Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit einem hohen Risiko verbunden. Führe immer deine eigene Recherche durch.

Chainlink: 22,7 Millionen LINK in Fonds und Reserve: Bei 11,94 Dollar liegt die Marke des Tages

Der Quartalsbericht vom 21. Oktober zeigt, wie viel LINK inzwischen in zwei US-Fonds und in Chainlinks eigener Reserve liegt: zusammen 22,7 Millionen Stück. Trotzdem rutscht der Kurs am Donnerstagabend auf das Tagestief von 11,94 Dollar. Was beides miteinander zu tun hat.

Schwere Metallmünze mit dem Chainlink-Zeichen als Makroaufnahme auf einer geriffelten Stahlplatte in einem dunklen Lagerraum
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Chainlink hat am 21. Oktober seine Quartalsübersicht für das dritte Quartal veröffentlicht, und darin steht eine Zahl, die den Blick auf den Kurs verändert. Die hauseigene Reserve hielt zum Quartalsende 6.047.498 LINK. Die beiden US-Fonds von Grayscale und Bitwise kamen zusammen auf 16.650.795 LINK. Zusammengenommen liegen damit 22,7 Millionen Chainlink in Depots, die nicht für den täglichen Handel gedacht sind. Zum Kurs vom Donnerstagabend sind das rund 271 Millionen Dollar. Der gesamte Handelsumsatz der letzten 24 Stunden lag bei 240,7 Millionen Dollar. Es liegt also mehr fest, als an einem ganzen Tag überhaupt bewegt wird.

Und trotzdem fällt der Kurs. LINK notierte am 22. Oktober um 16:48 Uhr UTC bei 11,93 Dollar, nach Angaben von CoinMarketCap; CoinGecko wies zur gleichen Minute 11,96 Dollar aus. Das sind 5,6 bis 6,0 Prozent weniger als 24 Stunden zuvor. Das Tageshoch lag bei 12,80 Dollar, das Tagestief bei 11,94 Dollar, und dort steht der Kurs am Donnerstagabend auch. Wer in Deutschland gerade auf den Chart schaut, sieht einen Token am Tagestief und liest gleichzeitig eine Erfolgsmeldung. Dieser Artikel erklärt, warum das kein Widerspruch ist, und was daraus für die nächste Order folgt.

Was der Q3-Bericht vom 21. Oktober an Beständen zeigt

Die Reserve ist Chainlinks eigener Bestand. Das Projekt nimmt Einnahmen aus seinen Diensten und kauft damit LINK am Markt. Im dritten Quartal kamen so 1.543.330,47 LINK hinzu, womit der Gesamtbestand auf 6.047.498,3150 LINK stieg. Das entspricht rund einem Viertel des Bestands, der in einem einzigen Quartal dazukam. Diese Zahlen stammen aus der Quartalsübersicht, die Altcoin Buzz und Blockonomi aus dem Bericht zusammengefasst haben; es sind Angaben des Projekts selbst und keine unabhängig geprüfte Bilanz.

Der zweite Block sind die beiden börsengehandelten Produkte in den USA. Grayscale führt GLNK, Bitwise führt CLNK. Nach der Quartalsübersicht hielten beide zum Quartalsende 16.650.795 LINK, was 2,24 Prozent der gesamten Marktkapitalisierung von Chainlink ausmacht, bei einem verwalteten Vermögen von mehr als 230 Millionen Dollar.

Rechnen wir das zusammen, und zwar offen, damit die Herkunft klar bleibt: 16.650.795 plus 6.047.498 ergibt 22.698.293 LINK. Im Umlauf sind je nach Quelle 748,1 Millionen LINK (CoinMarketCap) bis 766,8 Millionen LINK (CoinGecko). Der gebundene Teil liegt damit bei rund drei Prozent des Umlaufs. Das ist keine Mehrheit und kein Hebel, mit dem jemand den Kurs steuert. Es ist aber genug, um das Orderbuch spürbar dünner zu machen, und genau darum geht es im nächsten Abschnitt.

So wirkt ein gebundener Bestand auf den Kurs

Ein Fondsbestand ist kein Verkaufsdruck, aber auch keine Kaufkraft. Er liegt einfach. Was ein Fonds hält, steht nicht im Orderbuch, weder auf der Kaufseite noch auf der Verkaufsseite. Dasselbe gilt für die Reserve: Das Projekt kauft, aber es verkauft nicht zurück. Der frei handelbare Teil des Angebots wird damit kleiner, und ein kleineres Angebot im Buch bedeutet nicht automatisch einen höheren Kurs. Es bedeutet zuerst einmal größere Ausschläge in beide Richtungen.

Der Mechanismus in drei Sätzen: Ein Orderbuch bildet Preise aus den Geboten, die gerade darin liegen. Nimmt die Menge der Gebote ab, braucht eine gleich große Order einen größeren Preissprung, um ausgeführt zu werden. Deshalb fallen dünne Märkte an schwachen Tagen tiefer und steigen an starken Tagen höher als dicke.

Das Verhältnis dazu steht in den Marktdaten. Bei einer Marktkapitalisierung von 8,93 Milliarden Dollar und einem Tagesumsatz von 240,7 Millionen Dollar werden am Tag rund 2,7 Prozent des Bestandswerts gehandelt. Zum Vergleich: Der Kurs verlor an diesem Donnerstag knapp sechs Prozent, bei einem Umsatz, der nicht ungewöhnlich hoch war. Das ist das Muster eines dünnen Buchs, nicht das einer Verkaufswelle.

Eine einzelne beladene Holzpalette auf dem Betonboden einer riesigen leeren Lagerhalle mit hohen Regalreihen im Dunkeln
Viel Lagerfläche, wenig Bewegung: so sieht ein dünnes Orderbuch aus.

Zwei Depots halten 271 Millionen Dollar, der Tagesumsatz liegt bei 240,7 Millionen

Die beiden Zahlen nebeneinander sind der eigentliche Befund dieses Tages. 22.698.293 LINK sind zum Kurs von 11,93 Dollar rund 270,8 Millionen Dollar wert. Der Umsatz aller Börsen zusammen lag in 24 Stunden bei 240,7 Millionen Dollar. Was in Fonds und Reserve liegt, wiegt also mehr als ein kompletter Handelstag.

Das sagt nichts darüber, wohin der Kurs läuft. Es sagt etwas darüber, wie er läuft: in größeren Schritten, als die Nachrichtenlage jeweils hergibt. Wer das weiß, bewertet einen Tag mit minus sechs Prozent anders als jemand, der darin sofort eine Trendwende sieht.

Warum GLNK und CLNK für deutsche Anleger nicht der Weg sind

Hier liegt der praktische Haken. GLNK und CLNK sind in den USA zugelassene Produkte. Für Privatanleger in der EU sind US-Fonds in der Regel nicht handelbar, weil ihnen das nach der PRIIPs-Verordnung vorgeschriebene Basisinformationsblatt in einer EU-Amtssprache fehlt. Die 16,65 Millionen LINK, die dort liegen, sind für dich also eine Information über den Markt und kein Kaufweg.

Zwei Wege bleiben. Der erste ist LINK direkt, über eine Börse mit MiCA-Zulassung; welche Anbieter das in Deutschland sind, steht in unserem Vergleich der Krypto-Börsen. Der zweite Weg sind börsengehandelte Schuldverschreibungen, also ETN, die an deutschen Börsenplätzen gelistet sind; was dabei zu beachten ist, haben wir in der Übersicht zu Krypto-ETF und ETN in Deutschland aufgeschrieben.

Steuerlich sind die beiden Wege nicht dasselbe, und das ist der Punkt, der häufig untergeht. Wer LINK direkt im Privatvermögen hält, fällt unter § 23 EStG: Nach einem Jahr Haltedauer bleibt ein Verkaufsgewinn steuerfrei. Bei einem ETN hängt die Behandlung an der Ausgestaltung des Papiers, und sie ist nicht automatisch dieselbe; je nach Konstruktion greift die Abgeltungsteuer ohne Haltefristbefreiung. Was dazu gerade gilt und was die geplante Reform daran ändern würde, halten wir im Stand zur Krypto-Haltefrist fest. Eine verbindliche Auskunft für deinen Fall gibt nur ein Steuerberater.

So prüfst du Spanne und Tagesvolumen vor der Order

Aus dem dünnen Buch folgt eine konkrete Prüfung, die vor jeder Order zwei Minuten dauert.

  1. Die Spanne ablesen. Oeffne das Orderbuch deiner Börse und vergleiche den höchsten Kaufauftrag mit dem niedrigsten Verkaufsauftrag. Liegen die beiden weiter als ein paar Zehntelprozent auseinander, zahlt eine Marktorder diese Differenz sofort mit.
  2. Die eigene Ordergröße gegen das Buch stellen. Schau, wie viel LINK in den ersten Preisstufen über dem aktuellen Kurs liegen. Ist deine Order größer als diese Menge, arbeitet sie sich durch mehrere Stufen nach oben und wird im Schnitt teurer als der angezeigte Kurs.
  3. Limit statt Markt. Setze einen Grenzpreis, den du akzeptierst, statt zum nächstbesten Kurs zu kaufen. In einem Markt, der an einem normalen Tag knapp sechs Prozent bewegt, ist das der Unterschied zwischen einem geplanten und einem zufälligen Einstandspreis.
  4. Die Tageszeit beachten. Das Buch ist während der US-Handelszeit dicker als am früheren Morgen europäischer Zeit. Wer die Wahl hat, legt größere Orders nicht in die dünnsten Stunden.
Markenloses Smartphone mit dunklem Display auf einem Holztisch neben einem aufgeschlagenen Notizblock und einem Stift
Spanne und Tagesvolumen prüfen, bevor die Order rausgeht.

Am 20. Oktober haben wir hier den Abzug von 246.800 LINK bei Binance beschrieben. LINK stand damals bei 12,38 Dollar. Heute sind es 11,93 Dollar, also 3,6 Prozent weniger in zwei Tagen. Die Marken, die damals im Blick waren, haben unterschiedlich gehalten: Die 11,84 Dollar wurden bis zum Donnerstagabend nicht wieder getestet, das Tagestief lag mit 11,94 Dollar knapp darüber. Nach oben ist dagegen Luft verloren gegangen. Das Oktoberhoch lag nach Blockonomi bei rund 15,70 Dollar, womit der Kurs inzwischen etwa 24 Prozent darunter notiert.

Der Unterschied zum 20. Oktober liegt im Vorzeichen der Nachricht. Damals war es ein Abfluss von einer Börse, also eine Bewegung, die das Buch berührt. Jetzt ist es ein Bestand, der gerade nicht bewegt wird. Beides zieht in dieselbe Richtung: Der frei handelbare Teil wird kleiner.

Was im Bericht noch steht, und was davon den Kurs betrifft

Die Quartalsübersicht nennt weitere Zahlen, die für die Einordnung wichtig sind, weil sie oft mit dem Token verwechselt werden. Ueber das Übertragungsprotokoll CCIP wurden 2026 nach Projektangaben mehr als 15 Milliarden Dollar an Tokenwert bewegt, davon allein mehr als 7,7 Milliarden durch die Umstellung von BitGos WBTC, also mehr als die Hälfte der Jahressumme durch einen einzigen Vorgang. CCIP sichert nach denselben Angaben mehr als 85 Milliarden Dollar, und CCIP 2.0 ging im dritten Quartal mit mehr als 1.040 Verbindungsstrecken zwischen EVM-Blockchains live.

Ein Begriff, kurz erklärt: CCIP ist Chainlinks Protokoll, mit dem Werte und Nachrichten zwischen verschiedenen Blockchains übertragen werden. Es ist Infrastruktur für Institutionen, kein Produkt für Endkunden.

Der kumulierte Transaktionswert, den Chainlink mit mehr als 36 Billionen Dollar angibt, ist ausdrücklich kein Umsatz, sondern die Summe der Werte, die über die Dienste gelaufen sind. Die Größe, die beim Token ankommt, ist eine andere und viel kleinere: Die sogenannte Smart Value Recapture, über die Einnahmen zurück in das System fließen, lag kumuliert bei mehr als 24,4 Millionen Dollar. Diese Summe speist die Reserve, und die Reserve ist der einzige der genannten Posten, der LINK tatsächlich vom Markt nimmt.

Aus Sicht der Redaktion ist der Abstand zwischen diesen Zahlen die eigentliche Nachricht. Dafür spricht: 36 Billionen Dollar Transaktionswert stehen 24,4 Millionen Dollar zurückgeführtem Wert gegenüber, ein Verhältnis von etwa eins zu anderthalb Millionen. Das erklärt, warum institutionelle Erfolgsmeldungen den Kurs nicht tragen, und warum ein Bestand von drei Prozent des Umlaufs eben nur drei Prozent ist. Dagegen spricht: Die Reserve wächst aus laufenden Einnahmen, nicht aus einer einmaligen Zuteilung, und sie hat im dritten Quartal ein Viertel ihres Gesamtbestands aufgebaut. Hält dieses Tempo, verändert sich das Verhältnis mit der Zeit. Eine Kursprognose folgt daraus nicht, und eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung ist das ausdrücklich nicht.

Die 22,7 Millionen LINK in Fonds und Reserve sind ein belegter Befund und keine Kursstütze. Diese Bestände machen das Orderbuch dünner, und ein dünneres Buch bewegt sich in beide Richtungen stärker. Deshalb ist das Tagestief bei 11,94 Dollar die Marke, auf die es in den nächsten Tagen ankommt: Hält sie, war der Donnerstag ein dünner Tag. Fällt sie, liegen die nächsten Haltepunkte bei den 11,84 Dollar aus dem Bericht vom 20. Oktober. Nach oben wäre die Rückkehr über das Tageshoch von 12,80 Dollar das erste Zeichen, dass Volumen zurückkommt.

Der Kurs in diesem Artikel ist der Stand vom 22. Oktober, 16:48 Uhr UTC. Die Bestandszahlen beziehen sich auf das Quartalsende und sind Angaben des Projekts. Kryptowerte schwanken stark, und ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich. Dieser Text ist keine Anlageberatung.

Häufige Fragen zu Chainlink

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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