Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit einem hohen Risiko verbunden. Führe immer deine eigene Recherche durch.

Bitvavo streicht ICX am 2. Oktober: Der Zwangstausch in Euro folgt am 12. Oktober

Bitvavo schließt am Freitag, dem 2. Oktober, nacheinander Einzahlung, Handel und Auszahlung für ICX. Was danach im Konto liegt, tauscht die Börse spätestens am 12. Oktober automatisch in Euro um.

Fast durchgelaufene Sanduhr auf dunkler Steinplatte, daneben eine schwere Metallmünze mit eingeprägtem kantigem Vieleck-Symbol
16 Min. Lesezeit
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ICX verschwindet am Freitag, dem 2. Oktober 2026, von Bitvavo. Wer bis dahin nichts unternimmt, verliert die Münzen nicht, verliert aber die Entscheidung darüber, wann sie verkauft werden: Bitvavo tauscht jedes Restguthaben spätestens am Montag, dem 12. Oktober, automatisch in Euro. Zwischen diesen beiden Terminen liegt der ganze Handlungsspielraum, und er ist enger, als die zehn Tage Abstand vermuten lassen.

Die Börse hat den Zeitplan am 29. September in ihrem deutschsprachigen Hilfebereich veröffentlicht. Er nennt drei Uhrzeiten an einem einzigen Tag und einen Stichtag zehn Tage später. Danach ist ICON, wie das Projekt hinter dem Kürzel ICX heißt, auf dieser Plattform Geschichte. Der vollständige Verlauf deiner ICX-Käufe bleibt im Konto sichtbar, das Guthaben selbst existiert dort dann nur noch als Euro-Betrag.

Dieser Text sortiert, was am 2. Oktober wirklich passiert, was eine Auszahlung auf eine eigene Wallet kostet, warum diese Auszahlung nur noch bis zum Jahresende einen Anschluss hat und welche steuerliche Nebenwirkung der erzwungene Verkauf am 12. Oktober auslöst.

Der Zeitplan von Bitvavo: drei Fristen am 2. Oktober und ein Zwangstausch am 12. Oktober

Bitvavo staffelt die Abschaltung über drei Stunden. Zuerst schließt der Eingang, dann der Handel, zuletzt der Ausgang. Die Reihenfolge ist wichtig, weil sie bestimmt, welche Handlung du zu welchem Zeitpunkt noch ausführen kannst.

  • Freitag, 2. Oktober, 13:00 Uhr MESZ: Einzahlungen von ICX werden geschlossen. Ab diesem Moment nimmt die Börse keine eingehenden ICX mehr an.
  • Freitag, 2. Oktober, 14:00 Uhr MESZ: Kauf und Verkauf werden gestoppt. Der Markt ICX gegen Euro ist danach nicht mehr handelbar.
  • Freitag, 2. Oktober, 15:00 Uhr MESZ: Auszahlungen werden geschlossen. Ab hier kommt kein ICX mehr aus dem Konto heraus.
  • Montag, 12. Oktober, oder früher: Bitvavo tauscht alle verbliebenen ICX automatisch in Euro und schreibt den Betrag dem Konto gut.

Die Börse formuliert dazu eine Warnung, die über die reine Terminliste hinausgeht. Wörtlich heißt es in der Bekanntmachung: „Versuche nicht, ICX einzuzahlen, nachdem die Einzahlungen am 2. Oktober 2026 um 13.00 Uhr MESZ geschlossen wurden. Alle Einzahlungen, die nach diesem Zeitpunkt getätigt werden, werden nicht verarbeitet und können dauerhaft verloren gehen." Das betrifft jeden, der ICX von einer anderen Plattform oder aus einer Wallet nach Bitvavo schicken will, um dort zu verkaufen. Nach 13:00 Uhr ist dieser Weg nicht nur geschlossen, er ist gefährlich.

Delisting: was der Begriff konkret bedeutet

Ein Delisting ist die Streichung eines Handelspaares von einer Börse. Der Token verschwindet dadurch nicht aus der Welt, er verschwindet aus dem Angebot dieses einen Anbieters. Alles, was danach mit dem Guthaben geschieht, folgt den Regeln, die der Anbieter für den Abwicklungsfall gesetzt hat. Bei Bitvavo ist das der automatische Tausch in Euro.

Warum der automatische Tausch in Euro eine Veräußerung ist und kein Verwahrvorgang

Der entscheidende Satz aus der Bekanntmachung steht im Frage-und-Antwort-Teil: Wer nach der Schließung der Auszahlungen am 2. Oktober noch ein ICX-Guthaben hält, dessen Bestand wird automatisch in Euro getauscht, spätestens am 12. Oktober, und das entstehende Euro-Guthaben wird direkt dem Bitvavo-Konto gutgeschrieben.

Das ist etwas anderes, als wenn eine Börse Restguthaben einfriert oder in eine gesonderte Verwahrung überführt. Hier wird verkauft. Der Halter ist an diesem Verkauf nicht beteiligt, er erfährt den Kurs erst hinterher, und er kann den Zeitpunkt nicht wählen. Für einen Markt mit dünner Restliquidität ist das kein Detail: Ein Zwangsverkauf trifft genau dann auf das Orderbuch, wenn alle anderen Bitvavo-Halter ebenfalls verkauft werden.

Wer den Zeitpunkt selbst bestimmen will, hat dafür bis Freitag 14:00 Uhr Zeit. Wer den Token behalten will, hat bis Freitag 15:00 Uhr Zeit. Alles danach entscheidet die Börse.

Metallener Rollladen eines Bankschalters fährt fast ganz herunter, auf der Theke darunter liegt eine Metallmünze im Lichtstreifen
Zwischen 13 und 15 Uhr schließen am 2. Oktober nacheinander Einzahlung, Handel und Auszahlung.

Die Auszahlungsgebühr von 43 ICX macht kleine Bestände unrentabel

Bitvavo beziffert die Gebühr für eine ICX-Auszahlung auf 43 ICX. Das ist eine feste Stückzahl, kein Prozentsatz, und genau deshalb wirkt sie bei kleinen Beständen brutal. Bei einem Kurs im Bereich von 0,0068 bis 0,0098 Euro kostet eine Auszahlung damit rund 0,29 bis 0,42 Euro. Das klingt nach wenig, ist aber im Verhältnis zur Mindestauszahlung viel.

Die Mindestauszahlung liegt bei 160 ICX. Wer exakt diesen Betrag abzieht, zahlt 43 davon als Gebühr und behält 117. Gut ein Viertel des Betrags bleibt bei der Börse. Erst ab mehreren tausend ICX fällt die Gebühr kaum noch ins Gewicht.

Die Rechnung, die jeder für sich aufmachen muss

Die richtige Gegenüberstellung lautet „Auszahlung gegen selbst gewählten Verkauf" und nicht „Auszahlung gegen Zwangstausch". Wer ohnehin verkaufen will, spart sich die Gebühr komplett und muss nur vor Freitag 14:00 Uhr handeln. Wer die Münzen behalten will, weil er an das Nachfolgeprojekt glaubt oder weil er einen Verlust nicht in diesem Steuerjahr realisieren möchte, zahlt die 43 ICX und braucht danach einen Plan für das, was auf der ICON-Blockchain noch möglich ist. Dieser Plan hat, wie der nächste Abschnitt zeigt, ein Ablaufdatum.

Mindestauszahlung 160 ICX, Mindestorder 422 ICX: die Grenzen im Bitvavo-Konto

Neben der Auszahlungsgrenze gibt es eine zweite Schwelle, die leicht übersehen wird. Eine Order im Markt ICX gegen Euro muss mindestens rund 422 ICX groß sein, gerechnet in Gegenwert also etwa 2,87 bis 4,13 Euro. Wer weniger als 422 ICX hält, kann diesen Rest gar nicht mehr aktiv verkaufen und läuft zwangsläufig in den automatischen Tausch.

Dahinter steckt keine Schikane. Es ist eine übliche Mindestordergröße, die jede Börse setzt, damit sich die Abwicklung einer Order überhaupt lohnt. Für den Halter eines Kleinstbestandes bedeutet sie trotzdem: Die Entscheidung ist ihm bereits abgenommen. Für ihn ist der 12. Oktober der Tag, an dem sein ICX zu Euro wird, und er kann daran nichts ändern.

Wer einen solchen Restbestand hat und trotzdem handlungsfähig sein will, müsste vor Freitag 13:00 Uhr aufstocken. Das ist möglich, solange Einzahlungen offen sind, aber es ist die Entscheidung, in einen schrumpfenden Markt nachzukaufen. Wer statt dessen zu einer anderen Börse wechseln will, findet in unserem Vergleich der besten Krypto-Börsen die Anbieter, die in Deutschland verfügbar sind und deren Gebührenmodelle sich vergleichen lassen.

Die Zwei-Wege-Migration zwischen ICX und SODA ist seit dem 25. September geschlossen

An dieser Stelle wird es für alle wichtig, die ICX auf eine eigene Wallet abziehen wollen, statt zu verkaufen. Denn der Token hat ein eigenes, von Bitvavo unabhängiges Ablaufdatum, und die Lage dort hat sich vor wenigen Tagen verschärft.

ICON wandert seit 2025 auf ein Nachfolgeprojekt namens SODAX. Halter tauschen ICX gegen den neuen Token SODA. Bis vor Kurzem funktionierte dieser Tausch in beide Richtungen, man konnte also auch von SODA zurück zu ICX. Diese Rückrichtung ist seit Freitag, dem 25. September 2026, geschlossen, und zwar fünf Tage früher als zuvor angekündigt.

Die ICON Foundation nennt als Grund, dass die Preisbildung für ICX volatiler geworden sei und die verbliebene Liquidität weiter ausdünne, auch als Nachwirkung des Zwischenfalls vom August. Das frühere Schließen der Rückrichtung solle die Infrastruktur des Nachfolgeprojekts vor genau dieser Schwankung schützen. Der Hinweis der Stiftung an die Halter ist dabei ungewöhnlich deutlich: Wer noch ICX hält, solle jetzt in Eigenverwahrung zu SODA wechseln, statt auf einer zentralen Börse zu warten.

Was von der Migration übrig bleibt

Offen ist weiterhin die Einbahnstraße ICX zu SODA, und sie bleibt es bis zum 31. Dezember 2026. Wer ICX von Bitvavo abzieht, landet also in einem Fenster, das noch drei Monate trägt. Für den Tausch selbst braucht es zusätzlich ein kleines Guthaben des Netzwerk-Tokens S auf dem Sonic-Netzwerk, weil dort die Transaktionsgebühren anfallen. Wie eng die beiden Migrationsfristen zusammenhängen, haben wir im August in ICX in SODA tauschen: Zwei Fristen vor der Abschaltung aufgeschrieben.

Am 31. Dezember schaltet die ICON-Blockchain ab und hinterlässt ein Nur-Lese-Archiv

Der 31. Dezember 2026 ist nicht nur die letzte Gelegenheit, ICX in SODA zu tauschen. Es ist auch der Tag, an dem die ICON-Blockchain dauerhaft angehalten wird. Die Stiftung kündigt für die Zeit danach ein Archiv an, in dem sich alte Transaktionen nachschlagen lassen. Bewegen lässt sich dort nichts mehr.

Daraus folgt eine unbequeme Konsequenz für jeden, der ICX jetzt auf eine eigene Wallet zieht und die Sache dann liegen lässt. Ein ICX, der am 1. Januar 2027 noch auf der ICON-Blockchain liegt, ist dann kein Vermögenswert mit unklarem Kurs mehr. Er ist ein Eintrag in einem stillgelegten Register. Die Auszahlung auf die eigene Wallet ist deshalb nur dann sinnvoll, wenn der Tausch in SODA danach auch wirklich stattfindet.

Die Stiftung hat diese Frist im Mai 2026 gesetzt und seitdem mehrfach bekräftigt, dass sie nicht verschoben wird. Als Begründung nennt sie, dass der Termin seit Monaten mit Börsen, Wallet-Anbietern und Partnern abgestimmt sei und eine Verschiebung genau die Unsicherheit erzeugen würde, die der feste Termin vermeiden soll.

Wie viel überhaupt noch dort liegt

Der umlaufende Bestand liegt bei rund 1,097 Milliarden ICX. Wir haben Anfang September in einer eigenen Auswertung beschrieben, dass zu diesem Zeitpunkt 1,109 Milliarden ICX noch auf der ICON-Blockchain lagen. Die Größenordnung hat sich seitdem kaum bewegt, was bedeutet: Ein erheblicher Teil der Halter hat den Wechsel noch vor sich, und ein Teil davon wird ihn verpassen.

Schwere Tresortür wird zugedrückt, dahinter liegt eine verstaubte Metallmünze auf einem Archivregalbrett im letzten Lichtkeil
Nach dem 31. Dezember bleibt von der ICON-Blockchain nur noch ein Archiv zum Nachschlagen.

Der Replay-Exploit vom 27. August steht am Anfang der Delisting-Welle

Dass gleich mehrere Börsen ICX innerhalb weniger Wochen streichen, hat einen gemeinsamen Auslöser. Am 27. August 2026 nutzte ein Angreifer in einem Zeitfenster von zwanzig Minuten eine Lücke im Migrationsvertrag der ICON-Blockchain aus. Er wiederholte zwei bereits gültig signierte Auszahlungsnachrichten 1.492-mal. Freigesetzt wurden dabei 119.866.000 ICX und 531.600 bnUSD.

Ein Replay-Angriff ist genau das: Eine Nachricht, die einmal rechtmäßig war, wird mehrfach erneut eingereicht, weil das empfangende System nicht erkennt, dass sie schon abgearbeitet wurde.

Was dabei nicht passierte, gehört in denselben Absatz wie die Stückzahl. Nach Darstellung der ICON Foundation gehörten sämtliche betroffenen Bestände der Stiftung selbst. Wörtlich schreibt sie in ihrem Post-Mortem: „All assets involved were foundation-held. No user deposits, balances, or positions were accessed or affected." Guthaben von Nutzern waren demnach nicht betroffen. Die Blockchain stand nach dem Vorfall rund 25 Stunden still, bevor sie am 28. August wieder anlief.

Für den Kurs und für die Bereitschaft der Börsen, das Handelspaar weiterzuführen, war der Vorfall trotzdem der Wendepunkt. Wer die Kette der Streichungen nachverfolgen will, findet sie in unserem Bericht zu OKX, das ICX, STORJ und ELF streicht.

Upbit zieht am 19. Oktober nach: die Termine der anderen Börsen

Bitvavo ist nicht die letzte Station. Die südkoreanische Börse Upbit hat am 19. September angekündigt, ICX am 19. Oktober 2026 zu streichen. Der Handel im Paar ICX gegen Won endet dort um 15:00 Uhr koreanischer Zeit, die letzte Auszahlungsfrist läuft bis zum 18. November 2026. Als Grund nennt Upbit ungelöste Sicherheitsrisiken; der Token stand seit Ende August auf einer Beobachtungsliste.

Diese Reihenfolge ist für deutsche Halter aus einem nüchternen Grund interessant. Je mehr Handelsplätze wegfallen, desto dünner wird das Orderbuch auf den verbliebenen, und desto stärker schlägt jede größere Verkaufsorder auf den Kurs durch. Der Zwangstausch am 12. Oktober trifft damit auf einen Markt, der in den Wochen davor bereits Handelsplätze verloren hat.

Wie Bitvavo solche Abwicklungen handhabt, ist übrigens kein Einzelfall: Dieselbe Börse hat Mitte September bereits Kava, Nano und Ravencoin nach dem gleichen Muster gestrichen, mit gestaffelten Fristen und automatischem Tausch am Ende.

Was der ICX-Kurs gerade macht: 0,0068 bis 0,0098 Euro und 40 Prozent Minus in einer Woche

Die Kursangaben für ICX gehen zum Stand 30. September deutlich auseinander, und das ist selbst ein Befund. Im Orderbuch von Bitvavo wurde zuletzt um 0,0068 Euro gehandelt, breit erhobene Marktdaten über alle Handelsplätze hinweg liegen bei rund 0,0098 Euro. Die Spanne von gut 40 Prozent zwischen zwei Messpunkten für denselben Token ist das, was die ICON Foundation meint, wenn sie von ausgedünnter Liquidität spricht.

Über sieben Tage steht ein Minus von rund 40 Prozent. Der gesamte Marktwert aller umlaufenden ICX liegt bei etwa 10,7 Millionen Euro. Zum Vergleich: Das Allzeithoch von 11,03 Euro stammt vom Januar 2018, der heutige Kurs liegt mehr als 99 Prozent darunter.

Aus diesen Zahlen folgt kein Argument für oder gegen eine Entscheidung. Der Zeitdruck erklärt sich aber daraus: In einem Markt dieser Größe bewegt eine einzige größere Order den Kurs, und der Zwangstausch am 12. Oktober bündelt viele Orders auf einen Zeitpunkt.

Warum kein Kursziel in diesem Text steht

Für einen Token, dessen Blockchain in drei Monaten abgeschaltet wird, ergibt eine Kursprognose keinen Sinn. Die relevante Frage lautet, ob dein Bestand den Weg in den Nachfolger findet oder als Euro-Betrag auf deinem Börsenkonto endet. Wo ICX in einem Jahr steht, ist dagegen ohne Belang.

Steuerlich zählt der 12. Oktober: Haltefrist, Freigrenze und ein fremdbestimmter Zeitpunkt

Der automatische Tausch in Euro ist steuerlich ein Verkauf. Damit greift in Deutschland der Rahmen für private Veräußerungsgeschäfte nach § 23 Einkommensteuergesetz. Drei Punkte daraus sind für diesen Fall wichtig.

Erstens die Haltefrist: Liegt zwischen Anschaffung und Veräußerung mehr als ein Jahr, bleibt ein Gewinn steuerfrei. Liegt sie darunter, ist er steuerpflichtig. Zweitens die Freigrenze: Bleiben alle privaten Veräußerungsgewinne eines Kalenderjahres zusammen unter 1.000 Euro, fällt keine Steuer an; wird die Grenze überschritten, ist der gesamte Betrag steuerpflichtig und nicht nur der übersteigende Teil. Drittens der Zeitpunkt: Er entscheidet, in welches Steuerjahr das Geschäft fällt.

Genau dieser dritte Punkt ist bei einem Zwangstausch besonders. Normalerweise wählt der Halter, wann er verkauft, und kann damit steuern, ob ein Gewinn noch in die Haltefrist fällt oder ob ein Verlust in diesem oder im nächsten Jahr anfällt. Am 12. Oktober entscheidet das die Börse. Wer ICX vor weniger als einem Jahr gekauft hat und im Plus liegt, sollte deshalb wissen, dass er diesen Gewinn in jedem Fall 2026 realisiert, ob er will oder nicht.

Umgekehrt kann derselbe Mechanismus nützlich sein: Ein Verlust, der ohnehin absehbar ist, wird durch den Zwangstausch in diesem Jahr realisiert und lässt sich mit anderen privaten Veräußerungsgewinnen desselben Jahres verrechnen. Wie das im Einzelfall ausgeht, hängt an deinen Anschaffungsdaten, und genau die musst du sauber dokumentiert haben. Welche Werkzeuge Anschaffungsdatum, Haltefrist und Einstandskurs automatisch aus den Börsenberichten ziehen, zeigt unser Vergleich der Krypto-Steuer-Tools und Portfolio-Tracker.

Die drei Fehler, die beim Abziehen am 2. Oktober am meisten kosten

Wenn du dich für die Auszahlung entscheidest, entstehen die teuersten Pannen bei der Adresse und beim Zeitpunkt, nicht bei der Gebühr.

Das falsche Netzwerk. Bitvavo weist in der Bekanntmachung ausdrücklich darauf hin, dass die externe Wallet das ICON-Netzwerk unterstützen muss. ICX ist kein Token auf Ethereum oder BNB Chain, sondern hat eine eigene Blockchain. Eine Auszahlung an eine Adresse, die zu einem anderen Netzwerk gehört, führt in aller Regel zum Totalverlust des gesendeten Betrags, und keine Börse holt sie zurück.

Die zu späte Einzahlung. Der Reflex, ICX von einer anderen Plattform zu Bitvavo zu schicken, um dort in Euro zu verkaufen, funktioniert nur bis Freitag 13:00 Uhr. Eine Blockchain-Überweisung braucht Bestätigungen, und eine Einzahlung, die erst um 13:05 Uhr ankommt, wird nach Darstellung der Börse nicht verarbeitet und kann dauerhaft verloren sein. Wer diesen Weg gehen will, startet ihn Tage vorher, nicht am Freitagmittag.

Der vergessene Anschlussschritt. Eine Auszahlung auf die eigene Wallet ist nur der erste Teil. Ohne den Tausch in SODA bis zum 31. Dezember liegt der Bestand danach auf einer abgeschalteten Blockchain. Für diesen Tausch brauchst du eine Wallet, die du selbst kontrollierst, und einen kleinen Bestand des Netzwerk-Tokens S auf dem Sonic-Netzwerk für die Gebühren. Welche Geräte-Wallets in Deutschland verfügbar sind und was sie kosten, steht in unserem Hardware-Wallet-Vergleich.

Ein vierter Punkt gehört der Vollständigkeit halber dazu, auch wenn er kein Fehler ist: Nichts zu tun ist eine gültige Entscheidung. Dann wird dein Bestand am 12. Oktober zu einem Kurs verkauft, den du vorher nicht kennst, und dass der Erlös als Euro auf deinem Bitvavo-Konto liegt. Für Kleinstbestände unterhalb der Mindestordergröße ist es ohnehin die einzige mögliche Entscheidung.

ICX bei Bitvavo: So gehst du jetzt vor

Die Fristen sind hart und die Reihenfolge ist vorgegeben. Drei Schritte reichen, und der erste ist der einzige, der heute schon Zeit kostet.

  1. Bestand und Anschaffungsdatum nachsehen. Öffne dein Bitvavo-Konto und notiere, wie viele ICX dort liegen und wann du sie gekauft hast. Unter rund 422 ICX ist ein aktiver Verkauf nicht mehr möglich, unter 160 ICX auch keine Auszahlung. Ob ein Gewinn in die einjährige Haltefrist fällt, ergibt sich aus dem Anschaffungsdatum; ein Portfolio-Tracker nimmt dir diese Zuordnung ab.
  2. Vor Freitag 14:00 Uhr über Verkauf oder Auszahlung entscheiden. Verkaufen kostet keine zusätzliche Gebühr und legt den Zeitpunkt in deine Hand. Auszahlen kostet 43 ICX und setzt eine Wallet voraus, die das ICON-Netzwerk unterstützt, etwa eine Hardware-Wallet. Wer auf eine andere Börse ausweichen will, prüft vorher im Börsenvergleich, ob der Anbieter ICX überhaupt noch führt.
  3. Bei Auszahlung den Termin 31. Dezember eintragen. Der Tausch von ICX in SODA läuft nur noch bis zum Jahresende, danach wird die ICON-Blockchain abgeschaltet. Setze dir eine Erinnerung mit mehreren Wochen Vorlauf und lege dir vorher ein kleines Guthaben des Netzwerk-Tokens S auf dem Sonic-Netzwerk für die Gebühren zurecht.

Den vollständigen Zeitplan hat Bitvavo in seiner deutschsprachigen Bekanntmachung zum Delisting von ICON veröffentlicht; die Migrationsfristen und das Abschaltdatum stehen in der Mitteilung der ICON Foundation vom 24. September.

(Stand: 30. September 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)

Häufige Fragen zu ICX bei Bitvavo

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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