegen.

Die Bindungsfrist ist die zweite Stellschraube

Bei Polkadot sind gebundene DOT nicht sofort verfügbar. Nach dem Lösen läuft eine Wartezeit, in der die Stücke weder Belohnungen erzeugen noch verkauft werden können. Wer mit kurzfristigen Kursbewegungen plant, sollte diese Frist kennen, bevor er bindet; sie ist der Grund, warum eine Staking-Position und eine Handelsposition selten dieselbe Position sein sollten.

Polkadot Kurs 1,13 Dollar: 9,9 Prozent Minus in sieben Tagen

Am Samstagnachmittag notiert DOT bei 1,13 Dollar, umgerechnet rund 1,01 Euro. Auf Sicht von 24 Stunden steht ein Minus von 5,5 Prozent, über sieben Tage sind es 9,9 Prozent. Über 30 Tage steht dagegen ein Plus von 9,5 Prozent, über zwölf Monate ein Minus von 61,1 Prozent. Die Zahlen stammen von CoinGecko mit Stand 17. Oktober.

Am 15. Oktober stand an dieser Stelle ein Kurs von 1,08 Dollar, nachzulesen in unserem Artikel zum Polkadot-ETF und dem deutschen ETP. Seitdem hat DOT gut 4,6 Prozent gewonnen, obwohl die vergangenen 24 Stunden deutlich negativ ausfielen. Die Woche war also kein gerader Weg nach unten, sondern eine Erholung mit anschließendem Rückschlag.

Der Abstand zum Allzeittief und zum Allzeithoch

Das Allzeittief lag am 18. August 2026 bei 0,727 Dollar. Davon ist der heutige Kurs rund 55 Prozent entfernt. Vom Allzeithoch bei 54,98 Dollar aus dem November 2021 trennen DOT dagegen 97,9 Prozent. Beide Zahlen gehören zusammengelesen: Die Erholung seit August ist real, sie ändert an der Größenordnung des vorherigen Einbruchs aber wenig.

Die Marken 1,20 und 1,13 Dollar aus dem Tagesverlauf

Für kurzfristige Orientierung taugen an diesem Tag zwei Werte, die beide aus dem Handel selbst stammen und nicht aus einer Schätzung. Das Tageshoch liegt bei 1,20 Dollar, das Tagestief bei 1,13 Dollar. Der aktuelle Kurs sitzt damit praktisch auf dem Tagestief, was bedeutet, dass die Abwärtsbewegung zum Zeitpunkt der Messung noch nicht gedreht hatte.

Die Marke 1,20 Dollar ist aus demselben Grund interessant: Dort drehte der Kurs an diesem Tag nach unten. Solange DOT darunter bleibt, ist der Tag technisch unverändert. Eine Begründung für die 9,9 Prozent der Woche liefern diese Marken nicht, sie beschreiben nur, wo gehandelt wurde.

Aufgeschlagener Steuerordner mit farbigen Registerstreifen neben einem alten Tischrechner mit Papierrolle auf einem abgenutzten Holztisch, daneben ein Kugelschreiber
Staking-Belohnungen und Kursgewinne laufen in der deutschen Steuererklärung getrennt voneinander, und sie werden zu unterschiedlichen Zeitpunkten erfasst.

Staking-Belohnungen und Haltefrist: Was das Finanzamt bei DOT sieht

Hier wird die Mengenfrage für deutsche Anleger konkret, denn Belohnungen aus dem Staking sind kein Kursgewinn. Der Zufluss passiert, während du hältst, und das Finanzamt erfasst ihn im Jahr des Zuflusses. Bewertet werden sie mit dem Kurs zum Zeitpunkt des Zuflusses, und weil Polkadot in kurzen Abständen ausschüttet, entsteht über ein Jahr eine lange Liste einzelner Zuflüsse mit jeweils eigenem Kurs.

Der spätere Verkauf derselben DOT ist davon getrennt zu betrachten. Dort zählt die Differenz zwischen Anschaffungswert und Verkaufswert, und dort greift die einjährige Haltefrist, sofern sie in ihrer bisherigen Form bestehen bleibt. Das Bundesfinanzministerium hat sich dazu zuletzt zurückhaltend geäußert; den jeweils aktuellen Stand der möglichen Reform führen wir fortlaufend nach.

Warum eine sinkende Ausgabe die Buchhaltung nicht vereinfacht

Man könnte vermuten, dass weniger Ausgabe auch weniger Aufwand bedeutet. Das stimmt nicht: Die Zahl der Zuflüsse bleibt gleich, nur ihr Betrag wird kleiner. Wer seine Belohnungen nicht laufend erfasst, steht am Jahresende vor derselben Arbeit wie bisher, nur mit kleineren Zahlen. Eine automatische Erfassung über das Jahr spart hier mehr Zeit als jede Rechnung im März.

Verwahrung unter MiCA: Eigene Wallet, Börse oder Wertpapier

Für die Verwahrung gibt es in Deutschland drei übliche Wege, und sie unterscheiden sich genau an der Frage, ob du überhaupt Belohnungen erzeugen kannst. In der eigenen Wallet behältst du die Schlüssel und kannst direkt binden; die Verantwortung für die Sicherung liegt vollständig bei dir. Über eine unter MiCA zugelassene Börse ist der Weg bequemer, die Börse hält die Schlüssel und zieht für das Binden eine Gebühr ein.

Der dritte Weg ist ein börsengehandeltes Produkt auf DOT. Dort kaufst du ein Wertpapier statt des Coins, und Staking-Belohnungen erreichen dich in dieser Form meist nicht direkt. Dafür entfällt die Schlüsselverwaltung. Welcher Weg der richtige ist, hängt also weniger am Kurs als daran, ob die Belohnungen für dich überhaupt eine Rolle spielen.

Unsere Einschätzung: Ein Deckel ohne Nachfrage bleibt eine Rechengröße

Aus Sicht der Redaktion ist Referendum 1710 die sauberste Tokenomics-Entscheidung, die Polkadot bisher getroffen hat, und sie löst das Kursproblem trotzdem nicht. Die Belege dafür stehen im selben Datensatz: Der Schnitt von 53,6 Prozent wirkt seit dem 14. März 2026, und seit damals ist DOT nicht gestiegen, sondern im August auf ein Allzeittief von 0,727 Dollar gefallen. Eine Verknappung des Angebots setzt eine Nachfrage voraus, die darauf trifft; fehlt sie, bleibt der Deckel eine Zahl in der Dokumentation.

Dagegen spricht die zeitliche Perspektive. Der Plan wirkt über Jahrzehnte, und die Inflationsrate fällt bis Mitte der dreißiger Jahre unter ein Prozent. Wer DOT über einen solchen Zeitraum hält, bekommt eine Verwässerung, die planbar ist und die es vorher nicht gab. Für die kommenden Monate liefert die Vorlage dagegen kein Argument, und wer sie als Kursauslöser liest, überdehnt sie. Der Totalverlust bleibt bei jeder Kryptowährung möglich.

Polkadots Mengendeckel: 392 Millionen DOT in immer kleineren Schritten

Ob deine DOT überhaupt Belohnungen erzeugen, entscheidet sich an der Bindung. Darüber hinaus ergeben drei Schritte nach dieser Lage Sinn:

  1. Erfasse die Zuflüsse laufend statt rückwirkend. Jede Belohnung braucht Datum, Menge und Kurs zum Zuflusszeitpunkt. Werkzeuge, die das automatisch mitschreiben, findest du im Vergleich der Steuer-Tools und Portfolio-Tracker.
  2. Prüfe die Haltefrist, bevor du verkaufst. Für den Kursgewinn zählt der Tag der Anschaffung, nicht der Tag der letzten Belohnung. Wie der Gesetzgeber derzeit mit der einjährigen Frist umgeht, steht auf unserer Seite zur Krypto-Haltefrist und ihrer möglichen Reform.
  3. Entscheide die Verwahrung vor der nächsten Bindung, nicht danach. Wer selbst bindet, braucht eine sichere Schlüsselverwaltung, und das Lösen dauert. Welche Geräte dafür infrage kommen, zeigt der Hardware-Wallet-Vergleich.

(Stand: 17. Oktober 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)

Häufige Fragen zu Polkadot

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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