Trump stellt sich hinter Stablecoins – und die US-Banken bekommen Panik
Trump unterstützt ein UK-US-Stablecoin-Abkommen, während der CLARITY Act vor der Senatsabstimmung steht – und Banken fürchten um ihre Einlagen. Das steckt dahinter.

Trump unterstützt ein transatlantisches Stablecoin-Abkommen – warum gerade jetzt?
Die wichtigste Krypto-Story der letzten 24 Stunden ist keine Kurskerze, sondern eine politische. Präsident Trump hat seine Unterstützung für ein neues Stablecoin-Regelwerk zwischen den USA und Großbritannien deutlich verstärkt – ausgerechnet jetzt, während der Senat den CLARITY Act durchdrücken will und die Bankenlobby gegen dessen Stablecoin-Regeln Sturm läuft.
Das Regelwerk stammt von einem Gremium mit sperrigem Namen: der „Transatlantic Taskforce for Markets of the Future". Diese im September 2025 gegründete Taskforce bezeichnet Stablecoins als wichtigen Motor für Innovation im digitalen Geldverkehr. Beide Regierungen sind sich einig, dass regulierte Stablecoins den grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr, die Finanzmarktinfrastruktur und den Wettbewerb verbessern können – und Unternehmen in beiden Ländern eine einheitlichere Rechtslage bieten.
Entscheidend ist, welche Messlatte die beiden Seiten setzen. Regulierte Stablecoins sollen zu 100 Prozent gedeckt sein, und zwar mit klar definierten, hochliquiden Reserve-Assets nach dem jeweiligen nationalen Recht. Besonders wichtig für alle, die solche Token halten: Im Insolvenz- oder Sanierungsfall sollen Stablecoin-Inhaber vorrangig vor anderen Gläubigern einen rechtlich geschützten Anspruch auf die Reserve-Assets haben – im Rahmen des jeweiligen nationalen Insolvenzrechts.
Trumps Motiv ist dabei kein Geheimnis. Er verknüpft die Krypto-Gesetzgebung immer wieder mit seinem Ziel, die USA zum weltweit führenden Krypto-Standort zu machen, und drängt den Senat, den CLARITY Act noch vor der Sommerpause im August zu verabschieden.
Was ist der CLARITY Act – und warum steckt er fest?
Falls du bei diesem Gesetz den Überblick verloren hast: Du bist nicht allein – es quält sich seit über einem Jahr durch Washington. Der Digital Asset Market Clarity Act ist ein Gesetz zur Marktstruktur, das die Aufsicht über digitale Vermögenswerte zwischen SEC und CFTC aufteilt, Regeln für Vermittler festlegt, Selbstverwahrung und die BSA-Vorgaben regelt und Bestimmungen gegen eine digitale Zentralbankwährung (CBDC) enthält. Das Repräsentantenhaus hat ihn bereits im Juli 2025 parteiübergreifend durchgewinkt.
Seitdem hängt er im Senat fest – und zwar an einem einzigen Streitpunkt. Der Knackpunkt ist eine hochumstrittene Klausel zu Stablecoins und der Frage, ob Krypto-Unternehmen ihren Kunden Rendite auf Stablecoins zahlen dürfen.
Warum machen die US-Banken dagegen mobil?
Hier wird der Konflikt konkret. Die Banken haben nichts gegen Krypto an sich – sie fürchten um ihre eigene Einlagenbasis. Die Bankenverbände argumentieren, mehrere Bestimmungen seien zu unklar formuliert und könnten Verbraucher und Unternehmen dazu bringen, Geld von klassischen Bankkonten in Stablecoins umzuschichten. Anhaltende Einlagenabflüsse, so die Warnung, würden vor allem kleinere Regional- und Gemeindebanken unter Druck setzen, die stark auf Kundeneinlagen zur Kreditvergabe angewiesen sind. Deshalb fordern sie, den Gesetzestext nachzuschärfen, bevor er weitergeht.
Die Zahlen hinter dieser Angst sind gewaltig. Analysten von Standard Chartered schätzten bereits, dass eine Renditeklausel bis 2028 bis zu 1 Billion US-Dollar an Einlagen von klassischen Banken zu Stablecoin-Produkten umleiten könnte. Genau darum kämpft die American Bankers Association Zeile für Zeile gegen diese Regelung.
Interessant: Selbst Teile der Krypto-Branche stehen nicht voll hinter dem aktuellen Entwurf. Coinbase-CEO Brian Armstrong zog seine Unterstützung für den CLARITY Act kurz vor einer Prüfung im Senats-Bankenausschuss zurück und nannte den Entwurf „materiell schlechter als der aktuelle Status quo". Was einmal mehr zeigt, dass ein „schlechtes Krypto-Gesetz" beide Seiten beunruhigt – nur aus völlig unterschiedlichen Gründen.
Was hat das mit Europa und MiCA zu tun?
Für dich als Leser in Europa ist der transatlantische Aspekt besonders relevant. Europa hat sein Regelwerk längst am Start: MiCA ist in Kraft und wird durchgesetzt – mit Anforderungen an vollständige Deckung und Rücktauschbarkeit, die genau dem ähneln, worauf sich USA und Großbritannien jetzt im Grundsatz geeinigt haben. Die globale Richtung ist damit klar: hin zu vollständig gedeckten, rechtlich abgesicherten Stablecoins. Wenn du entscheidest, wo du sie hältst oder handelst, bist du mit einer MiCA-regulierten Börse auf der sicheren Seite, je konkreter diese Regeln werden.
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Bitcoin-Kursanalyse: Sinkende Inflation trifft auf politischen Rückenwind
Während das Regulierungs-Drama läuft, bekam der Markt seinen eigenen Schub – von den Makrodaten. $Bitcoin erreichte ein Drei-Wochen-Hoch über 65.000 US-Dollar, nachdem die US-Inflationsdaten einen Rückgang des Verbraucherpreisindex (CPI) um 0,4 Prozent im Juni zeigten – der stärkste monatliche Rückgang seit April 2020. Die Jahresinflation verlangsamte sich auf 3,5 Prozent und lag damit unter den Erwartungen der Analysten. Die Kerninflation ohne Lebensmittel und Energie sank von 2,9 auf 2,6 Prozent.

Das ließ die Erwartungen an eine Zinserhöhung fast augenblicklich kippen. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der Fed in diesem Monat fiel direkt nach den Daten von 43 auf nur noch 13 Prozent. Ob das anhält, ist allerdings fraglich. Der Inflationsrückgang war größtenteils den niedrigeren Ölpreisen im Juni während einer US-iranischen Waffenruhe zu verdanken – doch mit dem Wiederaufflammen der Kämpfe ist Brent-Rohöl wieder Richtung 80 US-Dollar geklettert, was sich in den Juli-Daten niederschlagen könnte.
Zum Zeitpunkt des Schreibens hat sich die Dynamik leicht abgekühlt. Bitcoin liegt zwar noch rund 3 Prozent im Plus auf 24-Stunden-Sicht, hat aber seit Mitternacht etwa 0,5 Prozent abgegeben; Ether legte in 24 Stunden 4,7 Prozent zu, bevor es zu einem ähnlichen Rücksetzer kam. Die wichtigen Marken: Trader beobachten den Widerstand bei 64.800 US-Dollar genau, einige warnen vor einem möglichen Lower High, und bei 65.000 US-Dollar liegt eine Verkaufsmauer. Ein sauberer Ausbruch darüber öffnet den Weg zum Juni-Hoch bei rund 67.250 US-Dollar. Die Stimmung bleibt aber fragil – der Crypto Fear & Greed Index stieg zwar auf 25, steckt damit aber weiter im Bereich „extreme Angst".
Diese Termine solltest du im Blick behalten
- CLARITY Act im Senat – Trump will das Gesetz vor der August-Pause durchbringen; achte auf eine Abstimmung im Plenum und einen möglichen Last-Minute-Kompromiss bei der Renditeklausel.
- US-Erzeugerpreise (PPI) & PCE – Die Erzeugerpreise stehen unmittelbar an, die PCE-Daten folgen zum Monatsende; beide fließen in die nächste Inflationseinschätzung der Fed ein.
- Fed-Sitzung (28.–29. Juli) – Die Zinsentscheidung, um die es bei all den CPI-Spekulationen eigentlich geht.
- Öl / Straße von Hormus – Der Unsicherheitsfaktor, der die Inflation neu anheizen und Risiko-Assets belasten könnte.




























