Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit einem hohen Risiko verbunden. Führe immer deine eigene Recherche durch.

Ethereum Mining nach dem Merge: 36 Prozent aller ETH stecken jetzt im Staking

Seit dem 15. September 2022 lässt sich Ethereum nicht mehr schürfen, Validatoren haben die Miner ersetzt. Der Ratgeber zeigt die Ertragswege für ETH-Halter in Deutschland, die Stromrechnung für Ethereum-Classic-Mining und die Steuerregeln für Staking.

Blau leuchtendes Neonzeichen mit dem Ethereum-Zeichen an der Stirnwand einer verlassenen Mining-Halle mit abgeschalteten Grafikkarten-Rigs
Seit dem Merge im September 2022 bleiben die Grafikkarten für Ethereum aus.
10 Min. Lesezeit
Teilen:

Ethereum Mining ist seit dem 15. September 2022 nicht mehr möglich. An diesem Tag hat Ethereum mit dem sogenannten Merge seinen Konsens von Proof of Work auf Proof of Stake umgestellt. Neue Blöcke erzeugen seitdem Validatoren, die ETH als Sicherheit hinterlegen, und keine Grafikkarten mehr. Wer mit ETH heute einen laufenden Ertrag erzielen will, landet deshalb beim Staking. Wer weiter mit Hardware schürfen will, muss auf andere Netzwerke ausweichen, allen voran Ethereum Classic.

Der Unterschied ist mehr als eine technische Fußnote. Am 5. November 2026 stecken nach den Daten von Validator Queue rund 44,4 Millionen ETH im Staking, gut 36 Prozent des gesamten Angebots. Die Warteschlange für neue Validatoren ist mit gut einer Million ETH so lang, dass ein Neueinsteiger derzeit etwa 18 Tage wartet, bis sein Einsatz arbeitet. Genau diese Nachfrage zeigt, wohin das Kapital der früheren Miner gewandert ist.

Dieser Ratgeber erklärt, was beim Merge passiert ist, welche Ertragswege es für ETH-Halter in Deutschland gibt, was Mining auf Ethereum Classic an Strom kostet und wie das Finanzamt Staking-Erträge behandelt.

Vom Proof of Work zum Proof of Stake: der Merge am 15. September 2022

Proof of Work bezeichnet ein Verfahren, bei dem Rechner um die Wette eine kryptografische Aufgabe lösen; wer zuerst eine gültige Lösung findet, darf den nächsten Block anhängen und erhält die Belohnung. Bis zum Merge lief Ethereum genau so, und weil der Algorithmus Ethash auf Grafikspeicher ausgelegt war, schürften vor allem Grafikkarten.

Proof of Stake ersetzt Rechenleistung durch hinterlegtes Kapital. Ein Validator sperrt ETH als Pfand und wird zufällig ausgewählt, Blöcke vorzuschlagen oder zu bestätigen. Wer sich falsch verhält, verliert einen Teil des Pfands. Diesen Vorgang nennt man Slashing.

Der Merge hat die bisherige Ethereum-Blockchain mit der parallel laufenden Beacon Chain zusammengeführt. Laut der Erklärseite von ethereum.org sank der Energieverbrauch des Netzwerks dadurch um rund 99,95 Prozent, und Mining ist seither nicht mehr das Mittel, um gültige Blöcke zu erzeugen. Für ETH-Halter änderte sich nichts an ihren Guthaben: Eine Aktion war nicht nötig, alle Coins blieben in ihren Wallets zugänglich.

Was mit den Ethereum-Minern passierte

Die Grafikkarten, die bis zum 14. September 2022 Ethereum-Blöcke berechnet hatten, verloren über Nacht ihre Einnahmequelle. Ein Teil der Rechenleistung wanderte zu anderen Proof-of-Work-Netzwerken, ein großer Teil der Hardware landete auf dem Gebrauchtmarkt. Mining-Pools stellten den ETH-Betrieb ein, weil es schlicht keinen Block mehr zu finden gab.

Validatoren statt Miner: so entstehen Ethereum-Blöcke heute

Ein Validator ist ein Programm, das mit eingezahlten ETH am Konsens teilnimmt. Für einen eigenen Validator braucht es mindestens 32 ETH. Seit dem Pectra-Upgrade vom Mai 2025 darf ein einzelner Validator bis zu 2.048 ETH bündeln, damit große Anbieter weniger Validatoren parallel betreiben müssen. Die Mindestsumme für den Einstieg blieb bei 32 ETH.

Ein Validator braucht keine Grafikkarte, sondern einen zuverlässigen Rechner mit schneller SSD und stabiler Internetverbindung. Er läuft rund um die Uhr, denn wer offline ist, verpasst Aufgaben und bekommt kleine Abzüge. Der Stromverbrauch liegt eher im Bereich eines Routers als eines Mining-Rigs.

Belohnt werden Validatoren aus zwei Quellen: aus neu ausgegebenen ETH für ihre Konsensarbeit und aus Transaktionsgebühren der Nutzer. Ein Teil der Gebühren wird seit 2021 verbrannt. Wie viel ein Validator am Ende verdient, hängt deshalb auch davon ab, wie viel auf der Blockchain los ist.

Lüfterloser Mini-Computer mit grüner Status-LED und Netzwerkkabel auf einem dunklen Holzschreibtisch, daneben eine externe SSD
Ein Validator braucht statt Grafikkarten einen sparsamen Rechner, der rund um die Uhr läuft.

Ethereum Staking 2026: 44,4 Millionen ETH und 2,44 Prozent Jahresrendite

Die Staking-Rendite sinkt, je mehr ETH im Staking stecken, weil sich die Ausgabe neuer Coins auf mehr Teilnehmer verteilt. Validator Queue weist am 5. November 2026 eine Jahresrendite von 2,44 Prozent aus. Auf 1 ETH ergibt das rechnerisch rund 0,024 ETH im Jahr, vor Gebühren eines Anbieters.

Die Zahlen im Überblick, Stand 5. November 2026:

  • Im Staking: rund 44,4 Millionen ETH, 36,33 Prozent des Angebots
  • Jahresrendite laut Validator Queue: 2,44 Prozent
  • Eintrittswarteschlange: rund 1,04 Millionen ETH, Wartezeit gut 18 Tage
  • Austrittswarteschlange: rund 19.000 ETH, Wartezeit gut ein Tag

Die lange Eintrittsschlange hat eine praktische Folge. Wer heute einen Validator startet oder über einen Anbieter staken lässt, verdient in den ersten zweieinhalb Wochen nichts, weil der Einsatz noch wartet. Viele Börsen schreiben die Rendite trotzdem ab dem ersten Tag gut, weil sie bereits laufende Validatoren nutzen. Ein Blick in die Bedingungen klärt, ab wann Erträge anfallen.

Drei Wege ins Ethereum Staking: Solo-Validator, Pool und Börse

Für ETH-Halter in Deutschland gibt es drei Wege, die sich in Aufwand, Mindestbetrag und Risiko klar unterscheiden.

Solo-Staking mit eigenem Validator

Beim Solo-Staking betreibst du den Validator selbst und behältst die volle Kontrolle über deine Schlüssel. Du brauchst 32 ETH, einen dauerhaft laufenden Rechner und technisches Verständnis für Client-Software und Updates. Dafür fließt die gesamte Belohnung an dich, ohne Provision eines Dienstleisters. Das Slashing-Risiko trägst du selbst, etwa wenn derselbe Validator versehentlich auf zwei Rechnern parallel läuft.

Liquid Staking und Pools

Liquid-Staking-Protokolle sammeln ETH vieler Nutzer, betreiben damit Validatoren und geben im Gegenzug einen Token aus, der den Anspruch auf die gestakten ETH samt Ertrag abbildet. Der bekannteste ist stETH von Lido. Der Einstieg ist mit kleinen Beträgen möglich, und der Token lässt sich handeln. Dazu kommen zusätzliche Risiken: Fehler im Smart Contract und ein Kurs des Tokens, der vorübergehend unter dem Wert der hinterlegten ETH liegen kann.

Staking über eine Börse

Am bequemsten ist Staking über eine Börse oder einen Broker. Ein Klick genügt, oft schon ab wenigen Euro. Die Plattform betreibt die Validatoren und behält einen Teil der Belohnung ein. Deine ETH liegen dabei bei der Plattform, du gibst also die Verwahrung aus der Hand. Unter MiCA brauchen Anbieter in der EU eine Zulassung als Krypto-Dienstleister; welche Plattformen sie haben und was sie kosten, zeigt unser Vergleich der Krypto-Börsen.

Ethereum Classic als Proof-of-Work-Ableger: ASICs statt Grafikkarten

Ethereum Classic ist die ursprüngliche Ethereum-Blockchain, die nach dem DAO-Hack von 2016 ohne Rückabwicklung weiterlief. Diese Blockchain ist bei Proof of Work geblieben und war nach dem Merge das naheliegende Ziel für frühere Ethereum-Miner. Der Algorithmus heißt Etchash, eine Abwandlung des früheren Ethash.

Inzwischen dominieren spezialisierte Rechner das Netzwerk. Ein ASIC ist ein Chip, der nur für einen einzigen Algorithmus gebaut ist und ihn viel effizienter rechnet als eine Grafikkarte. Vergleichsportale wie AsicMinerValue führen etwa den Antminer E11 von Bitmain mit 9 GH/s bei 2.340 Watt. Eine einzelne Grafikkarte kommt auf einen Bruchteil davon. Für Grafikkarten-Miner ist Ethereum Classic deshalb kein Ersatz für das frühere ETH-Mining mehr.

Ein zweiter Punkt betrifft die Sicherheit: Kleinere Proof-of-Work-Netzwerke sind anfälliger für Angriffe mit gemieteter Rechenleistung. Ethereum Classic wurde 2019 und 2020 mehrfach Ziel solcher sogenannter 51-Prozent-Angriffe, bei denen ein Angreifer die Mehrheit der Rechenleistung übernimmt und Transaktionen umschreiben kann.

Stromkosten in Deutschland: was ein ETC-Miner am Tag verbraucht

Für Mining in Deutschland entscheidet am Ende der Strompreis. Der Branchenverband BDEW nennt für Haushalte 2026 einen Durchschnitt von rund 37 Cent je Kilowattstunde, das Statistische Bundesamt für alle laufenden Verträge im ersten Halbjahr 2026 knapp 38 Cent.

Unsere Rechnung für einen Antminer E11 mit 2.340 Watt im Dauerbetrieb:

  • Verbrauch pro Tag: 2,34 Kilowatt mal 24 Stunden ergibt 56,2 Kilowattstunden
  • Stromkosten pro Tag bei 37 bis 38 Cent: rund 20,80 bis 21,30 Euro
  • Stromkosten pro Monat (30 Tage): rund 620 bis 640 Euro

Zum Vergleich: Eine Grafikkarte mit 200 Watt kostet im Dauerbetrieb rund 1,80 Euro am Tag. Diesen Kosten steht ein Ertrag gegenüber, der vom ETC-Kurs, der Schwierigkeit des Netzwerks und der eigenen Hardware abhängt. Wie solche Rechnungen bei Bitcoin aussehen, zeigt unser Bitcoin-Mining-Rechner für Deutschland. Grundlagen zum Verfahren erklärt der Artikel Was ist Bitcoin Mining. Mit Haushaltsstrom lohnt sich Proof-of-Work-Mining in Deutschland nur selten, Solarstrom vom eigenen Dach verschiebt die Rechnung.

Zwei Hände halten eine staubige Grafikkarte mit drei Lüftern vor einem abgebauten Mining-Gestell in einer Werkstatt
Viele Grafikkarten aus dem Ethereum-Mining landeten nach 2022 auf dem Gebrauchtmarkt oder in anderen Netzwerken.

Ethereum-Mining-Apps und Cloud-Mining: Versprechen ohne Grundlage

Bis heute werben Apps und Webseiten mit „ETH-Mining“ auf dem Smartphone oder in der Cloud. Seit dem Merge kann es ein solches Produkt technisch nicht geben, denn auf Ethereum wird nichts mehr geschürft. Ausgezahlte Beträge stammen in solchen Fällen aus anderen Quellen, etwa aus den Einzahlungen späterer Kunden.

Ethereum.org warnt ausdrücklich: Es gibt kein „altes ETH“ und „neues ETH“ und keinen Umtausch von „Eth1“ in „Eth2“. Wer so etwas anbietet, ist nach Darstellung der Seite wahrscheinlich ein Betrüger. Woran du seriöse Angebote von unseriösen unterscheidest, steht in unserem Ratgeber zu Cloud-Mining-Alternativen.

Steuer auf Staking-Erträge: Paragraf 22 EStG und die 256-Euro-Freigrenze

Das Bundesfinanzministerium hat die Besteuerung von Kryptowerten im Schreiben vom 6. März 2025 zusammengefasst. Für Privatanleger ergeben sich daraus drei Regeln.

  1. Erträge bei Zufluss: Staking-Belohnungen gelten als sonstige Einkünfte nach Paragraf 22 Nummer 3 EStG. Maßgeblich ist der Marktwert in Euro zum Zeitpunkt, an dem dir die Belohnung zufließt.
  2. Freigrenze von 256 Euro: Bleiben alle Einkünfte dieser Art im Jahr unter 256 Euro, sind sie steuerfrei. Wird die Grenze erreicht, ist der gesamte Betrag zu versteuern, nicht nur der Teil darüber.
  3. Haltefrist bleibt ein Jahr: Das Staking verlängert die Spekulationsfrist der eingesetzten ETH nicht auf zehn Jahre. Für die erhaltenen Belohnungen beginnt mit dem Zufluss eine eigene Frist von einem Jahr.

Ein Beispiel: Bei 2,44 Prozent Rendite bringen 5 ETH im Jahr rund 0,12 ETH. Bei einem angenommenen ETH-Kurs von 2.000 Euro wären das etwa 244 Euro, knapp unter der Freigrenze. Andere Leistungseinkünfte, etwa aus Lending oder privatem Mining, zählen allerdings mit.

Mining wird ähnlich eingeordnet. Gelegentliches Schürfen im Privatvermögen fällt ebenfalls unter sonstige Einkünfte, wer dauerhaft und mit Gewinnabsicht in größerem Umfang schürft, betreibt schnell ein Gewerbe. Die Abgrenzung erklärt unser Artikel zum gewerblichen Krypto-Mining.

Grafikkarten nach dem Ethereum-Mining: verkaufen oder umwidmen

Wer noch Hardware aus der Zeit vor dem Merge besitzt, hat im Kern zwei Möglichkeiten. Der Verkauf auf dem Gebrauchtmarkt bringt Geld zurück, gerade bei Karten mit viel Grafikspeicher. Käufer fragen dabei häufig nach der Mining-Vergangenheit, weil Lüfter und Wärmeleitpaste nach Jahren im Dauerbetrieb verschlissen sein können.

Die zweite Möglichkeit ist der Betrieb in anderen Proof-of-Work-Netzwerken, die weiterhin auf Grafikkarten ausgelegt sind. Hier gelten dieselben Stromkosten wie oben, und die Erträge kleiner Coins schwanken stark. Wer diesen Weg geht, sollte die Coins nicht auf einer Börse liegen lassen, sondern selbst verwahren.

Ethereum seit 2022: Ertrag nur noch über Staking statt Grafikkarte

Mining ist für Ethereum Geschichte, Ertrag gibt es über Staking. Drei Schritte für den Einstieg:

  1. Anbieter wählen: Vergleiche Rendite, Provision und Sperrfristen der Plattformen in unserem Vergleich der Staking-Anbieter.
  2. Erträge dokumentieren: Halte jede Belohnung mit Datum und Euro-Wert fest, damit du die 256-Euro-Freigrenze im Blick behältst. Dabei helfen die Krypto-Steuer-Tools im Vergleich.
  3. Verwahrung klären: Willst du die Kontrolle über deine ETH behalten, gehören sie auf ein eigenes Gerät. Eine Auswahl zeigt unser Hardware-Wallet-Vergleich.

(Stand: 5. November 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)

Häufige Fragen zu Ethereum Mining

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

Verwandte Artikel

Welche Themen sollen wir vertiefen?

Wähle aus, was dich aktuell beschäftigt. Deine Auswahl fließt direkt in unsere Themenplanung ein.

Crypto-News, die wirklich Mehrwert bringen.

Wöchentlich. 60 Sekunden Lesezeit. Sorgfältig kuratiert von unserer Redaktion: kein Hype, keine Werbe-Mails, kein Spam.

Abonnieren

Mehr zum Thema

Alle anzeigen

Vielleicht auch interessant