Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit einem hohen Risiko verbunden. Führe immer deine eigene Recherche durch.

„Wir haben bewusst in unsere Expansion investiert“: Bitpanda meldet für 2025 rund 14 Millionen Euro Verlust

Die Bitpanda GmbH weist für 2025 rund 14 Millionen Euro Verlust aus, nach 61,7 Millionen Euro Gewinn im Vorjahr, bei einem auf 371 Millionen Euro gestiegenen bereinigten Umsatz. Was die Zahlen für deine Verwahrung, deine Konditionen und die Haltefrist bedeuten.

Antike Messing-Balkenwaage aus dem Gleichgewicht, die tiefe Schale voll Papierbögen, die hohe Schale fast leer
11 Min. Lesezeit
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Bitpanda hat für das Geschäftsjahr 2025 einen Verlust von rund 14 Millionen Euro ausgewiesen. Im Jahr davor stand an derselben Stelle ein Gewinn von 61,7 Millionen Euro. Der Umsatz ist dabei sogar gewachsen: Die bereinigten Erlöse kletterten von 321 auf 371 Millionen Euro, ein Zuwachs von 16 Prozent. Das Minus entsteht an einer anderen Stelle der Rechnung, und genau diese Stelle entscheidet darüber, ob dich die Zahl als Kunde etwas angeht.

Für dich als Anleger in Deutschland zählen zwei Dinge: welche Gesellschaft der Konzerngruppe diesen Verlust trägt, und ob dein Guthaben überhaupt in derselben Bilanz steht. Beides lässt sich prüfen, ohne dass du auf Einschätzungen angewiesen bist.

Was im Jahresabschluss für 2025 steht

Der Abschluss gehört zur Bitpanda GmbH mit Sitz in Wien, der operativen Handelsgesellschaft der Gruppe. Veröffentlicht wurde er im Amtsblatt, aufgegriffen haben ihn mehrere Wirtschaftsredaktionen unabhängig voneinander. Der Standard nennt die 14 Millionen Euro Verlust nach Steuern und den Vorjahresgewinn von 61,7 Millionen Euro, BTC-Echo ergänzt die Zwischenstufen der Gewinn- und Verlustrechnung.

Die Kennzahlen im Überblick, jeweils 2025 gegen 2024:

  • Bereinigter Umsatz: 371 Millionen Euro gegen 321 Millionen Euro
  • Bereinigtes EBITDA: 13 Millionen Euro gegen 52 Millionen Euro
  • Operatives Ergebnis: plus 4,1 Millionen Euro
  • Finanzergebnis: minus 18,3 Millionen Euro
  • Jahresergebnis nach Steuern: rund minus 14 Millionen Euro gegen plus 61,7 Millionen Euro
  • Marketingaufwand: knapp 107 Millionen Euro, 56 Prozent mehr als im Vorjahr
  • Beschäftigte: 555 gegen 486

Eine Zahl fällt dabei aus dem Rahmen: 7,72 Milliarden Euro Umsatzerlöse stehen in der Bilanz. Das ist nicht der Ertrag des Unternehmens, sondern das durchlaufende Handelsvolumen. Wer bei einem Broker Kryptowerte kauft, erzeugt einen Erlös in dieser Höhe und gleichzeitig einen Aufwand fast derselben Höhe. Was dem Haus bleibt, steht eine Zeile tiefer als Rohertrag, und der ist von 320,7 auf 261,5 Millionen Euro gefallen.

Bereinigter Umsatz, EBITDA und Rohertrag laufen auseinander

Drei Größen zeigen in diesem Abschluss in verschiedene Richtungen, und das ist der eigentliche Befund. Der bereinigte Umsatz legt zu, der Rohertrag sinkt, das bereinigte EBITDA viertelt sich fast. Bereinigter Umsatz meint die Erlöse nach Abzug der direkt zurechenbaren Handelskosten; EBITDA ist das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, also eine Zwischengröße, die zeigen soll, wie viel das laufende Geschäft abwirft.

Wenn der bereinigte Umsatz um 16 Prozent steigt und das bereinigte EBITDA von 52 auf 13 Millionen Euro fällt, dann ist mehr Geld hereingekommen und deutlich mehr wieder hinausgegangen. Das Unternehmen selbst erklärt das mit einer Entscheidung. Gegenüber dem Branchenmedium „brutkasten" teilte es mit: „Wir haben bewusst in unsere Expansion und den weiteren Ausbau der Marke Bitpanda investiert." Diese Lesart ist mit den Zahlen vereinbar, denn die größte einzelne Steigerung steht beim Marketing.

Warum das operative Ergebnis positiv ist und die Bilanz trotzdem rot

Hier liegt der Punkt, an dem viele Kurzmeldungen ungenau werden. Operativ hat die Gesellschaft 2025 Geld verdient, nämlich 4,1 Millionen Euro. Ins Minus gedreht hat die Rechnung erst das Finanzergebnis mit minus 18,3 Millionen Euro. Dahinter stehen Abschreibungen auf Beteiligungen und höhere Zinsaufwendungen, also Posten, die nicht aus dem Handelsgeschäft mit Kunden stammen.

Für die Einordnung heißt das: Ein Haus, dessen laufendes Geschäft trägt und dessen Finanzposten das Ergebnis drücken, steht anders da als ein Haus, dem die Erlöse wegbrechen. Die Zahlen beschreiben ein teures Wachstumsjahr, keinen Einbruch der Nachfrage. Die Beschäftigtenzahl stützt das: 555 Menschen statt 486, ein Aufbau um gut 14 Prozent.

Zu den Angaben gibt es eine Abweichung, die du kennen solltest. Einzelne Auswertungen weisen für 2024 ein Ergebnis von 81 Millionen Euro aus, andere 61,7 Millionen Euro. Die Spanne erklärt sich daraus, dass die eine Zahl vor und die andere nach Steuern gemessen ist. Wir nennen sie als Spanne, statt sie zu einer Zahl zu verrechnen.

Große leere beleuchtete Werbetafel bei Nacht über einer nassen leeren Straße
Knapp 107 Millionen Euro Marketingaufwand sind der größte einzelne Posten, der 2025 gegenüber dem Vorjahr gewachsen ist.

Marketingaufwand von knapp 107 Millionen Euro

Der Marketingaufwand ist um 56 Prozent auf knapp 107 Millionen Euro gestiegen, von rund 69 Millionen Euro im Vorjahr. Gemessen am bereinigten Umsatz von 371 Millionen Euro gehen damit fast 29 Prozent der Erlöse in Werbung und Markenaufbau. Zum Vergleich: Der Personalaufwand liegt mit etwa 75 Millionen Euro darunter.

Das ist eine Prioritätensetzung, die man als Kunde sehen kann, wenn man weiß, wo man hinschaut. Das erklärt auch, warum ein Haus mit wachsendem Umsatz ein negatives Jahresergebnis ausweisen kann, ohne dass im Handelsgeschäft etwas schiefgelaufen ist. Ob sich der Aufwand gerechnet hat, lässt sich aus einem einzelnen Abschluss nicht sagen; dafür bräuchte es die Entwicklung der Kundenzahlen über mehrere Jahre, und die steht in den vorliegenden Meldungen nicht.

Welche Gesellschaft deine Kryptowerte hält und wer sie beaufsichtigt

Dies ist die wichtigste Unterscheidung des ganzen Themas, und sie wird in Kurzmeldungen regelmäßig übergangen. Der Verlust von 14 Millionen Euro steht im Abschluss der Bitpanda GmbH in Wien. Diese Gesellschaft wird von der österreichischen Finanzmarktaufsicht FMA beaufsichtigt und hat von ihr im April 2025 eine Zulassung nach der EU-Verordnung über Märkte für Kryptowerte erhalten.

Innerhalb der Gruppe gibt es weitere zugelassene Einheiten. Die Bitpanda Asset Management GmbH hat ihren Sitz in Deutschland und wird von der BaFin beaufsichtigt. Welche dieser Gesellschaften dein Vertragspartner ist, hängt davon ab, welches Produkt du nutzt. Diese Angabe findest du in deinen Nutzungsbedingungen und im Impressum deines Kontos. Genau dort beginnt deine Prüfung, und sie dauert zwei Minuten.

Eine Zulassung sagt nichts über Bilanzzahlen aus; sie bindet das Haus an laufende Pflichten. Was ein zugelassenes Haus einhalten muss und welche Fristen die Verordnung setzt, haben wir in unserer Übersicht zu den MiCA-Pflichten für Krypto-Unternehmen zusammengestellt. Dass eine Zulassung dabei auch Sanktionen nach sich ziehen kann, zeigt ein Fall aus demselben Haus: Am 18. August 2026 haben wir die erste veröffentlichte MiCA-Strafe der FMA gegen Bitpanda behandelt, bei der es um ein fehlerhaftes MiCAR-Whitepaper ging.

Vermögenstrennung: warum ein Verlustjahr nicht dein Guthaben trifft

Vermögenstrennung bedeutet, dass ein Dienstleister die Kryptowerte und das Geld seiner Kunden getrennt von seinem eigenen Vermögen halten muss. Die EU-Verordnung über Märkte für Kryptowerte schreibt das jedem zugelassenen Verwahrer vor. Der Zweck ist genau der Fall, über den wir hier sprechen: Geht es dem Unternehmen schlecht, fallen die getrennt gehaltenen Kundenbestände nicht in seine Vermögensmasse.

Praktisch heißt das, dass ein Jahresergebnis von minus 14 Millionen Euro bei einem zugelassenen Anbieter keine unmittelbare Aussage über die Sicherheit deiner Coins macht. Die Bilanzzahl und dein Bestand stehen in getrennten Büchern. Was du prüfen kannst, ist, ob die Trennung bei deinem Anbieter dokumentiert ist: Zugelassene Häuser beschreiben in ihren Unterlagen, wie sie verwahren und welche Teile der Bestände offline liegen.

Es bleibt ein Unterschied zum Bankkonto, den du kennen musst. Für Kryptowerte gibt es keine gesetzliche Einlagensicherung, in keinem Land der EU und bei keinem Anbieter. Die Sicherung von bis zu 100.000 Euro je Kunde gilt für Bankeinlagen bei einem zugelassenen Kreditinstitut, nicht für Bitcoin oder Ether in einer Verwahrung. Liegt bei deinem Anbieter ein Euro-Guthaben, kommt es darauf an, ob dieses Geld als Einlage bei einer Bank geführt wird oder als Zahlungsmittel beim Dienstleister selbst. Welcher Fall zutrifft, steht in den Bedingungen, und das ist die zweite Stelle, die du nachlesen solltest.

Wer die Verwahrung ganz aus der Gleichung nehmen will, hält seine Bestände selbst. Was dafür technisch nötig ist und welche Geräte in Frage kommen, steht in unserem Vergleich der Hardware-Wallets. Das löst das Gegenparteirisiko auf und schafft ein neues, nämlich die Verantwortung für den eigenen Schlüssel.

Massive Stahltrennwand teilt einen dunklen Lagerraum, davor links und rechts je ein verschlossener Metallbehälter
Getrennte Bücher für eigenes und fremdes Vermögen sind der Grund, warum eine rote Bilanz nicht automatisch Kundenbestände berührt.

Was ein Verlustjahr für Gebühren und Angebot bedeuten kann

Hier verlassen wir die belegten Zahlen und kommen zu dem, was du beobachten kannst. Ein Haus, das knapp 29 Prozent seiner bereinigten Erlöse für Marketing aufwendet und dabei ein negatives Jahresergebnis ausweist, hat zwei Hebel: die Kosten senken oder die Erträge je Kunde erhöhen. Beides würde sich für dich an derselben Stelle zeigen, nämlich in den Konditionen.

Entscheidend ist dabei weniger die ausgewiesene Ordergebühr als der Spread, also der Abstand zwischen An- und Verkaufskurs. Er ist der Teil der Kosten, der nicht als Gebühr auftaucht und den du nur beim Vergleich zweier Kurse zur gleichen Zeit siehst. Wir haben die Kostenstruktur dieses Anbieters am 1. Oktober 2026 im Einzelnen aufgeschlüsselt, inklusive der Spanne von 0,99 bis 2,49 Prozent. Ändert sich daran etwas, ist das die Stelle, an der ein Sparkurs zuerst ankommt.

Wenn du Konditionen gegeneinander stellen willst, hilft ein Blick auf die Häuser mit vergleichbarer Zulassung. Unsere Übersicht der regulierten Krypto-Börsen führt die Anbieter mit EU-Zulassung samt Gebührenmodell auf, und für den Handel mit Hebel oder Wertpapieren daneben findest du die Konditionen im Vergleich der Krypto-Broker. Ein Wechsel wird damit zu einer Rechnung, die du ohnehin einmal im Jahr aufmachen solltest, und bleibt eine Reaktion auf Konditionen statt auf eine Bilanzzahl.

Haltefrist und Steuer beim Wechsel des Anbieters

Falls du über einen Wechsel nachdenkst, gehört ein steuerlicher Punkt dazu, und er ist in diesem Herbst besonders wichtig. Überträgst du Kryptowerte von einer Verwahrung in eine andere, ohne sie zu verkaufen, ist das kein Veräußerungsgeschäft. Die Anschaffungsdaten und damit die einjährige Haltefrist nach § 23 Einkommensteuergesetz laufen weiter. Verkaufst du dagegen in Euro und kaufst beim neuen Anbieter zurück, hast du einen Verkauf verwirklicht, mit allen Folgen für die Frist und die Steuer.

Dieser Unterschied kostet gerade jetzt Geld, weil sich der Rahmen ändert. Das Bundesfinanzministerium hat einen Referentenentwurf zur Besteuerung von Kryptowerten in die Abstimmung gegeben; das Kabinett soll am 14. Oktober 2026 darüber entscheiden. Was darin steht und warum der 31. Dezember 2026 zum maßgeblichen Datum wird, haben wir in unserer Meldung zum Referentenentwurf vor dem Kabinett aufgeschrieben. Wer kurz vor diesem Stichtag Bestände durch einen Verkauf neu anschafft, verschiebt sie womöglich in ein anderes Regime.

Beim Übertragen selbst zählt die Dokumentation. Halte Zeitpunkt, Menge und Adresse fest, damit die Anschaffungsdaten später nachvollziehbar bleiben. Geht diese Historie verloren, musst du sie im Zweifel gegenüber dem Finanzamt rekonstruieren, und das ist aufwendiger als ein Screenshot zum richtigen Zeitpunkt.

Was die Zahlen nicht sagen

Zur Redlichkeit gehört, die Grenzen dieses Abschlusses zu benennen. Er ist ein Einzelabschluss einer Gesellschaft der Gruppe und kein Konzernabschluss, deckt also nicht das gesamte Geschäft ab. Er bezieht sich auf das Jahr 2025 und damit auf einen Zeitraum, der neun Monate zurückliegt. Zu Kundenzahlen, zur Höhe der verwahrten Bestände und zur Eigenkapitalausstattung enthalten die vorliegenden Meldungen keine belastbaren Angaben, weshalb du sie hier auch nicht findest.

Aus einem Verlustjahr folgt insbesondere keine Aussage über die Zahlungsfähigkeit eines Unternehmens. Operativ positiv, durch Finanzposten ins Minus gedreht, bei gewachsenem Umsatz und aufgebauter Belegschaft: Das ist das Bild, das die Zahlen zeigen, und weiter reicht es nicht.

Bitpanda-Bilanz: So gehst du jetzt vor

Drei Schritte, mit denen du aus der Meldung etwas Nachprüfbares machst:

  1. Vertragspartner feststellen. Öffne die Nutzungsbedingungen und das Impressum in deinem Konto und lies nach, welche Gesellschaft dein Vertragspartner ist und welche Aufsicht für sie zuständig ist. Prüfe im selben Schritt, wo ein etwaiges Euro-Guthaben geführt wird. Welche Pflichten an einer EU-Zulassung hängen, steht in der Übersicht zu den MiCA-Pflichten für Krypto-Unternehmen.
  2. Konditionen gegenrechnen. Vergleiche für den Betrag, den du tatsächlich bewegst, Gebühr und Spread deines Anbieters mit zwei Häusern aus der Übersicht der regulierten Krypto-Börsen. Wer Hebelprodukte oder Wertpapiere daneben handelt, nimmt zusätzlich den Vergleich der Krypto-Broker.
  3. Verwahrung entscheiden. Lege fest, welcher Anteil deines Bestands bei einem Dienstleister liegen soll und welcher in eigener Verwahrung. Für den zweiten Teil führt der Vergleich der Hardware-Wallets die Geräte und ihre Unterschiede auf. Überträgst du dabei Bestände, dokumentiere Zeitpunkt und Menge für die Haltefrist.

(Stand: fünfter Oktober zweitausendsechsundzwanzig. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)

Häufige Fragen zur Bitpanda-Bilanz 2025

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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