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Stellar stimmt am 23. November über Protokoll 30 ab: Der nächste Schritt für Halter und Wallets

Einordnung: Die Stellar Development Foundation hat am 20. Oktober Bell angekündigt, das Protokoll 30 des Netzes. Über die Aktivierung entscheiden die Validatoren am 23. November, und bis dahin müssen Wallets, Börsen und Indexer ein neues Adressformat verarbeiten können.

Dunkler Leitstand in einem nächtlichen Kontrollraum, in dessen polierte Metallfront das Stellar-Zeichen tief eingefräst ist, dahinter Bildschirme als kalte Lichtflächen und ein rotes Warnlicht
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Belegt ist: Stellar bekommt neue Netzwerkregeln. Die Stellar Development Foundation hat am 20. Oktober 2026 Bell vorgestellt, das Protokoll 30 des Netzes. Darin stecken drei Änderungsanträge: gemultiplexte Contract-Adressen mit einem bisher unbenutzten Präfix, die Prüfung quantensicherer Signaturen im Smart Contract und ein Ledger, der die Zeit künftig in Millisekunden führt. Aktiv wird davon nichts von allein. Die Validatoren stimmen am 3. November über das Testnet ab und am 23. November über das Mainnet, jeweils um 17:00 UTC. Unsere Einschätzung dazu folgt weiter unten im eigenen Abschnitt.

Am Guthaben eines Halters ändert sich dadurch nichts. Eine Migration gibt es nicht, alte Adressen bleiben gültig, und niemand muss XLM bewegen. Spürbar wird Bell dort, wo ein Dienst die Umstellung verschläft: in Wallets, die das neue Adressformat nicht kennen, und in Block-Explorern oder Datenpipelines, deren Dekoder auf die alten Ledger-Definitionen festgelegt sind.

Stellar (XLM) notierte am Vormittag des 21. Oktober bei 0,1841 Dollar und lag damit rund fünf Prozent über dem Vortag (CoinGecko). Das Tageshoch lag bei 0,1842 Dollar, das Tagestief bei 0,1753 Dollar. Der Marktwert von 6,48 Milliarden Dollar reicht für Rang 21.

Bell bündelt drei Änderungsanträge: CAP-84, CAP-87 und CAP-88

Ein CAP ist bei Stellar ein Core Advancement Proposal, also ein formaler Antrag auf eine Änderung der Netzwerkregeln. Protokoll 30 trägt drei davon. CAP-84 erweitert Contract-Adressen um eine Kennung, CAP-87 bringt eine quantensichere Signaturprüfung in Smart Contracts, CAP-88 stellt die Zeitrechnung des Ledgers um.

Diese Bündelung ist für Stellar üblich. Die Vorgängerversion, Protokoll 28 mit dem Namen Adapter, senkte die Zeit zwischen zwei Ledgern im Mainnet von rund 5,7 auf 5 Sekunden. Seit jener Umstellung ist der Kurs von gut 0,19 Dollar auf die heutigen 0,1841 Dollar zurückgekommen. Zuletzt kam im Oktober eine zweite Baustelle dazu: den Start der Chainlink-Datenfeeds auf Stellar vom 14. Oktober haben wir an dieser Stelle eingeordnet.

CAP-84 und das neue Strkey-Präfix W: Eine Contract-Adresse für viele Kunden

Bisher kannte Stellar gemultiplexte Adressen nur für klassische Konten. Sie beginnen mit einem M und erlauben es einer Börse, tausende Kunden hinter einer einzigen Einzahlungsadresse zu führen, weil jede Zahlung eine eigene Kennung trägt. Smart Contracts konnten das nicht.

CAP-84 schließt diese Lücke. Eine Contract-Adresse kann künftig eine 64 Bit lange Multiplexing-Kennung mitführen, technisch als neue Variante SC_ADDRESS_TYPE_MUXED_CONTRACT. Das zugehörige Strkey-Präfix lautet W, in der Beschreibung der Foundation ein auf den Kopf gestelltes M. Die Kennung landet im Transfer-Ereignis der Zahlung, sodass der Empfänger die Zuordnung mitliest, ohne für jeden Kunden einen eigenen Vertrag ausrollen zu müssen.

Praktisch heißt das: Ein Zahlungsdienstleister, der auf Stellar abrechnet, braucht künftig nicht mehr eine Adresse je Kunde. Wer Software baut, die Adressen entgegennimmt, muss W allerdings in die Prüfung, die Anzeige und die Speicherung aufnehmen. Verträge, die in ihrer Schnittstelle eine schlichte Address erwarten, weisen W-Adressen ab.

Nächtlicher Rangierbahnhof im Scheinwerferlicht, ein einzelnes nasses Gleis läuft in ein Bündel von Weichen und fächert sich dahinter in viele parallele Stränge auf
Eine Adresse, viele Empfänger: CAP-84 hängt an eine Contract-Adresse eine 64-Bit-Kennung, ähnlich einer Weichenstraße hinter einem einzelnen Gleis.

CAP-87 bringt ML-DSA in den Smart Contract, nicht in die Transaktionssignatur

ML-DSA ist eines der Signaturverfahren, die das US-Normungsinstitut NIST 2024 als quantensicheren Standard verabschiedet hat. CAP-87 baut die Prüfung solcher Signaturen direkt in Stellar Core ein, statt sie im Vertragscode nachzubilden. Ein Smart Contract kann damit eine ML-DSA-Signatur verifizieren, ohne dass die Rechenlast den Vertrag unbezahlbar macht.

Wichtig ist die Grenze dieser Änderung, und die Foundation zieht sie selbst. Die Signaturen der Transaktionen im Netz bleiben bei Ed25519, dem bisherigen Verfahren. Einen nativen quantensicheren Signierer für klassische Konten nennt die Ankündigung als Vorhaben für eine spätere Protokollversion, nicht als Bestandteil von Bell.

CAP-88 stellt den Ledger auf Millisekunden um, die Blockzeit bleibt bei fünf Sekunden

Bisher führte das Ledger seine Zeitstempel in ganzen Sekunden. CAP-88 wechselt auf eine Millisekunden-Uhr. Die Abstände zwischen zwei Ledgern werden dadurch zunächst nicht kürzer; das Fünf-Sekunden-Ziel bleibt. Was wegfällt, ist die Untergrenze von einem Ledger je Sekunde, die eine spätere Verkürzung bisher blockierte.

Für Auswerter hat die Umstellung eine unangenehme Nebenwirkung. Protokoll 30 ändert das Format des Ledger-Headers. Wer rohe Ledger-Daten dekodiert, etwa mit einem eigenen Indexer, einem Explorer oder einer Analysepipeline, muss die XDR-Definitionen auf Protokoll 30 heben. Sonst scheitert die Dekodierung an unbekannten Feldern. Das Feld closeTime selbst bleibt unverändert und meldet weiter ganze Sekunden.

Der Fahrplan zu Protokoll 30: Stellar Core v30.0.0 ist seit dem 16. Oktober draußen

Die Foundation hat den Zeitplan im Upgrade Guide zu Bell offengelegt. Stellar Core v30.0.0 ist am 16. Oktober 2026 als stabile Fassung erschienen, zwischen dem 16. und dem 23. Oktober folgen weitere stabile Versionen für Infrastruktur und Entwicklerbibliotheken. Am 3. November stimmen die Validatoren im Testnet ab, am 23. November im Mainnet, beide Termine um 17:00 UTC. Die Foundation schreibt dazu, die Daten könnten sich ändern.

Konkrete Versionsnummern für die einzelnen SDKs nennt der Leitfaden nicht; er verweist auf die jeweiligen Release-Seiten der Projekte. Eindeutig ist er beim Pflichtcharakter: Das SDK-Update sei in diesem Zyklus nicht optional. Für Anwendungen, die Adressen verarbeiten, sei es zudem nur der erste von zwei Schritten, weil der eigene Code W-Adressen danach noch annehmen muss.

Für Endnutzer und Halter enthält der Leitfaden keine Anweisungen. Das ist kein Versehen, sondern die Folge der Bauweise: Die Arbeit liegt bei den Betreibern, nicht bei den Inhabern der Guthaben.

Über Bell entscheiden die Validatoren, nicht die Stellar Development Foundation

Eine Protokollversion bei Stellar wird nicht von der Foundation geschaltet. Die Knotenbetreiber tragen in ihrer Konfiguration eine Protokollversion samt Zeitpunkt ein, und erst wenn genug Stimmgewicht zusammenkommt, hebt das Netz die Version an. Deshalb steht am 3. und 23. November jeweils eine Abstimmung im Kalender und keine Aktivierung.

Bis zu diesem Punkt ist Bell ein Vorschlag mit Code und Termin, nicht mehr. Wer das im Hinterkopf behält, liest Schlagzeilen über den vermeintlich beschlossenen Quantenschutz von Stellar anders.

Makroaufnahme eines Prozessorchips mit goldenen Kontaktreihen auf dunkler Platine, daneben liegt im Schatten eine zweite, noch versiegelte Baugruppe
ML-DSA prüft Bell im Core selbst, nicht im Vertragscode. Die Signatur der Transaktionen bleibt davon vorerst unberührt.

bitFlyer schreibt eingehende XLM seit dem 19. Oktober nicht gut

Wie abhängig der Zahlungsverkehr von der Infrastruktur rund um das Netz ist, zeigte sich zwei Tage vor der Bell-Ankündigung. Die japanische Börse bitFlyer teilte am 20. Oktober auf X mit, dass von außen eingehende Stellar Lumens seit etwa 23:49 Uhr japanischer Zeit am 19. Oktober nicht mehr wie gewohnt den Kundenkonten gutgeschrieben werden. Als Ursache nennt die Börse Zugriffsbeschränkungen bei der offiziellen Stellar-Schnittstelle der Stellar Development Foundation, die bitFlyer nutzt.

Der Versand von XLM sei nicht betroffen, ebenso wenig der Ein- und Ausgang aller anderen Kryptowerte. bitFlyer arbeite daran, die Gutschrift über einen anderen Weg wieder aufzunehmen, und werde die Wiederaufnahme ankündigen; einen Zeitplan nannte die Börse nicht. Die Meldung betrifft eine Börse ohne deutsche Kundschaft. Das Muster ist trotzdem lehrreich: Eine Einzahlung kann auf der Blockchain längst bestätigt sein und im Konto trotzdem fehlen, weil zwischen beidem die Buchhaltung des Anbieters steht.

XLM bei 0,1841 Dollar: Der Kurs liegt 41,6 Prozent unter dem Vorjahresstand

Das Kursbild bleibt schwach, auch mit dem Plus von rund fünf Prozent am Dienstag. Auf Wochensicht steht ein Minus von 2,9 Prozent, auf Monatssicht eines von 10,7 Prozent, auf Jahressicht eines von 41,6 Prozent (CoinGecko, 21. Oktober 2026). Vom Allzeithoch bei 0,8756 Dollar aus dem Januar 2018 trennen den Kurs 79 Prozent.

Seit dem 7. Oktober, als XLM bei 6,3 Prozent Tagesverlust die 20-Cent-Marke testete, hat der Kurs diese Marke nicht zurückerobert. Die 0,1842 Dollar vom Dienstagshoch liegen gut acht Prozent darunter. Im Umlauf sind 35,2 Milliarden XLM von insgesamt 50,0 Milliarden, der Handelsumsatz der vergangenen 24 Stunden betrug 127,6 Millionen Dollar. Gemessen am Marktwert entspricht das einem Umschlag von knapp zwei Prozent, ein dünner Markt für einen Top-25-Wert.

Kaufweg in Deutschland: MiCA-Zulassung, Verwahrung und das neue Adressformat

Wer XLM in Deutschland kauft, tut das seit der vollen Geltung der EU-Verordnung MiCA über Anbieter mit einer Zulassung als Kryptowerte-Dienstleister. Die BaFin führt ein öffentliches Register der zugelassenen Institute, und jeder seriöse Anbieter nennt seine Zulassung in den Konditionen. Welche Plattformen eine solche Zulassung tragen und was sie an Gebühren und Spread aufrufen, haben wir im Vergleich der Krypto-Börsen gegenübergestellt.

Beim Thema Verwahrung berührt Bell den Alltag am direktesten. Wenn ab Ende November W-Adressen im Umlauf sind, muss die Software, die du für den Versand nutzt, sie als gültig erkennen. Hardware-Wallets bekommen das über ein Firmware-Update, Börsen über ihr SDK. Praktisch heißt das für die kommenden Wochen: Firmware-Updates einspielen, wenn der Hersteller sie anbietet, und bei einer ungewohnten Adresse zuerst einen kleinen Betrag senden. Welches Gerät wie zuverlässig mit Firmware versorgt wird, ist dabei das eigentliche Auswahlkriterium.

Eine Warnung gehört dazu: Netzwerk-Upgrades sind ein beliebter Aufhänger für Betrug. Für Bell gibt es keinen Token-Tausch, keine Registrierung und keine Wallet, die ein Guthaben migrieren müsste. Jede Aufforderung, deine Wiederherstellungswörter wegen Protokoll 30 irgendwo einzugeben, ist ein Angriff.

Steuer auf XLM: Die Haltefrist von einem Jahr und der Tausch in andere Coins

Steuerlich zählen XLM in Deutschland als anderes Wirtschaftsgut im Sinne von Paragraf 23 Einkommensteuergesetz. Zwischen Kauf und Verkauf müssen mehr als zwölf Monate liegen, damit der Gewinn steuerfrei bleibt. Innerhalb dieser Frist gilt eine Freigrenze von 1.000 Euro je Jahr für alle privaten Veräußerungsgeschäfte zusammen; wird sie überschritten, ist der gesamte Gewinn steuerpflichtig.

Ein Protokoll-Upgrade löst für sich keinen steuerpflichtigen Vorgang aus, weil es weder einen Tausch noch einen Zufluss darstellt. Ein Wechsel von XLM in einen anderen Coin dagegen schon, auch ohne Umweg über Euro. Wer über mehrere Plattformen hinweg kauft, braucht eine Buchführung, die Anschaffungszeitpunkte nach dem Prinzip First in, First out fortschreibt.

Unsere Einschätzung: Bell macht Stellar nicht quantensicher

Aus Sicht der Redaktion wird der Quantenaspekt in der Berichterstattung überdehnt. Die Belege dafür stehen in der Ankündigung selbst: CAP-87 bringt die ML-DSA-Prüfung in den Smart Contract, die Transaktionssignaturen des Netzes bleiben bei Ed25519, und einen nativen quantensicheren Signierer für klassische Konten verschiebt die Foundation auf eine spätere Protokollversion. Ein Guthaben auf einem gewöhnlichen Stellar-Konto hängt nach Bell an derselben Kurve wie davor.

Dagegen spricht, dass die Vorarbeit Wert hat. Ein Netz, dessen Verträge ML-DSA prüfen können, kann den Umstieg später ohne zweite Baustelle gehen, und der Schritt kommt früher als bei den meisten großen Blockchains. Die näher liegende Wirkung von Bell ist jedoch eine andere: CAP-84 senkt die Kosten für Zahlungsdienstleister, und genau dort verdient Stellar sein Geld. Zusammen mit den 4 Milliarden Dollar an tokenisierten Werten, die die Foundation für ihr Ökosystem ausweist, ist das der Teil der Ankündigung, der den Kurs mittelfristig eher trägt als die Kryptografie.

Protokoll 30: Bis zum 23. November entscheidet die Validatorenmehrheit

  1. Prüfe in den kommenden Wochen, ob dein Wallet-Hersteller ein Firmware- oder App-Update zu Protokoll 30 veröffentlicht, und spiele es ein, bevor die Mainnet-Abstimmung am 23. November läuft. Welche Geräte wie zuverlässig gepflegt werden, zeigt der Vergleich der Hardware-Wallets.
  2. Liegen deine XLM auf einer Börse, genügt ein Blick in deren Statusmeldungen: Der Fall bitFlyer zeigt, dass Ein- und Auszahlungen an der Anbindung des Anbieters hängen und nicht am Netz. Eine zugelassene Alternative findest du im Vergleich der Krypto-Börsen.
  3. Notiere Anschaffungsdatum und Kaufkurs jeder Position, bevor du vor dem Upgrade umschichtest. Die Jahresfrist entscheidet über die Steuer, nicht das Protokoll; die passenden Programme stehen im Vergleich der Steuer-Tools.

(Stand: 21. Oktober 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)

Häufige Fragen zu Stellar Protokoll 30

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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