Liquidationspreis berechnen: Ab wann die Börse deine gehebelte Position schließt
Der Liquidationspreis ist der Kurs, ab dem deine Börse eine gehebelte Position zwangsweise schließt. Hier steht die Formel für Long und Short, ein durchgerechnetes Beispiel und die Kostenposten, die den Puffer im Betrieb enger machen, als die Rechnung vermuten lässt.

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Der Liquidationspreis ist der Kurs, bei dem deine Handelsplattform eine gehebelte Position ohne Rückfrage schließt, weil dein hinterlegter Einsatz die aufgelaufenen Verluste nicht mehr deckt. Diese eine Zahl brauchst du vor dem Einstieg, nicht danach. Für einen Long lässt sie sich mit einer einzigen Zeile überschlagen: Liquidationspreis ≈ Einstiegspreis × (1 − 1 ÷ Hebel + Wartungsmargenrate). Bei einem Einstieg zu 77.000 Dollar, zehnfachem Hebel und einer Wartungsmargenrate von 0,5 Prozent liegt der Liquidationspreis damit bei rund 69.685 Dollar, also 9,5 Prozent unter dem Einstiegskurs. Der Rest dieses Textes erklärt, woher jeder Teil dieser Formel kommt, warum dein Ergebnis auf der Börse leicht abweicht und welche Kosten den Puffer im Betrieb weiter zusammenschieben.
Was ist ein Liquidationspreis im Krypto-Trading?
Wer eine gehebelte Position eröffnet, leiht sich Kaufkraft. Du stellst einen Betrag als Margin bereit, die Börse stellt den Rest, und die Position bewegt sich in voller Größe. Margin ist dabei nichts anderes als der Sicherheitsbetrag, den du für genau diesen Trade hinterlegst. Läuft der Kurs gegen dich, schmilzt dieser Betrag. Der Liquidationspreis markiert den Punkt, an dem er so weit geschmolzen ist, dass die Börse das Risiko nicht länger trägt.
Der Begriff Liquidation beschreibt die Zwangsschließung selbst: Die Plattform verkauft deine Long-Position beziehungsweise kauft deine Short-Position am Markt zurück, ohne dass du zustimmen musst. Der englische Ausdruck liquidation price steht in den Handelsoberflächen meist direkt neben dem Einstiegspreis, oft in roter Schrift. Bei Bitcoin siehst du diesen Wert in jeder Perpetual-Ansicht; wie sich der Kurs seither entwickelt hat, steht in unserer Bitcoin Kurs Prognose.
Liquidation ist kein Stop-Loss
Ein Stop Loss ist deine eigene Order: Du legst fest, bei welchem Kurs die Position geschlossen wird, und du entscheidest, wie viel Verlust du zulässt. Die Liquidation dagegen ist die Notbremse der Börse, und sie kostet zusätzlich eine Liquidationsgebühr. Der praktische Unterschied ist groß, weil ein selbst gesetzter Ausstiegspreis meist Kapital übrig lässt, während eine Liquidation bei hohem Hebel den kompletten Einsatz dieser Position verbraucht. Wer mit Hebel arbeitet, setzt den eigenen Ausstieg deshalb immer selbst und überlässt ihn nicht der Notbremse.
Wie du den Liquidationspreis für einen Long selbst berechnest
Die Grundidee ist simpel: Dein Einsatz deckt einen bestimmten Kursrückgang ab, und zwar ungefähr den Kehrwert des Hebels. Bei zehnfachem Hebel stellst du zehn Prozent des Positionswerts, also verträgt die Position grob zehn Prozent Rückgang. Weil die Börse aber schon vorher eingreift, kommt die Wartungsmarge als Aufschlag dazu.
Die Berechnung in drei Angaben:
- Einstiegspreis — der Kurs, zu dem die Position tatsächlich gefüllt wurde, nicht der Kurs, den du eingeben wolltest.
- Hebel — das Verhältnis von Positionsgröße zu deiner Margin. Bei 1.000 Dollar Einsatz und 10.000 Dollar Positionswert ist der Hebel zehn.
- Wartungsmargenrate — der Anteil des Positionswerts, den du mindestens halten musst, damit die Position offen bleiben darf.
Daraus wird für einen Long: Einstiegspreis × (1 − 1 ÷ Hebel + Wartungsmargenrate). Für einen Short dreht sich das Vorzeichen um: Einstiegspreis × (1 + 1 ÷ Hebel − Wartungsmargenrate). Diese Berechnung gilt für eine isolierte Position in einem linearen USDT-Kontrakt und lässt Gebühren und Finanzierungskosten außen vor. Als Überschlag vor dem Einstieg reicht das; der verbindliche Wert steht in deiner Positionszeile auf der Plattform.
Warum die Wartungsmarge (Maintenance Margin) den Rechenweg verschiebt
Die Wartungsmarge ist die Untergrenze, ab der eine Position als unterdeckt gilt. Diese Untergrenze liegt immer unter der Anfangsmarge, und genau die Lücke dazwischen ist dein Spielraum. Die Rate richtet sich nach der Positionsgröße und dem gehandelten Wert; der gewählte Hebel spielt dabei keine Rolle: Je größer die Position, desto höher die Stufe und desto höher der geforderte Prozentsatz. Börsen veröffentlichen dafür Stufentabellen, in denen die Rate mit dem Positionswert steigt.
Eine belastbare Größenordnung liefert die Dokumentation der dezentralen Börse Hyperliquid: Dort entspricht die Wartungsmarge der Hälfte der Anfangsmarge beim maximalen Hebel, was je nach Wert zwischen 1,25 Prozent bei Werten mit 40-fachem Maximalhebel und 16,7 Prozent bei Werten mit dreifachem Maximalhebel ergibt. Für die Praxis heißt das: Bei einem liquiden Wert wie Bitcoin bewegt sich die Rate im unteren einstelligen Promillebereich bis zu wenigen Prozent, bei einem dünn gehandelten Altcoin kann sie ein Vielfaches davon betragen. Wer denselben Hebel auf einen kleinen Coin anwendet, hat deshalb weniger Puffer als bei Bitcoin, obwohl die Hebelzahl identisch aussieht.
Warum dein Wert leicht abweicht
Rechnest du nach und vergleichst mit der Anzeige der Börse, bleiben meist ein paar Dollar Differenz. Das liegt an drei Posten, die in die Berechnung der Plattform einfließen: der bereits gezahlten Eröffnungsgebühr, der reservierten Schließungsgebühr und je nach Modell einer Liquidationsgebühr. Alle drei senken die verfügbare Marge, bevor der Kurs überhaupt läuft. Die Differenz geht immer in dieselbe Richtung: Der echte Liquidationspreis liegt näher am Einstieg als der Überschlag.

Rechenbeispiel: 10x Long auf Bitcoin bei 77.000 Dollar
Angenommen, du eröffnest eine Long-Position auf Bitcoin zu einem Einstiegskurs von 77.000 Dollar. Du stellst 1.000 USDT als isolierte Margin, der Hebel beträgt zehn, die Positionsgröße also 10.000 USDT. Die Wartungsmargenrate deiner Börse liegt in dieser Stufe bei 0,5 Prozent.
Eingesetzt ergibt das: 77.000 × (1 − 0,1 + 0,005) = 77.000 × 0,905 = 69.685 Dollar. Fällt der maßgebliche Kurs auf diesen Wert, wird die Position geschlossen. Der Abstand beträgt 7.315 Dollar oder 9,5 Prozent. Ohne die Wartungsmarge läge der rechnerische Punkt bei 69.300 Dollar, die Börse greift also rund 385 Dollar früher ein.
Derselbe Einstieg, drei Hebelstufen
Interessant wird die Rechnung im Vergleich. Bei identischem Einstiegskurs von 77.000 Dollar und derselben Wartungsmargenrate ergibt sich folgendes Bild:
- Hebel 2: Liquidation bei rund 38.885 Dollar, das sind 49,5 Prozent Spielraum.
- Hebel 10: Liquidation bei rund 69.685 Dollar, 9,5 Prozent Spielraum.
- Hebel 25: Liquidation bei rund 73.535 Dollar, 3,5 Prozent Spielraum.
- Hebel 100: Liquidation bei rund 76.615 Dollar, 0,5 Prozent Spielraum.
Die letzte Zeile ist der eigentliche Befund. Ein hundertfacher Hebel überlebt eine Kursbewegung von einem halben Prozent nicht. Solche Bewegungen entstehen bei Bitcoin regelmäßig innerhalb von Minuten, etwa rund um Inflationsdaten oder Notenbanktermine. Ein 100x-Trade ist damit weniger eine Richtungswette als eine Wette darauf, dass der Markt in den nächsten Minuten still steht.
Short-Positionen: Warum der Liquidationspreis über dem Einstieg liegt
Bei einem Short verdienst du an fallenden Kursen, also bedroht dich der Anstieg. Der Liquidationspreis wandert entsprechend nach oben. Für einen 20-fachen Short mit Einstieg bei 77.000 Dollar und 0,5 Prozent Wartungsmargenrate ergibt die Formel: 77.000 × (1 + 0,05 − 0,005) = 80.465 Dollar. Ein Anstieg um 4,5 Prozent beendet die Position.
Ein Unterschied zum Long ist strukturell wichtig: Nach unten ist der Verlust eines Long durch die Null begrenzt, nach oben ist der Verlust eines Short rechnerisch offen. In der Praxis fängt die Liquidation diesen Fall lange vorher ab, weshalb Short-Tradern die Liquidationsschwelle besonders eng am Einstieg sitzt, sobald ein Markt in eine Erholungsbewegung dreht. Wer beide Seiten handelt, sollte seine Berechnung deshalb für jede Richtung getrennt aufstellen statt eine Faustregel zu spiegeln.
Isolated Margin oder Cross Margin: Welcher Margin-Modus deinen Puffer bestimmt
Der Margin-Modus entscheidet darüber, welches Kapital für eine Position haftet, und er verschiebt den Liquidationspreis deutlicher als die meisten Einstellungen im Handelsmenü. Im Modus Isolated Margin haftet ausschließlich der Betrag, den du dieser einen Position zugewiesen hast. Geht der Trade schief, verlierst du diesen Betrag und sonst nichts. Im Modus Cross Margin haftet das gesamte freie Guthaben deines Handelskontos. Der Liquidationspreis rückt dadurch weiter weg, weil mehr Kapital zum Auffangen bereitsteht.
Der Preis dieses größeren Abstands ist der Umfang des Schadens. Eine Liquidation im Cross-Modus kann das Handelskonto in einem Zug leeren, während im Isolated-Modus nur die zugewiesene Marge betroffen ist. Für den Aufbau einer Position heißt das: Cross verschiebt die Schwelle, Isolated begrenzt die Folgen. Wer mehrere Positionen gleichzeitig hält, sollte zusätzlich bedenken, dass im Cross-Modus ein einzelner schlechter Trade die Puffer aller anderen Positionen mit aufzehrt.
Nachschießen verschiebt die Schwelle, löst aber kein Problem
Fast jede Plattform erlaubt es, einer isolierten Position nachträglich Margin hinzuzufügen. Das schiebt den Liquidationspreis weiter weg und verschafft Zeit. Rechnerisch entspricht eine Einzahlung in die Position einer Senkung des effektiven Hebels. Gefährlich wird die Funktion, wenn sie zur Gewohnheit wird: Jede Nachzahlung erhöht den Betrag, der bei einer späteren Liquidation verloren geht. Aus einem begrenzten Verlust wird so schrittweise ein großer.
Mark Price statt Last Price: Welcher Kurs die Liquidation auslöst
Für die Auslösung zählt in aller Regel nicht der zuletzt gehandelte Kurs auf der eigenen Börse, sondern der Mark Price. Das ist ein geglätteter Referenzkurs, der aus Preisen mehrerer Handelsplätze gebildet wird. Hyperliquid beschreibt das eigene Verfahren so, dass die Liquidationen den Mark Price nutzen, der externe Börsenpreise mit dem Zustand des eigenen Orderbuchs verbindet.
Diese Konstruktion schützt dich vor einer ganzen Klasse von Zwischenfällen. Reißt auf einer einzelnen Börse für einen Moment das Orderbuch auf und ein einzelner Verkauf drückt den letzten Kurs weit nach unten, löst diese Spitze keine Liquidationswelle aus, solange der Referenzkurs stabil bleibt. Die Kehrseite: Du kannst liquidiert werden, obwohl der Kurs auf deinem Chart den Liquidationspreis nie berührt hat, weil der Referenzkurs anderswo tiefer stand. Wer seine Schwelle prüft, sollte deshalb die Mark-Price-Anzeige der Plattform verwenden und nicht den Kerzenchart.
Was Funding-Rate, Gebühren und Slippage vom Puffer abziehen
Ein Perpetual-Kontrakt hat kein Verfallsdatum. Damit sein Preis am Spotmarkt hängen bleibt, zahlen sich Long- und Short-Seite in festen Abständen eine Ausgleichszahlung, die Funding-Rate. Steht der Markt in einer ausgeprägten Aufwärtsstimmung, zahlen die Longs, und die Zahlung wird der Marge entnommen. Über mehrere Tage summiert sich das zu einem spürbaren Betrag, der den Abstand zur Liquidation schrumpfen lässt, ohne dass sich der Kurs bewegt hat. Wie dieser Mechanismus im Detail funktioniert und welche Rolle er auf dezentralen Handelsplätzen spielt, haben wir in Perp-DEX erklärt auseinandergenommen.
Dazu kommen die Handelsgebühren beim Öffnen und Schließen sowie die Slippage, also die Differenz zwischen erwartetem und tatsächlichem Ausführungspreis. Gerade in schnellen Marktphasen ist die Slippage kein Randposten: Wenn die Liquidation ausgelöst wird, verkauft die Börse in genau dem Moment, in dem ohnehin viele Positionen in dieselbe Richtung geschlossen werden. Der erzielte Preis liegt dann regelmäßig unter dem rechnerischen Liquidationspreis. Genau deshalb bleibt bei hohen Hebelstufen häufig kein Rest der Margin übrig, obwohl die Rechnung vor dem Einstieg einen kleinen Restbetrag ergeben hatte.
Ein realistischer Puffer statt einer Punktlandung
Aus diesen Posten folgt eine brauchbare Arbeitsregel: Behandle den errechneten Liquidationspreis als optimistische Grenze und plane den eigenen Ausstieg spürbar davor. Wer den Stop Loss auf denselben Kurs legt, auf dem die Zwangsschließung wartet, hat faktisch nur eine zweite Liquidation an derselben Stelle. Ein Abstand, der Gebühren, Funding und eine ungünstige Ausführung verkraftet, ist der eigentliche Zweck der ganzen Berechnung.

Teilliquidation, Versicherungsfonds und Auto-Deleveraging: Was danach passiert
Die Zwangsschließung läuft bei großen Positionen nicht in einem Schritt ab. Hyperliquid etwa gibt bei Positionen über 100.000 USDC zunächst nur 20 Prozent der Position als Marktorder in das Orderbuch und wartet anschließend 30 Sekunden, bevor die Orders die gesamte Position abdecken. Der Zweck dieser Staffelung ist der Schutz des Marktes: Eine große Position, die auf einen Schlag in ein dünnes Orderbuch geworfen wird, bewegt den Kurs und liquidiert damit die nächste Position.
Reicht der Erlös nicht aus, greift die zweite Sicherung. Fällt eine Position unter zwei Drittel der Wartungsmarge, übernimmt bei Hyperliquid ein eigener Liquidator-Pool die Position, dessen Erträge an die Gemeinschaft der Einleger gehen. Zentrale Börsen führen dafür einen Versicherungsfonds, der aus den Überschüssen erfolgreicher Liquidationen gespeist wird und Fehlbeträge ausgleicht. Erst wenn auch dieser Puffer nicht ausreicht, kommt das Auto-Deleveraging zum Zug: Die Börse schließt dann zwangsweise Gegenpositionen profitabler Trader, um die Bücher auszugleichen.
Für dich als Nutzer folgt daraus eine unbequeme Einsicht. Auch eine Position, die richtig liegt, kann in einer extremen Marktphase geschlossen werden, weil die Gegenseite ausgefallen ist. Wer größere Beträge einsetzt, sollte deshalb prüfen, wie die gewählte Plattform diesen Fall regelt und wie groß ihr Versicherungsfonds ist. Wer die Handelsplätze nach diesen Angaben vergleichen will, findet die Konditionen und Sicherungsmechanismen in unserem Überblick zu Krypto-Brokern.
Wie viel Hebel deutsche Anleger überhaupt bekommen dürfen
Der Rechenweg oben gilt technisch überall. Rechtlich läuft er in Deutschland gegen eine harte Grenze. Die BaFin hat mit ihrer Allgemeinverfügung zu Differenzgeschäften festgelegt, dass ein Anbieter von einem Privatkunden bei einem CFD auf eine Kryptowährung eine Anfangsmarge von 50 Prozent des Nominalwerts verlangen muss. Das entspricht einem Hebel von zwei zu eins und damit dem großzügigsten Puffer der ganzen Tabelle weiter oben: knapp 50 Prozent Kursrückgang, bevor die Schwelle erreicht ist.
Dieselbe Verfügung schreibt zwei weitere Schutzmechanismen fest, die im Zusammenhang mit Liquidationen wichtig sind: einen Margin-Glattstellungsschutz, der die Position bei Unterdeckung automatisch schließt, und einen Negativsaldoschutz, der verhindert, dass aus einem Trade eine Forderung gegen dich wird. Wer dagegen auf einer Plattform außerhalb dieses Rahmens Perpetual-Kontrakte mit 20-fachem oder 50-fachem Hebel handelt, bewegt sich in einer Umgebung, in der beide Zusagen nicht gelten. Zwischen zwei Prozent und fünfzig Prozent Spielraum liegt der eigentliche Kern dieser Regulierung.
Warum die Zahl im Menü nicht die ganze Wahrheit ist
Viele Plattformen zeigen einen Regler bis 100x, wenden die hohe Stufe aber nur auf kleine Positionsgrößen an. Sobald die Position wächst, greift die nächste Stufe der Wartungsmargentabelle, und der effektive Hebel sinkt automatisch. Die angezeigte Hebelzahl ist also eine Obergrenze für kleine Beträge, keine Garantie für jede Positionsgröße. Prüfe die Stufentabelle deiner Börse, bevor du eine größere Summe einsetzt.
Fünf Fehler, die den Liquidationspreis näher heranziehen
Die meisten Zwangsschließungen haben ihre Ursache in der Positionsgröße, nicht in einer falschen Marktmeinung. Fünf Muster tauchen dabei immer wieder auf:
- Der Hebel wird als Risikomaß missverstanden. Entscheidend ist die Positionsgröße im Verhältnis zum gesamten Konto, nicht die Zahl im Menü. Ein zwanzigfacher Hebel auf zwei Prozent des Kontos ist harmloser als ein dreifacher Hebel auf das gesamte Guthaben.
- Der Puffer wird ohne Kosten gerechnet. Funding, Gebühren und Slippage fehlen im Überschlag und schieben die tatsächliche Schwelle näher an den Einstieg.
- Nach dem Aufstocken wird nicht neu gerechnet. Jede Vergrößerung der Position verschiebt den durchschnittlichen Einstiegspreis und damit die Schwelle. Der alte Wert im Kopf ist dann falsch.
- Der Margin-Modus bleibt auf Cross, obwohl die Position als Einzelwette gedacht war. Das gesamte Kontoguthaben haftet, ohne dass es jemand bewusst entschieden hätte.
- Die Position wird über ein Wochenende oder einen Datentermin gehalten. Dünne Orderbücher und angekündigte Zahlen erzeugen genau die kurzen, heftigen Bewegungen, gegen die ein enger Puffer nicht hilft.
Alle fünf Punkte lassen sich vor dem Einstieg in zwei Minuten prüfen. Öffentliche Datenseiten wie Coinglass zeigen zusätzlich, wie viel Kapital je 24 Stunden marktweit zwangsweise geschlossen wurde; ein Blick darauf ordnet die eigene Positionsgröße in das Marktgeschehen ein.
Nach der Liquidation: Warum du die Abrechnung der Börse sofort sichern solltest
Eine Liquidation ist ein abgeschlossener Vorgang mit einem realisierten Ergebnis. Für die spätere Aufarbeitung brauchst du drei Belege aus deinem Konto: die Abrechnung der geschlossenen Position mit Zeitstempel und Ausführungspreis, die Aufstellung der gezahlten Funding-Beträge und die Gebührenabrechnung des Zeitraums. Viele Börsen halten diese Auszüge nur für ein begrenztes Fenster im Konto vor, und nach einem Delisting oder einer Kontoschließung sind sie mitunter gar nicht mehr abrufbar.
Die steuerliche Einordnung hängt davon ab, welches Instrument du gehandelt hast und in welchem Land du steuerpflichtig bist; diese Frage gehört in die Hand einer Steuerberatung und lässt sich nicht pauschal beantworten. Was du unabhängig davon tun kannst, ist die lückenlose Dokumentation. Ein Portfolio-Tracker, der die Handelshistorie automatisch aus der Börse zieht, nimmt dir diese Arbeit ab und hält die Daten auch dann noch vor, wenn das Handelskonto längst leer ist. Der Aufwand dafür fällt einmal an, der Nutzen bleibt.
Liquidationspreis berechnen: Was du daraus mitnimmst
- Rechne die Schwelle vor jedem Einstieg aus. Einstiegspreis × (1 − 1 ÷ Hebel + Wartungsmargenrate) für einen Long, mit umgekehrten Vorzeichen für einen Short. Notiere den Wert zusammen mit dem geplanten Ausstieg, bevor die Order rausgeht. Welche Handelsplätze welche Wartungsmargen und Sicherungen bieten, steht im Vergleich der besten Perp-DEX.
- Prüfe Margin-Modus und Positionsgröße getrennt voneinander. Isolated begrenzt den Schaden, Cross verschiebt die Schwelle. Beides zusammen entscheidet, wie viel dein Konto einen einzelnen schlechten Trade kostet. Rechner und Positionsüberwachung findest du in unserer Übersicht der besten Analyse-Tools.
- Sichere die Abrechnung, sobald eine Position geschlossen wurde. Handelshistorie, Funding und Gebühren gehören exportiert und archiviert, am besten automatisch. Passende Werkzeuge dafür stehen im Vergleich der Krypto-Steuer-Tools und Portfolio-Tracker.
(Stand: 11. September 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)
Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.































