Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit einem hohen Risiko verbunden. Führe immer deine eigene Recherche durch.

Bitcoin Prognose: Strategy kauft 250 Bitcoin und für 192,4 Millionen Dollar eigene Aktien zurück

Analyse: Strategy hat in einer Woche 250 Bitcoin für 21,5 Millionen Dollar gekauft und im selben Zeitraum 192,4 Millionen Dollar für den Rückkauf eigener Vorzugsaktien ausgegeben. Am 28. Oktober stimmen die Aktionäre über die Dividendenmechanik ab, und davon hängt ab, wann der größte Unternehmenskäufer zurückkommt.

Gläserne Sanduhr mit Messinggestell auf dunkler Steinplatte, der obere Kolben ist fast leer, daneben lehnt eine schwere Metallmünze mit eingeprägtem B-Symbol
10 Min. Lesezeit
Teilen:
Kategorien: Bitcoin

Belegt ist: Der größte Unternehmenshalter von Bitcoin hat in der Woche bis zum 11. Oktober 250 Bitcoin für 21,5 Millionen Dollar gekauft und im selben Zeitraum 192,4 Millionen Dollar für den Rückkauf eigener Vorzugsaktien ausgegeben. Unsere Einschätzung dazu folgt weiter unten: Der Nachfrageausfall fällt kleiner aus, als das Verhältnis von neun zu eins vermuten lässt, aber er trifft auf eine Woche, in der auch die Fonds abziehen.

Bitcoin notiert am Freitagnachmittag bei 81.640 Dollar. In den 24 Stunden davor lag die Spanne zwischen 80.814 und 81.986 Dollar, eröffnet hatte der Kurs bei 81.314 Dollar. Wohin der Kurs auf Sicht von Monaten zeigen kann, ordnet unsere Bitcoin Prognose ein. Für die nächsten Tage zählt ein Termin, der mit Charttechnik nichts zu tun hat: Am 28. Oktober stimmen die Aktionäre von Strategy darüber ab, wie das Unternehmen seine Vorzugsdividenden abgrenzt.

Strategy kauft 250 Bitcoin und steckt 192,4 Millionen Dollar in eigene Papiere

Die Zahlen stehen in der Pflichtmitteilung des Unternehmens vom 12. Oktober. Zwischen dem 5. und dem 11. Oktober erwarb Strategy 250 Bitcoin zu einem Durchschnittspreis von 86.194 Dollar je Stück, Gebühren eingerechnet. Von den 21,5 Millionen Dollar stammten 21,0 Millionen aus dem Verkauf von 125.183 eigenen Stammaktien über das laufende Emissionsprogramm, die restlichen 0,5 Millionen aus Barmitteln. Der Bestand stieg damit von 848.000 auf 848.250 Bitcoin.

In derselben Woche kaufte das Unternehmen 1.932.145 STRC-Vorzugsaktien zurück und zahlte dafür 192,4 Millionen Dollar, im Schnitt rund 99,58 Dollar je Aktie. Das ist das Neunfache dessen, was in Bitcoin floss. Vier Jahre lang lief die Geldmaschine in die andere Richtung: Aktien raus, Bitcoin rein. Seit dem Frühjahr steht sie auf rückwärts.

Zur Einordnung der Größenordnung: 848.250 Bitcoin sind rund vier Prozent aller jemals existierenden 21 Millionen Stück. Zum 30. Juni waren es 846.000. In dreieinhalb Monaten kamen also 2.250 Bitcoin dazu. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es Zehntausende.

Die Abstimmung endet am 27. Oktober, die Sondersitzung folgt einen Tag später

Worüber abgestimmt wird, klingt technisch und ist es auch. Strategy will die Satzung so ändern, dass für die Vorzugsaktien STRC, STRF, STRK und STRD an jedem Kalendertag ein Dividendenstichtag entsteht; die Zahlung erfolgt dann am nächsten Geschäftstag. Heute laufen die Stichtage in größeren Abständen. Das Unternehmen betont in seinen Unterlagen, dass sich die Gesamtsumme der regulären Dividenden dadurch weder erhöht noch verringert und die Dividendensätze unverändert bleiben.

Dividendenstichtag ist der Tag, an dem feststeht, wer eine Aktie hält und damit die Ausschüttung bekommt. Wer am Tag danach kauft, geht für diese Zahlung leer aus.

Der Stichtag für die Stimmberechtigung war der 25. September 2026. Die Stimmabgabe schließt am 27. Oktober um 23:59 Uhr Ostküstenzeit, die Sondersitzung findet am 28. Oktober virtuell statt. Eine Besonderheit nennt das Unternehmen in seinen Begleitunterlagen zur Abstimmung selbst: Wer nicht abstimmt, dessen Stimme zählt als Nein. Bei einer Satzungsänderung, die eine Mehrheit aller ausstehenden Aktien braucht, ist das ein erheblicher Unterschied zu einer bloßen Enthaltung.

Stimmen die Aktionäre zu, erwartet Strategy die erste Ausschüttung nach dem neuen Takt für STRC am 2. November, mit Stichtag 1. November. Für STRF, STRK und STRD soll die erste Zahlung nach neuem Muster am 4. Januar 2027 folgen. Beides steht unter dem Vorbehalt, dass der Verwaltungsrat die Dividende tatsächlich beschließt und die Satzungsänderung wirksam wird.

Verschlossene Wahlurne aus gebürstetem Stahl mit rotem Wachssiegel allein auf einem langen leeren Konferenztisch, die Stuhlreihen dahinter liegen im Dunkeln
Abgestimmt wird vorab und online, die Sondersitzung am 28. Oktober stellt nur noch das Ergebnis fest.

Die Dividendenmechanik und der Bitcoin-Bestand hängen an derselben Kasse

Der Zusammenhang läuft über die Kasse. Strategy zahlt auf seine Vorzugsaktien feste Kupons; STRF trägt zehn Prozent im Jahr, STRK acht Prozent auf den Nennwert. Dieses Geld muss jedes Quartal irgendwoher kommen. Das Softwaregeschäft des Unternehmens wirft es nicht ab. Also kommt es aus der Ausgabe neuer Aktien, aus neuen Anleihen oder aus dem Verkauf von Bitcoin.

Genau das ist im Sommer passiert. Bis Mitte August hatte Strategy seit Mai 6.948 Bitcoin verkauft, um Vorzugsdividenden zu bedienen und STRC-Papiere zurückzukaufen. Ein Unternehmen, das sich selbst als Bitcoin-Reservehalter versteht, wurde damit zeitweise zum Nettoverkäufer. Eine tägliche Abgrenzung ändert an der Summe nichts, sie verteilt den Mittelabfluss nur gleichmäßiger über das Jahr. Für den Markt heißt das: weniger große Blöcke, dafür ein steter kleiner Strom.

Die Kennzahl, an der sich alles entscheidet, heißt mNAV und teilt die Börsenbewertung des Unternehmens durch den Wert der gehaltenen Bitcoin. Steht sie über eins, kann Strategy neue Aktien ausgeben, mit dem Erlös Bitcoin kaufen, und der Bestand je Aktie wächst trotzdem. Steht sie unter eins, verwässert jede neue Aktie die Altaktionäre, statt ihnen zu nützen.

Nach den Daten von mnav.com vom 23. Oktober liegt die Börsenbewertung voll verwässert bei 65,9 Milliarden Dollar, der Bitcoin-Bestand ist 69,3 Milliarden Dollar wert. Das ergibt brutto 0,95. Die Seite weist daneben 1,16 nach der vom Unternehmen bevorzugten Rechnung aus und 1,34 nach einer dritten Methode, die vorrangige Ansprüche zuerst abzieht. Die Spanne der vergangenen 52 Wochen reicht von 0,98 bis 1,38. Welche Zahl die richtige ist, hängt daran, ob man die 20,3 Milliarden Dollar an vorrangigen Ansprüchen vor oder nach der Bitcoin-Position verrechnet.

Wichtig für die Nerven: Eine Zwangsliquidation steht nicht im Raum. Die vorrangigen Ansprüche wären nach derselben Rechnung erst bei einem Bitcoin-Preis von 23.897 Dollar nicht mehr gedeckt. Das liegt 71 Prozent unter dem heutigen Kurs. Was unter eins wegfällt, ist die Zahlungsfähigkeit nicht; es ist der Hebel, mit dem Strategy bisher gekauft hat.

Der Kurs seit dem Verfallstermin vom Donnerstag: 1.060 Dollar tiefer

Am Donnerstag haben wir an dieser Stelle über den Jahresverfall am 25. Dezember geschrieben, an dem 132.411 Bitcoin in Optionen hängen. Der Kurs stand damals bei rund 82.700 Dollar. Seitdem hat er 1.060 Dollar abgegeben und das Tief bei 80.814 Dollar gehalten, ohne es zu unterschreiten. Die 80.000er Marke, die seit Mitte Oktober als Boden gilt, ist also ein zweites Mal nicht gefallen.

Dazugekommen ist die zweite Seite der Nachfrage. Am Mittwoch flossen den amerikanischen Bitcoin-Fonds noch Mittel zu, allein IBIT nahm 665 Millionen Dollar auf. Am Donnerstag drehte das Bild: Nach Zahlen von The Block zogen die Fonds netto 635,6 Millionen Dollar ab, davon 254,1 Millionen allein aus IBIT. Fondsnachfrage und Unternehmensnachfrage schwächeln damit im selben Fenster, und das ist die eigentliche Nachricht dieser Woche.

Ein einzelnes erleuchtetes Bürofenster in der sonst dunklen, regennassen Glasfassade eines Hochhauses bei Nacht, in der Scheibe spiegeln sich die Lichter der Stadt
848.250 Bitcoin liegen bei einem einzigen Unternehmen, rund vier Prozent des gesamten Angebots.

Die 86.194-Dollar-Marke aus Strategys letzter Tranche

Marken entstehen sonst aus dem Chart. Diese hier entsteht aus einer Pflichtmitteilung. 86.194 Dollar hat Strategy im Schnitt für die jüngsten 250 Bitcoin bezahlt. Der heutige Kurs liegt 5,3 Prozent darunter. Solange das so bleibt, steht die letzte Tranche des größten Unternehmenshalters im Minus, und jeder weitere Kauf über das Aktienprogramm verschlechtert die Rechnung für die Altaktionäre ein zweites Mal.

Nach oben liegt die nächste Hürde damit bei 86.194 Dollar, nach unten stehen die beiden Marken aus dem laufenden Handel: 81.986 Dollar als Tageshoch und 80.814 Dollar als Tagestief. Wer sich an Zahlen aus dem Markt orientieren will statt an Meinungen, hat damit drei Punkte, die aus keinem Modell stammen.

Unsere Einschätzung: der Ausfall ist kleiner als die Schlagzeile

Aus Sicht der Redaktion wird die Bedeutung von Strategy für den Kurs derzeit überschätzt. Die Belege: 250 Bitcoin in einer Woche sind bei einem täglichen Kassaumsatz im Milliardenbereich keine marktbewegende Größe, und 2.250 Bitcoin in dreieinhalb Monaten sind weniger, als die amerikanischen Fonds an einem einzigen starken Tag aufnehmen. Was fehlt, ist weniger das Volumen als das Signal: Vier Jahre lang war ein Käufer da, der bei jedem Rückschlag zugriff, unabhängig vom Preis.

Dagegen spricht, dass der Wegfall nicht dauerhaft sein muss. Steigt der Aktienkurs wieder deutlich über den Wert der Bitcoin je Aktie, rechnet sich das Emissionsprogramm sofort wieder, und die Käufe kommen zurück. Die 52-Wochen-Spanne der Kennzahl zeigt, dass das in diesem Jahr mehrfach hin und her ging. Für das dritte Quartal hat Strategy außerdem einen Gewinn von 21 Milliarden Dollar aus digitalen Vermögenswerten gemeldet, das erste Plus nach vier Verlustquartalen in Folge und ein Gegengewicht zum Nettoverlust von 8,22 Milliarden Dollar aus dem zweiten Quartal.

Zur Haltung in eigener Sache: Wir bewerten hier die Lage, nicht die Aktie und nicht den Coin. Wer heute Bitcoin kauft oder verkauft, trägt das Risiko eines Totalverlusts selbst.

Was ein Anleger in Deutschland daraus rechnen kann

Drei Dinge lassen sich heute ohne Glaskugel nachvollziehen.

Erstens der eigene Einstand. Wer seine Bitcoin oberhalb von 86.194 Dollar gekauft hat, liegt derzeit schlechter als die jüngste Tranche des größten Unternehmenshalters. Das ist keine Wertung, sondern eine Messlatte, die sich leicht nachrechnen lässt. Bei einem Kauf in Euro gehört der damalige Wechselkurs in die Rechnung, sonst vergleicht man zwei verschiedene Zahlen.

Zweitens der steuerliche Rahmen. Nach dem geltenden deutschen Einkommensteuerrecht sind Gewinne aus dem Verkauf von Kryptowerten nach einer Haltedauer von mehr als einem Jahr steuerfrei; innerhalb des Jahres gilt eine Freigrenze von 1.000 Euro je Kalenderjahr. Wer im Herbst 2025 gekauft hat, erreicht die Jahresfrist also gerade jetzt. Ob und wie sich diese Regel ändert, halten wir im Stand der Haltefrist-Reform fest. So liest du dein Transaktionsprotokoll dafür richtig: Welche Tranche ist wie alt, und welche fällt noch in die Jahresfrist? Ein Portfolio-Tracker mit Steuerfunktion nimmt diese Zuordnung ab.

Drittens die Verwahrung. Wer über Zertifikate oder Produkte investiert ist, deren Kurs an einem einzelnen Unternehmen hängt, trägt dessen Bilanzrisiko mit. Wer Bitcoin direkt hält, trägt es nicht. Welche Plattform dafür in Frage kommt und zu welchen Gebühren, zeigt unsere Übersicht der Handelsplätze für den Bitcoin-Kauf.

Der nächste Termin nach dem 28. Oktober

Noch in derselben Woche tagt der Offenmarktausschuss der amerikanischen Notenbank. Die Sitzung läuft am 27. und 28. Oktober, die Entscheidung fällt am 28. Oktober. Der Leitzins liegt nach der Anhebung vom September bei 3,75 bis 4,00 Prozent. Beide Termine fallen damit auf denselben Tag, und beide wirken auf dieselbe Frage: Wie teuer ist Geld, und wie viel davon fließt in Anlagen ohne laufende Rendite.

Für die Woche bis zum 28. Oktober ergibt sich daraus eine klare Beobachtungsliste: das Ergebnis der Abstimmung, die täglichen Fondszahlen und die Zinsentscheidung. Erst danach lässt sich sagen, ob die Nachfragelücke der vergangenen Tage eine Pause war oder ein Muster.

Strategy am 28. Oktober: Ohne mNAV über 1 fehlt ein Dauerkäufer

  1. Termin notieren. Die Stimmabgabe schließt am 27. Oktober, das Ergebnis der Sondersitzung steht am 28. Oktober fest. Am selben Tag entscheidet die Notenbank. Wer in dieser Woche handeln will, legt sich die Marken 80.814 und 86.194 Dollar vorher zurecht, statt sie im Moment der Nachricht zu suchen.
  2. Eigene Kostenbasis sortieren. Trag die Tranchen mit Kaufdatum und Kurs zusammen und markiere, welche die Jahresfrist schon erreicht hat. Ein Steuer- und Portfolio-Werkzeug liest die Daten direkt aus den Börsenprotokollen aus.
  3. Handelsplatz und Gebühren gegenrechnen. Bei kleinen Nachkäufen frisst der Spread oft mehr als die Kursbewegung einer Woche. Die Konditionen der großen Plattformen stehen im Börsenvergleich, die Angebote mit Aktien- und Hebelzugang im Brokervergleich.

(Stand: 23. Oktober 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

Verwandte Artikel

Welche Themen sollen wir vertiefen?

Wähle aus, was dich aktuell beschäftigt. Deine Auswahl fließt direkt in unsere Themenplanung ein.

Crypto-News, die wirklich Mehrwert bringen.

Wöchentlich. 60 Sekunden Lesezeit. Sorgfältig kuratiert von unserer Redaktion: kein Hype, keine Werbe-Mails, kein Spam.

Abonnieren

Mehr zum Thema

Alle anzeigen

Vielleicht auch interessant