Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit einem hohen Risiko verbunden. Führe immer deine eigene Recherche durch.

Aktiendepot bei der Krypto-Börse: Warum du Kapitalertragsteuer und Anlage KAP selbst erledigen musst

Kraken hat am 18. August 2026 den Handel mit über 7.000 US-Aktien für Kunden im Europäischen Wirtschaftsraum freigeschaltet, erbracht von einer zyprischen Wertpapierfirma. Damit landet das Depot im Ausland, und deutsche Kapitalertragsteuer, Verlustverrechnung und Sparerpauschbetrag laufen ab sofort über deine eigene Steuererklärung.

Aufgeschlagenes leeres Formularheft aus Büttenpapier auf dunkler Eichenholzplatte, daneben ein schwarzer Füllfederhalter mit offener Feder, davor eine schwere Goldmünze mit eingeprägtem Bitcoin-Zeichen
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Wenn du US-Aktien über eine Krypto-Börse kaufst, behält niemand deutsche Kapitalertragsteuer für dich ein. Du bekommst Dividenden und Verkaufserlöse brutto gutgeschrieben, und die Abrechnung mit dem Finanzamt läuft vollständig über deine Einkommensteuererklärung. Das ist keine Grauzone und keine Nachlässigkeit des Anbieters, sondern die direkte Folge davon, wo das Depot geführt wird.

Seit dem 18. August 2026 ist diese Frage für deutlich mehr Menschen praktisch geworden. Kraken hat an diesem Tag den Handel mit US-Aktien für Kunden im Europäischen Wirtschaftsraum freigeschaltet. Wer bisher nur Bitcoin und ein paar Altcoins auf der Plattform hielt, kann dort jetzt auch Apple-, Nvidia- oder Tesla-Aktien kaufen. Steuerlich landet er damit in einem Regelwerk, das mit Krypto nichts zu tun hat und das viele Anleger zum ersten Mal betrifft.

Kraken bringt 7.000 US-Aktien in den EWR: Was seit dem 18. August gilt

Nach der eigenen Ankündigung der Börse können berechtigte Kunden im EWR seit dem 18. August 2026 mehr als 7.000 US-Aktien handeln, dazu über 600 Kryptowerte und mehr als 700 sogenannte xStocks. Der Handel mit den Aktien ist provisionsfrei; die Börse weist im Kleingedruckten ausdrücklich darauf hin, dass weitere Kosten wie Spreads und Wechselkursaufschläge anfallen können. Angeboten wird der Handel über die App und über Kraken Pro.

Deutschland gehörte nach übereinstimmenden Fachberichten zu den ersten Märkten, in denen das Angebot in einer begrenzten Pilotphase lief, zusammen mit Frankreich und den Niederlanden. Die Freischaltung vom 18. August war der Abschluss dieses Ausrollens auf den gesamten Wirtschaftsraum. Die Börse selbst nennt in ihrer Mitteilung keine Länderliste, sondern spricht durchgehend von berechtigten Kunden im EWR.

Entscheidend für alles Weitere ist ein Satz aus dem juristischen Teil derselben Mitteilung: Die Wertpapierdienstleistungen werden von der Payward Europe Digital Solutions (CY) Limited erbracht, einer nach der europäischen Finanzmarktrichtlinie zugelassenen Wertpapierfirma, die von der zyprischen Wertpapieraufsicht CySEC beaufsichtigt wird. Dein Aktiendepot liegt damit in Zypern.

Inlandsdepot oder Auslandsdepot: Woran du den Unterschied erkennst

Ein Auslandsdepot ist ein Wertpapierdepot, das von einem Institut mit Sitz außerhalb Deutschlands geführt wird, auch dann, wenn die App auf Deutsch spricht, du in Euro einzahlst und der Anbieter in der EU reguliert ist. Der Sitz des depotführenden Instituts entscheidet, nicht deine Anschrift und nicht die Sprache der Oberfläche.

Der Unterschied ist im Alltag unsichtbar und in der Steuererklärung sehr sichtbar. Ein deutsches Institut zieht dir die Steuer bei jeder Dividende und bei jedem Verkauf mit Gewinn direkt ab, führt sie an das Finanzamt ab und schickt dir am Jahresende eine Steuerbescheinigung, in der alles schon verrechnet ist. Ein ausländisches Institut tut nichts davon. Es schreibt dir den vollen Betrag gut und überlässt dir den Rest.

Woran du es erkennst, ohne juristisch zu werden: Schau in die Vertragsunterlagen oder in die Fußzeile der Handelsplattform und suche nach dem Namen der Gesellschaft, die die Wertpapierdienstleistung erbringt, sowie nach der zuständigen Aufsichtsbehörde. Steht dort eine ausländische Aufsicht, führst du ein Auslandsdepot. Bei Kraken sind das die zyprische CySEC und die oben genannte Payward-Gesellschaft. Wer die Übersicht über mehrere Konten verliert, findet in unserem Überblick zu Krypto-Steuer-Tools und Portfolio-Trackern Programme, die Depots und Wallets zusammenführen und die Jahreswerte für die Erklärung aufbereiten.

Warum eine zyprische Wertpapierfirma keine Kapitalertragsteuer einbehält

Das Einkommensteuergesetz regelt den automatischen Steuerabzug nicht über die Frage, wie gut ein Anbieter reguliert ist, sondern über eine sehr enge Definition. Nach Paragraf 44 Absatz 1 des Einkommensteuergesetzes ist die auszahlende Stelle, also derjenige, der den Steuerabzug vornehmen muss, in den hier einschlägigen Fällen das inländische Kredit-, Finanzdienstleistungs- oder Wertpapierinstitut, das die Wertpapiere verwahrt oder verwaltet.

Die auszahlende Stelle ist im Steuerrecht die Stelle, die dir die Kapitalerträge auszahlt und deshalb verpflichtet ist, die Steuer für dich einzubehalten. Das Wort inländisch in dieser Vorschrift ist der ganze Unterschied. Eine Wertpapierfirma mit Sitz in Zypern ist kein inländisches Institut, also trifft sie diese Pflicht nicht. Die Firma darf die deutsche Steuer nicht einbehalten und tut es folgerichtig auch nicht.

Das gilt genauso für Anbieter aus Irland, den Niederlanden oder Malta, und es gilt unabhängig davon, ob der Anbieter eine MiCA-Lizenz für das Kryptogeschäft besitzt. Regulierung und Steuerabzug sind zwei getrennte Fragen, die häufig verwechselt werden. Eine europäische Zulassung schützt dein Wertpapierdepot und gibt dir einen Aufsichtsweg; sie macht den Anbieter aber nicht zur deutschen Zahlstelle.

Zwei verzinkte Wannen in einem Betonkeller unter Rohrleitungen: die linke randvoll mit Silbermünzen, die rechte leer, ihr Zulaufrohr endet abgeschnitten in der Luft; im Vordergrund eine Goldmünze mit Bitcoin-Zeichen
Im Inlandsdepot füllt die Bank die beiden Verlusttöpfe automatisch. Im Auslandsdepot endet die Leitung vorher, und die Verrechnung passiert erst in deiner Steuererklärung.

Anlage KAP wird zur Pflicht: Was Paragraf 32d Absatz 3 EStG verlangt

Weil niemand die Steuer einbehält, verlagert das Gesetz die Pflicht auf dich. Der Wortlaut ist kurz und lässt keinen Spielraum: Steuerpflichtige Kapitalerträge, die nicht der Kapitalertragsteuer unterlegen haben, hat der Steuerpflichtige in seiner Einkommensteuererklärung anzugeben. Und im Satz danach steht, dass in diesem Fall eine Veranlagung durchzuführen ist, ungeachtet der sonstigen Regeln darüber, wer überhaupt eine Erklärung abgeben muss.

Im Klartext heißt das zweierlei. Erstens: Die Erträge aus dem Auslandsdepot gehören in die Anlage KAP, das ist die Anlage der Einkommensteuererklärung für Einkünfte aus Kapitalvermögen. Zweitens: Wer sonst gar keine Steuererklärung abgeben müsste, wird durch diese Erträge zur Abgabe verpflichtet. Ein Arbeitnehmer ohne weitere Einkünfte, der bisher nie eine Erklärung eingereicht hat, rutscht damit in die Pflichtveranlagung.

Der Steuersatz ändert sich dadurch nicht. Die Einkommensteuer auf Einkünfte aus Kapitalvermögen beträgt nach Paragraf 32d Absatz 1 des Einkommensteuergesetzes 25 Prozent, dazu kommt der Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent auf diesen Betrag, was zusammen 26,375 Prozent ergibt, sowie gegebenenfalls Kirchensteuer. Anders ist nur der Weg: Statt eines Abzugs an der Quelle setzt das Finanzamt den Betrag im Steuerbescheid fest, und du zahlst ihn nach.

Krypto-Steuer-Tools im VergleichKrypto-Steuer-Tools im Vergleich

Sparerpauschbetrag ohne Freistellungsauftrag: So kommst du an die 1.000 Euro

Der Sparer-Pauschbetrag beträgt nach Paragraf 20 Absatz 9 des Einkommensteuergesetzes 1.000 Euro, bei zusammen veranlagten Ehegatten 2.000 Euro. Er geht dir im Auslandsdepot nicht verloren. Aber der übliche Weg dorthin ist versperrt.

Ein Freistellungsauftrag wirkt nämlich nur gegenüber demjenigen, der zum Steuerabzug verpflichtet ist. Da die zyprische Wertpapierfirma nicht zum Abzug verpflichtet ist, kann sie auch keinen Freistellungsauftrag entgegennehmen. Es gibt in diesem Depot schlicht kein Formular dafür, und wer eines sucht, sucht vergeblich.

Den Pauschbetrag holst du dir stattdessen über die Steuererklärung. Das funktioniert zuverlässig, hat aber eine Nebenwirkung, die in der Praxis Geld kostet: Wenn du daneben ein deutsches Depot führst und dort einen Freistellungsauftrag über die vollen 1.000 Euro laufen hast, ist der Pauschbetrag bereits verbraucht, bevor die ausländischen Erträge überhaupt in die Rechnung kommen. Wer beides parallel nutzt, sollte den Freistellungsauftrag beim deutschen Anbieter entsprechend kürzen und den Rest für die Veranlagung aufheben.

Verlustverrechnung im Auslandsdepot: Warum die Verlusttöpfe der Bank fehlen

Ein Verlusttopf ist ein Konto, das ein deutsches Institut für dich führt und in dem es unterjährig deine Verluste sammelt, um sie mit späteren Gewinnen zu verrechnen. Nach Paragraf 43a Absatz 3 des Einkommensteuergesetzes gleicht die auszahlende Stelle negative Kapitalerträge im laufenden Kalenderjahr bis zur Höhe der positiven aus; was übrig bleibt, überträgt sie automatisch ins nächste Jahr. Auf Verlangen stellt sie stattdessen eine Verlustbescheinigung aus, deren unwiderruflicher Antrag ihr bis zum 15. Dezember des laufenden Jahres zugehen muss.

Dieser gesamte Apparat existiert für dein zyprisches Depot nicht. Es gibt dort keinen Verlusttopf, keinen automatischen Übertrag und keine Verlustbescheinigung, weil all das an die Pflichten einer inländischen auszahlenden Stelle geknüpft ist. Verluste aus Aktienverkäufen verrechnest du erst in der Veranlagung, und zwar mit den einschlägigen Beschränkungen: Verluste aus der Veräußerung von Aktien dürfen nur mit Gewinnen aus der Veräußerung von Aktien verrechnet werden, nicht mit Dividenden oder Zinsen.

Praktisch heißt das, dass du selbst Buch führen musst. Die Plattform liefert dir Transaktionslisten, aber keine steuerlich aufbereitete Jahresrechnung nach deutschem Recht. Wer nebenbei Kryptowerte hält, hat ohnehin schon eine Aufzeichnungspflicht und kennt das Verfahren; wer bisher nur ein deutsches Depot hatte, muss es sich neu aneignen. Ein Überblick über Broker und Handelsplätze samt ihrer steuerlichen Behandlung hilft bei der Entscheidung, ob sich der Aufwand für dich lohnt oder ob ein deutscher Anbieter mit automatischem Abzug die ruhigere Wahl ist.

Dicke polierte Messingscheibe auf einer Stahlwerkbank, aus der ein exakt gefräster Keil herausgetrennt wurde und separat auf grauem Filz liegt; angeschnitten im Vordergrund eine Goldmünze mit Bitcoin-Zeichen
Die US-Quellensteuer wird abgetrennt, bevor die Dividende überhaupt auf deinem Konto ankommt. Wie groß der Keil ausfällt, hängt an einem Formular.

US-Quellensteuer auf Dividenden: Was das Formular W-8BEN ändert

Quellensteuer ist die Steuer, die der Staat einbehält, aus dem die Erträge stammen, bevor das Geld dein Konto erreicht. Bei Dividenden US-amerikanischer Unternehmen zieht die US-Seite diesen Betrag ab. Für Anleger, die kein Formular W-8BEN hinterlegt haben, fällt er hoch aus; mit dem hinterlegten Formular greift der niedrigere Satz aus dem Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten.

Das Formular W-8BEN ist eine Selbstauskunft gegenüber der US-Steuerbehörde, in der du bestätigst, dass du außerhalb der Vereinigten Staaten steuerlich ansässig bist. Broker fragen es üblicherweise bei der Depoteröffnung ab, und es ist zeitlich befristet. Prüfe deshalb nach der Eröffnung im Kontobereich nach, ob es hinterlegt und noch gültig ist. Die konkreten Sätze und die Abwicklung im Einzelfall konnte ich nicht plattformseitig überprüfen; sie stehen in den Vertragsunterlagen des Anbieters und in den Abrechnungen der einzelnen Dividende.

Die im Ausland gezahlte Steuer ist nicht verloren. Nach Paragraf 32d Absatz 5 des Einkommensteuergesetzes wird die festgesetzte und gezahlte ausländische Steuer auf die deutsche Steuer angerechnet, höchstens jedoch mit 25 Prozent ausländischer Steuer auf den einzelnen steuerpflichtigen Kapitalertrag. Auch diese Anrechnung passiert bei einem Auslandsdepot ausschließlich in der Veranlagung, denn im Inlandsdepot hätte die Bank sie schon beim Abzug berücksichtigt.

Echte Aktie oder xStock: Warum im selben Konto zwei Steuerregime laufen

Kraken bewirbt die Kombination ausdrücklich: echte Aktien und tokenisierte Aktien nebeneinander in einem Konto. Ein xStock ist ein Token, der eine US-Aktie abbildet und nach Angaben der Börse eins zu eins mit der zugrunde liegenden Aktie hinterlegt ist. Aus dem juristischen Anhang der Mitteilung geht hervor, dass die xStocks von der Backed Assets (JE) Limited mit Sitz auf Jersey ausgegeben und über die auf Bermuda lizenzierte Payward Digital Solutions Ltd angeboten werden, und dass sie bei keiner lokalen Wertpapieraufsicht registriert sind und auch nicht registriert werden.

Was bequem aussieht, ist steuerlich eine Weggabelung im selben Konto. Die Frage, ob ein Token, der eine Aktie abbildet, steuerlich wie eine Aktie oder wie ein anderes Wirtschaftsgut behandelt wird, ist die entscheidende, und sie ist von der Rechtsform des Tokens abhängig. Wir haben sie in unserem Beitrag zu tokenisierten Aktien und ihrer Besteuerung in Deutschland ausführlich behandelt; wer beide Produktarten nutzt, sollte sie getrennt aufzeichnen und nicht in einer gemeinsamen Jahresrechnung vermischen.

Ein zweiter Punkt betrifft die Deckung. Im Juni 2026 hatten wir einen Fall beschrieben, in dem die Hinterlegung eines xStocks auf ein Papier ohne verfügbaren Handelsbestand ins Rutschen kam; die Einzelheiten stehen in unserer Analyse zur Unterdeckung bei einem xStock. Für die Steuerfrage ändert das nichts, für die Risikofrage schon.

Krypto-Broker im VergleichKrypto-Broker im Vergleich

Eigene Auswertung: Was in den Gesetzestexten wirklich steht

Diese Auswertung hat cryptoticker.io am 27. August 2026 selbst erhoben. Methode: Wir haben die vier einschlägigen Vorschriften des Einkommensteuergesetzes sowie den Zuschlagsatz des Solidaritätszuschlaggesetzes am selben Tag im amtlichen Volltext auf gesetze-im-internet.de abgerufen und die maßgeblichen Absätze im Wortlaut ausgewertet. Geprüft wurden fünf Normen, jeweils vollständig.

  • Paragraf 44 Absatz 1 EStG: Die auszahlende Stelle, die den Steuerabzug vorzunehmen hat, ist in den hier einschlägigen Fällen das inländische Kredit-, Finanzdienstleistungs- oder Wertpapierinstitut. Das Wort inländisch steht im Gesetzestext.
  • Paragraf 32d Absatz 3 EStG: Kapitalerträge, die nicht der Kapitalertragsteuer unterlegen haben, sind in der Einkommensteuererklärung anzugeben, und eine Veranlagung ist durchzuführen.
  • Paragraf 32d Absatz 5 EStG: Ausländische Steuer wird angerechnet, höchstens 25 Prozent auf den einzelnen steuerpflichtigen Kapitalertrag.
  • Paragraf 43a Absatz 3 EStG: Verlustausgleich und Verlustübertrag sind Pflichten der auszahlenden Stelle; der Antrag auf Verlustbescheinigung muss ihr bis zum 15. Dezember des laufenden Jahres zugehen.
  • Paragraf 20 Absatz 9 EStG und Paragraf 4 SolzG 1995: Sparer-Pauschbetrag 1.000 Euro beziehungsweise 2.000 Euro bei Zusammenveranlagung; Solidaritätszuschlag 5,5 Prozent der Bemessungsgrundlage.

Was wir nicht prüfen konnten, gehört genauso dazu. Erstens haben wir kein Konto bei dem Anbieter und konnten deshalb nicht nachsehen, welche Abrechnungen und Jahresübersichten die Plattform tatsächlich ausgibt. Zweitens beruht die Angabe, dass Deutschland zu den Pilotmärkten gehörte, auf Fachberichterstattung und nicht auf einer Aussage der Börse. Drittens sind die konkreten Quellensteuersätze im Einzelfall von der Ausgestaltung des Depots abhängig, was wir ohne Zugang zu einer echten Dividendenabrechnung nicht überprüfen können.

Informationsaustausch: Warum das Finanzamt von deinem Auslandsdepot ohnehin erfährt

Die Vorstellung, ein Depot im Ausland bleibe unentdeckt, ist seit Jahren überholt. Für Wertpapierdepots bei ausländischen Finanzinstituten läuft der automatische Informationsaustausch über Finanzkonten, an dem Zypern wie alle EU-Staaten teilnimmt. Für Kryptowerte kommt seit 2026 die europäische Meldepflicht für Anbieter von Kryptodienstleistungen hinzu, deren erste Datenlieferungen im Jahr darauf erwartet werden.

Beide Kanäle sind getrennt und betreffen unterschiedliche Vermögensarten, treffen aber am selben Ort ein. Wer bei einem Anbieter Aktien und Kryptowerte hält, wird über zwei Wege gemeldet. Das ist kein Grund zur Nervosität, sondern ein Grund, die eigene Erklärung vollständig zu machen: Abweichungen zwischen dem, was das Finanzamt bekommt, und dem, was du erklärst, fallen inzwischen maschinell auf. Wie das bei den einzelnen Anlageklassen zusammenspielt, haben wir am Beispiel der Besteuerung von Stablecoins durchgerechnet.

Belege für die Steuererklärung: Welche Unterlagen du ab jetzt sammelst

Weil dir niemand eine deutsche Steuerbescheinigung ausstellt, wird deine eigene Ablage zur Grundlage der Erklärung. Sinnvoll ist es, die Unterlagen laufend zu sichern statt einmal im April des Folgejahres, denn Handelsplattformen kürzen Exportzeiträume und stellen Konten nach Schließung nur eingeschränkt bereit. Der Fall BitMEX hat 2026 gezeigt, wie schnell der Zugang zu einer Plattform eng werden kann.

Diese Belege brauchst du:

  1. Alle Kauf- und Verkaufsabrechnungen mit Datum, Stückzahl, Kurs und Währung, aus denen sich Anschaffungskosten und Veräußerungserlös ergeben.
  2. Sämtliche Dividendenabrechnungen mit der einbehaltenen ausländischen Quellensteuer, denn ohne diesen Ausweis ist keine Anrechnung möglich.
  3. Die Umrechnungskurse zum jeweiligen Stichtag, wenn in US-Dollar abgerechnet wurde.
  4. Den Nachweis über das hinterlegte Formular W-8BEN und dessen Gültigkeitszeitraum.
  5. Eine Jahresübersicht über alle Positionen, getrennt nach echten Aktien und tokenisierten Papieren.

Ein Hinweis in eigener Sache: Dieser Text ordnet die Rechtslage ein und ersetzt keine Steuerberatung. Bei größeren Beträgen, bei Verlusten aus mehreren Jahren oder bei einer Mischung aus Aktien, tokenisierten Papieren und Kryptowerten ist der Gang zu einem Steuerberater die günstigere Variante.

Aktiendepot bei der Krypto-Börse: Was du daraus mitnimmst

  1. Prüfe, wo dein Depot geführt wird. Suche in den Vertragsunterlagen nach der Gesellschaft, die die Wertpapierdienstleistung erbringt, und nach der zuständigen Aufsicht. Steht dort eine ausländische Behörde, führst du ein Auslandsdepot und musst die Erträge selbst erklären. Welche Anbieter mit europäischer Zulassung arbeiten, zeigt unsere Übersicht der regulierten Krypto-Börsen.
  2. Richte deine Belegablage ein, bevor der erste Kauf läuft. Lade Abrechnungen monatlich herunter und lege sie getrennt nach echten Aktien und tokenisierten Papieren ab. Ein Werkzeug aus unserem Vergleich der Krypto-Steuer-Tools und Portfolio-Tracker nimmt dir das Zusammenführen ab.
  3. Rechne den Aufwand gegen den Preisvorteil. Provisionsfreier Handel ist nur dann günstiger, wenn Spreads, Wechselkurskosten und die eigene Erklärungsarbeit mit eingerechnet sind. Wer diesen Aufwand nicht will, findet im Vergleich der Krypto-Broker Anbieter, bei denen die Steuer automatisch abgeführt wird.

Die maßgeblichen Vorschriften kannst du selbst nachlesen: der Paragraf 32d des Einkommensteuergesetzes regelt Steuersatz, Erklärungspflicht und Anrechnung ausländischer Steuern an einer Stelle. Die Produktankündigung der Börse mit dem juristischen Anhang steht im Kraken-Blog vom 18. August 2026.

(Stand: 27. August 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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