Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Finanzberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen sind mit einem hohen Risiko verbunden. Führe immer deine eigene Recherche durch.

Darknet-Bitcoin für die Staatsreserve: Die USA sammeln, Sachsen verkaufte

Ein US-Gericht hat einen der Gründer des Darknet-Marktplatzes Empire Market zu 40 Jahren Haft verurteilt. Er und sein Partner geben 2.814 Bitcoin ab, die nach Trumps Erlass in der staatlichen Bitcoin-Reserve landen können. Sachsen ging 2024 mit fast 50.000 Bitcoin den umgekehrten Weg. Was beide Fälle unterscheidet und was das für den Markt heißt.

Dunkle Hochhausfassade des Dirksen-Bundesgerichts in Chicago mit wehender US-Flagge davor
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Ein Bundesrichter in Chicago hat am Montag, dem 5. Oktober 2026, Raheim Hamilton zu 40 Jahren Haft und einer Geldstrafe von 5 Millionen Dollar verurteilt. Hamilton hat den Darknet-Marktplatz Empire Market mitgegründet und von 2018 bis 2020 betrieben. Teil seiner Einigung mit der Anklage: Er gibt rund 1.230 Bitcoin, 24,4 Ether und drei Immobilien in Virginia ab. So steht es in der Mitteilung der US-Staatsanwaltschaft für Nord-Illinois vom 7. Oktober. Sein Mitgründer Thomas Pavey hat zugestimmt, rund 1.584 Bitcoin abzugeben, sein Strafmaß soll noch im Oktober folgen.

Zusammen sind das 2.814 Bitcoin, zum Kurs vom Sonntagmorgen rund 234 Millionen Dollar oder 209 Millionen Euro. Spannend ist weniger die Summe als die Frage, was der Staat damit macht. Die USA sammeln beschlagnahmte Bitcoin inzwischen, statt sie zu verkaufen. Sachsen hat 2024 das Gegenteil getan, und das Geld liegt bis heute auf einem Konto.

Empire Market: 430 Millionen Dollar Umsatz in Kryptowährung

Empire Market war bis zur Abschaltung 2020 einer der größten Marktplätze im Darknet. Laut Anklagebehörde liefen über die Seite mehr als vier Millionen Geschäfte im Wert von über 430 Millionen Dollar, den größten Teil machten Drogen mit knapp 375 Millionen Dollar aus. Bezahlt wurde ausschließlich in Kryptowährungen, und die Betreiber rieten ihren Kunden, Zahlungen über Mixer zu verschleiern. Während der Ermittlungen hatten die Behörden bereits Kryptowerte im Wert von 75 Millionen Dollar sichergestellt, berichtet BleepingComputer.

Landen die Bitcoin in Trumps Bitcoin-Reserve?

Die Grundlage ist ein Erlass von Präsident Donald Trump vom 6. März 2025. Er hat eine strategische Bitcoin-Reserve geschaffen, die mit allen Bitcoin des Finanzministeriums bestückt wird, die in Straf- oder Zivilverfahren endgültig eingezogen wurden. Bitcoin in dieser Reserve dürfen nicht verkauft werden. Ausnahmen nennt der Erlass ausdrücklich, etwa die Rückgabe an identifizierbare Opfer von Straftaten oder eine gerichtliche Anordnung.

Bei einem Drogenmarktplatz gibt es kaum Opfer, denen Geld zurückgegeben werden müsste. Vieles spricht deshalb dafür, dass die Coins am Ende in der Reserve liegen. Ob und wann das geschieht, hat die Behörde aber nicht mitgeteilt. Voraussetzung ist, dass die Einziehung endgültig ist, und Pavey ist noch nicht verurteilt.

Wie sehr der Markt auf staatliche Bestände achtet, hat diese Woche gezeigt. Staatlich zugeordnete Wallets bewegten 17.733 Bitcoin auf Konten bei Coinbase Prime, und sofort war von Verkäufen die Rede. Belegt ist ein Verkauf bis heute nicht. Im Kongress liegt zudem ein Gesetzentwurf, der staatliche Bitcoin für mindestens 20 Jahre unverkäuflich machen würde. Beschlossen ist er nicht.

Sachsen verkaufte 49.858 Bitcoin per Notveräußerung

Deutschland ist den anderen Weg gegangen. Im Verfahren um die illegale Streaming-Seite movie2k hatte ein Beschuldigter den Ermittlern im Januar 2024 rund 49.858 Bitcoin übertragen. Die Generalstaatsanwaltschaft Dresden verkaufte sie zwischen dem 19. Juni und dem 12. Juli 2024 über das Frankfurter Bankhaus Scheich und erlöste 2.639.683.413,92 Euro, so steht es in ihrer Mitteilung vom 16. Juli 2024.

Rechtsgrundlage war die Notveräußerung nach Paragraf 111p der Strafprozessordnung. Droht beschlagnahmtem Vermögen ein Wertverlust von etwa zehn Prozent oder mehr, muss es schon vor dem Urteil verkauft werden. Bei Bitcoin sah die Behörde diese Voraussetzung wegen der Kursschwankungen jederzeit erfüllt. Der Kurs am Verkaufstag spiele für diese Entscheidung keine Rolle, betonte sie.

Balkendiagramm: Sachsen erlöste 2024 2,64 Milliarden Euro, dieselben Bitcoin wären heute 3,70 Milliarden Euro wert, Empire Market 209 Millionen Euro
Was Sachsen 2024 erlöste, was dieselben Bitcoin heute wert wären und was Empire Market abgeben muss. Quellen: GenStA Dresden, US-Justizministerium, CoinGecko; eigene Berechnung.

Im Rückblick war der Verkauf teuer. Im Schnitt erzielte Sachsen rund 52.944 Euro je Bitcoin. Heute kostet ein Bitcoin rund 74.127 Euro, dieselben Coins wären also etwa 3,70 Milliarden Euro wert, gut eine Milliarde Euro mehr als der Erlös. Die Rechnung gilt aber auch umgekehrt: Wäre der Kurs gefallen, hätte die Behörde mit fremdem Vermögen spekuliert. Genau das soll die Notveräußerung verhindern.

Wem die 2,64 Milliarden Euro aus dem movie2k-Verfahren gehören

Das Geld fließt nicht in den Landeshaushalt. Es ist nur vorläufig für das Strafverfahren gesichert, über die Einziehung entscheidet das Landgericht Leipzig, vor dem der Prozess gegen den mutmaßlichen Hauptbetreiber im Februar 2026 begonnen hat. Vorrang vor dem Staat hätten Geschädigte, vor allem die Rechteinhaber der Filme. Die jüngste Mitteilung der Generalstaatsanwaltschaft zu dem Komplex vom 29. Juni 2026 betrifft einen Nebenfall: Ein Immobilienmakler aus Berlin muss rund 2,5 Millionen Euro Wertersatz leisten. Eine rechtskräftige Entscheidung über die Milliarden ist dort nicht gemeldet.

Gelbes Gerichtsgebäude des Landgerichts Leipzig mit rotem Dach hinter einem weiten gepflasterten Platz
Das Landgericht Leipzig entscheidet im movie2k-Verfahren auch über die 2,64 Milliarden Euro aus dem Bitcoin-Verkauf. Foto: Tuxyso, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Was der Unterschied für Bitcoin-Anleger bedeutet

Für den Kurs zählt, wie viel Angebot aus Staatsbesitz noch auf den Markt kommen kann. Die USA haben sich mit dem Erlass von 2025 entschieden: Eingezogene Bitcoin sollen grundsätzlich liegen bleiben. Jeder Fall wie Empire Market verkleinert damit das Angebot, das irgendwann verkauft werden könnte, statt es zu vergrößern. In Deutschland gibt es keine vergleichbare Regel. Hier entscheidet weiter die Strafprozessordnung, und sie verlangt bei Bitcoin in aller Regel den schnellen Verkauf.

Für dich als Anleger heißt das zweierlei. Meldungen über bewegte Staats-Wallets sind noch kein Verkauf, ein Blick auf die Rechtslage des jeweiligen Staates sagt mehr als die Bewegung selbst. Und wer Bitcoin langfristig hält, sollte wissen, dass ein großer Teil des staatlichen Angebots in den USA bis auf Weiteres gebunden ist, während Notverkäufe wie in Sachsen jederzeit wieder möglich sind. Geprüfte Anbieter für den Kauf findest du im Vergleich regulierter Kryptobörsen.

Häufige Fragen zu Empire Market und beschlagnahmten Bitcoin

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen.

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