Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit einem hohen Risiko verbunden. Führe immer deine eigene Recherche durch.

Solana Prognose: Warum 3,38 Longs je Short jetzt zum Risiko werden

Analyse: Solana notiert am Freitagabend bei 93,78 Dollar und verliert 6,7 Prozent an einem Tag. Im Terminmarkt kommen auf jedes Konto mit Short-Position 3,38 Konten mit Long-Position, so viele wie seit zwei Wochen nicht. Was dieses Ungleichgewicht für die nächsten Marken bedeutet und was du als Anleger in Deutschland daraus ableiten kannst.

Messing-Balkenwaage in einer leeren Lagerhalle, die linke Schale mit einem hohen Stapel Solana-Muenzen schwer ueberladen, die rechte Schale mit einer einzigen Muenze hoch in der Luft
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Solana notiert am Freitagabend bei 93,78 Dollar und verliert damit 6,7 Prozent binnen eines Tages. Bitcoin gab im selben Zeitraum 4,9 Prozent ab, Ethereum 4,2 Prozent. Solana fällt also spürbar stärker als die beiden größten Werte, und das Tagestief von 92,64 Dollar liegt nur gut ein Prozent unter dem aktuellen Stand. Die Marktkapitalisierung beträgt 55,33 Milliarden Dollar.

Belegt ist: Im Terminmarkt der Börse OKX kommen auf jedes Konto mit einer Short-Position 3,38 Konten mit einer Long-Position. Am 18. Oktober lag dieses Verhältnis noch bei 2,24. Unsere Einschätzung dazu folgt weiter unten: Das Ungleichgewicht macht den Kurs nach unten anfällig, weil gehebelte Long-Positionen bei fallenden Kursen nicht freiwillig verkauft werden, sondern zwangsweise.

Wohin der Kurs auf Sicht von Monaten zeigen kann, ordnet unsere Solana Prognose ein. Dieser Artikel nimmt sich den kurzen Weg vor: wer im Terminmarkt gerade wie positioniert ist, welcher Mechanismus daraus eine Abwärtsbewegung macht und welche Marken in den nächsten Stunden zählen.

So steht Solana am Freitagabend

In den 24 Stunden bis Freitagabend reichte die Spanne von 92,64 bis 100,55 Dollar. Das sind 8,5 Prozent zwischen dem höchsten und dem tiefsten Wert des Tages, für Solana eine der weitesten Tagesspannen des Monats. Gehandelt wurden in diesem Zeitraum Solana im Wert von 5,9 Milliarden Dollar, nachzulesen auf der Solana-Kursseite von CoinGecko.

Der Abstand zu den großen Werten ist dabei das Auffällige. Bitcoin steht am Freitagabend bei 76.670 Dollar und damit 4,9 Prozent tiefer als am Vortag, Ethereum bei 2.228 Dollar und 4,2 Prozent tiefer. Solana verliert mit 6,7 Prozent rund ein Drittel mehr als Bitcoin. Wer nur den Kursstand ansieht, erklärt diesen Unterschied nicht. Der Terminmarkt tut es.

Die runde Hundertermarke, an der sich der Kurs seit dem 22. Oktober abgearbeitet hatte, liegt inzwischen 6,6 Prozent über dem aktuellen Stand. Gerissen ist die Marke am Donnerstagabend und wurde am Freitag nicht zurückerobert. Damit fehlt dem Kurs die Orientierung nach oben, an der er sich zwei Wochen lang festgehalten hat.

Das Ungleichgewicht im Terminmarkt

Wir haben die Positionierung in Solana-Terminkontrakten an der Börse OKX über 14 Tage ausgewertet, vom 17. bis zum 30. Oktober 2026, jeweils den Tageswert. Grundlage sind die öffentlichen Statistiken der Börse zu offenem Interesse, Handelsumsatz und Kontenverhältnis. Diese Auswertung hat cryptoticker.io am 30. Oktober 2026 selbst erhoben.

Das Verhältnis der Konten mit Long-Position zu denen mit Short-Position stieg in diesen 14 Tagen von 2,24 am 18. Oktober auf 3,38 am Freitag. Es ist der höchste Wert des Zeitraums, und er entstand nicht an einem Tag: Seit dem 21. Oktober klettert der Wert nahezu ununterbrochen, von 2,57 über 2,96, 3,18 und 3,21 auf zuletzt 3,37 und 3,38. Drei von vier Terminkonten setzen inzwischen auf steigende Kurse.

Balkendiagramm des Verhältnisses von Long- zu Short-Konten in Solana-Terminkontrakten vom 17. bis 30. Oktober 2026, zuletzt 3,38 Longs je Short
Das Verhältnis stieg binnen zwölf Tagen von 2,24 auf 3,38. Quelle: OKX, eigene Auswertung.

Zwei weitere Zahlen desselben Tages gehören dazu. Der Handelsumsatz in Solana-Terminkontrakten sprang am Freitag auf 2.127 Millionen Dollar, nach 959 Millionen am Donnerstag und 634 Millionen am Mittwoch. Das offene Interesse, also die Summe aller nicht geschlossenen Kontrakte, sank im selben Zeitraum nur leicht von 377 auf 371 Millionen Dollar.

Diese Kombination sagt mehr als jede der beiden Zahlen für sich. Ein dreifacher Umsatz bei fast unverändertem offenem Interesse bedeutet: Es wurden in großem Umfang Positionen geschlossen und sofort neue eröffnet. Der Markt hat also umgeschichtet, nicht abgebaut. Wer am Donnerstag long war und liquidiert wurde, fand am Freitag einen Nachfolger, der dieselbe Wette noch einmal eingeht.

Dazu passt das Verhältnis der aggressiven Orders. Von den Terminorders, die am Freitag direkt ins Orderbuch griffen, entfielen 1.096 Millionen Dollar auf Käufe und 997 Millionen auf Verkäufe. Auf jeden aggressiv verkauften Dollar kamen 1,10 Dollar aggressiver Kauf, und das an einem Tag mit 6,7 Prozent Kursverlust. Gekauft wurde also in den fallenden Kurs hinein.

So entsteht aus vielen Longs eine Abwärtsbewegung

Eine gehebelte Long-Position funktioniert so: Der Händler hinterlegt eine Sicherheitsleistung und steuert damit eine größere Position. Bei zehnfachem Hebel decken 1.000 Dollar Einsatz eine Position über 10.000 Dollar ab. Fällt der Kurs um zehn Prozent, ist die Sicherheitsleistung rechnerisch aufgebraucht, und die Börse schließt die Position automatisch. Dieser Zwangsverkauf trifft auf dasselbe Orderbuch wie jeder andere Verkauf.

Daraus folgt der Kaskadeneffekt, den der Markt an Tagen wie diesem zeigt. Jede liquidierte Position erzeugt einen Verkauf, jeder Verkauf drückt den Kurs ein Stück tiefer, und der tiefere Kurs erreicht die Liquidationsschwelle der nächsten Position. Am Mittwoch summierten sich diese erzwungenen Schließungen marktweit auf 1,54 Milliarden Dollar innerhalb eines Tages. Je einseitiger die Positionierung, desto länger die Reihe.

Reihe aufrecht stehender Dominosteine mit eingelassenem Solana-Zeichen auf rauem Betonboden, der vorderste Stein kippt gegen den nächsten
Fällt der Kurs unter die Liquidationsschwelle, löst jede geschlossene Position die nächste aus.

Genau hier liegt der Unterschied zwischen 2,24 und 3,38 Longs je Short. Bei ausgeglichener Positionierung findet ein Zwangsverkauf auf der Gegenseite Käufer, die ihre Shorts schließen müssen, und die Bewegung fängt sich. Bei 3,38 zu 1 fehlt diese Gegenseite weitgehend. Die Shorts, die den Fall abfedern würden, sind schlicht zu wenige. Das Polster unter dem Kurs ist dünner geworden, während der Kurs selbst gefallen ist.

Auch die Finanzierungsrate zeigt diese Schieflage. Der Wert lag am Freitagabend bei 0,0025 Prozent je Abrechnungsperiode und damit im positiven Bereich. Positiv heißt: Die Long-Seite zahlt an die Short-Seite. Wer auf steigende Kurse setzt, trägt in dieser Lage also laufende Kosten, zusätzlich zum Buchverlust. Das erhöht den Druck, Positionen aufzugeben, sobald der Kurs weiter nachgibt.

Was sich seit gestern Abend geändert hat

Am Donnerstagabend stand Solana bei 100,29 Dollar, und wir hatten an dieser Stelle den Monatsschluss und die Hundertermarke untersucht. Seitdem hat der Kurs 6,5 Prozent verloren, die Marke ist gerissen, und der Oktober schließt damit nicht knapp über, sondern deutlich unter der runden Zahl.

Verändert hat sich auch das Kapital auf der Blockchain selbst. In den Solana-Anwendungen lagen am Donnerstag noch 5,70 Milliarden Dollar, am Freitag sind es 5,32 Milliarden. Das ist ein Rückgang von 6,5 Prozent binnen eines Tages und entspricht fast genau dem Kursverlust. Der Abfluss ist also überwiegend ein Bewertungseffekt und kein zusätzlicher Kapitalabzug, was in dieser Lage die bessere der beiden Nachrichten ist.

Unverändert geblieben ist dagegen die Richtung der Terminkonten. Das Verhältnis lag schon am Donnerstag bei 3,37 und stieg am Freitag auf 3,38, trotz des Einbruchs. Wer gestern auf steigende Kurse gesetzt hat, hat die Position heute also nicht geräumt, sondern gehalten oder nachgekauft.

Diese Marken tragen nach unten

Die erste Marke ist das Tagestief bei 92,64 Dollar. Dieser Wert liegt gut ein Prozent unter dem aktuellen Kurs und ist der Punkt, an dem der Markt am Freitag zum ersten Mal Käufer gefunden hat. Hält sie nicht, fehlt bis zur runden 90er-Marke jede Zwischenstufe aus den letzten 14 Tagen, denn so tief stand Solana zuletzt nicht.

Nach oben zählt zuerst das Tageshoch bei 100,55 Dollar, zugleich die gerissene Hundertermarke. Ein Tagesschluss darüber würde die Lage im Terminmarkt entschärfen, weil er die Long-Positionen aus dem Verlustbereich holt. Bis dahin liegen 7,2 Prozent. Dazwischen gibt es die Spanne von 100,34 bis 102,74 Dollar, in der sich der Kurs vom 24. bis zum 29. Oktober bewegt hat und die nun als Widerstand über dem Kurs steht.

Für Anleger heißt das: Die Spanne zwischen 92,64 und 100,55 Dollar ist der Rahmen, in dem sich die nächsten Stunden entscheiden. Beide Ränder sind aus dem Handel dieses Tages begründet und nicht aus einer Linie im Chart.

Unsere Einschätzung

Aus Sicht der Redaktion ist die Positionierung derzeit das größere Risiko als der Kursstand selbst. Dafür sprechen drei Belege: das Kontenverhältnis von 3,38 zu 1, der höchste Wert seit mindestens dem 17. Oktober; der verdreifachte Terminumsatz bei fast unverändertem offenem Interesse, der auf Umschichtung statt Abbau deutet; und die positive Finanzierungsrate, die die Long-Seite laufend Geld kostet. Solange diese drei Werte zusammen so stehen, trägt jeder weitere Rücksetzer das Potenzial einer Kaskade.

Dagegen spricht, dass die aggressiven Käufer am Freitag überwogen haben, mit 1.096 gegen 997 Millionen Dollar. Es gibt also Nachfrage in den fallenden Kurs hinein, und der Kapitalbestand auf der Blockchain ist in Dollar gerechnet nur im Gleichschritt mit dem Kurs gefallen, nicht darüber hinaus. Eine Bewertung der Lage ist das, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung: Wer Solana hält oder kaufen will, trägt das Risiko eines Totalverlusts.

So rechnest du deinen Liquidationspreis aus

Wer eine gehebelte Position hält, kennt den eigenen Liquidationspreis oft nur ungefähr. Die Näherung dafür ist einfach: Einstiegspreis mal eins minus eins geteilt durch den Hebel. Bei fünffachem Hebel und einem Einstieg bei 100 Dollar liegt die Schwelle also rund 20 Prozent tiefer, bei 80 Dollar; bei zehnfachem Hebel rund 10 Prozent tiefer, bei 90 Dollar. Gebühren und Finanzierungskosten verschieben den Punkt noch etwas nach oben. Bei einem Stand von 93,78 Dollar ist eine zehnfach gehebelte Position vom Mittwoch damit bereits in Reichweite der Schwelle.

Wer Solana ohne Hebel hält, hat diese Sorge nicht, dafür eine steuerliche Frage. Nach einem Jahr Haltedauer ist ein Gewinn aus dem Verkauf in Deutschland steuerfrei, innerhalb des Jahres zählt er zu den privaten Veräußerungsgeschäften. Ein Verkauf im Minus innerhalb der Frist erzeugt dagegen einen Verlust, der mit Gewinnen aus anderen privaten Veräußerungsgeschäften desselben Jahres verrechnet werden kann. Wie weit die angekündigte Reform dieser Frist gediehen ist, halten wir im Stand der Krypto-Haltefrist-Reform fest.

Der dritte Punkt betrifft den Handelsplatz. Wer Solana an einer Börse liegen hat, die Auszahlungen aussetzt, kann in einer solchen Bewegung weder verkaufen noch abziehen. Welche Anbieter in Deutschland unter MiCA zugelassen sind und was sie kosten, steht in unserem Vergleich der Krypto-Börsen.

Solana bei 93,78 Dollar: Unter 92,64 wird die Longseite dünn

Der Terminmarkt ist am Freitag einseitiger geworden, obwohl der Kurs gefallen ist. 3,38 Long-Konten je Short-Konto, ein verdreifachter Umsatz ohne Abbau offener Positionen und eine positive Finanzierungsrate beschreiben zusammen einen Markt, der die Wette auf steigende Kurse nicht aufgibt. Das stützt den Kurs, solange 92,64 Dollar halten, und verstärkt die Bewegung, sobald diese Marke fällt. Beobachten lässt sich beides am selben Wert: Kippt das Kontenverhältnis zurück unter 3,0, ist die Einseitigkeit abgebaut.

Häufige Fragen zu Solana

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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