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Polkadot: 239.153 DOT auf der Relay Chain, 1,71 Milliarden auf dem Asset Hub: Der JAM-Umbau hat keinen Termin

Einordnung: Auf der Relay Chain von Polkadot liegen nach eigener Messung am Freitag nur noch 239.153 DOT, auf dem Asset Hub dagegen 1.708.713.905. Der Fahrplan zur neuen Architektur JAM steuert genau diesen Zustand an, nennt für den Wechsel selbst aber bis heute kein Datum.

Weitgehend leergeraeumter Serverraum bei Nacht, nur ein einzelner Schrank laeuft noch, in seine Stahlfront ist das Polkadot-Zeichen eingraviert
11 Min. Lesezeit
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Belegt ist: Die Relay Chain von Polkadot, jahrelang das Herz des Netzwerks, führt am Freitagnachmittag noch 239.153,83 DOT. Auf dem Asset Hub, der Nachbar-Blockchain, liegen zur selben Minute 1.708.713.905 DOT. Das sind 99,986 Prozent aller Token. Beide Zahlen haben wir selbst an den öffentlichen Knoten der beiden Blockchains abgefragt, nicht aus einem Bericht übernommen. Unsere Einschätzung dazu folgt weiter unten: Der technische Umbau in Richtung JAM ist bereits deutlich weiter, als der offizielle Fahrplan nach außen wirken lässt.

Für dich als Halter ist das keine Randnotiz aus der Entwicklerecke. Wo deine DOT liegen, entscheidet darüber, welche Adresse du in der Wallet brauchst, ob dein Staking noch Belohnungen zahlt und welche Funktion dir eine Börse überhaupt anbietet. Der aktuelle Kurs liefert dafür den Rahmen: Polkadot notiert am 23. Oktober bei 1,13 Dollar, 0,87 Prozent über dem Vortag, mit einer Tagesspanne von 1,10 bis 1,20 Dollar (Quelle: CoinGecko). Die Marktkapitalisierung liegt bei 1,93 Milliarden Dollar.

Was auf der Relay Chain noch liegt: 239.153 DOT, gemessen am 23. Oktober

Die Relay Chain ist die ursprüngliche Hauptblockchain von Polkadot. Dort liefen Blockproduktion, Guthaben, Staking und die Absicherung der angeschlossenen Parachains zusammen. Der Speicherwert Balances.TotalIssuance sagt, wie viele Token eine Substrate-Blockchain insgesamt führt. Wir haben ihn über den öffentlichen Zugang rpc.polkadot.io ausgelesen und das Ergebnis entschlüsselt: 2.391.538.321.974.268 Planck, die kleinste Einheit. Geteilt durch zehn Milliarden ergibt das 239.153,83 DOT.

Zum Vergleich: Dieselbe Abfrage auf dem Asset Hub liefert 17.087.139.051.623.268 Planck, also 1.708.713.905 DOT. Die Relay Chain trägt damit 0,014 Prozent der Gesamtmenge. Beim Kurs von 1,13 Dollar entspricht das einem Gegenwert von rund 270.000 Dollar auf einer Blockchain, die zum Zeitpunkt der Messung bei Block 33.558.288 stand und die Knotenversion 1.25.0 meldet.

Gemessen am 23.10.2026Relay ChainAsset Hub
Gesamtmenge DOT239.153,831.708.713.905,16
Anteil an allen DOT0,014 Prozent99,986 Prozent
Blockhöhe33.558.28822.196.584
Aktive Staking-Erakeine2332, gestartet 11:36 Uhr UTC

Die letzte Zeile ist die aussagekräftigste. Der Speicherwert Staking.ActiveEra antwortet auf der Relay Chain mit einem leeren Ergebnis. Dort läuft kein Staking mehr. Auf dem Asset Hub dagegen steht Era 2332, begonnen am 23. Oktober um 11:36 Uhr UTC. Eine Era ist der Abrechnungszeitraum, nach dem Nominatoren und Validatoren ihre Belohnungen zugeteilt bekommen; bei Polkadot dauert sie 24 Stunden.

Buendel Glasfaserkabel wird aus einem alten Verteilerrahmen in einen dicht belegten neuen Rahmen umgesteckt
Der Umzug lief in Etappen: erst die Guthaben, dann das Staking, zuletzt die Registrierung der Parachains.

Wie Polkadot in diesen Zustand gekommen ist

Der Umzug begann nicht gestern. Am 4. November 2025 schloss das Netzwerk die sogenannte Asset Hub Migration ab. Rund 1,63 Milliarden DOT und etwa 1,5 Millionen Konten wechselten dabei in gut achteinhalb Stunden von der Relay Chain auf den Asset Hub, ohne dass die Blockproduktion stehenblieb. Das Staking folgte in einem zweiten Schritt. Übrig blieb auf der alten Blockchain nur, was technisch dort verankert ist: Kautionen für Parachain-Plätze und Reste, die niemand abgeholt hat.

Parallel dazu hat die Gemeinschaft die Geldpolitik umgestellt. Seit dem 14. März 2026 gilt eine Obergrenze von 2,1 Milliarden DOT, und die jährliche Neuausgabe sank von rund 120 Millionen auf etwa 55 Millionen Token. Wie viel Luft bis zur Decke bleibt, haben wir im Oktober nachgerechnet: Es sind noch 392 Millionen DOT bis zur Obergrenze, Stand 17. Oktober.

Der Fahrplan zu JAM: vier Arbeitsstränge, ein Hard Fork, kein Datum

JAM steht für Join-Accumulate Machine. Gemeint ist der Umbau von Polkadot weg von einer Blockchain, an der feste Parachain-Plätze hängen, hin zu einer Plattform, auf der Rechenaufträge frei verteilt werden. Der Entwicklungsplan, den das Projekt am 10. September vorgelegt und seither fortgeschrieben hat, teilt die Arbeit in vier Stränge auf. Nachzulesen ist er im Beitrag The Road to JAM im offiziellen Polkadot-Forum.

PolkaJAM ist der produktive Knoten, also die Software, die Validatoren später betreiben sollen. Minimal Relay, intern AHM v2, schrumpft die Aufgaben der Relay Chain auf das Nötigste zusammen. Offchain Messaging verlagert die Nachrichten zwischen den Blockchains aus der Blockchain heraus. Der Parachain Service schließlich soll die Finalität der bestehenden Parachains auf JAM abwickeln. Finalität heißt hier: der Punkt, ab dem ein Block als unumkehrbar gilt.

Was in diesen vier Strängen steht, beschreibt exakt den Zustand, den wir oben gemessen haben. Am Ende soll auf der Relay Chain kein DOT mehr liegen und kein Nutzer mehr eine Transaktion senden. Und der Weg dorthin endet nach Darstellung des Plans in einem Hard Fork, also einer Protokolländerung, die alte und neue Software unvereinbar macht.

Ein Datum für diesen Schnitt nennt der Plan nicht. Die Entwicklungsberichte legen sich auf keinen Zeitpunkt für die Umstellung des Hauptnetzes fest. Offen sind laut Plan noch Integration, Leistungsmessungen, Tests im Ökosystem, eine Sicherheitsprüfung und Audits.

Was die Coretime-Blockchain künftig übernimmt

Eine Einzelheit des Plans betrifft Projekte, die auf Polkadot bauen, unmittelbar. Die Anmeldung einer Parachain, die Verwaltung der Nachrichtenkanäle zwischen den Blockchains und das kurzfristige Buchen von Rechenzeit, das sogenannte On-Demand-Coretime, wandern auf die Coretime-Blockchain. Die Kautionen, die an diesen Funktionen hängen, ziehen mit um. Was an freiem Guthaben übrig bleibt, geht an den Asset Hub. Eine Anleitung, die jeden betroffenen Aufruf seinem neuen Ort zuordnet, ist angekündigt.

Für Anleger, die DOT nur halten, ändert sich dadurch nichts. Wer dagegen ein Projekt betreibt oder über eine Anwendung auf Polkadot Geld bewegt, sollte den Umzug der Aufrufe im Blick behalten. Werkzeuge, die noch gegen die alten Adressen der Relay Chain programmiert sind, laufen nach dem Wechsel ins Leere.

Gray Paper v0.8 und 255 Validatoren: Wo der Stresstest steht

Der Fortschritt lässt sich an zwei Größen ablesen. Die erste ist das Gray Paper, die technische Spezifikation von JAM. PolkaJAM zielt auf Version 1.0; im Entwicklungsbericht vom 8. Oktober unterstützte die Software Version 0.8, an 0.8.1 wurde gearbeitet. Die zweite Größe ist das Testnetz. Dort stieg die Zahl der Validatoren von 78 auf 255, wobei mehrere Validatoren auf derselben Maschine liefen. Übliche Durchläufe meldeten über 24 Stunden keine Fehler.

255 Validatoren im Test sind kein Beweis für ein stabiles Hauptnetz. Polkadot betreibt im Produktivbetrieb eine ähnliche Größenordnung an aktiven Validatoren, allerdings auf getrennter Hardware und mit echtem Geld dahinter. Der öffentliche Parachain Service ist bislang ausdrücklich ein Machbarkeitsnachweis, keine fertige Komponente.

Stillgelegte Schaltanlage mit offenem Trennschalter in einem Umspannwerk bei Nacht neben einer laufenden neuen Anlage
Was abgeschaltet werden soll, steht im Plan. Wann der Schalter fällt, steht dort nicht.

Die Umbenennung in JAM ist vom Tisch: Referendum 1626 abgelehnt

Im Sommer stand zur Abstimmung, den Token DOT bis Ende 2026 in JAM umzubenennen. Das Referendum 1626 wurde abgelehnt, nachzulesen auf Polkassembly. Das ist für deutsche Anleger die wichtigste Entwarnung dieses Textes. Eine Umbenennung hätte je nach Ausgestaltung einen Tausch bedeutet, und ein Tausch ist steuerlich etwas anderes als ein Software-Update.

Eine zweite Abstimmung, Referendum 1954 über ein DOT-DAO-Mandat, stand Mitte Oktober bei 73 Prozent Ablehnung. Die Gemeinschaft hat in beiden Fällen gegen den großen Namenswechsel gestimmt und für den technischen Umbau im Hintergrund.

Haltefrist und Steuer bei einem Upgrade ohne neuen Token

In Deutschland sind Gewinne aus dem Verkauf von Kryptowährungen nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei, geregelt in Paragraf 23 des Einkommensteuergesetzes als privates Veräußerungsgeschäft. Entscheidend ist, ob zwischendurch eine Veräußerung stattgefunden hat. Ein Protokoll-Upgrade, bei dem derselbe Token auf derselben Position bleibt und kein neuer Token zugeteilt wird, ist nach dem BMF-Schreiben zu Kryptowerten keine Veräußerung. Die Frist läuft also weiter.

Anders sähe es aus, wenn ein Hard Fork einen zweiten, abgespaltenen Token hervorbrächte, wie es bei Bitcoin Cash der Fall war. Dafür gibt es im JAM-Plan keinen Anhaltspunkt, und die abgelehnte Umbenennung spricht zusätzlich dagegen. Wer es genau wissen will, lässt sich die Transaktionsliste seiner Börse oder Wallet vor und nach dem Umbau ausgeben und hebt beide auf. Steuerlich zählt, was im Nachweis steht, nicht was im Forum stand.

Asset Hub oder Relay Chain: Wo deine DOT tatsächlich liegen

Liegen deine DOT bei einer Börse, hat die Börse den Umzug für dich erledigt oder sie hätte seit November 2025 ein Problem. Spannend wird es bei selbst verwahrten Beständen. Drei Dinge lassen sich in wenigen Minuten klären.

  1. Wallet aktualisieren. Eine Wallet, die seit Ende 2025 kein Update bekommen hat, zeigt unter Umständen noch das Guthaben der Relay Chain an, also nichts. Das Guthaben ist nicht weg, die Software schaut nur an die falsche Stelle.
  2. Netzwerk umstellen. In Wallets mit Netzwerkauswahl steht Polkadot Asset Hub inzwischen getrennt neben Polkadot Relay Chain. Die Adresse bleibt dieselbe, das angezeigte Konto ist ein anderes.
  3. Nominierung kontrollieren. Wer stakt, sieht am Asset Hub, ob seine Nominierung in der laufenden Era aktiv ist. Steht dort nichts, läuft die Nominierung noch gegen die stillgelegte Relay Chain und verdient seit dem Umzug keine Belohnung.

Wie es um die Belohnungen steht, haben wir am 11. Oktober gemessen: 2,77 Prozent im Jahr bei 28 Tagen Sperrfrist, bei einer Staking-Quote von 53,5 Prozent. Diese Zahlen beziehen sich auf die damalige Erhebung und bewegen sich mit der Quote.

Ein Wort zur Verwahrung, weil der Anlass frisch ist: Am 21. Oktober meldete Polkadot ein Schlüssel-Leck bei Fearless Wallet mit 17.286 betroffenen DOT. Fearless war nie die offizielle Wallet des Netzwerks. Wer seine Schlüssel selbst hält und beim Umstellen ohnehin in die Wallet schaut, kann den Bestand gleich auf ein Gerät ohne Internetverbindung bringen; die Unterschiede zeigt unser Vergleich der Hardware-Wallets.

Der Kurs am Freitag: 1,13 Dollar und 97,9 Prozent unter dem Hoch

Die Zahlen des Tages: 1,13 Dollar am Freitagnachmittag, plus 0,87 Prozent binnen 24 Stunden, Tagestief 1,10 und Tageshoch 1,20 Dollar. Die Spanne von rund neun Prozent an einem Tag ohne große Nachricht zeigt, wie dünn das Orderbuch geworden ist: Das Handelsvolumen liegt bei 191 Millionen Dollar, bei einer Marktkapitalisierung von 1,93 Milliarden. Vom Allzeithoch bei 54,98 Dollar trennen den Kurs 97,9 Prozent.

Zwei Marken sind begründbar. Nach unten das Tagestief bei 1,10 Dollar, das im Verlauf der vergangenen Tage mehrfach gehalten hat. Nach oben das Tageshoch bei 1,20 Dollar, an dem die Erholung am Freitagmorgen hängenblieb. Ein Ausbruch über 1,20 Dollar wäre das erste Signal, dass Käufer die Spanne verlassen wollen; darunter bleibt es eine Seitwärtsbewegung mit großen Tagesausschlägen.

Unsere Einschätzung: Der Umbau ist weiter als die Kommunikation

Aus Sicht der Redaktion fällt die Lücke zwischen Messwert und Außendarstellung auf. Belegt ist: 99,986 Prozent aller DOT liegen auf dem Asset Hub, das Staking läuft dort in Era 2332, die Relay Chain führt noch 239.153 DOT und keine aktive Era. Der Zielzustand des JAM-Plans, keine Token und keine Nutzertransaktionen auf der Relay Chain, ist damit in den zwei Punkten, die Halter betreffen, praktisch erreicht. Trotzdem gibt es kein Datum für den Wechsel, und der Parachain Service ist ein Machbarkeitsnachweis.

Daraus folgt für uns: Das Risiko des Umbaus liegt nicht mehr beim Guthaben, sondern bei den Parachains und ihren Werkzeugen. Dagegen spricht, dass genau dieser Teil am wenigsten erprobt ist und dass ein Hard Fork ohne Termin schwer zu planen ist, für Börsen wie für Projekte. Eine Kursmeinung leiten wir daraus nicht ab; der Markt hat den technischen Fortschritt der vergangenen zwölf Monate sichtbar nicht honoriert.

Polkadot-Umbau: Ohne Termin zählt allein, wo deine DOT liegen

  1. Öffne deine Wallet und sieh nach, ob sie den Asset Hub kennt. Wer DOT erst noch aufbauen oder umschichten will, findet die Konditionen im Vergleich der Krypto-Börsen.
  2. Prüfe deine Nominierung gegen die laufende Era auf dem Asset Hub. Wer stattdessen über einen Anbieter stakt, findet die Konditionen im Vergleich der Staking-Plattformen.
  3. Sichere die Transaktionsnachweise vor und nach dem Umbau. Welche Werkzeuge die Haltefrist je Position mitführen, zeigt der Vergleich der Krypto-Steuer-Tools.

(Stand: 23. Oktober 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)

Häufige Fragen zu Polkadot und JAM

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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