Krypto-Steuer-Software im Preisvergleich: Was Blockpit, Divly, Waltio und Coinpanda für ein Steuerjahr verlangen
Wir haben am 14. August 2026 dreizehn Preisseiten von Anbietern für Krypto-Steuer-Software abgerufen und die vier auswertbaren mit deutschem Bezug gegenübergestellt. Der Vergleich zeigt, warum drei von ihnen bei 1.000 Transaktionen denselben Preis verlangen und wo der teure Unterschied wirklich liegt.

Wer Kryptowerte in Deutschland hält, braucht für die Steuererklärung eine lückenlose Aufstellung jeder Transaktion: Datum, Uhrzeit, Art des Vorgangs, Menge, Euro-Kurs im Moment des Geschäfts und die Plattform. Von Hand ist das ab wenigen Hundert Vorgängen kaum zu leisten. Genau deshalb gibt es Steuer-Software für Kryptowerte, und deshalb lohnt ein Blick darauf, was diese Programme kosten.
Dieser Beitrag ist kein Test. Wir haben keine Nutzerkonten angelegt und keine Steuerberichte erzeugt. Was hier steht, ist ein Preis- und Funktionsvergleich auf Grundlage der öffentlichen Preisseiten. Diese Auswertung hat cryptoticker.io am 14. August 2026 selbst erhoben.
Krypto-Steuer-Software: Warum der Preis an der Transaktionszahl hängt
Die Preislogik ist bei allen vier ausgewerteten Anbietern dieselbe, auch wenn die Tarife unterschiedlich heißen. Bezahlt wird nach der Zahl der Transaktionen im jeweiligen Steuerjahr; weder der Wert des Portfolios noch die Zahl der angebundenen Börsen spielt eine Rolle. Blockpit schreibt das auf seiner Preisseite ausdrücklich hin.
Das hat eine unangenehme Folge für alle, die viel bewegen. Wer 800 Euro in Bitcoin hält und monatlich nachkauft, landet mit zwölf Vorgängen im billigsten Tarif. Wer dasselbe Geld aktiv umschichtet, Staking-Rewards einsammelt und DeFi-Positionen fährt, kommt auf vierstellige Transaktionszahlen und zahlt ein Vielfaches.
Ein zweiter Unterschied kostet auf Dauer mehr Geld als die Tarifhöhe selbst: Manche Anbieter verkaufen einen einmaligen Kauf pro Steuerjahr, andere ein Jahresabonnement. Beim Einmalkauf zahlst du nur für die Jahre, in denen du tatsächlich etwas erklären musst; ein Abonnement läuft weiter, solange du nicht kündigst.
Blockpit: Einmalkauf pro Steuerjahr von 49 bis 549 Euro
Blockpit verkauft den Steuerbericht als einmaligen Kauf pro Steuerjahr. Die Staffel auf der deutschen Preisseite umfasst fünf Stufen: Small mit 50 Transaktionen für 49 Euro, Medium mit 1.000 Transaktionen für 99 Euro, Large mit 3.000 Transaktionen für 149 Euro, X-Large mit 10.000 Transaktionen für 229 Euro und XX-Large für alles darüber zu 549 Euro.
Das Portfolio-Tracking selbst ist kostenlos nutzbar; bezahlt wird erst, wenn der Bericht für ein Steuerjahr erzeugt werden soll. Zwei Zusatzprodukte sind im Grundpreis nicht enthalten: Blockpit Plus kostet 3,99 Euro im Monat, wird als Jahresabonnement mit 47,90 Euro abgerechnet und verlängert sich laut Preisseite automatisch. Ein Mittelherkunftsnachweis, mit dem sich gegenüber Banken und Börsen belegen lässt, woher die Bestände stammen, kostet 19,99 Euro pro Credit.
Für deutsche Nutzer relevant: Blockpit nennt auf der Preisseite die offiziellen BMF-Vorgaben als Grundlage und führt Deutschland in der Gruppe der zehn Länder, für die es Steueroptimierung und offizielle Steuerformulare gibt; insgesamt spricht der Anbieter von Steuerberichten für über 100 Länder. Hinzu kommt ein CSV-Export für gängige Steuerprogramme wie WISO Steuer.
Divly: Vier Preisstufen, gestaffelt nach Transaktionsvolumen
Divly rechnet ebenfalls einmalig pro Steuerjahr ab und wirbt damit, dass du nur für die Jahre zahlst, in denen du deklarieren musst. Vier Stufen stehen auf der deutschen Preisseite: Free für 0 Euro, Essentials für 39 Euro, Expert-Check für 99 Euro und Rundum-sorglos für 599 Euro.
Die drei kostenpflichtigen Stufen sind ihrerseits nach Transaktionsvolumen gestaffelt, in den Größen bis 100, bis 1.000, bis 10.000 und bis 100.000 Transaktionen im Steuerjahr. Der genannte Preis ist also der Einstiegspreis der Stufe und nicht der Endpreis für jede Menge. Das Portfolio-Tracking bleibt unabhängig von der Transaktionszahl kostenlos.
Waltio: Jahresabo von 39 bis 999 Euro mit ELSTER-Anleitung
Waltio arbeitet mit einem Abonnement. Die deutsche Preisseite listet fünf Stufen samt zugehöriger Transaktionsgrenze pro Jahr: Free für 0 Euro ohne steuerlich verwertbare Transaktionen, Lite für 39 Euro mit 50 Transaktionen, Starter für 99 Euro mit bis zu 1.000 Transaktionen, Smart für 249 Euro mit 10.000 Transaktionen und Unlimited für 999 Euro.
Interessant ist bei Waltio weniger der Preis als die Verteilung der Funktionen über die Stufen. DeFi-Tracking und die automatische Gewinn- und Verlustberechnung fehlen in den unteren Tarifen, die Anleitung zur Steuererklärung setzt erst ab der mittleren Stufe ein. Mittelherkunftsnachweis und Unterstützung bei einer Steuerprüfung gibt es nur im teuersten Tarif. Für den deutschen Markt führt Waltio eine eigene ELSTER-Anleitung.

Coinpanda: Preise in US-Dollar und ohne deutsches Steuerformular
Coinpanda fällt in zwei Punkten aus dem Rahmen. Erstens rechnet der Anbieter in US-Dollar ab: Hodler kostet 79 Dollar im Jahr für 100 Transaktionen, Trader 149 Dollar für 1.000, Pro 249 Dollar für 3.000 und Satoshi 389 Dollar für 20.000 Transaktionen. Wer darüber hinauskommt, stockt das Limit für 0,69 Dollar je 100 weitere Transaktionen auf. Berücksichtigt werden laut Preisseite die Transaktionen des vorangegangenen Kalenderjahres.
Zweitens, und das wiegt für deutsche Anleger schwerer: Coinpanda gibt in seinen Häufigen Fragen an, alle Länder zu unterstützen, die FIFO, LIFO oder ACB als Methode zur Ermittlung der Anschaffungskosten zulassen. Darüber hinaus nennt der Anbieter acht Länder mit eigener, spezifischer Unterstützung: die USA, Kanada, Australien, das Vereinigte Königreich, Frankreich, Italien, Irland und Japan, dazu über 60 weitere in allgemeiner Form. Deutschland steht nicht in dieser Liste.
Da Deutschland FIFO zulässt, fällt es unter die allgemeine Unterstützung. Ein auf die deutsche Anlage SO zugeschnittenes Formular verspricht der Anbieter auf der ausgewerteten Seite jedoch nicht. Das ist eine Frage des Zuschnitts und kein Mangel des Programms. Wer den fertigen deutschen Vordruck erwartet, sollte den Punkt vor dem Kauf beim Anbieter selbst nachfragen.
Krypto-Steuer-Tools und Portfolio-Tracker im ÜberblickPreise nebeneinander: Was 1.000 Transaktionen bei jedem Anbieter kosten
Ein Vergleich der Tarifnamen führt in die Irre, weil jeder Anbieter anders schneidet. Wir nehmen deshalb eine feste Größe: 1.000 Transaktionen in einem Steuerjahr, weil diese Marke bei drei der vier Anbieter eine eigene Tarifgrenze bildet.
| Anbieter | Tarif bei 1.000 Transaktionen | Preis | Abrechnung |
|---|---|---|---|
| Blockpit | Medium | 99 Euro | einmalig je Steuerjahr |
| Divly | Expert-Check, Stufe bis 1.000 | ab 99 Euro | einmalig je Steuerjahr |
| Waltio | Starter | 99 Euro | Jahresabonnement |
| Coinpanda | Trader | 149 US-Dollar | pro Jahr |
Drei der vier Anbieter landen bei 99 Euro, was wie ein eingespielter Marktpreis für die mittlere Nutzergruppe wirkt. Der Unterschied liegt woanders: Bei Blockpit und Divly ist die Zahlung mit dem Steuerjahr abgeschlossen, bei Waltio läuft sie als Abonnement weiter. Über fünf Jahre, in denen du nur zweimal etwas zu erklären hast, summiert sich das auf rund 300 Euro.
Der Preis allein entscheidet allerdings nicht. Aus einer Preisseite lässt sich nicht ablesen, wie zuverlässig der Import von einer bestimmten Börse funktioniert; in der Praxis wiegt das schwerer als zwanzig Euro Tarifunterschied. Prüfe vor dem Kauf, ob deine Handelsplätze angebunden sind — welche regulierten Kryptobörsen in Deutschland verfügbar sind, hilft dabei mehr als jede Preistabelle.
Sieben von dreizehn Preisseiten blockten den automatisierten Abruf
Zur Offenlegung der Methode gehört, was nicht funktioniert hat. Wir haben am 14. August 2026 dreizehn Preisseiten von Anbietern für Krypto-Steuer-Software abgerufen. Sechs lieferten den HTTP-Status 200 und waren auswertbar. Sieben antworteten mit dem Status 403, auch im zweiten Versuch mit Browser-Kennung und Cookie-Speicher.
Nicht abrufbar waren die Preisseiten von CoinTracking, Koinly, CoinTracker, Accointing, CryptoTaxCalculator, Awaken.tax und TokenTax. Das ist ausdrücklich kein Vorwurf: Ein Schutz gegen automatisierte Zugriffe ist bei kommerziellen Anbietern üblich, und im Browser sind diese Seiten für dich ganz normal erreichbar. Für eine Erhebung wie diese bedeutet es aber, dass wir zu den Preisen dieser sieben Anbieter nichts sagen können, was wir selbst gesehen hätten. Wir nennen deshalb keine Zahlen zu ihnen.
Von den sechs erreichbaren Seiten haben wir vier ausgewertet: Blockpit, Divly, Waltio und Coinpanda. Kryptos und Recap lieferten zwar Status 200, richten sich aber erkennbar nicht an den deutschen Formularbedarf und blieben unberücksichtigt. Die Stichprobe umfasst damit vier Anbieter und ist kein Marktüberblick. Preisseiten ändern sich zudem ohne Ankündigung: Alles oben ist der Stand vom 14. August 2026.

FIFO, Haltefrist und Anlage SO: Was die Software für das Finanzamt können muss
Ob ein Programm 49 oder 249 Euro kostet, ist zweitrangig, wenn am Ende Zahlen herauskommen, die das Finanzamt nicht akzeptiert. Drei Anforderungen solltest du deshalb prüfen, bevor du dich festlegst.
Erstens die Methode zur Ermittlung der Anschaffungskosten. In Deutschland wird bei Kryptowerten regelmäßig nach FIFO gerechnet, also nach dem Grundsatz, dass die zuerst angeschafften Stücke als zuerst veräußert gelten. Ein Programm, das nur nach Durchschnittskosten rechnet, hilft hier nicht weiter.
Zweitens die Haltefrist. Nach § 23 Einkommensteuergesetz bleiben Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften steuerfrei, wenn zwischen Anschaffung und Veräußerung mehr als ein Jahr liegt. Die Software muss diese Frist je Bestandsteil führen können, sonst rechnest du Gewinne, die gar nicht steuerpflichtig sind. Wie umstritten die Regel politisch ist, steht in der Gegenüberstellung der beiden Steuermodelle.
Drittens die Ausgabe. Seit dem Steuerjahr 2026 enthält die Anlage SO eigene Zeilen für Kryptowerte. Ein Programm, das dir nur eine Zahlenkolonne ausgibt, ohne sie den Vordruckzeilen zuzuordnen, verlagert die Arbeit lediglich nach hinten.
Regulierte Kryptobörsen mit dauerhaftem DatenexportDAC8 und das Kryptowerte-Steuertransparenzgesetz: Warum die Dokumentation jetzt zählt
Der Zeitpunkt für diese Frage ist kein beliebiger. Seit dem 1. Januar 2026 gilt in Deutschland das Kryptowerte-Steuertransparenzgesetz, mit dem die EU-Richtlinie DAC8 umgesetzt wird. In der EU registrierte Anbieter melden die Transaktionsdaten ihrer Kunden ab dann automatisch an die Finanzbehörden; die erste Übermittlung an die Steuerverwaltungen ist für 2027 vorgesehen.
Für das laufende Steuerjahr entsteht damit erstmals ein Datenbestand, den das Finanzamt unabhängig von deiner Erklärung erhält. Wer seine eigenen Zahlen erst im Sommer 2027 zusammensucht, sucht sie gegen einen Datensatz, der längst vorliegt. Deshalb steht die Wahl des Programms jetzt an und nicht erst zur Abgabe: Die Software muss das gesamte Jahr 2026 abdecken, und je früher sie läuft, desto weniger Vorgänge musst du rückwirkend rekonstruieren.
Unangenehm wird die Rekonstruktion bei Handelsplätzen, die es später nicht mehr gibt. Wer Bestände auf einer Börse hatte, die den Betrieb einstellt oder Token aus dem Handel nimmt, bekommt den Exportknopf danach oft nicht mehr zu sehen. Zieh die Umsatzdaten heraus, solange der Zugang besteht. Das gilt auch für Bestände, die du auf eine eigene Hardware-Wallet überträgst: Der Transfer zwischen eigenen Adressen ist steuerlich kein Verkauf, muss aber belegbar sein.
Was ein Steuerprogramm nicht leistet
Eine Grenze sollte klar sein: Die Programme rechnen, aber sie beraten nicht. Bei allem, was von der einfachen Kaufen-und-Verkaufen-Logik abweicht, treffen sie Annahmen. Staking, Lending, Airdrops, Hard Forks, Liquidity Pools und Derivate gehören zu den Bereichen, in denen die steuerliche Behandlung im Einzelfall strittig sein kann. Wer davon nennenswerte Beträge im Depot hat, sollte das Ergebnis von einer steuerberatenden Person prüfen lassen.
Krypto-Steuer-Software auswählen: Was du daraus mitnimmst
- Zähle zuerst deine Transaktionen, dann suche den Tarif. Der Preis hängt an dieser einen Zahl, und die meisten Anbieter zeigen sie dir im kostenlosen Portfolio-Tracking an, bevor du etwas bezahlst. Welche Programme das anbieten und welche Schnittstellen sie mitbringen, steht in der Übersicht der Krypto-Steuer-Tools und Portfolio-Tracker.
- Prüfe Einmalkauf gegen Abonnement. Wenn du nur in einzelnen Jahren etwas zu erklären hast, ist der Kauf pro Steuerjahr über mehrere Jahre gerechnet die günstigere Variante. Rechne den Fall für deine eigene Haltedauer durch, und sichere die Bestände, die länger liegen sollen, auf einer geeigneten Hardware-Wallet.
- Sichere die Daten deiner Handelsplätze, bevor du sie brauchst. Exportiere die Umsatzhistorie jeder Börse, auf der du aktiv warst, und bewahre sie unabhängig vom Programm auf. Wenn du dabei ohnehin aufräumst, lohnt der Abgleich mit den regulierten Kryptobörsen, bei denen der Datenexport dauerhaft verfügbar bleibt.
(Stand: 14. August 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)
Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen.


























