Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit einem hohen Risiko verbunden. Führe immer deine eigene Recherche durch.

Mutmaßlicher Krypto-Diebstahl in der EU: Kraken und Crypto.com sperren Mittel nach 133-Millionen-Abfluss

Der Blockchain-Ermittler ZachXBT verfolgt mutmaßlich gestohlene Kryptowerte über 133 Millionen Dollar aus einer ungenannten Stelle in der EU. Kraken und Crypto.com haben verknüpfte Konten und Mittel gesperrt, für ihre Kunden sehen sie kein Risiko.

Durchtrenntes Glasfaserkabelbündel mit rot und blau glühenden Faserenden in einem dunklen Rechenzentrum
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Kategorien: Hacks & Sicherheit

Aus einer bislang ungenannten Stelle in der Europäischen Union sind mutmaßlich mehr als 133 Millionen US-Dollar in Kryptowährungen abgeflossen. Das berichtet der Blockchain-Ermittler ZachXBT, und die Börsen Kraken und Crypto.com haben inzwischen Konten gesperrt beziehungsweise Mittel blockiert, die mit dem Vorfall in Verbindung stehen. Wer das Opfer ist, ist offen. Bestätigt hat bisher weder eine Behörde noch ein Unternehmen, dass es überhaupt einen Angriff gab. Für Kundinnen und Kunden der genannten Börsen besteht nach deren Angaben kein Risiko. Dieser Beitrag ordnet ein, was belegt ist, was Vermutung bleibt und wie du dein eigenes Börsenkonto gegen die üblichen Folgeangriffe absicherst.

Krypto-Diebstahl in der EU: ZachXBT verfolgt 133 Millionen Dollar

ZachXBT ist ein pseudonymer On-Chain-Ermittler, der seit Jahren Geldflüsse nach Hacks und Betrugsfällen öffentlich nachzeichnet. On-Chain-Analyse heißt: Er liest die öffentlich einsehbaren Transaktionen einer Blockchain aus und verknüpft Adressen, Beträge und Zeitpunkte zu einem Bild. Am Montag, dem 2. November 2026, meldete er nach Angaben von Cointelegraph verdächtige Abflüsse von rund 106 Millionen Dollar. Betroffen sei eine Stelle in der Europäischen Union, deren Namen er nicht nennt.

Am Dienstag legte er nach. Er fand weitere Auszahlungen von zentralen Börsen über rund 27 Millionen Dollar, ein Teil davon floss erst nach seiner ersten Meldung ab. Damit liegt die mutmaßliche Schadenssumme bei etwa 133 Millionen Dollar. Den Namen des Opfers kennt die Öffentlichkeit nicht, ZachXBT nennt ihn nicht, und auch die beteiligten Börsen schweigen dazu.

Von 106 auf 133 Millionen Dollar: Wie die Summe gewachsen ist

ZachXBT nennt die Gesamtsumme und verfolgt die Wallets, die mit den Mitteln verbunden sind. Das Analysehaus Bitquery hat die Bewegungen auf diesen Adressen nachgerechnet:

  • 62,98 Millionen Dollar in Stablecoins wurden innerhalb von rund vier Stunden in 27.553 Ether getauscht.
  • Am Montagnachmittag lagen laut Bitquery noch rund 78,3 Millionen Dollar auf Wallets, die dem mutmaßlichen Angreifer zugerechnet werden.
  • Rund 30,5 Millionen Dollar waren zu diesem Zeitpunkt bereits aus den beobachteten Adressen hinausbewegt.

Die Summe wächst also nicht, weil neue Opfer dazukommen, sondern weil die Ermittler weitere Abflüsse aus derselben Quelle finden. Stand der Angaben ist Dienstag, der 3. November 2026, früher Nachmittag. Neue Funde können die Zahl weiter verändern.

Kraken, Crypto.com und OKX: Welche Börsen die Spur berührt

Nach Angaben von Bitquery wurden die gestohlenen Mittel über Konten bei Kraken, Crypto.com und OKX abgezogen. Alle drei Börsen bedienen auch Kundschaft in Deutschland. Entsprechend schnell kam die Frage auf, ob Privatkunden betroffen sind. Die Stellungnahmen der Börsen, wie Cointelegraph sie wiedergibt, sprechen dagegen:

  • Kraken hat Konten eingeschränkt, die mit dem Diebstahl verknüpft sind, und arbeitet für die Rückholung mit Strafverfolgungsbehörden zusammen. Der Vorfall habe nicht auf der Kraken-Plattform seinen Ursprung, die Sicherheitssysteme seien nicht kompromittiert, kein Kundenkonto sei übernommen worden, und für Kunden bestehe kein fortlaufendes Risiko.
  • Crypto.com hat nach eigener Aussage Mittel blockiert, die mit dem Vorfall zusammenhängen. Die Plattform laufe voll, die Guthaben der Nutzer seien sicher.
  • OKX bestätigte die Presseanfrage und erklärte, die Sache zu prüfen.

Konkret: Die Kontosperren bei Kraken betreffen Konten, die mit dem mutmaßlichen Täter oder dem Geldfluss verbunden sind. Ein normales Kundenkonto wird dadurch nicht eingeschränkt. Wie solche Sperren technisch ablaufen, haben wir bereits beim Dust-Angriff auf Kraken im August beschrieben.

Nächtliche Fassade eines klassizistischen Bankgebäudes mit einem einzigen erleuchteten Fenster über nassem Kopfsteinpflaster
Ein Finanzinstitut in Westeuropa als Opfer: Das ist bisher nur die Arbeitshypothese von ZachXBT.

Stablecoins eingefroren: Warum Circle und Tether nur 4,84 Millionen Dollar stoppen konnten

Stablecoins sind Token, deren Wert an eine staatliche Währung gebunden ist, meist an den US-Dollar. Die großen Herausgeber Circle (USDC) und Tether (USDT) können einzelne Adressen sperren und die Token darauf einfrieren. Nach Hacks ist das oft der schnellste Hebel, um Beute festzuhalten. In diesem Fall griff er kaum: Circle konnte nach Cointelegraph nur rund 3,74 Millionen Dollar in USDC einfrieren, Tether hatte 1,1 Millionen Dollar in USDT gesperrt. Zusammen sind das rund 4,84 Millionen Dollar, also weniger als vier Prozent der mutmaßlichen Summe.

Der Grund liegt in der Geschwindigkeit. Wer Stablecoins binnen Stunden in Ether tauscht, entzieht sie dem Zugriff des Herausgebers. Ether selbst kann niemand zentral einfrieren. Diese Lücke nutzen Angreifer regelmäßig, und sie zeigt, warum Börsen und Herausgeber nach einem Vorfall auf schnelle Hinweise angewiesen sind.

Geldwäsche über Ether und Monero: Der Weg der Mittel laut ZachXBT

Nach dem Tausch in Ether sollen die Mittel weiter gewandert sein. ZachXBT beschreibt, dass der mutmaßliche Täter über Sofort-Tauschdienste und Brücken zwischen Blockchains in Ether und Monero gewechselt habe. Eine solche Brücke, englisch Bridge, ist ein Dienst, der Werte von einer Blockchain auf eine andere überträgt. Monero ist eine Kryptowährung, bei der Absender, Empfänger und Betrag einer Transaktion verschleiert sind. Wer Mittel dorthin bewegt, macht die Spur für Ermittler deutlich schwerer lesbar.

Auffällig ist eine weitere Einschätzung des Ermittlers: Die Muster passen nach seiner Darstellung nicht zu denen der nordkoreanischen Lazarus-Gruppe. Damit stünde der Fall für sich und wäre kein weiterer Teil der Angriffswelle rund um den Binance-Hack vom 29. Oktober. Wer genau hinter dem neuen Fall steckt, ist offen. Eine Übersicht über die Angriffe der vergangenen Tage findest du in unserem Lagebild Krypto-Hack aktuell.

Vertuschungsvorwurf gegen ein ungenanntes Institut: Belege fehlen bislang

Der schärfste Teil der Meldung ist eine Vermutung. Nach Cointelegraph geht ZachXBT in seiner Arbeitshypothese davon aus, dass ein großes Finanzinstitut in Westeuropa angegriffen worden sei und der Vorfall derzeit vertuscht werde. Weil der Vorfall nicht ordentlich offengelegt worden sei, hätten mehr als 30 Millionen Dollar gewaschen werden können. Europäische Strafverfolger hätten die Mittel sonst womöglich einfrieren können.

Diese Aussagen sind eine Einschätzung des Ermittlers und keine festgestellte Tatsache. Ein Institut ist nicht benannt, und eine Stellungnahme einer EU-Behörde oder eines Opfers liegt nicht vor. Belastbare Beweise für einen Angriff auf ein Finanzinstitut oder für eine Vertuschung hat ZachXBT öffentlich bislang nicht vorgelegt, die Identität des Opfers ist unbestätigt. Sauber trennen lässt sich deshalb so: Die Abflüsse auf der Blockchain sind nachvollziehbar, die Kontosperren der Börsen sind bestätigt, die Deutung als Diebstahl bei einem Finanzinstitut und der Vorwurf der Vertuschung sind offen.

Meldepflicht nach DORA: Finanzinstitute müssen schwere IT-Vorfälle der Aufsicht melden

Die Frage nach der Offenlegung hat einen rechtlichen Hintergrund. Seit dem 17. Januar 2025 gilt in der EU der Digital Operational Resilience Act, kurz DORA (Verordnung (EU) 2022/2554). DORA ist eine Verordnung, die Banken, Versicherer, Wertpapierfirmen und auch Krypto-Dienstleister mit MiCA-Zulassung zu Mindeststandards bei der IT-Sicherheit verpflichtet. Dazu gehört, schwerwiegende IKT-Vorfälle der zuständigen Aufsicht zu melden, in Deutschland in der Regel der BaFin.

Wichtig ist die Grenze dieser Pflicht: Gemeldet wird an die Aufsicht, nicht an die Öffentlichkeit. Ob ein betroffenes Institut seinen Vorfall gemeldet hat, lässt sich von außen nicht prüfen. Dass öffentlich nichts bekannt ist, beweist deshalb weder eine Vertuschung noch das Gegenteil. Kunden informieren müssen Finanzunternehmen vor allem dann, wenn deren finanzielle Interessen betroffen sind.

Hand mit einem Smartphone mit dunklem Display über einem geöffneten Briefumschlag auf einem Schreibtisch im Lampenlicht
Nach großen Vorfällen nutzen Betrüger die Schlagzeilen für Phishing per Mail, SMS und Brief.

So schützt du dich vor Phishing und Kontoübernahme nach einem Börsenvorfall

Was passiert ist: Zwischen dem 1. und 3. November 2026 sind laut ZachXBT und Bitquery mutmaßlich über 133 Millionen Dollar aus Konten einer ungenannten Stelle in der EU abgeflossen, unter anderem über Kraken, Crypto.com und OKX. Die Mittel wurden schnell in Ether und Monero getauscht, eingefroren sind bislang rund 4,84 Millionen Dollar (Stand 3. November 2026, Quelle Cointelegraph).

Bist du betroffen? Nach den Angaben von Kraken und Crypto.com wurde kein Kundenkonto übernommen, und die Plattformen laufen normal. Wer ein gewöhnliches Konto bei einer der drei Börsen hat, ist nach heutigem Stand nicht betroffen. Das Risiko für Privatanleger liegt woanders: Große Schlagzeilen ziehen Betrüger an, die im Namen der Börsen Mails, SMS oder Anrufe verschicken und angebliche Sicherheitsprüfungen verlangen.

  1. Offizieller Kanal: Öffne Mitteilungen zu diesem Fall nur in der App oder über die selbst eingetippte Adresse deiner Börse, nie über einen Link aus einer Mail oder SMS.
  2. Zwei-Faktor per App: Stelle die Anmeldung und Auszahlungen auf eine Authenticator-App oder einen Sicherheitsschlüssel um, SMS-Codes lassen sich über eine fremde SIM-Karte abfangen.
  3. Auszahlungs-Whitelist: Schalte die Adressliste für Auszahlungen ein, falls deine Börse sie anbietet, dann gehen Krypto-Auszahlungen nur an vorher freigegebene Adressen.
  4. API-Schlüssel prüfen: Lösche API-Schlüssel, die du für Trading-Bots oder Steuer-Tools angelegt hast und nicht mehr nutzt, und entziehe den übrigen das Auszahlungsrecht.
  5. Keine Rückhol-Dienste: Ignoriere Angebote, verlorene oder gesperrte Kryptowerte gegen Gebühr zurückzuholen, und gib deinen Wiederherstellungssatz niemals heraus, keine Börse fragt danach.

Die Grundlagen der sicheren Verwahrung erklärt unser Ratgeber Kryptowährungen sicher aufbewahren, die passenden Geräte vergleicht der Hardware-Wallet-Vergleich.

Hot Wallet und Börsenkonto: Wo Kryptowerte bei einem Vorfall liegen

Der Fall zeigt erneut, wie schnell Kryptowerte bewegt werden können, sobald jemand Zugriff auf ein Konto hat. Auf einem Börsenkonto verwahrt die Börse deine Coins in ihren eigenen Wallets. Ein Teil davon liegt in sogenannten Hot Wallets, die mit dem Internet verbunden sind und für schnelle Auszahlungen bereitstehen. Der größere Teil liegt bei seriösen Anbietern offline in Cold Wallets. Für dich zählt vor allem, ob dein Anbieter beaufsichtigt ist und wie er Kundengelder trennt.

In der EU regelt das seit Ende 2024 die MiCA-Verordnung. Krypto-Dienstleister mit MiCA-Zulassung müssen Kundenvermögen getrennt vom eigenen Vermögen halten und unterliegen der Aufsicht. Welche Börsen diese Zulassung haben, zeigt unser Vergleich regulierter Kryptobörsen. Wer Coins länger hält und nicht handelt, legt sie besser auf eine eigene Wallet, deren Schlüssel nur er selbst kontrolliert. Bei einer Hardware-Wallet bleibt der private Schlüssel auf einem Gerät, das nie direkt mit dem Internet verbunden ist.

Kundengelder bei Kraken und Crypto.com: Die Plattformen melden normalen Betrieb

Für den Alltag deutscher Anleger ändert der Vorfall nach heutigem Stand wenig. Kraken und Crypto.com melden einen normalen Betrieb, Ein- und Auszahlungen laufen. Die gesperrten Konten sind Teil der Ermittlungen und kein Zeichen einer Störung. Anders lag der Fall bei der brasilianischen Börse Mercado Bitcoin, die am 2. November nach einem Angriff alle Auszahlungen stoppte; die Einzelheiten stehen in unserem Bericht Mercado Bitcoin stoppt Auszahlungen.

Offen bleiben drei Punkte, die die nächsten Tage klären dürften: wer das Opfer ist, ob eine Aufsicht den Fall bestätigt, und ob weitere Mittel eingefroren werden. Solange keine Stellungnahme eines Opfers oder einer Behörde vorliegt, bleibt die Deutung als Diebstahl bei einem westeuropäischen Finanzinstitut eine Vermutung.

EU-Krypto-Diebstahl: Nur 4,84 von 133 Millionen Dollar sind eingefroren

Der mutmaßliche Diebstahl betrifft nach allem, was bekannt ist, keine Privatkunden direkt. Er ist trotzdem ein Anlass, das eigene Setup zu prüfen, denn die Folgeangriffe per Phishing treffen genau sie. Drei Schritte helfen dabei:

  1. Kontrolliere, ob deine Börse eine MiCA-Zulassung hat und Kundengelder getrennt verwahrt. Eine Übersicht bietet der Vergleich regulierter Kryptobörsen.
  2. Lege Bestände, die du nicht aktiv handelst, auf eine eigene Hardware-Wallet. Welche Geräte sich eignen, zeigt der Hardware-Wallet-Vergleich.
  3. Nutze für DeFi und Experimente eine separate App-Wallet mit kleinem Betrag. Passende Apps findest du im Software-Wallet-Vergleich.

(Stand: 3. November 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)

Häufige Fragen zum Krypto-Diebstahl in der EU

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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