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Fed-Zinsentscheid ohne Senkung: „Die Inflation bleibt erhöht“

Die US-Notenbank lässt den Zielkorridor bei 3,75 bis 4 Prozent und nennt die Inflation weiter erhöht. Zwei der zwölf Stimmberechtigten wollten den Zins sogar anheben, was den Rahmen für den Kryptomarkt bis zum 9. Dezember verschiebt.

Rednerpult allein auf einem dunklen Podium vor einer Reihe schlichter Fahnenmasten ohne Flaggentuch, harter Lichtkegel von der Seite
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Die US-Notenbank hat den Leitzins am 28. Oktober 2026 nicht bewegt. Der Zielkorridor für die Fed Funds Rate bleibt bei 3,75 bis 4 Prozent. Bemerkenswert ist nicht der Beschluss selbst, sondern wie er zustande kam: Zwei der zwölf Stimmberechtigten stimmten dagegen, und beide wollten den Zins erhöhen, nicht senken. Wer in den vergangenen Monaten darauf gesetzt hat, dass billigeres Geld den Kryptomarkt von unten stützt, muss diese Erwartung neu sortieren.

Der Zielkorridor bleibt bei 3,75 bis 4 Prozent

Der Offenmarktausschuss, kurz FOMC, legt den Korridor fest, in dem sich der Tagesgeldsatz zwischen amerikanischen Banken bewegen soll. Dieser Korridor liegt seit dem Beschluss weiter bei 3,75 bis 4 Prozent, in der Schreibweise der Notenbank „3-3/4 to 4 percent“. Für Anleger ist das die Bezugsgröße, an der jede andere Rendite gemessen wird, auch die eines Staking-Produkts.

Der Beschluss beschreibt die Wirtschaftslage auffällig robust. Die Konjunktur wachse „at a strong pace“, heißt es im Beschlusstext der Federal Reserve, der Stellenaufbau halte Schritt mit dem Erwerbspersonenpotenzial, und die Arbeitslosenquote habe sich kaum verändert. Eine Notenbank, die eine starke Wirtschaft und einen stabilen Arbeitsmarkt sieht, hat keinen Anlass, die Geldpolitik zu lockern. Genau darin liegt der Unterschied zu den Zinspausen des vergangenen Jahres, die als Vorstufe zu einer Senkung gelesen wurden.

Ein Zielkorridor beschreibt eine Spanne mit einer Unter- und einer Obergrenze, innerhalb derer die Notenbank den Tagesgeldsatz über ihre Geschäfte am Markt hält. Ein einzelner fester Zinssatz steht dahinter nicht. Solange diese Spanne steht, bleiben Kredite in Dollar teuer, und teures Geld bremst Anlagen ohne laufenden Ertrag. Bitcoin und Ether gehören dazu.

Zehn zu zwei Stimmen: Cook und Hammack wollten den Zins erhöhen

Das Abstimmungsergebnis lautet zehn zu zwei. Gegen den Beschluss stimmten Lisa D. Cook und Beth M. Hammack. Beide hätten den Zielkorridor laut Beschlusstext auf dieser Sitzung um einen Viertelpunkt angehoben, also auf 4 bis 4,25 Prozent. Zwei Gegenstimmen sind im FOMC selten, zwei Gegenstimmen in dieselbe Richtung sind ein deutliches Signal.

Für die Einordnung lohnt der Blick auf die Richtung des Widerspruchs. Ein Ausschussmitglied, das gegen eine Zinspause stimmt, weil es senken will, zeigt Sorge um Konjunktur und Beschäftigung. Wer gegen eine Pause stimmt, weil er erhöhen will, sieht ein Inflationsproblem, das die Mehrheit noch aussitzt. Im Oktober 2026 kam der Widerspruch aus der zweiten Richtung. Die geldpolitische Debatte hat damit ihr Thema gewechselt. Zur Diskussion steht jetzt die Frage, ob der nächste Schritt nach oben geht.

Für den Kryptomarkt verschiebt das die Bandbreite der denkbaren Pfade. Vor dieser Sitzung reichte die Erwartung von einer Pause bis zu einer Senkung im Dezember. Nach dieser Sitzung liegt eine Erhöhung mit im Feld, und zwar belegt durch zwei namentlich abgegebene Stimmen und nicht durch eine Analystenschätzung.

Bahnhofsuhr ohne Ziffern und ohne Zeiger an der Betonwand einer leeren nächtlichen Halle
Bis zur nächsten Entscheidung am 9. Dezember bleibt der Zielkorridor unverändert.

„Inflation remains elevated“: der Satz, der den Beschluss trägt

Der entscheidende Halbsatz des Beschlusses ist kurz. „Inflation remains elevated“, die Inflation bleibt erhöht, schreibt der Ausschuss. Dazu stellt er in Aussicht, dass die Sammlung weiterer Informationen dem Ausschuss helfen werde, die angemessene Ausrichtung der Geldpolitik zu bestimmen, damit die Inflation rechtzeitig zum Ziel von 2 Prozent zurückkehre. Ein Satz, der eine Rückkehr zum Inflationsziel als noch offen beschreibt, schließt eine Erhöhung ausdrücklich nicht aus.

Formulierungen dieser Art heißen im Fachjargon Forward Guidance: die sprachliche Vorbereitung der Märkte auf künftige Schritte. Diesmal ist die Guidance bewusst offen gehalten. Der Ausschuss nennt weder einen Termin noch eine Bedingung und verweist stattdessen auf die Datenlage. Wer daraus eine Senkung im Dezember ableitet, legt eine Erwartung in einen Text, der sie nicht trägt.

Der Bitcoin-Kurs hat auf den Beschluss kaum reagiert

Bitcoin notiert am Abend des 28. Oktober 2026 bei rund 81.200 Dollar und damit praktisch auf dem Niveau des Vortags. Über sieben Tage steht ein Minus von gut 4 Prozent. Ether liegt bei etwa 2.358 Dollar, Die Reaktion auf den Beschluss fiel also aus, obwohl ein Zinsentscheid der Fed zu den wenigen Terminen gehört, die den gesamten Kryptomarkt gleichzeitig bewegen können.

Ein ausbleibender Kurssprung bedeutet in der Regel, dass der Markt das Ergebnis vorher eingepreist hatte. Eine Pause war erwartet, also war sie bereits im Kurs. Die beiden Gegenstimmen für eine Erhöhung sind die eigentliche Neuigkeit des Tages, und solche Nachrichten wirken selten in Minuten. Was sie verändern, ist der Rahmen, in dem die kommenden Wochen gehandelt werden.

Daraus folgt eine schlichte Konsequenz für die Erwartungshaltung: Der Zinspfad liefert in diesem Quartal kaum Rückenwind. Wer eine Position mit dem Argument „bald wird Geld billiger“ aufgebaut hat, stützt sich auf eine Annahme, die der Beschluss vom 28. Oktober nicht hergibt. Eine Krypto-Börse mit Zulassung nach der europäischen Verordnung MiCA findest du in unserem Vergleich der besten Krypto-Börsen; der Kaufweg selbst ändert sich durch den Zinsentscheid nicht.

Zinsen auf Reserven von 3,90 Prozent: der Maßstab für jede Krypto-Rendite

Parallel zum Beschluss veröffentlicht die Fed einen Umsetzungsvermerk mit den technischen Sätzen. Dort steht laut Implementation Note vom 28. Oktober 2026, dass der Zins auf Reserveguthaben der Banken, kurz IORB, mit Wirkung zum 29. Oktober bei 3,90 Prozent bleibt. Der Diskontsatz für den primären Kredit liegt bei 4,0 Prozent, der Satz für besicherte Übernachtgeschäfte in der anderen Richtung bei 3,75 Prozent.

Der IORB ist der Zins, den die Notenbank Geschäftsbanken für geparktes Geld zahlt. Als Vergleichsgröße taugt er besser als jede Schlagzeile, denn er beschreibt, was eine Dollar-Anlage ohne Kursrisiko und ohne Gegenparteirisiko abwirft. Jede Krypto-Rendite, ob aus Staking, Lending oder einem Stablecoin-Produkt, muss sich an dieser Zahl messen lassen, und zwar nach Abzug der Gebühren und unter Berücksichtigung des Kursrisikos der eingesetzten Coins.

Ample Reserves: die Fed kauft weiter kurzlaufende Staatsanleihen

Der Ausschuss hält an seiner Politik ausreichender Reserven im Bankensystem fest. Die Handelsabteilung der New Yorker Fed soll laut Umsetzungsvermerk bei Bedarf Treasury Bills kaufen, um ein ausreichendes Reserveniveau zu halten, und falls nötig auch andere Staatspapiere mit einer Restlaufzeit von bis zu drei Jahren. Tilgungen aus dem Bestand an Staatsanleihen werden bei Auktionen weitergerollt, Tilgungen aus Hypothekenpapieren staatsnaher Institute in Treasury Bills umgeschichtet.

Diese Mechanik ist für Krypto-Anleger relevanter, als die trockene Sprache vermuten lässt. Knappe Bankreserven haben in der Vergangenheit mehrfach zu Spannungen am Geldmarkt geführt, und solche Spannungen schlagen über Finanzierungskosten auf alle Risikoanlagen durch. Eine Notenbank, die ausdrücklich ankündigt, Reserven reichlich zu halten, nimmt dieses Risiko aus dem Markt, ohne den Leitzins anzufassen. Geldpolitik und Liquiditätspolitik laufen hier getrennt.

Hardware-Gerät ohne Marke mit erloschenem Display in einer Hand über einer Holztischplatte, daneben ein Schlüsselbund
Selbst verwahrte Coins tragen kein Gegenparteirisiko, das ein Zinsentscheid verschärfen könnte.

Hebel und Finanzierungskosten bis zum 9. Dezember

Gehebelte Positionen reagieren auf Zinsentscheide doppelt: über den Kurs und über die Finanzierungskosten. Bei einem Perpetual Future, also einem Terminkontrakt ohne Laufzeitende, zahlen die Marktteilnehmer einander in festen Abständen eine Funding-Rate. Diese Rate richtet sich nach dem Abstand zwischen Kontrakt- und Kassapreis und steigt in nervösen Phasen deutlich an. Ein Zinskorridor, bei dem eine Erhöhung im Raum steht, ist eine Quelle solcher Nervosität.

Der Liquidationspreis ist die Schwelle, an der die Börse eine gehebelte Position zwangsweise schließt, weil die Sicherheitsleistung nicht mehr reicht. Bei fünffachem Hebel liegt diese Schwelle grob 20 Prozent vom Einstand entfernt, bei zehnfachem Hebel rund 10 Prozent. Bitcoin hat in der vergangenen Woche gut 4 Prozent verloren, ohne dass eine Nachricht dahinterstand. Eine Bewegung in dieser Größenordnung reicht bei hohem Hebel bereits aus, um eine Position unter Druck zu setzen.

Bis zur nächsten Zinsentscheidung am 9. Dezember liegen sechs Wochen. Wer eine gehebelte Position über diesen Termin hinaus halten will, trägt das Risiko eines unerwarteten Schritts nach oben. Die Sicherheitsleistung aufzustocken oder den Hebel zu reduzieren, kostet in ruhigen Wochen weniger als in der Stunde nach einem Beschluss.

Die Haltefrist von einem Jahr nach § 23 EStG steht über jeder Zinsprognose

Im deutschen Steuerrecht gilt für Kryptowerte die Frist für private Veräußerungsgeschäfte. § 23 Absatz 1 Satz 1 Nummer 2 des Einkommensteuergesetzes erfasst „Veräußerungsgeschäfte bei anderen Wirtschaftsgütern, bei denen der Zeitraum zwischen Anschaffung und Veräußerung nicht mehr als ein Jahr beträgt“. Im Umkehrschluss bleibt der Gewinn steuerfrei, sobald zwischen Kauf und Verkauf mehr als ein Jahr liegt. Zusätzlich bleiben Gewinne nach Absatz 3 Satz 5 steuerfrei, wenn der Gesamtgewinn aus privaten Veräußerungsgeschäften im Kalenderjahr unter 1.000 Euro bleibt.

Diese Frist ist der Grund, warum ein Zinsentscheid für einen deutschen Anleger anders wirkt als für einen amerikanischen. Ein Verkauf aus Zinsangst innerhalb der Jahresfrist löst Einkommensteuer auf den gesamten Gewinn aus, zum persönlichen Steuersatz. Bei einem Spitzensatz kann dieser Effekt größer sein als der Kursrückgang, vor dem der Verkauf schützen sollte. Welche Coins bei dir wann die Jahresfrist erreichen, zeigt ein Portfolio-Tracker mit Anschaffungsdaten.

Wichtig bleibt die Trennung der Fälle. Die Jahresfrist betrifft den Verkauf gehaltener Coins. Ein gehebelter Kontrakt auf einen Kurs fällt steuerlich anders aus, und auch Staking-Erträge folgen eigenen Regeln. Für die konkrete Behandlung deines Falls ist die steuerliche Beratung zuständig, nicht ein Nachrichtenartikel.

Staking und Lending: die Prämie gegenüber dem Dollar-Zins ist dünn

Bei 3,90 Prozent Zins auf Bankreserven verschiebt sich die Rechnung für Erträge aus dem Kryptomarkt. Wer Ether verstakt, erhält derzeit eine Rendite im niedrigen einstelligen Bereich, und diese Rendite fällt in Ether an, nicht in Euro oder Dollar. Der Ether-Kurs liegt über sieben Tage rund 5,5 Prozent im Minus. Eine Staking-Rendite im Bereich von zwei bis drei Prozent im Jahr kann einen Kursrückgang dieser Größenordnung innerhalb einer Woche nicht ausgleichen.

Daneben steht bei Lending-Angeboten das Gegenparteirisiko. Ein Zins, den eine Plattform zahlt, ist nur so sicher wie die Plattform selbst, und bei einer Zinspause auf hohem Niveau bleiben die Refinanzierungskosten für alle Marktteilnehmer hoch. Selbst verwahrte Coins in einer Hardware-Wallet tragen dieses Risiko nicht, bringen dafür aber auch keinen Ertrag.

Für den Vergleich zwischen Direktbesitz und einem börsengehandelten Produkt lohnt ein Blick auf die Kostenseite. Wer über ein börsengehandeltes Krypto-Produkt investiert, zahlt eine laufende Verwaltungsgebühr und hält die Coins nicht selbst; dafür entfällt die Verwahrung in eigener Hand. Beide Wege haben nach dem Zinsentscheid unverändert ihre Berechtigung, nur die Renditeerwartung ist bei teurem Geld niedriger als bei billigem.

Der 8. und 9. Dezember bringen neue Projektionen

Die nächste Sitzung des FOMC findet am 8. und 9. Dezember 2026 statt. Der Termin ist im Sitzungskalender der Fed mit einem Stern versehen, und dieser Stern bedeutet, dass der Ausschuss eine Summary of Economic Projections veröffentlicht. Dieses Dokument enthält die Zinserwartungen der einzelnen Ausschussmitglieder für die kommenden Jahre, bekannt als Dot Plot.

Nach zwei Gegenstimmen für eine Erhöhung ist dieser Dot Plot der wichtigste Krypto-Termin des Quartals. Verschieben sich die Punkte nach oben, ist die Zinswende nach unten für 2027 vom Tisch, und der Markt muss eine längere Phase teuren Geldes verarbeiten. Bleiben sie, wo sie sind, war der Widerspruch vom Oktober eine Minderheitenposition. Der Beschlusstext selbst lässt diese Frage offen und stellt die bis dahin eintreffenden Daten in den Vordergrund.

Zwischen den Terminen bleiben die Inflationsdaten der wichtigste Taktgeber. Jede Veröffentlichung, die eine erhöhte Teuerung bestätigt, stärkt die Position der beiden Abweichler. Die Kursmarken, an denen sich Bitcoin vor dem Beschluss orientierte, haben den Entscheid unverändert überdauert.

Fed-Zinspause: Bis zum 9. Dezember bleibt der Korridor, wo er ist

Der Zinsentscheid vom 28. Oktober 2026 hat am Preis des Geldes nichts geändert und an der Erwartung viel. Drei Schritte ergeben sich daraus für die kommenden Wochen:

  1. Hebel gegen den Dezember-Termin stellen. Prüfe bei jeder gehebelten Position den Abstand zum Liquidationspreis und rechne eine Bewegung von 5 Prozent gegen dich durch. Konditionen und Hebelstufen der Anbieter stehen im Vergleich der Krypto-Broker.
  2. Jahresfrist vor jedem Verkauf nachsehen. Liegt das Kaufdatum weniger als ein Jahr zurück, kostet ein Verkauf Einkommensteuer auf den Gewinn. Die Fristen je Position führt ein Werkzeug aus unserem Vergleich der Steuer-Tools.
  3. Erträge gegen 3,90 Prozent rechnen. Vergleiche jede Staking- oder Lending-Rendite nach Gebühren mit dem Zins, den die Fed auf Bankreserven zahlt, und berücksichtige das Kursrisiko des eingesetzten Coins. Börsen mit MiCA-Zulassung findest du im Börsenvergleich.

(Stand: 28. Oktober 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)

Häufige Fragen zum Fed-Zinsentscheid

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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