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Polkadot heute: Referendum 1966 soll 100 von 600 Validator-Plätzen streichen

Einordnung: Polkadot will den Kreis der aktiven Validatoren in drei Stufen von 600 auf 320 verkleinern, Referendum 1966 macht ab etwa 10. November den Anfang. Wer DOT selbst nominiert, sollte prüfen, ob seine Validatoren den Schnitt überstehen.

Hand hält nachts eine schwarze Hardware-Wallet ohne Marke, auf deren Display das pinkfarbene Polkadot-Zeichen leuchtet
Wer DOT nominiert, sollte vor dem 10. November prüfen, ob die eigenen Validatoren aktiv bleiben.
12 Min. Lesezeit
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Polkadot verkleinert den Kreis seiner aktiven Validatoren. Das Referendum 1966 läuft seit Dienstag und soll die Zahl der Validatoren, die Blöcke erzeugen und Belohnungen verdienen, von 600 auf 500 senken. Angenommen, greift die Änderung rechnerisch ab Dienstag, dem 10. November, gegen 11 Uhr deutscher Zeit. Es ist der erste von drei Schritten: Bis Ende November sollen nur noch 320 Validatoren aktiv sein. Wer DOT selbst nominiert, kann danach ohne Belohnung dastehen, wenn keiner der gewählten Validatoren den Schnitt übersteht. Belegt ist: Inhalt, Zeitpunkt und Abstimmungsstand stammen aus dem Referendum selbst, der Fahrplan aus dem Vorschlag im Polkadot-Forum vom 16. Oktober, die Steuerregeln aus dem Einkommensteuergesetz. Unsere Einschätzung dazu folgt weiter unten in einem eigenen, gekennzeichneten Absatz.

Der Kurs gibt dem Thema keinen Rückenwind. Am Freitagmorgen notiert DOT laut CoinGecko bei 0,92 Dollar oder 0,82 Euro, 3,1 Prozent weniger als vor 24 Stunden und knapp 19 Prozent weniger als vor einem Monat. Bitcoin verlor im selben Zeitraum 6,1 Prozent und steht bei 75.600 Dollar.

Referendum 1966: Was der erste Schritt der Validator-Reduktion ändert

Das Referendum trägt den Titel „Step #1 of Validator Set Reduction“ und läuft im Track „Whitelisted Caller“. Diesen Weg nutzt Polkadot für Änderungen, die die Technical Fellowship vorab freigegeben hat. Er ist schneller als der Weg über „Root“, verlangt aber trotzdem eine Mehrheit der DOT-Halter.

Inhaltlich tut der Antrag drei Dinge. Er setzt die Zahl der aktiven Validatoren auf 500. Er senkt das Budget, aus dem die Validatoren zusätzlich zu ihrer Provision bezahlt werden, im gleichen Verhältnis. Und er passt zwei Parameter der Relay Chain an, die regeln, wie viele Validatoren je Rechenkern Blöcke prüfen. Ein Rechenkern, im Polkadot-Jargon „Core“, ist ein fester Platz für die Rechenarbeit eines angeschlossenen Netzes.

Der Zeitpunkt ist fest eingetragen: Die Änderung soll mit dem Block 33.814.400 der Relay Chain greifen. Bei sechs Sekunden je Block liegt das am Freitagmorgen gut 58.000 Blöcke voraus, also rund vier Tage. Wirksam wird die neue Zahl in der ersten Ära danach. Eine Ära dauert bei Polkadot 24 Stunden; zu ihrem Beginn wählt das Netz, welche Validatoren aktiv sind.

Der Abstimmungsstand am Freitagmorgen ist eindeutig. Für den Antrag stehen rund 8,9 Millionen Stimmen, dagegen gut 26.000. Die Stimmen sind nach Sperrdauer gewichtet; wer seine DOT länger bindet, zählt mehr. Die tatsächlich beteiligte Menge, die „Support“-Zahl, liegt bei rund 1,8 Millionen DOT. Das Referendum steht in der Entscheidungsphase. Bis es bestätigt ist, bleibt der 10. November ein Plantermin.

Validator-Set von 600 auf 320: Der Fahrplan bis Ende November

Den Rahmen hat der Nutzer Jan-Jan am 16. Oktober im Polkadot-Forum vorgestellt. Der Plan sieht drei Stufen im Abstand von jeweils etwa einer Woche vor: erst 500, dann 400, zuletzt 320 aktive Validatoren. Jede Stufe braucht ein eigenes Referendum mit Freigabe der Fellowship und der Zustimmung der DOT-Halter. Die schrittweise Umsetzung soll erlauben, die Leistung des Netzes zu beobachten und bei Problemen anzuhalten.

Wer bleibt, entscheidet laut Vorschlag die bestehende Wahlregel. Polkadot wählt seine aktiven Validatoren über Nominated Proof of Stake, kurz NPoS: DOT-Halter nominieren Validatoren, ein Wahlverfahren verteilt die nominierten DOT so, dass die gewählten Validatoren möglichst gleichmäßig unterstützt werden. Validatoren mit wenig Rückhalt fallen zuerst heraus. Je kleiner der Kreis, desto höher liegt die Schwelle, die ein Validator an nominierten DOT braucht.

Bei 21.000 DOT je Validator und Jahr ergibt sich für das Validatoren-Budget folgende Rechnung: heute 12,6 Millionen DOT im Jahr, nach Stufe eins 10,5 Millionen, nach Stufe drei 6,72 Millionen. Die Zahl 21.000 stammt aus dem Forumsbeitrag selbst, die Summen haben wir daraus berechnet.

Balkendiagramm: aktive Polkadot-Validatoren von 600 über 500 und 400 auf 320 sowie der jährliche Validator-Topf in Millionen DOT
Von 600 auf 320 aktive Validatoren in drei Wochen: Der Topf für Validatoren schrumpft mit, der Betrag je Platz bleibt.

Metanodes: Warum Polkadot weniger, aber stärkere Validatoren will

Der Grund für den Schnitt heißt Metanode. Bis Ende 2026 sollen Validatoren mehr Aufgaben übernehmen als heute: zusätzlich Collatoren für den Asset Hub und die People Chain betreiben, Anfragen von Light Clients beantworten und RPC-Anfragen der Polkadot App bedienen. RPC steht für Remote Procedure Call und meint die Schnittstelle, über die eine Wallet den Kontostand abfragt oder eine Überweisung abschickt. Ein Collator sammelt die Transaktionen eines angeschlossenen Netzes und reicht sie zur Prüfung an die Validatoren weiter.

Laut Vorschlag sind 600 Validatoren mehr, als Polkadot braucht. Das gesparte Budget soll später die Metanode-Betreiber für die teurere Technik entschädigen. Als Mindestausstattung für eine einzelne Maschine nennt der Entwickler alexggh im selben Forumsfaden 16 Rechenkerne, 64 Gigabyte Arbeitsspeicher, mindestens 2,4 Terabyte NVMe-Speicher und eine symmetrische Leitung mit 1 Gigabit pro Sekunde.

Im Forum gibt es auch Einwände. Der Nutzer pmensik fragt, wie die Qualität der RPC-Dienste gemessen werden soll, wie schwache Betreiber aus dem Kreis entfernt werden und ob der Schnitt vor dem Start der Metanodes gute Betreiber ausschließt. Eine Antwort mit Messverfahren steht im Faden bislang nicht.

Nominierung und Staking: Welche DOT ab dem 10. November leer ausgehen können

Für DOT-Halter in Deutschland zählt eine Frage: Wo liegen die eigenen DOT im Staking? Es gibt drei Wege, und der Schnitt trifft sie unterschiedlich.

Eigene Nominierung

Wer direkt nominiert, wählt bis zu 16 Validatoren aus. Belohnung gibt es nur für die Ären, in denen mindestens einer davon im aktiven Kreis steht und die DOT ihm zugeteilt sind. Fallen alle ausgewählten Validatoren aus dem Kreis der 500 oder später der 320 heraus, bleiben die DOT gebunden, verdienen aber nichts. Das Staking-Dashboard zeigt dann den Status „inaktiv“. Eine neue Auswahl wirkt ab der nächsten Ära.

Nomination Pool

Ein Nomination Pool bündelt die DOT vieler Halter, der Betreiber des Pools wählt die Validatoren. Hier liegt die Arbeit beim Betreiber. Prüfen lohnt sich trotzdem: Ein Pool, dessen Validatoren schwach unterstützt sind, verdient nach dem Schnitt weniger oder zeitweise nichts.

Staking über eine Börse

Wer DOT bei einer Börse oder einem Broker staken lässt, nominiert nicht selbst. Die Plattform verteilt die Bestände auf eigene oder fremde Validatoren. Ob sie ihre Auswahl an den kleineren Kreis anpasst, entscheidet sie selbst; die ausgezahlte Rendite zeigt es mit etwas Verzögerung. Welche Plattformen DOT-Staking zu welchen Konditionen anbieten, zeigt unser Vergleich der Staking-Anbieter.

Der Ausstieg ist seit dem Sommer kein großes Risiko mehr. Mit dem Referendum 1910 hat Polkadot das Slashing für Nominatoren abgeschafft und die Freigabefrist beim Unstaking von 28 Tagen auf höchstens zwei Ären verkürzt. Wer seine Validatoren tauschen oder ganz aussteigen will, kommt also binnen etwa zwei Tagen an seine DOT.

Hand zieht in einem dunklen Netzwerkschrank einzelne magenta leuchtende Glasfaserstecker aus einem Patchfeld
Mit jeder Stufe fallen rund 100 Plätze im aktiven Validator-Satz weg; wer dort nominiert hat, verliert den Anspruch auf Belohnung.

Staking-Rendite bei Polkadot: Der Validator-Topf schrumpft, der Anteil der Staker nicht

Polkadot verteilt die neu ausgegebenen DOT seit Referendum 1909 über einen festen Schlüssel. Laut der Rechnung des Nutzers Northvane im Forumsfaden gehen 45,2 Prozent an die Staker, 22,6 Prozent als Anreiz an die Validatoren und 32,2 Prozent in einen Puffer. Der Schnitt ändert nur den mittleren Posten: Nach Stufe eins sinkt er auf 18,8 Prozent, nach Stufe drei auf rund 12 Prozent. Der frei werdende Teil soll vorerst in den Puffer fließen und später an Collatoren und RPC-Dienste gehen.

Der Anteil der Staker bleibt bei 45,2 Prozent. Für Nominatoren mit aktivem Validator ändert sich an der Rendite rechnerisch wenig; auf weniger Validatoren verteilt, kann die Belohnung je nominiertem DOT sogar leicht steigen. Eine Renditezahl nennt der Vorschlag nicht, und wir rechnen keine vor. Der Preis für die stabile Rendite ist das Risiko, mit einem schwachen Validator ganz aus dem Kreis zu fallen.

Was die Rendite in Euro wert ist, hängt am Kurs. Bei 0,82 Euro je DOT bringt ein Ertrag von 100 DOT im Jahr rund 82 Euro, vor einem Monat wären es noch gut 100 Euro gewesen.

XCM-Vorfall im Oktober: 1,38 Millionen Dollar Verlust für die Treasury

In dieselben Wochen fällt eine Panne, die mit dem Validator-Schnitt nichts zu tun hat, aber das Vertrauen in die Technik berührt. Zwischen dem 24. und 26. Oktober nutzte ein Angreifer eine Lücke im Cross-Consensus Messaging, kurz XCM, dem Nachrichtenformat, über das Polkadot-Netze Werte austauschen. Er senkte damit auf dem Asset Hub die verbuchte Menge des neuen Stablecoins dotUSD, ohne dass Token aus Nutzerkonten verschwanden. Der Preis im Pool aus DOT und dotUSD verzerrte sich, und Händler tauschten zu künstlichen Kursen.

Laut der Auswertung des Entwicklerhauses Parity, die am 2. November im Polkadot-Forum erschien und über die CryptoSlate am 4. November berichtete, trug die Treasury als einziger Liquiditätsgeber des Pools einen Schaden von rund 1,381 Millionen Dollar. Nutzergelder gingen nach Angaben von Parity nicht verloren. Die Lücke war im Juni im Code behoben, die Korrektur hatte die laufende Software aber nicht erreicht. Der Fix kam am 26. Oktober mit der Runtime 2.5.1, am 30. Oktober korrigierte die Runtime 2.5.2 die verbuchte dotUSD-Menge.

DOT-Kurs am Freitag: 0,92 Dollar und die Marken seit Mittwoch

Am Mittwoch stand DOT bei 0,96 Dollar. Unser Artikel fünf Jahre nach dem Rekord von 2021 nannte damals 0,92 Dollar als Marke nach unten und 1,04 Dollar am 20-Tage-Durchschnitt als Marke nach oben. Seitdem ist die untere Marke erreicht. In den vergangenen 24 Stunden lag das Tief laut CoinGecko bei 0,889 Dollar, also kurz darunter; am Freitagmorgen notiert DOT wieder knapp darüber.

Die Bewegung folgt dem Gesamtmarkt. Am Donnerstag rissen Verluste bei Chip-Aktien an der Nasdaq Bitcoin unter 77.000 Dollar, gehebelte Kaufpositionen wurden zwangsweise geschlossen. DOT fiel mit 3,1 Prozent in 24 Stunden nur halb so stark wie Bitcoin. Gehandelt wurden in diesem Zeitraum DOT im Wert von rund 105 Millionen Dollar, der Börsenwert liegt bei knapp 1,58 Milliarden Dollar, Rang 57.

Für die nächsten Tage zählen zwei Marken. Unten die Spanne zwischen 0,89 und 0,92 Dollar, die in dieser Woche zweimal gehalten hat; fällt DOT auf Tagesschluss darunter, notiert der Coin so tief wie seit Jahren nicht mehr, und eine erprobte Unterstützung gibt es dann nicht. Oben die 0,96 Dollar, das Hoch der vergangenen 24 Stunden und der Stand vom Mittwoch. Erst darüber käme der 20-Tage-Durchschnitt wieder in Reichweite. Der Validator-Schnitt selbst ändert weder Angebot noch Ausgabe der DOT und ist damit kein direkter Kursfaktor.

Polkadot-Staking und Steuer: Was in Deutschland für Belohnungen gilt

Staking-Belohnungen sind in Deutschland Einkünfte nach § 22 Nr. 3 Einkommensteuergesetz. Maßgeblich ist ihr Euro-Wert am Tag des Zuflusses. Bleiben alle Einkünfte dieser Art zusammen unter 256 Euro im Jahr, sind sie steuerfrei. Diese Grenze ist eine Freigrenze: Liegt die Summe darüber, wird der ganze Betrag besteuert, nicht nur der Teil über 256 Euro.

Beim späteren Verkauf gilt für jede Tranche die Haltefrist von einem Jahr nach § 23 EStG. Gestakte DOT verlängern diese Frist nicht; die frühere Sorge vor einer Verlängerung auf zehn Jahre hat das Bundesfinanzministerium in seinen Schreiben zu Kryptowerten ausgeräumt. Ob die steuerfreie Haltefrist überhaupt bleibt, ist politisch offen. Den Stand der Debatte fasst unsere Seite zur Krypto-Haltefrist-Reform zusammen.

Wer jetzt seine Validatoren wechselt, löst dabei keinen Verkauf aus. Neu nominieren oder den Pool tauschen ist steuerlich kein Veräußerungsgeschäft, solange die DOT nicht gegen Euro oder einen anderen Token getauscht werden.

Validator-Reduktion bei Polkadot: Unsere Einschätzung

Unsere Einschätzung: Der Schnitt ist technisch nachvollziehbar und für Anleger handhabbar, solange sie ihre Nominierungen im Blick behalten. Dafür spricht der Abstimmungsstand von rund 8,9 Millionen zu 26.000 Stimmen und der stufenweise Ablauf mit eigenen Referenden. Dafür spricht auch, dass die Rendite der Staker nicht angetastet wird. Dagegen spricht, dass Polkadot mit 320 statt 600 Validatoren weniger breit aufgestellt ist und die Messregeln für Metanodes im Forum noch offen sind. Der XCM-Vorfall zeigt zudem, dass Korrekturen nicht immer rechtzeitig in der laufenden Software ankommen. Eine Kaufempfehlung leiten wir daraus nicht ab; der Kurs folgt derzeit dem Gesamtmarkt und nicht der Technik, und ein Totalverlust bleibt bei jedem Kryptowert möglich.

Polkadot-Staking: Bis zum 10. November bleiben vier Tage für neue Nominierungen

  1. Nominierungen ansehen. Öffne das Staking-Dashboard und schau, wie viele DOT deine Validatoren hinter sich haben. Wer am unteren Ende steht, fällt bei 500 oder 320 Plätzen zuerst heraus. Wenn du lieber über eine Plattform stakst, findest du Anbieter im Staking-Vergleich.
  2. Kaufweg prüfen. Wer DOT nachkaufen oder umschichten will, nutzt eine Börse mit Zulassung nach der EU-Verordnung MiCA. Welche Anbieter in Deutschland zugelassen sind, steht in unserem Vergleich regulierter Krypto-Börsen.
  3. Belohnungen aufzeichnen. Notiere jeden Zufluss mit Datum und Euro-Wert, damit die Grenze von 256 Euro und die Haltefrist je Tranche belegbar sind. Ein Steuer-Tool erledigt das automatisch; passende Programme listet unser Vergleich der Krypto-Steuer-Tools.

(Stand: 6. November 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)

Häufige Fragen zu Polkadot

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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