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Ethereum Layer 2: Starknet stimmt mit 93,5 Prozent für die Forschung am Ausstieg — das prüfst du jetzt

Einordnung: Starknet hat seine Token-Halter abstimmen lassen, ob das Netzwerk Ethereum als Layer 2 verlässt. 93,52 Prozent sprachen sich für die Forschung daran aus. Was das für deine Layer-2-Token heißt, welche Netze heute überhaupt noch Gewicht haben und woran du den Unterschied erkennst.

Glasfaserbündel, das sich hinter einer Metallmanschette mit dem Ethereum-Zeichen in viele einzeln leuchtende Stränge aufteilt
14 Min. Lesezeit
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Ein Ethereum Layer 2 ist ein eigenes Netzwerk, das Transaktionen außerhalb der Ethereum-Blockchain ausführt, sie bündelt und gesammelt auf Ethereum abrechnet. Es ist schneller und billiger als Ethereum selbst und hängt genau deshalb an Ethereum: Die Sicherheit kommt von unten. Diese Abhängigkeit hat Starknet in der vergangenen Woche seinen Token-Haltern zur Abstimmung gestellt. Belegt ist: Die Abstimmung lief vom 15. bis zum 22. Oktober 2026, 93,52 Prozent der abgegebenen Stimmkraft bei 3.236 Stimmen sprachen sich dafür aus, einen Ausstieg aus dem Layer-2-Modell zu erforschen, und ein Umzug ist damit nicht beschlossen, denn dafür braucht es eine zweite, bindende Abstimmung. Unsere Einschätzung dazu folgt weiter unten: Für Halter sind in den nächsten Monaten zwei Dinge wichtig, der Whitepaper-Entwurf im November und die Frage, welches Netz ihren Token eigentlich trägt.

Dieser Text beantwortet drei Dinge: was ein Layer 2 technisch ist und welche Bauformen es gibt, wie viel Kapital die einzelnen Netze heute tatsächlich sichern, und was an der eigenen Position zu prüfen ist, wenn ein Netzwerk seine Grundlage wechselt. Die Zahlen zum Kapital haben wir selbst erhoben, deshalb stehen sie hier als Tabelle und nicht als Behauptung.

Rollup, Validium, Sidechain: Diese drei Bauformen stecken hinter dem Begriff Ethereum Layer 2

„Layer 2“ ist kein geschützter Begriff, sondern eine Sammelbezeichnung. Darunter liegen Bauformen mit sehr unterschiedlichen Sicherheitsannahmen, und der Unterschied entscheidet darüber, wie leicht du an dein Geld kommst und wem du dabei vertraust.

Ein Rollup ist ein Netzwerk, das Transaktionen außerhalb von Ethereum ausführt, sie zu Paketen bündelt und die zugehörigen Daten oder einen kryptografischen Beweis auf Ethereum veröffentlicht. Weil die Daten auf Ethereum liegen, kann jeder den Zustand des Rollups daraus rekonstruieren.

Ein optimistisches Rollup nimmt die gebündelten Transaktionen zunächst als richtig an und lässt eine Einspruchsfrist offen, in der jeder Beteiligte einen Fehler nachweisen kann. Arbitrum One, Base und OP Mainnet arbeiten so. Ein ZK-Rollup legt stattdessen einen mathematischen Gültigkeitsbeweis vor, den Ethereum prüft, bevor der Zustand übernommen wird; ein Einspruch ist dann nicht nötig. Starknet, Linea, Scroll und ZKsync Era gehören in diese Gruppe.

Ein Validium veröffentlicht den Gültigkeitsbeweis auf Ethereum, hält die Transaktionsdaten aber außerhalb. Das senkt die Kosten und verschiebt die Sicherheitsannahme: Wer die Daten zurückhält, kann dich daran hindern, deinen Anspruch zu belegen. Eine Sidechain schließlich ist eine eigenständige Blockchain mit eigener Validatorengruppe, die nur über eine Brücke an Ethereum hängt. Polygon PoS, dessen Token POL viele Anleger noch aus der Layer-2-Debatte von 2021 kennen, fällt in diese Kategorie und wird von der Analyseplattform L2Beat heute ausdrücklich nicht als Rollup geführt.

Woran du die Bauform im Alltag erkennst

Drei Merkmale reichen für die Zuordnung. Wie lange eine Auszahlung zurück nach Ethereum dauert: eine Woche deutet auf ein optimistisches Rollup, Stunden auf ein ZK-Rollup, Minuten auf eine Sidechain. Wo die Daten liegen: ein Rollup schreibt sie auf Ethereum, ein Validium nicht. Und wer die Blöcke baut: ein Rollup mit einem einzelnen Sequencer kann angehalten werden, eine Sidechain mit eigener Validatorengruppe hat eine andere Angriffsfläche. Die Einstufung je Netzwerk ist bei L2Beat öffentlich dokumentiert, samt der Reifestufe, die angibt, wie weit das Netzwerk von zentraler Steuerung weg ist.

Starknets Abstimmung erlaubt Forschung am Ausstieg, nicht den Ausstieg selbst

Starknet ist ein ZK-Rollup und arbeitet mit sogenannten STARK-Beweisen, einer Beweisform, die das Unternehmen StarkWare seit 2019 entwickelt. Vom 15. bis zum 22. Oktober 2026 lief über das Governance-Portal des Netzwerks eine Abstimmung darüber, ob Starknet den Weg zu einer unabhängigen, quantensicheren Layer 1 erforschen soll. Zur Wahl standen Ja, Nein und Neutral.

Das Ergebnis: 93,52 Prozent der Stimmkraft bei 3.236 abgegebenen Stimmen votierten für die Forschung. StarkWare selbst hat nach eigenen Angaben auf eine Stimmabgabe verzichtet und die Entscheidung der Gemeinschaft überlassen. Wichtig für die Einordnung sind fünf Punkte, die in vielen Kurzmeldungen untergehen.

  • Die Abstimmung ist unverbindlich. Beauftragt wird damit eine Arbeitsgruppe aus StarkWare und der Starknet Foundation mit technischer Forschung und Planung. Ein tatsächlicher Wechsel bräuchte eine eigene, bindende Abstimmung nach Vorlage der Ergebnisse.
  • Der Token bleibt. Ein neues Token ist nicht geplant; STRK soll das native Token des Netzwerks bleiben, in beiden Szenarien.
  • Die Brücken bleiben offen. Die bestehenden Verbindungen zwischen Ethereum und Starknet sollen während der Forschungsphase unverändert nutzbar sein, und am Ablauf für Nutzer ändert sich zunächst nichts.
  • Ein Entwurf des Whitepapers ist für November angekündigt und soll öffentlich zur Begutachtung stehen.
  • Ein Datum für den Wechsel steht nicht in der Vorlage. Die Abstimmung beauftragt Forschung, ohne Migrationstermin und ohne Stufenplan.

Der Markt hat die Nachricht gemischt aufgenommen. Als die Abstimmung startete, legte STRK zweistellig zu. Am Donnerstag stand das Token bei 0,054 US-Dollar und damit 16,1 Prozent unter dem Vortag, bei einer Marktkapitalisierung von rund 410 Millionen US-Dollar. Der Gesamtmarkt gab am selben Tag 6,6 Prozent ab, Ether 5,5 Prozent. STRK fiel also deutlich stärker als der Markt, in dem es sich bewegt.

Stahlschranke, die sich quer über einen schmalen Betonsteg über dunklem Wasser senkt, dahinter eine Reihe verschlossener Metallkisten
Bei einem optimistischen Rollup liegt zwischen dem Auszahlungsauftrag und dem Guthaben auf Ethereum eine Einspruchsfrist von rund einer Woche.

Zwischen Auszahlungsauftrag und Guthaben liegen bei optimistischen Rollups sieben Tage

Wer von einem Layer 2 zurück nach Ethereum will, stößt auf die Einspruchsfrist. Bei den optimistischen Rollups Arbitrum One, Base und OP Mainnet beträgt sie rund sieben Tage. In dieser Zeit könnte jemand nachweisen, dass das veröffentlichte Transaktionspaket fehlerhaft war; erst danach gibt die Brücke das Guthaben auf Ethereum frei. Die Wartezeit ist der Preis der Bauform: Ohne Einspruchsfrist gäbe es keinen Mechanismus, einen falschen Zustand zu korrigieren.

Unser Beitrag vom 14. September 2026 zur Wartezeit bei Layer-2-Auszahlungen beschreibt den Ablauf im Detail, einschließlich der Fälle, in denen bis zu zehn Tage zusammenkommen, weil der Auftrag erst in das nächste Paket rutscht. Bei ZK-Rollups entfällt die Einspruchsfrist, dafür wartest du auf den nächsten Beweis, den das Netzwerk auf Ethereum einreicht. Das dauert je Netzwerk Stunden, nicht Minuten.

Schnelle Brücken von Dritten und ihr Preis

Dritte bieten schnelle Brücken an, die dir das Guthaben sofort auszahlen und selbst warten. Dafür nehmen sie eine Gebühr und du trägst ihr Ausfallrisiko: Geht der Anbieter mitten im Vorgang unter, hängt dein Geld an seinem Vertrag und nicht an Ethereum. Für größere Beträge lohnt es, den langsamen Weg über die offizielle Brücke zu nehmen und die Wartezeit einzuplanen.

Post-Quanten-Kryptografie ist das Argument: STARK-Beweise rechnen ohne elliptische Kurven

Der Antrieb hinter dem Vorstoß ist nicht Streit mit Ethereum, sondern Kryptografie. Ethereum-Konten unterschreiben ihre Transaktionen heute mit Signaturen über einer elliptischen Kurve. Ein ausreichend großer Quantenrechner könnte aus einem öffentlichen Schlüssel den privaten Schlüssel errechnen; der dafür nötige Algorithmus ist seit den neunziger Jahren bekannt, der passende Rechner existiert nicht. STARK-Beweise dagegen stützen sich auf Hash-Funktionen, und die gelten gegen Quantenangriffe als deutlich widerstandsfähiger.

Starknet-Chef Eli Ben-Sasson nennt 2027 als Ziel, zu dem sein Netzwerk quantensicher sein soll. Seine Argumentation: Als Layer 2 bleibt Starknet an den Zeitplan von Ethereum gebunden, weil die Abrechnung auf Ethereum stattfindet und damit auch an dessen Signaturverfahren hängt; als eigene Layer 1 könnte es den Schritt früher gehen. Das ist seine Begründung, nicht unsere Bewertung.

Dagegen steht, was ein Ausstieg kostet. Ethereum arbeitet selbst an quantensicheren Signaturverfahren, und die Sicherheit, die ein Rollup heute von Ethereum erbt, müsste ein eigenständiges Netzwerk aus eigener Kraft aufbringen. Wer die Debatte verfolgen will, findet die technischen Argumente im Forum des Netzwerks; verlässlicher als jede Kurzmeldung ist das angekündigte Whitepaper.

Base sichert 15,2 Milliarden Dollar, Starknet 395 Millionen: Das Gewicht ist ungleich verteilt

Die Größe eines Layer 2 zeigt sich am Kapital, das im Netzwerk liegt und über dessen Brücken gesichert wird, und kaum am Tokenkurs. Wir haben die Werte am Donnerstagabend bei L2Beat erhoben, für alle Ethereum-Rollups mit nennenswertem Bestand. Die rechte Spalte zeigt die Veränderung über sieben Tage.

NetzwerkBauformGesichertes Kapital7 Tage
Base ChainOptimistisches Rollup15,22 Mrd. USD−2,2 %
Arbitrum OneOptimistisches Rollup10,17 Mrd. USD−3,0 %
OP MainnetOptimistisches Rollup1,84 Mrd. USD−8,1 %
StarknetZK-Rollup395 Mio. USD−39,9 %
LineaZK-Rollup343 Mio. USD−4,0 %
ZKsync EraZK-Rollup268 Mio. USD−14,4 %
ScrollZK-Rollup39 Mio. USD−2,9 %
Taiko AlethiaZK-Rollup11 Mio. USD−3,3 %

Base und Arbitrum One sichern zusammen 25,4 Milliarden US-Dollar. Das ist das 64-fache von Starknet, und es sind zwei optimistische Rollups, also die Bauform mit der langen Wartezeit. Die technisch elegantere Gruppe der ZK-Rollups trägt zusammengenommen weniger als ein Zwanzigstel davon. Starknet kommt auf knapp ein Prozent des Kapitals, das L2Beat über alle Layer-2-Netze zusammen führt, rund 40 Milliarden US-Dollar.

Diese Verteilung erklärt, warum die Abstimmung für den Gesamtmarkt eine kleine Nachricht ist und für die eigene Position womöglich eine große: Wer Base oder Arbitrum nutzt, ist von Starknets Weg nicht betroffen. Wer STRK hält oder Guthaben auf Starknet liegen hat, hat ein Netzwerk im Depot, dessen Grundlage zur Diskussion steht.

Vier der fünf Layer-2-Projekte unserer Liste von 2024 führt L2Beat heute nicht mehr

Ein Blick in den eigenen Bestand zeigt, wie schnell solche Listen altern. Unsere Übersicht der fünf größten Ethereum-Layer-2-Projekte vom 19. September 2024 nannte Polygon, Loopring, OMG Network, Skale und ZKSwap, der Marktkapitalisierung nach geordnet. Wir haben alle fünf gegen die heutige Datenlage geprüft.

Loopring, OMG Network, Skale und ZKSwap stehen in der aktuellen L2Beat-Aufstellung überhaupt nicht mehr: vier von fünf. Polygon ist weiter dabei, aber als Polygon PoS und in der Kategorie „Other“, also ausdrücklich nicht als Rollup; POL stand am Donnerstag bei 0,0902 US-Dollar. Die vier Netzwerke, die heute das meiste Kapital sichern, Base, Arbitrum One, OP Mainnet und Starknet, kamen in der Liste von 2024 nicht vor. Base war damals wenige Monate alt.

Daraus folgt eine Lehre, die über Starknet hinausgeht: Eine Rangliste von Layer-2-Projekten ist ein Zustand, keine Eigenschaft. Belastbar sind die Bauform, die Reifestufe und das gesicherte Kapital, weil sich alle drei nachprüfen lassen. Ein Projektname in einer zwei Jahre alten Liste sagt über das Heute nichts.

Starknets gesichertes Kapital fiel in einer Woche um 39,9 Prozent, der Sektor um 3,4

Der auffälligste Wert in der Tabelle oben ist Starknets Wochenverlust. Um ihn zu beurteilen, braucht es den Vergleich, denn gesichertes Kapital wird in US-Dollar gemessen und fällt deshalb mit, wenn der Markt fällt. Über alle Layer-2-Netze zusammen ging der Wert in sieben Tagen um 3,4 Prozent zurück, der Ether-Kurs im gleichen Zeitraum um 2,7 Prozent. Der größte Teil des Sektorrückgangs ist also schlicht der Markt.

Starknets 39,9 Prozent sind das Zwölffache dieser Bewegung. Base verlor 2,2 Prozent, Arbitrum One 3,0, Linea 4,0. Eine Größenordnung wie bei Starknet erklärt kein Kursrückgang; so etwas entsteht, wenn Kapital das Netzwerk verlässt. Die Abstimmung lief in genau diese Woche. Ob sie der Grund ist, lässt sich aus diesen Zahlen nicht ablesen; ablesen lässt sich die Größenordnung, und die ist für ein Netzwerk dieser Größe erheblich.

Dazu kommt der Tokenkurs. STRK verlor am Donnerstag 16,1 Prozent, während der Gesamtmarkt 6,6 Prozent abgab. Auch hier gilt der Vorbehalt: Ein Tag ist kein Trend. Aber Kapitalabfluss und Kursschwäche zeigen in dieselbe Richtung, und beide fallen in die Woche der Abstimmung.

Ein Wechsel zur eigenen Layer 1 verschiebt Brücke, Abrechnung und Sicherheitsannahme

Was genau würde sich ändern, wenn aus dem Rollup eine eigenständige Blockchain wird? Drei Dinge, und sie hängen zusammen.

Die Abrechnung. Heute veröffentlicht Starknet seine Beweise auf Ethereum, und Ethereum entscheidet damit, welcher Zustand gilt. Eine eigene Layer 1 entscheidet das selbst, über eine eigene Validatorengruppe.

Die Sicherheit. Ein Rollup erbt die Sicherheit von Ethereum, ohne dafür zu zahlen. Eine eigenständige Blockchain muss sie kaufen, in der Regel durch Belohnungen an die Validatoren, finanziert aus Emission oder Gebühren. Diese Last trägt am Ende das Token.

Die Brücke. Die offizielle Verbindung zwischen Ethereum und Starknet ist heute Teil des Rollup-Designs; dein Anspruch auf Ethereum ergibt sich aus dem veröffentlichten Zustand. Zwischen zwei unabhängigen Blockchains wird daraus eine gewöhnliche Brücke mit eigenen Betreibern und eigenen Annahmen. Es ist derselbe Unterschied, der schon heute Rollup und Sidechain trennt.

Unsere Einschätzung: Der entscheidende Termin für Halter liegt im November, beim Whitepaper-Entwurf, und nicht bei der Abstimmung dieser Woche. Dafür sprechen drei belegbare Punkte. Die Abstimmung war unverbindlich und hat kein Datum gesetzt. Der Token bleibt in beiden Szenarien STRK, ein Umtausch steht nicht zur Debatte. Und das gesicherte Kapital von 395 Millionen US-Dollar ist klein genug, dass eine Verschiebung der Sicherheitsannahme den Gesamtmarkt nicht bewegt, aber groß genug, dass sie für die eigene Position zählt. Dagegen spricht, dass ein Whitepaper noch keine Entscheidung ist und sich die Forschungsphase über Quartale ziehen kann; wer auf ein schnelles Ergebnis setzt, dürfte warten. Eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung ist das nicht, und ein Totalverlust ist bei einem Token dieser Größe jederzeit möglich.

MiCA bestimmt, welche Börse dir Layer-2-Token in Deutschland verkaufen darf

Die kleineren Layer-2-Token teilen ein praktisches Problem: In Deutschland sind sie schlechter handelbar als Ether. Seit der EU-Verordnung über Märkte für Kryptowerte braucht ein Anbieter, der Kunden in Deutschland bedient, eine Zulassung als Kryptowerte-Dienstleister; die Aufsicht führt hier die BaFin, und erteilte Zulassungen stehen in öffentlichen Registern. Was das für Betreiber bedeutet, haben wir in unserer Übersicht zu den MiCA-Pflichten für Krypto-Unternehmen zusammengestellt.

Für dich heißt das praktisch: Ein Token, das nur auf Börsen ohne EU-Zulassung oder nur dezentral handelbar ist, verlagert Verwahrung und Rechtsweg zu dir. Bei einer zugelassenen Börse hast du einen Ansprechpartner unter deutscher Aufsicht, bei einer dezentralen Börse hast du deinen privaten Schlüssel und sonst nichts. Welche Häuser eine Zulassung tragen und welche Token sie führen, zeigt unser Vergleich der regulierten Kryptobörsen.

Prüfe deshalb vor dem Kauf eines kleinen Layer-2-Tokens zwei Dinge: ob der Anbieter eine Zulassung in der EU hat, und ob er das Token auch wieder zurücknimmt. Ein Handelspaar, das nur in eine Richtung Liquidität hat, ist beim Verkauf ein Problem. Starknets Wochenzahlen oben sind ein guter Anlass, das für die eigenen Positionen einmal durchzugehen.

Aufgeschlagener Aktenordner mit farbigen Registertrennblättern neben einem Tischrechner und einem Stapel Belege auf einer Holztischplatte
Die Jahresfrist lässt sich nur mit Kaufdatum und Verkaufsdatum je Position belegen, und die Unterlagen dafür sammelt niemand für dich.

Ein Jahr Haltedauer trennt steuerfrei von steuerpflichtig, auch bei Layer-2-Token

Für Layer-2-Token gilt in Deutschland dieselbe Regel wie für Ether und Bitcoin. Gewinne aus dem Verkauf gehören zu den privaten Veräußerungsgeschäften nach § 23 Einkommensteuergesetz. Liegt zwischen Kauf und Verkauf mehr als ein Jahr, bleibt der Gewinn steuerfrei. Innerhalb des Jahres greift die Freigrenze von 1.000 Euro im Kalenderjahr; wird sie überschritten, ist der gesamte Gewinn mit dem persönlichen Einkommensteuersatz zu versteuern.

Ein Tausch zählt als Verkauf, und die Frist läuft je Zukauf

Zwei Punkte werden dabei regelmäßig übersehen. Erstens zählt ein Tausch als Verkauf: Wer STRK gegen Ether tauscht, verkauft STRK, auch wenn kein Euro fließt. Zweitens läuft die Jahresfrist je Zukauf, nicht je Token. Fünf Zukäufe über fünf Monate ergeben fünf Fristen, und das Finanzamt erwartet eine nachvollziehbare Zuordnung. Wer über mehrere Netzwerke verteilt kauft, tauscht und brückt, bekommt eine Historie, die sich im Nachhinein kaum rekonstruieren lässt. Lade die Umsatzdaten deiner Börsen deshalb regelmäßig herunter, nicht erst im Frühjahr.

Ein Hinweis zur Vorsicht: Die steuerliche Behandlung einzelner Vorgänge in diesem Umfeld ist in Teilen nicht abschließend geklärt, und dieser Abschnitt ersetzt keine Steuerberatung. Für die Grundfälle Kauf, Verkauf und Tausch ist die Rechtslage eindeutig.

Ethereum Layer 2: Im November kommt das Whitepaper, nicht der Umzug

Die Abstimmung bei Starknet hat eine Forschungsphase ausgelöst und sonst nichts. Für die eigene Position bedeutet das weniger Eile und mehr Hausaufgaben: Bauform kennen, Wartezeit kennen, Handelbarkeit prüfen. Drei Schritte sind jetzt sinnvoll.

  1. Bestand sortieren. Notiere für jedes Layer-2-Token in deinem Depot, auf welchem Netzwerk das Guthaben liegt und welche Bauform das Netzwerk hat. Ob du es überhaupt noch zu einem vernünftigen Kurs verkaufen kannst, zeigt dir ein Blick in den Vergleich der Kryptobörsen mit ihren Handelspaaren und Gebühren.
  2. Verwahrung trennen. Guthaben, das du länger als die Einspruchsfrist nicht brauchst, gehört nicht auf eine Börse. Welche Geräte Layer-2-Netzwerke direkt unterstützen und welche nur über eine Software davor, steht in unserem Vergleich der Hardware-Wallets.
  3. Fristen dokumentieren. Halte Kaufdatum, Menge und Gegenwert je Zukauf fest, damit die Jahresfrist belegbar bleibt. Welche Werkzeuge Brücken und Tauschvorgänge über mehrere Netzwerke zusammenführen, zeigt unsere Übersicht der Steuer- und Portfolio-Werkzeuge.
  4. Termin vormerken. Der Whitepaper-Entwurf aus der Arbeitsgruppe von StarkWare und der Starknet Foundation ist für November angekündigt. Er enthält, was die Abstimmung nicht enthielt: einen Plan mit Zahlen.

Die Daten zum gesicherten Kapital in diesem Beitrag stammen aus der öffentlichen Aufstellung von L2Beat, die Kurse vom Donnerstagabend.

(Stand: 22. Oktober 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)

Häufige Fragen zu Ethereum Layer 2

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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