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XRP Ledger: Permission Delegation kann erst ab dem 8. Oktober aktiv werden

Mehrere Fachmedien nennen den 5. Oktober für das Amendment XLS-75. Der Ledger selbst führt die nötige Mehrheit erst seit dem 24. September und verschiebt den frühesten Termin damit auf den 8. Oktober.

Große Bahnhofsuhr mit leerem Zifferblatt in einer dunklen, leeren Bahnhofshalle
12 Min. Lesezeit
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Im XRP Ledger steht eine Protokollerweiterung kurz vor der Aktivierung, die Konten erlaubt, einzelne Rechte an andere Konten abzugeben, ohne den eigenen Hauptschlüssel herauszugeben. Das Amendment heißt PermissionDelegationV1_1 und trägt die Spezifikationsnummer XLS-75. Zahlreiche Fachmedien nannten in den vergangenen Tagen den 5. Oktober 2026 als Termin, teils auf die Minute genau mit 11:18 UTC.

Der Ledger selbst sagt etwas anderes. Die Mehrheit, auf die sich die Zwei-Wochen-Frist stützt, ist dort erst seit dem 24. September 2026, 21:25 UTC vermerkt. Damit kann das Amendment frühestens am 8. Oktober 2026 gegen 21:25 UTC wirksam werden, also gut drei Tage später als angekündigt. Diese Auswertung hat cryptoticker.io am 1. Oktober 2026 selbst erhoben. Grundlage sind die Amendment-Daten des XRP Ledgers, geprüft an zwei voneinander unabhängigen Stellen. Geprüft wurden alle 113 Amendments, die das Netzwerk derzeit führt, davon vier mit laufender oder noch offener Abstimmung.

Für dich als Halter von XRP ist das mehr als eine Kalenderfrage. Rund um Protokollaktualisierungen stellen Handelsplätze und Verwahrer regelmäßig Ein- und Auszahlungen kurzzeitig ein, und wer den falschen Tag im Kopf hat, plant eine Überweisung in das Zeitfenster hinein, in dem sie liegen bleibt. XRP notiert dabei bei 1,48 US-Dollar beziehungsweise 1,32 Euro, ein Minus von knapp zwei Prozent binnen eines Tages, bei einer Marktkapitalisierung von etwa 93,5 Milliarden US-Dollar.

PermissionDelegationV1_1: Das Amendment steht bei 29 von 35 Validatoren

Über Änderungen am XRP Ledger stimmen die Validatoren des Netzwerks ab; kein Unternehmen schaltet sie frei. Ein Amendment ist eine Protokolländerung, über die diese Validatoren abstimmen und die erst wirksam wird, wenn sie lange genug eine qualifizierte Mehrheit hinter sich hat.

PermissionDelegationV1_1 kommt derzeit auf 29 der 35 vertrauenswürdigen Validatoren, das sind 82,9 Prozent. Die Schwelle, die das Netzwerk selbst für dieses Amendment führt, liegt bei 28 Stimmen. Der Abstand zur Schwelle beträgt also eine einzige Stimme: Fällt ein Validator aus oder ändert seine Haltung, steht die Erweiterung auf der Kante.

Eingeführt wurde die Erweiterung mit der Serverversion 3.3.0 der Referenzsoftware; im Netzwerk laufen die vorderen Knoten inzwischen auf 3.4.1. Bemerkenswert ist der Vorgänger: Ein älteres Amendment gleichen Namens und mit derselben Spezifikationsnummer XLS-75 steht noch im Register, kommt aber auf eine einzige Stimme und ist als überholt gekennzeichnet. Der erste Anlauf dieser Funktion ist also gescheitert, und was jetzt vor der Aktivierung steht, ist die überarbeitete zweite Fassung.

Warum eine Stimme den Unterschied macht

Die Schwelle von gut 80 Prozent ist bewusst hoch gesetzt und soll verhindern, dass eine knappe Mehrheit das Regelwerk einer Kette ändert, auf der Zahlungen abgewickelt werden. Der Nebeneffekt: Ein Amendment kann seine Mehrheit auch kurz vor dem Ziel wieder verlieren, und genau das ist hier offenbar passiert.

Zwei Daten im Umlauf: Der 8. Oktober steht im Ledger, der 5. in den Meldungen

Die in vielen Meldungen genannte Zeitrechnung beginnt am 21. September, als das Amendment die Zwei-Wochen-Phase erreichte. Vierzehn Tage später ergibt das den 5. Oktober. Der Vermerk im Ledger trägt aber den 24. September, 21:25 UTC, und das ist der Zeitpunkt, von dem aus die Frist tatsächlich gerechnet wird.

Die Regel des Netzwerks erklärt, wie beide Daten zustande kommen können. Verliert ein Amendment während der Wartezeit die nötige Unterstützung, wird es vorläufig abgelehnt und die Zwei-Wochen-Frist beginnt neu. Mehrere Fachdienste hatten in derselben Woche berichtet, der Anlauf sei neu gestartet worden; die Terminangabe wurde dabei vielfach nicht mitgezogen. Wer sich auf den 5. Oktober verlässt, rechnet mit einer Uhr, die zwischenzeitlich zurückgestellt wurde.

Zur Einordnung gehört die Gegenprobe: Der 8. Oktober ist der frühestmögliche Termin, keine Zusage. Bleibt die Unterstützung bis dahin über der Schwelle, schaltet das Netzwerk die Erweiterung ein. Sinkt sie vorher, beginnt die Frist erneut, und der Termin verschiebt sich um weitere zwei Wochen.

Aufgefächertes Glasfaserbündel in Makroaufnahme, einzelne Faserenden leuchten hell, andere bleiben dunkel
29 der 35 vertrauenswürdigen Validatoren tragen das Amendment, sechs tragen es nicht.

Flag-Ledger und Zwei-Wochen-Frist: Der Weg eines Amendments zur Aktivierung

Das XRP Ledger zählt die Stimmen in festen Abständen. Jeder 256. Block ist ein Flag-Ledger, also ein Block, an dem das Netzwerk die Amendment-Stimmen auszählt. Das passiert alle paar Minuten, und der Vorgang verteilt sich über vier aufeinanderfolgende Blöcke: Im Block davor geben die Validatoren ihre Stimmen ab, im Flag-Ledger werden sie gezählt, im nächsten Block wird die Freischaltung eingetragen, und im Block danach greift die Änderung.

Praktisch heißt das für den 8. Oktober: Wirksam wird die Erweiterung am ersten Flag-Ledger, der nach 21:25 UTC ausgezählt wird, unter Umständen also einige Minuten später. Für die Planung reicht die Angabe Abend des 8. Oktober, mitteleuropäischer Zeit also der späte Abend desselben Tages.

Die offizielle Beschreibung dieses Verfahrens steht in der Dokumentation des XRP Ledgers zu Amendments. Dort ist auch die Regel festgehalten, dass die Frist bei einem Rückfall unter die Schwelle neu anläuft.

DelegateSet: Zehn Rechte je Delegierter, der Hauptschlüssel bleibt beim Konto

Technisch funktioniert die Neuerung über eine eigene Transaktionsart namens DelegateSet. Mit ihr vergibt ein Konto einzelne Befugnisse an ein anderes Konto, ändert sie später oder nimmt sie zurück. Permission Delegation bezeichnet dabei genau dieses Prinzip: Ein Konto erlaubt einem anderen, bestimmte Transaktionen in seinem Namen einzureichen, ohne den eigenen Signierschlüssel weiterzugeben.

Die Obergrenze liegt bei zehn Befugnissen je Delegationseintrag. Wer mehr braucht, wird in der Dokumentation auf das bereits vorhandene Multi-Signing verwiesen. Das klingt nach einer Randnotiz, ist aber der eigentliche Anwendungsfall: Ein Unternehmen kann seiner Zahlungsabteilung das Auslösen von Überweisungen erlauben und der Compliance-Abteilung das Freigeben, ohne dass eine der beiden den Schlüssel zum Gesamtkonto in die Hand bekommt.

Der Schlüssel selbst bleibt beim delegierenden Konto. Genau deshalb ist die Funktion für Verwahrer, Zahlungsdienstleister und Handelsplätze interessant, die heute entweder mit Sammelkonten oder mit aufwendigen Mehrfachsignaturen arbeiten. Wie du deine eigenen Schlüssel verwahrst, bleibt davon unberührt; wer dazu die Geräte vergleichen will, findet die Übersicht im Vergleich der Hardware-Wallets.

Was sich für ein privates Konto ändert

Für ein normales XRP-Konto ändert sich zunächst nichts. Solange du selbst keine Delegation einrichtest, bleibt dein Konto so bedienbar wie vorher. Die Erweiterung schafft eine Möglichkeit, keine Pflicht. Relevant wird sie für dich an zwei Stellen: bei der Software, mit der du auf das Konto zugreifst, und bei dem Dienst, der deine XRP verwahrt.

Nicht delegierbare Rechte: Schlüsseltausch und Rechtevergabe bleiben gesperrt

Die Spezifikation zieht eine Grenze, die für die Sicherheitsbewertung entscheidend ist. Bestimmte Befugnisse lassen sich ausdrücklich nicht abgeben, darunter solche, mit denen ein Delegierter die Schlüssel des Kontos austauschen oder sich selbst weitere Rechte verschaffen könnte. Versucht eine Transaktion es dennoch, weist das Netzwerk sie mit einer Formfehlermeldung ab.

Diese Grenze verhindert den naheliegenden Angriff. Ohne sie könnte ein einmal eingeräumtes Teilrecht zur vollständigen Übernahme eines Kontos ausgebaut werden, weil der Delegierte sich selbst zum Schlüsselinhaber machen würde. Mit ihr bleibt eine Delegation widerrufbar, und zwar allein durch das Konto, das sie vergeben hat.

Die vollständige Liste der ausgenommenen Befugnisse führt die Spezifikation XLS-75 zur Permission Delegation. Wer eine Wallet-Software betreibt oder eine Integration plant, kommt an diesem Dokument nicht vorbei.

Messing-Schlüsselbund auf dunkler Stahlplatte, eine Hand reicht einen einzelnen abgenommenen Schlüssel weiter
Permission Delegation heißt: einzelne Rechte weitergeben und den Hauptschlüssel behalten.

PaymentBurn: Der Vorbehalt in der XRPL-Dokumentation zu neu geprägten Token

In der technischen Beschreibung der DelegateSet-Transaktion steht ein Hinweis, der beim Querlesen leicht untergeht. Solange ein bestimmtes weiteres Amendment nicht eingeschaltet ist, kann ein Delegierter mit der eng gefassten Befugnis PaymentBurn unter Umständen auch neue handelbare Token erzeugen. Die Dokumentation führt das als Vorbehalt auf, nicht als Fehler.

Praktische Bedeutung hat der Punkt für Herausgeber eigener Token auf dem XRP Ledger, nicht für dich als Halter von XRP selbst. Wer allerdings Token eines Herausgebers hält, der ab dem Aktivierungstag mit Delegationen arbeitet, hat hier eine Frage an diesen Herausgeber: Welche Befugnisse werden vergeben, an wen, und wie werden sie widerrufen.

Der Vorbehalt zeigt zugleich, weshalb solche Erweiterungen in Stufen kommen. Eine einzelne Protokolländerung greift in ein Regelwerk ein, das aus Dutzenden früheren Änderungen besteht, und die Wechselwirkungen stehen nicht immer von Anfang an fest.

BatchV1_1 und LendingProtocolV1_1: Die weiteren Amendments im Zeitfenster

Permission Delegation ist nicht die einzige Änderung in der Warteschlange. Im Oktober laufen drei Fristen nebeneinander, und eine vierte Abstimmung steht noch am Anfang. Die Übersicht gibt den Stand vom 1. Oktober 2026 wieder.

AmendmentSpezifikationValidatorenMehrheit seitFrühestens aktiv
PermissionDelegationV1_1XLS-7529 von 3524.09., 21:25 UTC08.10., 21:25 UTC
BatchV1_1XLS-5630 von 3525.09., 14:46 UTC09.10., 14:46 UTC
fixBatchV1_2Fehlerkorrektur34 von 3525.09., 14:12 UTC09.10., 14:12 UTC
LendingProtocolV1_1XLS-665 von 35keine Mehrheitoffen

BatchV1_1 fasst mehrere Transaktionen zu einem Paket zusammen, das gemeinsam verarbeitet wird, und kommt auf 30 Stimmen. Die begleitende Fehlerkorrektur trägt mit 34 von 35 Stimmen die breiteste Unterstützung aller vier. Beide würden einen Tag nach Permission Delegation greifen, am 9. Oktober.

Deutlich anders liegt der Fall beim Kreditprotokoll LendingProtocolV1_1, über das zuletzt viel geschrieben wurde: Es steht bei 5 von 35 Stimmen und hat keine Mehrheit erreicht. Von einer Aktivierung in den nächsten Wochen ist dort nichts zu sehen, und ein Datum dafür gibt es nicht. Wer Meldungen über ein unmittelbar bevorstehendes Lending auf dem XRP Ledger liest, kann diesen Wert dagegenhalten.

Verwahrung und Börsenkonto: Der Aktivierungstag für Halter in Deutschland

Der Tag selbst verläuft für die meisten Halter unspektakulär, mit einer Ausnahme: Handelsplätze und Verwahrer setzen Ein- und Auszahlungen in XRP rund um Protokollaktualisierungen gelegentlich für einige Stunden aus, um den Übergang abzuwarten. Das ist Routine und kein Störfall, trifft aber jeden, der an diesem Abend eine Überweisung geplant hat.

Wer seine XRP bei einem Anbieter liegen hat, sieht eine Ankündigung üblicherweise im Statusbereich oder per Mitteilung, meist ein bis drei Tage vorher. Wer selbst verwahrt, braucht eine Wallet-Software, die mit der neuen Transaktionsart umgehen kann; ältere Versionen zeigen einen unbekannten Transaktionstyp unter Umständen gar nicht oder falsch an. Welche Anbieter in Deutschland unter der europäischen Verordnung über Märkte für Kryptowerte zugelassen sind und wie sie sich bei Gebühren und Verwahrung unterscheiden, zeigt der Vergleich der Krypto-Börsen.

Steuerlich ändert eine Protokollaktualisierung nichts

Eine Amendment-Aktivierung ist kein Zufluss, keine Veräußerung und kein neuer Token. Deine Haltefrist läuft unverändert weiter, und es entsteht kein steuerpflichtiger Vorgang. Anders wäre es nur, wenn eine Kette sich aufspalten würde; dafür gibt es hier keinen Anhaltspunkt, weil die Erweiterung mit breiter Mehrheit und ohne Gegenvorschlag läuft.

Phishing mit Delegationsrechten: Ein neues Muster für gefälschte Freigaben

Jede neue Berechtigungsfunktion in einer Kette bringt eine neue Betrugsmasche mit sich. Auf Ethereum lief dasselbe Muster nach der Einführung delegierter Konten: Eine vermeintliche Freigabeseite bittet um eine Unterschrift, und die Unterschrift räumt nicht eine Zahlung ein, sondern dauerhafte Rechte an einem Konto.

Für das XRP Ledger heißt das ab dem Aktivierungstag: Eine Aufforderung, eine DelegateSet-Transaktion zu unterschreiben, gehört zu den Vorgängen, bei denen es sich lohnt, zweimal hinzusehen. Ein Konto, dem du Rechte einräumst, kann im Rahmen dieser Rechte handeln, bis du sie widerrufst. Weil der Schlüsseltausch von der Delegation ausgenommen bleibt, ist der Schaden begrenzt; angenehm ist er trotzdem nicht.

Eine solche Aufforderung erreicht dich nie von einem Netzwerk selbst. Weder das XRP Ledger noch eine Wallet schickt dir eine Nachricht, du müsstest Rechte bestätigen, damit eine Protokolländerung wirksam wird. Diese Mitteilung ist eine Fälschung, ohne Ausnahme.

Permission Delegation: Deine nächsten drei Schritte

  1. Wallet-Software aktualisieren, bevor der 8. Oktober kommt. Eine Version, die DelegateSet kennt, zeigt dir eine Delegationstransaktion als solche an, statt sie als unbekannten Typ zu führen. Welche Programme gepflegt werden und welche seit Monaten stillstehen, steht im Vergleich der Software-Wallets.
  2. Beim Verwahrer nach dem Zeitfenster sehen. Wenn du eine Ein- oder Auszahlung in XRP für den 8. oder 9. Oktober geplant hast, lege sie auf einen anderen Tag, oder hole dir vorher die Statusmeldung deines Anbieters. Wer dabei ohnehin über einen Wechsel nachdenkt, findet die zugelassenen Anbieter im Börsenvergleich.
  3. Größere Bestände aus dem Zugriff der Freigabefunktion halten. Ein Konto, das nie delegiert, kann über diesen Weg auch nicht angegriffen werden. Für Beträge, die du nicht bewegst, bleibt die Verwahrung auf einem eigenen Gerät die ruhigere Lösung; die Geräte und ihre Unterschiede stehen im Hardware-Wallet-Vergleich.

Der Termin bleibt bis zum Schluss beweglich. Solange die Unterstützung über der Schwelle von 28 Stimmen liegt, gilt der Abend des 8. Oktober; fällt sie darunter, beginnt die Zwei-Wochen-Frist erneut. Beobachten lässt sich das am Stimmenstand der Validatoren, der sich im Netzwerk fortlaufend ändert.

(Stand: 1. Oktober 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)

Häufige Fragen zu Permission Delegation im XRP Ledger

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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