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Dogecoin trägt 83,5 Prozent des Mining-Budgets, das es mit Litecoin teilt: So prüfst du, wie viel die Miner am Tag bekommen

Dieselben Maschinen sichern Dogecoin und Litecoin, doch 83,5 Prozent des gemeinsamen Mining-Budgets kommen von Dogecoin. Die Rechnung dahinter steht offen in der Kette und lässt sich in zwei Minuten nachrechnen.

Zwei schwere Starkstromkabel laufen aus dem Dunkel zusammen in einen einzigen massiven Metall-Verteilerkasten mit Kupferklemmen
9 Min. Lesezeit
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Dogecoin und Litecoin werden von denselben Maschinen gesichert, und Dogecoin bezahlt den weitaus größeren Teil der Rechnung. In den vergangenen 24 Stunden hat das Dogecoin-Netz 13,53 Millionen neue Einheiten ausgeschüttet, zum Stand vom Samstagabend rund 1,16 Millionen Dollar. Litecoin kam im selben Zeitraum auf 3.593,75 neue LTC, also etwa 230.467 Dollar. Aus der gemeinsamen Kasse, aus der die Scrypt-Miner bezahlt werden, stammen damit 83,5 Prozent von Dogecoin und 16,5 Prozent von Litecoin.

Diese Zahl steht in keinem Kursdiagramm, und sie erklärt mehr über die Lage des Netzes als jede Tagesbewegung. Nachrechnen lässt sie sich in zwei Minuten, und genau das zeigt dieser Artikel.

Merged Mining: Dieselbe Scrypt-Arbeit läuft auf zwei Ketten gleichzeitig

Merged Mining heisst: Eine Rechenmaschine löst ein einziges kryptografisches Rätsel, und das Ergebnis wird von zwei verschiedenen Blockchains gleichzeitig als gültige Arbeit anerkannt. Die technische Grundlage dafür heisst AuxPoW, kurz für Auxiliary Proof of Work, also Hilfs-Arbeitsnachweis. Dogecoin hat AuxPoW im September 2014 aktiviert, weil die eigene Rechenleistung damals zu gering war, um das Netz gegen Angriffe zu verteidigen.

Möglich ist das, weil beide Ketten denselben Rechenweg benutzen, das Verfahren Scrypt. Ein Gerät, das für Litecoin rechnet, kann seine Arbeit ohne zusätzlichen Stromverbrauch bei Dogecoin ein zweites Mal einreichen. Der Miner verdient doppelt, die Stromrechnung bleibt dieselbe.

Für Dogecoin folgt daraus eine Eigenschaft, die in der öffentlichen Diskussion fast nie vorkommt: Das Netz produziert seine Sicherheit nicht selbst, es mietet sie. Wer die Maschinen betreibt, entscheidet nach dem Ertrag beider Ketten zusammen, nicht nach dem einer einzelnen.

Warum die reine Rechenleistung als Kennzahl täuscht

Die oft zitierte Hashrate schwankt stark, weil sie aus der Zahl der gefundenen Blöcke geschätzt wird und nicht gemessen werden kann. Zwei Abfragen im Abstand weniger Minuten lieferten am Samstagabend Werte zwischen 2,76 und 3,98 Petahash je Sekunde. Belastbar ist deshalb nicht die Hashrate, sondern die Zahl der tatsächlich gefundenen Blöcke, denn die steht unveränderlich in der Kette.

1.353 Blöcke in 24 Stunden: Dogecoin gibt 13,53 Millionen DOGE am Tag aus

Dogecoin zahlt seit Februar 2015 eine feste Belohnung von 10.000 DOGE je Block, und diese Belohnung sinkt nie. Das Netz zielt auf einen Block pro Minute, also 1.440 am Tag. Tatsächlich gefunden wurden in den vergangenen 24 Stunden 1.353 Blöcke, im Schnitt also alle 64 Sekunden einer. Die Rechnung lautet 1.353 mal 10.000, und sie ergibt 13.530.000 neue DOGE.

Litecoin arbeitet anders. Dort halbiert sich die Belohnung alle 840.000 Blöcke, aktuell liegt sie bei 6,25 LTC, und das Netz zielt auf einen Block alle zweieinhalb Minuten. 575 gefundene Blöcke ergeben 3.593,75 neue LTC.

Schwere Stahl-Praegepresse presst eine runde Metallscheibe, Funken spritzen seitlich weg, daneben ein Stapel glatter Rohlinge
Alle 64 Sekunden ein Block: Dogecoin prägt jeden Tag 13,53 Millionen neue Einheiten nach, ohne Obergrenze und ohne Halbierung.

230.467 Dollar für Litecoin, 1.163.634 Dollar für Dogecoin

Aus den Stückzahlen wird erst mit dem Preis ein Budget. Dogecoin notierte am Samstagabend bei 0,086 Dollar, Litecoin bei 64,13 Dollar. Daraus ergibt sich dieses Bild:

Kennzahl, Stand 10. OktoberDogecoinLitecoin
Gefundene Blöcke in 24 Stunden1.353575
Belohnung je Block10.000 DOGE6,25 LTC
Neue Einheiten in 24 Stunden13.530.0003.593,75
Wert der neuen Einheiten1.163.634 Dollar230.467 Dollar
Anteil am gemeinsamen Budget83,5 Prozent16,5 Prozent
Transaktionen in 24 Stunden17.606165.516

Der Faktor zwischen beiden beträgt 5,05. Eine Maschine, die beide Ketten bedient, verdient also gut fünf Sechstel ihres Ertrags bei Dogecoin. Die Zahlen stammen aus dem öffentlichen Blockexplorer Blockchair, der Blockzahl, Belohnung und Umlauf je Kette offenlegt.

Tail Emission ohne Obergrenze: 3,16 Prozent neue DOGE im Jahr

Dieselbe Summe, die den Minern zufliesst, ist zugleich das Angebot, das jeden Tag neu auf den Markt treffen kann. Hochgerechnet auf ein Jahr sind es 4,94 Milliarden DOGE. Bei einem Umlauf von 156,27 Milliarden Einheiten entspricht das einer Verwässerung von 3,16 Prozent im Jahr.

Fachsprachlich heisst dieses Modell Tail Emission, also eine Dauer-Ausschüttung ohne Enddatum. Bitcoin halbiert seine Ausschüttung alle vier Jahre und endet bei 21 Millionen Stück. Dogecoin hat weder eine Halbierung noch eine Obergrenze. Wer DOGE hält, hält damit einen Anteil, der sich jedes Jahr rechnerisch um gut drei Prozent verdünnt, solange er nicht zukauft.

Anders als bei Ketten mit Staking gibt es im Dogecoin-Protokoll keinen Weg, an dieser Ausschüttung teilzuhaben. Die 13,53 Millionen Einheiten des Tages gehen vollständig an die Miner. Angebote, die trotzdem eine laufende Rendite auf DOGE versprechen, sind Verleihgeschäfte bei einem Anbieter und tragen dessen Ausfallrisiko, was die Konditionen der Staking- und Lending-Plattformen offenlegen müssen.

Transaktionsgebühren decken 0,054 Prozent der Ausschüttung

Ein Netz kann seine Miner auf zwei Wegen bezahlen: aus neu geschaffenen Einheiten oder aus den Gebühren der Nutzer. Bei Dogecoin fällt der zweite Weg praktisch aus. Die 17.606 Transaktionen der vergangenen 24 Stunden kosteten im Schnitt 0,41 DOGE, zusammen also rund 7.256 DOGE oder etwa 624 Dollar. Gemessen an den 1,16 Millionen Dollar aus der Ausschüttung sind das 0,054 Prozent.

Litecoin steht mit 0,21 Prozent kaum besser da, bei knapp dem Vierfachen des Gebührenaufkommens. Beide Ketten hängen damit vollständig am Neugeld. Für Dogecoin bedeutet diese Abhängigkeit etwas sehr Konkretes: Fällt der Preis, fällt das Sicherheitsbudget im gleichen Verhältnis, und es gibt keinen Gebührenmarkt, der das auffangen könnte.

Was seit dem Terminmarkt-Befund vom 9. Oktober dazugekommen ist

Am 9. Oktober hat diese Redaktion gezeigt, dass 94 Prozent der Dogecoin-Liquidationen Long-Positionen trafen. Das war eine Momentaufnahme des Terminmarkts. Seitdem hat sich der Kurs um 1,64 Prozent auf 0,086 Dollar erholt, die Tagesspanne lag zwischen 0,0848 und 0,0866 Dollar. Die Zahlen dieses Artikels liegen eine Ebene darunter und bewegen sich viel langsamer: Das Sicherheitsbudget folgt keinem Hebel einzelner Händler, es ergibt sich aus dem Produkt von Blockzahl und Preis.

Einzelnes schweres Drehkreuz aus poliertem Stahl in einem dunklen Betondurchgang, hart von der Seite angestrahlt
Wer durchdarf, entscheidet bislang ein zugelassener Betreiber: Die Anwendungsschicht DogeOS läuft noch nicht über die Miner.

Litecoin-Halving bei Block 3.360.000: Dogecoins Anteil steigt auf 91 Prozent

Die nächste Halbierung bei Litecoin senkt die Belohnung von 6,25 auf 3,125 LTC. Fällig wird sie bei Block 3.360.000. Am Samstagabend stand die Kette bei 3.192.901 Blöcken, es fehlten also 167.099. Bei 575 Blöcken am Tag entspricht das rund 291 Tagen, also etwa Ende Juli 2027.

Bleiben beide Preise, wie sie sind, sinkt Litecoins Beitrag danach auf etwa 115.000 Dollar am Tag, und Dogecoins Anteil am gemeinsamen Budget steigt von 83,5 auf rund 91 Prozent. Die Abhängigkeit läuft dann fast vollständig in eine Richtung: Litecoin bezieht einen wachsenden Teil seiner Sicherheit aus der Ausschüttung einer Kette, die es selbst nicht steuert.

OP_CHECKZKP bleibt ein Entwurf: DogeOS läuft über einen zugelassenen Sequencer

Seit dem 30. September 2026 läuft mit DogeOS ein öffentliches Testnetz, das Anwendungen nach Ethereum-Vorbild auf Dogecoin bringen soll. In der Darstellung des Projekts sollen die Dogecoin-Miner diese Anwendungen eines Tages mit absichern. Nach der Berichterstattung von CoinDesk vom 1. Oktober ist das bisher ein Plan und kein Zustand.

Notwendig wäre dafür eine Protokolländerung mit dem Namen OP_CHECKZKP, die Dogecoin-Knoten das Prüfen kryptografischer Beweise erlauben würde. Der Vorschlag stammt aus dem Juli 2025, die eingereichte Umsetzung ist ein Entwurf mit einem Platzhalter anstelle des eigentlichen Prüfers, und ein Aktivierungsdatum gibt es nicht. Abgesichert wird das Testnetz derzeit von einem zugelassenen Betreiber, der die Reihenfolge der Transaktionen festlegt, dazu von abgeschirmter Hardware und einem Aufsichtsgremium.

Für Anlegerinnen und Anleger in Deutschland folgt daraus eine klare Abgrenzung: Ein Hauptnetz von DogeOS existiert nicht, und ein Datum dafür wurde nie genannt. Jedes Angebot, echte DOGE auf ein angebliches DogeOS-Hauptnetz zu brücken oder einen DogeOS-Token vorab zu kaufen, kann deshalb nicht echt sein. Wer sein Guthaben in eigener Verwahrung hält, ist gegen diese Masche am besten geschützt.

Zahlungsverkehr: 17.606 Dogecoin-Transaktionen gegen 165.516 bei Litecoin

Die zweite Kette benutzt dieselbe Rechenarbeit und trägt trotzdem das 9,4-Fache an Transaktionen. Das relativiert ein verbreitetes Bild. Dogecoin ist gemessen am Marktwert mit 13,44 Milliarden Dollar deutlich größer als Litecoin, im täglichen Zahlungsverkehr aber die kleinere der beiden Ketten.

Für die Miner spielt das keine Rolle, weil die Gebühren bei beiden kaum ins Gewicht fallen. Für die Einordnung des Netzes schon: Die Nachfrage, die Dogecoin trägt, ist Handelsnachfrage und keine Zahlungsnachfrage. Wer DOGE über eine regulierte Handelsplattform kauft, erwirbt einen Vermögenswert, dessen Kette im Alltag wenig benutzt wird.

Unsere Einschätzung: gemietete Sicherheit für 1,16 Millionen Dollar am Tag

Aus Sicht der Redaktion wird die Dogecoin-Ausschüttung zu einseitig als reine Verwässerung gelesen. Die Messung zeigt, dass diese 1,16 Millionen Dollar am Tag tatsächlich etwas kaufen, nämlich 83,5 Prozent des Budgets, aus dem die Sicherheit zweier Ketten bezahlt wird. Das ist der belegbare Teil.

Dagegen spricht die Konstruktion selbst. Die Sicherheit ist gemietet und nicht erarbeitet, die Mieter können jederzeit abziehen, und mit 0,054 Prozent Gebührenanteil gibt es keinen zweiten Standbein, falls der Preis nachgibt. Nach dem Litecoin-Halving im kommenden Sommer verschärft sich diese Lage rechnerisch weiter. Eine Bewertung der Kette, keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf: Der Posten bleibt ein Hochrisikowert, bei dem ein Totalverlust möglich ist.

Dogecoin-Mining: 83,5 Prozent des Budgets kommen aus der Emission

Drei Schritte, mit denen sich das Gelesene in zwei Minuten nachvollziehen lässt:

  1. Die Blockzahl selbst ablesen. Öffne einen öffentlichen Blockexplorer und suche das Feld für die Blöcke der vergangenen 24 Stunden. Multipliziere den Wert mit 10.000, und du hast die Tagesausschüttung in DOGE. Mal den aktuellen Preis ergibt das Tagesbudget der Miner.
  2. Dieselbe Rechnung für Litecoin aufmachen. Dort lautet der Faktor 6,25 statt 10.000. Das Verhältnis beider Ergebnisse zeigt, welche Kette die gemeinsame Rechenarbeit bezahlt. Wo du beide Werte vergleichen und handeln kannst, zeigt der Überblick der Handelsplätze für Krypto.
  3. Die eigene Verwahrung trennen. Weil das Protokoll keine Rendite kennt, liegt jede DOGE-Verzinsung bei einem Anbieter und nicht in der Kette. Wer das nicht will, verwahrt selbst, wofür die Geräte im Vergleich der Hardware-Wallets stehen.

(Stand: 10. Oktober 2026. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Kurse und Gebührenmodelle ändern sich; prüfe die Konditionen vor jedem Kauf beim Anbieter selbst.)

Häufige Fragen zu Dogecoin-Mining

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Zahlen und Angaben wurden gegen die im Text verlinkten Primärquellen abgeglichen. Das Beitragsbild wurde mit KI erzeugt.

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