Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit einem hohen Risiko verbunden. Führe immer deine eigene Recherche durch.

Hashi startet mit 500 Millionen Dollar für Bitcoin-Kredite: Das ändert sich für Anleger in Deutschland

Mysten Labs bringt auf der Blockchain Sui ein Netzwerk an den Start, über das Bitcoin als Pfand für Kredite dient, ohne die Bitcoin-Kette zu verlassen. Mehr als 500 Millionen Dollar sind zugesagt, offen bleiben Konditionen, Startliquidität und der Zeitplan.

Drei verschieden geformte Metallschlüssel liegen nebeneinander auf einer dunklen geriffelten Stahlplatte, im Griff des mittleren ist ein kreisförmiges Symbol eingraviert
10 Min. Lesezeit
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Wer Bitcoin hält und Geld braucht, hatte lange nur eine Wahl: verkaufen. Seit dem 9. Oktober 2026 steht eine zweite Variante im Raum. Mysten Labs, die Entwicklerfirma hinter der Blockchain Sui, bringt mit Hashi ein Netzwerk an den Start, über das Bitcoin als Pfand für Kredite dient, ohne die Bitcoin-Blockchain zu verlassen. Mehr als 500 Millionen Dollar an Kapitalzusagen von über zwanzig Partnern stehen laut CoinDesk dahinter. Der Start läuft in Phasen über den Oktober.

Für dich als Anlegerin oder Anleger in Deutschland ist das zunächst eine Nachricht über ein Produkt, das du nicht in deiner Banking-App findest. Interessant wird sie an drei Punkten: an der Frage, wem du dafür deinen Bitcoin anvertraust, an der Steuerfrage rund um die Haltefrist und an dem Risiko, das jeder besicherte Kredit mitbringt. Bitcoin notiert am Sonntag bei 83.906 Dollar oder 74.816 Euro.

Hashi startet auf Sui: Mysten Labs sammelt mehr als 500 Millionen Dollar an Zusagen

Hashi ist ein Netzwerk für Bitcoin-Finanzierung, gebaut von Mysten Labs. Der Begriff Bitcoin-Finanzierung meint hier schlicht, dass gehaltener Bitcoin als Sicherheit für eine Kreditaufnahme eingesetzt wird, statt ungenutzt in einer Wallet zu liegen. Ausgezahlt wird der Kredit in anderen Werten auf der Sui-Kette, nicht in Bitcoin selbst.

Die Zahl, die durch die Meldungen geht, lautet 500 Millionen Dollar. Diese Angabe stammt aus der Ankündigung und beschreibt zugesagtes Kapital von mehr als zwanzig Partnern aus der Branche. Der Rollout beginnt im Oktober und läuft stufenweise, nicht an einem einzigen Stichtag.

Zusage ist keine Einlage: Die Startliquidität bleibt offen

Hier lohnt ein genauer Blick auf das Wort. Eine Kapitalzusage ist eine Absichtserklärung, Geld bereitzustellen. Damit liegt noch kein Betrag im Netzwerk, der abgerufen werden könnte. Cointelegraph und CoinDesk nennen die 500 Millionen Dollar übereinstimmend als zugesagtes, nicht als eingezahltes Kapital. Wie viel Liquidität am ersten Tag tatsächlich verfügbar ist, hat Mysten Labs nicht offengelegt.

Das ist kein Vorwurf. Bei einem stufenweisen Start ist es der Normalfall. Es verändert aber, was die Zahl dir sagt. Die Angabe beschreibt das Interesse institutioneller Häuser an dem Vorhaben. Über die Konditionen, zu denen ein Kredit am Ende zustande kommt, sagt sie nichts.

hBTC ohne Bridge: Wie Hashi Bitcoin sperrt und auf Sui einen Anspruch ausgibt

Der technische Kern ist der Teil, der am meisten über das Risiko verrät. Hashi arbeitet ohne Cross-Chain-Bridge. Eine Bridge ist ein Vermittler, der Guthaben auf einer Kette einfriert und auf einer anderen eine Kopie ausgibt; sie war in den vergangenen Jahren die Stelle, an der besonders viel Geld verloren ging.

Stattdessen wird der Bitcoin in einem Multisignatur-Vault auf der Bitcoin-Blockchain gesperrt. Multisignatur bedeutet, dass mehrere getrennte Schlüssel zusammenkommen müssen, bevor sich etwas bewegt. Auf Sui entsteht im Gegenzug ein Token namens hBTC. Wer aussteigen will, verbrennt sein hBTC und erhält den Bitcoin zurück.

Der Unterschied zur klassischen Bridge liegt darin, wo das Pfand liegt. Es verlässt die Bitcoin-Kette nicht. Was auf Sui zirkuliert, ist ein Anspruch auf diesen gesperrten Bestand.

Menschenleerer Gang zwischen zwei Reihen schwarzer Serverschränke in kaltem blauem Licht, Kabelbündel unter einem Gitterboden
Die Rechenleistung, die hBTC ausgibt, steht nicht auf der Bitcoin-Kette, sondern auf Sui.

Der Multisignatur-Vault: Wer die Schlüssel zum hinterlegten Bitcoin hält

Ein Vault mit mehreren Schlüsseln ist sicherer als einer mit einem. Er ist aber nicht dasselbe wie Selbstverwahrung. Solange dein Bitcoin dort liegt, hältst du nicht mehr allein die Kontrolle über ihn, sondern teilst sie mit den Stellen, die die übrigen Schlüssel verwalten.

Das ist die zentrale Abwägung bei jedem besicherten Kredit auf Kryptobasis, und sie gilt unabhängig vom Anbieter. Wer sich damit grundsätzlich beschäftigen will, findet die Mechanik hinter Zinsen und Risiken im Vergleich der Lending-Anbieter. Dort steht auch, welche Fragen du einem Anbieter stellen solltest, bevor du ihm Guthaben überlässt.

BitGo, Anchorage Digital und Ledger: Die Partner hinter dem Start

Zu den beteiligten Firmen zählen nach den vorliegenden Berichten BitGo, Bullish, Cumberland, FalconX und Ledger. Anchorage Digital wird ebenfalls als Partner zum Start genannt. Das sind Namen aus dem institutionellen Teil der Branche: Verwahrer, Handelshäuser, Market Maker.

Diese Besetzung erklärt, woher die Kapitalzusagen kommen. Zugleich sagt die Liste dir, an wen sich Hashi in erster Linie richtet. Ein Netzwerk, dessen Startpartner Handelsabteilungen und Verwahrstellen sind, ist zunächst für professionelle Gegenparteien gebaut und nicht für ein Privatdepot.

Aftermath, Concrete und Fluid: Wer die Hashi-Vaults betreiben soll

Die eigentlichen Vaults, also die Töpfe, aus denen Kredite vergeben werden, sollen von eigenen Anbietern betrieben werden. Genannt werden Aftermath, Concrete und Fluid. Das bedeutet in der Praxis, dass Hashi die Schienen stellt und andere darauf fahren.

Für dich hat das eine Folge, die leicht untergeht: Die Bedingungen eines Kredits, also Besicherungsquote, Zins und Schwelle für eine Zwangsverwertung, setzt der jeweilige Vault-Betreiber und nicht das Netzwerk. Zahlen dazu liegen zum Start nicht öffentlich vor.

Certora und CommonPrefix: Was die zwei Sicherheitsprüfungen abdecken

Zwei Prüfungen sind dokumentiert. Certora hat die Smart Contracts begutachtet, also den Programmcode, der auf Sui ausgeführt wird. CommonPrefix hat die MPC-Kryptografie geprüft. MPC steht für Multi-Party Computation, ein Verfahren, bei dem mehrere Beteiligte gemeinsam rechnen, ohne ihren jeweiligen Schlüsselanteil offenzulegen.

Ein Audit ist eine Momentaufnahme des geprüften Codes. Es belegt, dass Fachleute hingesehen haben, und es ist kein Versprechen, dass im laufenden Betrieb nichts passiert. Die Ereignisse des Jahres haben an mehreren Stellen gezeigt, dass Lücken auch an den Nahtstellen zwischen geprüften Bauteilen auftreten können.

Eine Billion Dollar untätiger Bitcoin: Der Markt, auf den Sui zielt

Sui begründet das Vorhaben mit einer eigenen Schätzung: Rund eine Billion Dollar in Bitcoin liege ungenutzt, ohne in Finanzanwendungen zu arbeiten. Die Zahl ist eine Annahme des Anbieters über die Größe des Marktes, keine gemessene Summe.

Richtig ist der Gedanke dahinter. Bitcoin wirft von sich aus keine Erträge ab. Es gibt kein Staking im Protokoll, keine Zinsen aus der Kette selbst. Jede Form von Rendite auf Bitcoin entsteht dadurch, dass jemand anderes dafür zahlt, und damit entsteht ein Gegenparteirisiko.

Beleihen statt verkaufen: Die Haltefrist nach Paragraf 23 EStG

In Deutschland entscheidet bei privat gehaltenen Kryptowerten die Haltedauer über die Steuer. Nach Paragraf 23 Einkommensteuergesetz ist ein Gewinn aus einem privaten Veräußerungsgeschäft steuerfrei, wenn zwischen Kauf und Verkauf mehr als ein Jahr liegt. Wer vorher verkauft, versteuert den Gewinn mit dem persönlichen Steuersatz.

Genau hier liegt der Reiz eines Kredits gegen Bitcoin: Ein Verkauf findet nicht statt, die Frist läuft also weiter. Ob das in jedem Fall so bleibt, hängt an den Einzelheiten der Konstruktion. Wird das Pfand verwertet, ist das ein Veräußerungsvorgang mit allen steuerlichen Folgen. Auch die Frage, ob das Sperren von Bitcoin und die Ausgabe eines anderen Tokens steuerlich als Tauschvorgang zu behandeln ist, ist bei solchen Modellen nicht pauschal zu beantworten.

Verlässliche Auskunft dazu gibt dir niemand im Internet, sondern deine Steuerberatung mit Blick auf deinen Fall. Das ist keine Floskel: Bei einem Produkt, das wenige Tage alt ist, existiert zu dieser Frage noch keine gefestigte Verwaltungspraxis.

Liquidationsrisiko: Wenn der Kurs die Besicherung unter die Schwelle drückt

Ein besicherter Kredit funktioniert so lange, wie das Pfand genug wert ist. Fällt der Bitcoin-Kurs, sinkt der Wert der Sicherheit, während die Schuld gleich bleibt. Unterschreitet das Verhältnis eine vereinbarte Schwelle, wird das Pfand ganz oder teilweise verkauft, um die Schuld zu decken.

Das ist der Punkt, an dem aus einer Idee, den Verkauf zu vermeiden, ein erzwungener Verkauf wird, und zwar typischerweise zum schlechtesten Zeitpunkt. Bitcoin hat in den vergangenen sieben Tagen 1,76 Prozent verloren und liegt damit in einer ruhigen Phase. Das war im Jahresverlauf mehrfach anders.

Zulassung in Deutschland: MiCA deckt den Handel ab, die Kreditvergabe nicht

Seit der europäischen Verordnung über Märkte für Kryptowerte, kurz MiCA, brauchen Anbieter bestimmter Dienstleistungen eine Zulassung. Dazu gehören etwa der Handel, die Verwahrung und der Tausch von Kryptowerten für Kunden. Die Vergabe von Krediten gegen Kryptowerte ist in diesem Katalog nicht enthalten.

Daraus folgt für dich eine praktische Konsequenz. Bei einer zugelassenen Börse kannst du die Erlaubnis in einem Register nachsehen. Bei einem Kreditangebot auf einer Blockchain gibt es diese Prüfstelle in der Regel nicht, und auch keine Einlagensicherung. Der Schutz, den du bei einem Bankprodukt voraussetzt, fehlt hier.

Verwahrung: hBTC auf Sui ist ein Anspruch, nicht dein Bitcoin

Ein Token, der einen gesperrten Bestand repräsentiert, ist wirtschaftlich etwas anderes als der Bestand selbst. Er hängt davon ab, dass die Sperre hält, dass die Schlüsselverwaltung funktioniert und dass der Rückgabeweg offen bleibt. Fällt eines dieser Elemente aus, hilft dir der Token auf der anderen Kette nicht weiter.

Wer sein Bitcoin-Guthaben dauerhaft außerhalb solcher Konstruktionen halten will, kommt an der eigenen Verwahrung nicht vorbei. Welche Geräte dafür in Frage kommen und worin sie sich unterscheiden, steht im Überblick der Hardware-Wallets.

Aufgeschlagener Aktenordner mit leeren Blättern auf einer Holztischplatte, daneben ein mechanischer Tischrechner und ein unbeschrifteter Kalenderblock im Licht einer Schreibtischlampe
Ob ein Kredit gegen Bitcoin die Haltefrist berührt, entscheidet sich nicht im Produkt, sondern in der Steuerakte.

SUI bei 1,14 Dollar: Der Token trägt das Netz, nicht den Kredit

Hashi läuft auf Sui, also stellt sich die Frage nach dem Token der Kette. SUI notiert am Sonntag bei 1,14 Dollar oder 1,016 Euro. Der Token bezahlt Transaktionen im Netzwerk und sichert es ab. Er ist nicht das Pfand und nicht die Kreditwährung.

Ein verbreiteter Kurzschluss lautet: Mehr Aktivität auf einer Kette bedeutet automatisch einen höheren Preis ihres Tokens. Belegt ist dieser Zusammenhang nicht. Was ein phasenweiser Start im Oktober an tatsächlichem Transaktionsvolumen bringt, lässt sich erst messen, wenn er gelaufen ist.

Was noch offen ist: Konditionen und Startliquidität

Drei Dinge sind zum heutigen Stand nicht öffentlich. Erstens die Konditionen der einzelnen Vaults, also Besicherungsquote, Zinssatz und Verwertungsschwelle. Zweitens die Liquidität, die am ersten Tag wirklich bereitsteht. Drittens der genaue Zeitplan, nach dem die Phasen im Oktober aufeinander folgen.

Solange diese Angaben fehlen, lässt sich das Angebot nicht mit einem bestehenden Kreditprodukt vergleichen. Wer wartet, bis die Bedingungen veröffentlicht sind, verpasst nichts, was sich hinterher nicht nachholen ließe.

Bitcoin-Kredite auf Sui: 500 Millionen Dollar sind zugesagt, nicht da

Die Nachricht ist der Start, nicht das fertige Produkt. Drei Schritte sind sinnvoll, wenn dich das Thema betrifft:

  1. Zulassung prüfen, bevor Guthaben bewegt wird. Für jeden Anbieter, bei dem du Kryptowerte kaufst oder hältst, lässt sich die Erlaubnis nachsehen. Welche Häuser in Europa zugelassen sind, zeigt die Übersicht der regulierten Kryptobörsen.
  2. Die Verwahrung klären. Bitcoin, der als Pfand gesperrt ist, liegt nicht mehr allein in deiner Hand. Für den Bestand, der bei dir bleiben soll, lohnt der Blick in den Vergleich der Hardware-Wallets.
  3. Die Haltefrist dokumentieren. Wann du gekauft hast, entscheidet über die Steuer. Wer Anschaffungsdaten sauber führt, kann die Jahresfrist belegen; dabei helfen die Steuer-Tools und Portfolio-Tracker.

(Stand: 11. Oktober 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)

Häufige Fragen zu Hashi und Bitcoin-Krediten

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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